„Die mit dem Schlagwort Globalisierung oder dem Wandel von der Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft zur Informations- und Wissensgesellschaft erfassten Veränderungen lassen Kinder und Jugendliche heute in einer sich rapide wandelnden Gesellschaft aufwachsen“ (Busse 2002, S. 7). Eine bedeutende Stellung nehmen hierbei die Medien, vor allem aber die neuen Medien, ein, die einen enormen Wandel in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bewirkt haben und immer noch bewirken. So wurden, zum Beispiel durch die Einführung des Computers, Berufe verändert, zum Teil entfielen sie einfach, viele andere wurden dafür aber neu erschaffen. Doch nicht nur die Arbeitswelt wird durch die neuen Informationstechnologien verändert, auch alle andere Lebensbereiche werden beeinflusst. Der richtige Umgang mit neuen Medien ist somit eine wichtige Schlüsselqualifikation für die Zukunft, wodurch vor allem die Jugendlichen in den Vordergrund gerückt werden. Die Medien gehören heute bereits zum Alltag der Jugendlichen.
Vor diesem Hintergrund kommt der Institution Schule eine zentrale Aufgabe zu, indem sie die Vermittlung der Schlüsselqualifikationen sicherstellt und die neuen Medien in das Bildungssystem integriert. Die Schule bleibt auch in der Zeit der Informations- und Wissensgesellschaft der zentrale Ort des Lernens. Medienverwendung, Medienerziehung und Medienbildung müssen sich somit an dem allgemeinen Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule orientieren (Tulodziecki 2005, S. 368), das heißt die Schülerinnen und Schüler sollen die Fähigkeit erwerben, ihr Leben selbst bestimmend zu gestalten, sich ihrer Mitbestimmung in der Gesellschaft und der Politik bewusst zu sein und sozialverträgliches Handeln ermöglichen. Dies alles schließt jedoch einen kritischen Umgang mit den Medien mit ein. Die Schülerinnen und Schüler sollen durch die Schule Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt bekommen, die es ihnen erlauben mit Medien sachgerecht, selbst bestimmt, kreativ und sozial verantwortlich umzugehen.
In diesem Rahmen kommen auf Schule und Unterricht folgende Anforderungen zu (Tulodziecki/ Herzig 2002, S. 8):
• Nutzung von Medien für Lernen und Lehren,
• Wahrnehmung von Erziehungs- und Bildungsaufgaben im Medienbereich,
• Gestaltung medienpädagogischer Konzepte in der Schule.
Auf Grund dieser Anforderungen stellt sich die Frage, wie die Schule diesen gerecht werden kann. Doch bevor man darauf näher eingehen kann, müssen noch einige Vorüberlegungen getätigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Der Medienbegriff
2.1 Die traditionellen Medien in Gesellschaft und Schule
2.2 Die neuen Medien in Gesellschaft und Schule
2.3 Die Medientheorien
3. Jugend und Medien
4. Die Medien - Möglichkeiten und Gefahren
4.1 Möglichkeiten der neuen Medien
4.2 Gefahren der neuen Medien
4.2.1 Abhängigkeit
4.2.2 Verlust von sozialer Kompetenz und sozialem Verhalten
4.2.3 Wirklichkeitsverlust
4.2.4 Die offenen Gefahren der neuen Medien
5. Medienpädagogik
5.1 Medienerziehung
5.1.1 Konzepte der Medienerziehung
5.1.2 Aufgaben der Medienerziehung
5.1.2.1 Medienkunde
5.1.2.2 Mediennutzung
5.1.2.3 Mediengestaltung
5.1.2.4 Medienliteralität, Medienanalyse und Medienkritik
5.2 Mediendidaktik
5.2.1 Tendenzen innerhalb der Mediendidaktik
5.2.2 Mediendidaktische Ansätze
5.2.3 Konzepte der Mediendidaktik
6. Medienkompetenz als Grundvoraussetzung zur Mediennutzung
6.1 Definitorische Abgrenzung und Theorie der Medienkompetenz
6.2 Kompetenzen des Lesens, Schreibens und der Kommunikation
6.3 Unterschiedliche Ansätze zur Medienkompetenz
6.3.1 Medienkompetenz nach Bernd Schorb
6.3.2 Medienkompetenz nach Dieter Baacke
6.3.3 Medienkompetenz nach Ida Pöttinger
6.4 Medienkompetenz als Bildungsziel
6.5 Vermittlung von Medienkompetenz
7. Die Medien - Konsequenzen für Schule und Unterricht
7.1 Medien als Lerninstrumente
7.2 Die Rahmenbedingungen
7.3 Anforderungen an Schule und Unterricht
7.3.1 Nutzung von Medien für das Lernen und Lehren
7.3.2 Wahrnehmung von Erziehungs- und Bildungsaufgaben
7.3.3 Gestaltung medienpädagogischer Konzepte
7.4 Konsequenzen für die Lehrerbildung
7.5 Chancen und Grenzen der schulischen Medienerziehung
7.5.1 Chancen des Medieneinsatzes
7.5.2 Risiken und Grenzen des Medieneinsatzes
7.6 Ausblick und Forderungen
8. Fazit und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die zunehmende Mediatisierung des Jugendalters und untersucht deren Konsequenzen für den schulischen Alltag, mit dem Ziel, die Vermittlung von Medienkompetenz als zentrale Aufgabe der Schule im 21. Jahrhundert zu begründen.
