Der Bereich der Lernstrategien scheint der Teil der den Zweitspracherwerb beeinflussenden Faktoren zu sein, in den jeder Lerner selbst eingreifen kann. Somit scheinen Lernstrategien die Möglichkeit zu bieten, den Erfolg des Sprachenlernens entscheidend und vor allem aktiv zu beeinflussen.
Mit dieser Thematik befasst sich die vorliegende Ausarbeitung. Zunächst soll der Frage nachgegangen werden, was eigentlich unter Lernstrategien zu verstehen ist.
Verschiedene Linguisten haben unterschiedliche Definitionen und Klassifizierungen dazu erarbeitet, die betrachtet werden sollen. Als besonders signifikante Ordnung möchte ich dann Rebecca L. Oxfords Einteilung von Lernstrategien in Direkte und Indirekte näher beleuchten. Anschließend soll beleuchtet werden, wie Lernstrategien und das Sprachenlernen konkret miteinander in Verbindung stehen und was erfolgreiche Sprachenlerner im Gegensatz zu weniger Erfolgreichen ausmacht. Am Beispiel vom Lernen von Vokabeln sollen einzelne Lernstrategien untersucht werden. Den letzten Schwerpunkt dieser Arbeit bilden der Einsatz und das Training von Lernstrategien beim Unterrichten von Fremdsprachen, denen ich als zukünftige Englischlehrerin besondere Aufmerksamkeit schenken möchte. Eine zusammenfassende Einschätzung der gewonnenen Erkenntnisse bildet den Abschluss dieser Arbeit
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung: Lernstrategien – Ein individueller Unterschied beim Zweitspracherwerb
2 Lernstrategien erforschen, definieren und klassifizieren
2.1 Was sind Lernstrategien?
2.2 Die Klassifizierung von Lernstrategien nach O’Malley & Chamot
2.3 Indirekte vs. direkte Lernstrategien (Oxford)
3 Lernstrategien und Sprachenlernen
3.1 Einflussfaktoren auf die Strategienwahl des Lerners
3.2 Erfolgreiche Sprachenlerner
3.3 Ein Beispiel: Das Lernen von Vokabeln
4 Lernstrategien und Sprachenunterricht
4.1 Strategie erkennen und einschätzen
4.2 Strategie Training im Unterricht
5 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Lernstrategien beim Zweitspracherwerb, um individuelle Unterschiede im Lernerfolg zu erklären. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Lernende ihre Sprachlernprozesse durch gezielte, bewusste Strategien aktiv steuern und beeinflussen können.
- Definition und Klassifizierung gängiger Lernstrategien nach O'Malley, Chamot und Oxford.
- Analyse der Einflussfaktoren auf die individuelle Strategienwahl beim Sprachenlernen.
- Untersuchung der Merkmale erfolgreicher Sprachenlerner im Vergleich zu weniger erfolgreichen.
- Praktische Anwendung von Lernstrategien am Beispiel des Vokabellernens.
- Möglichkeiten und Modelle zur Integration von Strategietraining in den Fremdsprachenunterricht.
Auszug aus dem Buch
3.3 Ein Beispiel: Das Lernen von Vokabeln
Wie Lord (zitiert in Oxford 1990: 39) anmerkt, “[is] vocabulary (…) by far the most sizeable and unmanageable component in the learning of any language”. Jeder, der schon Erfahrungen im Zweitspracherwerb hat, kann diese Aussage bestätigen. Zehntausende Lexeme einer Sprache zu verinnerlichen und entsprechend anzuwenden ist eine der größten Herausforderungen beim Lernen einer Fremdsprache. Buchstäblicher „Vokabel-Drill“ ist oft die Folge im Fremdsprachenunterricht. Regelmäßig werden Vokabeln in Tests abgefragt – oft Horrorszenarien für Schüler, die einfach Schwierigkeiten haben, sich die Vokabeln zu merken. Wenn auch kleinere Lücken mithilfe bereits erwähnter Strategien ausgeglichen werden können, sind ohne Frage, angemessene Vokabelkenntnisse Grundvoraussetzung zur erfolgreichen, flüssigen Kommunikation einer Sprache. Lernstrategien können eine große Stütze beim Lernen von Vokabeln sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Lernstrategien – Ein individueller Unterschied beim Zweitspracherwerb: Einleitung in die Bedeutung von Fremdsprachen in der globalisierten Welt und Diskussion darüber, warum Lerner trotz gleichem Input sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielen.
2 Lernstrategien erforschen, definieren und klassifizieren: Auseinandersetzung mit theoretischen Definitionen von Lernstrategien sowie Vorstellung der Klassifizierungsmodelle nach O’Malley & Chamot und Oxford.
3 Lernstrategien und Sprachenlernen: Analyse der Einflussfaktoren auf die Strategienwahl sowie Untersuchung der Merkmale erfolgreicher Lerner, ergänzt durch die Anwendung auf das Vokabellernen.
4 Lernstrategien und Sprachenunterricht: Erörterung der Methoden zur Identifikation von Strategien bei Schülern und Darstellung von Modellen für ein effektives Strategietraining im Unterricht.
5 Schlussfolgerung: Zusammenfassende Einschätzung der Relevanz von Lernstrategien und Reflexion der Autorin über die Integration solcher Trainings in ihren zukünftigen Lehrerberuf.
Schlüsselwörter
Lernstrategien, Zweitspracherwerb, Sprachlernstrategien, Kognitive Strategien, Metakognitive Strategien, Erfolgreiche Sprachenlerner, Vokabellernen, Fremdsprachenunterricht, Strategietraining, O’Malley, Chamot, Oxford, Selbststeuerung, Sprachlernprozess, Lernerfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit behandelt die Rolle von Lernstrategien im Zweitspracherwerb und wie diese den individuellen Lernerfolg beeinflussen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Klassifizierung von Lernstrategien, die Faktoren für deren Auswahl, das Profil erfolgreicher Sprachenlerner sowie Methoden für das Strategietraining im Unterricht.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen von Lernstrategien für Lernende aufzuzeigen und zu erörtern, wie Lehrkräfte diese aktiv in den Unterricht integrieren können, um den Erwerb einer Fremdsprache zu erleichtern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich anerkannter linguistischer Theorien, insbesondere der Modelle von Oxford sowie O’Malley und Chamot.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition und Klassifizierung von Strategien, deren Anwendung beim Lernen von Vokabeln sowie die praktische Implementierung von Strategietrainings im schulischen Umfeld.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Lernstrategien, Zweitspracherwerb, kognitive/metakognitive Prozesse und Fremdsprachendidaktik.
Warum ist das Vokabellernen ein besonderer Schwerpunkt?
Da das Vokabellernen laut Literatur eine der größten und oft als mühsam empfundenen Hürden beim Spracherwerb darstellt, dient es als ideales Praxisbeispiel für die Wirksamkeit von Memory-Strategien.
Warum ist laut Autorin ein direktes Strategietraining im Unterricht notwendig?
Die Autorin argumentiert, dass Lernstrategien oft unbewusst und individuell unterschiedlich angewandt werden; eine direkte Instruktion hilft den Schülern, diese Strategien gezielter und erfolgreicher auf verschiedene Aufgaben zu übertragen.
- Quote paper
- Mandy Busse (Author), 2006, Lernstrategien beim Zweitspracherwerb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75888