- Bedeutung der neuen Medien im Alltag von Kindern und Jugendlichen
- Risiken und Gefahrenpotenziale digitaler Mediennutzung
- Grundlagen der Medienpädagogik und Mediendidaktik
- Konzept der Medienkompetenz als Bildungsziel
- Anforderungen und Rahmenbedingungen für moderne Medienintegration im Unterricht
Auszug aus dem Buch
4.1 Möglichkeiten der neuen Medien
„Die meisten Jugendlichen verfügen über vielfältige Medien, mit denen sie flexibel, virtuos und souverän umzugehen verstehen“ (Hurrelmann 2004, S. 141). Vor allem über die Medien Radio, Fernsehen und Internet ist Jugendlichen heute eine informative Teilnahme an allen Lebensbereichen möglich. Obwohl das Fernsehen bis heute die Jugendlichen am meisten beeinflusst, nehmen der PC und das Internet eine immer größere Rolle im Leben der Jugendlichen ein.
Die Funktionen der neuen Medien, aber auch der alten Medien, bieten den Jugendlichen unterschiedlichste Möglichkeiten. Die wohl vordergründigste Funktion ist die der Informationsgewinnung. Die Medien bieten eine Fülle an Informationen. Zu unterscheiden sind hier allerdings die Arten der Informationen. Auf der einen Seite sind hier das Tagesgeschehen und andere gesellschaftliche Bereiche zu nennen. Hier ist die Informationsgewinnung vorbestimmt und zielgerichtet. Auf der anderen Seite ist die Informationssuche eher ungerichtet und unbestimmt. Vorrangig geht es um Informationen die auffällige Neuigkeiten und Sensationen beinhalten. Sie sind vor allem durch das eigene Interesse geprägt. Die Entscheidung für den jeweiligen Informationsbegriff, der für den jugendlichen Nutzer interessant ist, wird entscheidend durch die Faktoren des Alters und des Anregungsmilieus, in dem sie aufwachsen, bestimmt (Schell 2005b, S.181-182).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Darstellung der gesellschaftlichen Relevanz neuer Informationstechnologien und der Notwendigkeit für Jugendliche, Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation zu erwerben.
2. Der Medienbegriff: Differenzierung und begriffliche Abgrenzung traditioneller und neuer Medien sowie Einführung in die Medientheorien.
3. Jugend und Medien: Pädagogische und gesellschaftliche Verortung des Jugendalters im Kontext der ständigen Mediatisierung.
4. Die Medien - Möglichkeiten und Gefahren: Analyse der Chancen durch Informationszugang und Kommunikation sowie Gefahrenpotenziale wie Abhängigkeit und Wirklichkeitsverlust.
5. Medienpädagogik: Theoretische Grundlegung durch Medienerziehung und Mediendidaktik sowie deren systematische Ansätze.
6. Medienkompetenz als Grundvoraussetzung zur Mediennutzung: Definition der Medienkompetenz, Erörterung verschiedener fachwissenschaftlicher Ansätze und Einordnung als Bildungsziel.
7. Die Medien - Konsequenzen für Schule und Unterricht: Konkrete Ableitung von Anforderungen an Lehrerbildung, Ausstattung und didaktische Konzepte für den Medieneinsatz in der Schule.
8. Fazit und Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Notwendigkeit der Medienkompetenzvermittlung und Ausblick auf eine offene Lernortgestaltung durch Medienintegration.
Schlüsselwörter
Mediatisierung, Medienkompetenz, Jugendalter, Medienpädagogik, Mediendidaktik, Medienerziehung, Mediennutzung, Informatik, Bildungsauftrag, Internetabhängigkeit, Medienkultur, Schulentwicklung, Informationsgesellschaft, Schlüsselqualifikation, Digitale Medien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie sich die umfassende Mediatisierung des Alltags auf Jugendliche auswirkt und welche pädagogischen Aufgaben sich daraus für die Schule ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Möglichkeiten und Risiken digitaler Medien, die theoretischen Ansätze der Medienpädagogik sowie die praktische Umsetzung von Medienkompetenz in der Schule.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, warum die Vermittlung von Medienkompetenz eine essenzielle Bildungsaufgabe ist, um Jugendliche auf die Wissensgesellschaft vorzubereiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Theorieanalyse erziehungswissenschaftlicher Konzepte zur Medienerziehung und Didaktik.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil behandelt neben theoretischen Definitionen vor allem die praktischen Rahmenbedingungen, wie etwa notwendige Lehrerfortbildungen und technische Voraussetzungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Mediatisierung, Medienkompetenz, Medienpädagogik, Mediendidaktik und die kritische Mediennutzung.
Warum wird der Begriff "Medienkompetenz" in der Arbeit als "schillernd" bezeichnet?
Der Autor führt aus, dass der Begriff in vielen Disziplinen verwendet wird und deshalb an Substanz verloren hat, weshalb eine präzise wissenschaftliche Abgrenzung nötig ist.
Welche Rolle spielen die Lehrer laut Kapitel 7?
Lehrkräfte fungieren nicht mehr nur als Wissensvermittler, sondern müssen Kompetenzen im Informationsmanagement besitzen, um Medien didaktisch sinnvoll in den Unterricht zu integrieren.
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- Tim Rosendahl (Author), 2007, Die Mediatisierung im Jugendalter. Konsequenzen für Schule und Unterricht durch die neue Mediennutzung Jugendlicher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75990