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Länderspezifische Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Eine Betrachtung der Pisa-teilnehmenden Länder - Kanada, Finnland und Frankreich

Title: Länderspezifische Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Seminar Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Tim Rosendahl (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Die Pisa-Studie verweist auf die Bedeutung der sozialen Herkunft und der familiären Lebensverhältnisse für den Schulerfolg. Als deutlicher Befund zeigt sich, dass Kinder und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem weit weniger erfolgreich sind als Kinder und Jugendliche, die bereits in Deutschland geboren und deren Eltern ebenfalls in Deutschland aufgewachsen sind (Schümer 2004, S. 131). Dadurch erhalten solche Kinder und Jugendliche im späteren Lebenslauf wesentlich schlechtere Bedingungen und was sich als Beispiel „folglich in den späteren Einkommens¬verhältnissen widerspiegelt“ (Giddens 1999, S. 455).

Die Pisa-Studie hat vor allem das Interesse der Medien und der Bevölkerung geweckt. Die Befunde der Pisa-Studie haben gezeigt, dass Kinder und Jugendliche mit einer Migrationsgeschichte über Landesgrenzen hinaus generell mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit schwächere Schulleistungen erbringen als Kinder und Jugendliche gleichen Alters ohne Migrationshintergrund (BMBF 2003, S. 196). Der Unterschied wurde zudem sehr deutlich, wenn beide Elternteile im Ausland geboren sind und zusätzlich verstärkt, wenn der Schüler oder die Schülerin selbst ebenfalls im Ausland geboren ist.
Im Folgendem werden drei Länder schemenhaft, in ihren Bestrebungen jugendliche Zuwanderer in ihr gehöriges Schulsystem zu integrieren, vorgestellt. Hierbei werden zuerst die Ergebnisse der jeweiligen Zielgruppe skizziert, daran anschließend die Bemühungen der einzelnen Staaten die Schülerinnen und Schüler zu integrieren (vgl. Kapitel 3).
Die Auswahl der Länder –Kanada, Frankreich und Finnland- basiert auf zwei wesentlichen Aspekten. Das erste Auswahlkriterium sind die Positionen der Länder im Pisa-Vergleich. Mit Kanada und Finnland haben wir Länder, die im Länderranking (Deutsches Pisa-Konsortium 2001, S. 533-535) Spitzenpositionen einnehmen, wo hingegen Frankreich eher im oberem Mittelfeld rangiert, aber immer noch über dem OECD-Durchschnitt liegt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung der Schule für Gesellschaft und Individuum

3. Darstellung der Länder Kanada, Finnland und Frankreich

3.1. Kanada

3.2. Finnland

3.3. Frankreich

4. Ergebnisse und Befunde

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die länderspezifischen Integrationsansätze für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im Kontext der Pisa-Studie, um Handlungsempfehlungen für das deutsche Bildungssystem abzuleiten.

  • Analyse der Bedeutung der Schule für die gesellschaftliche Positionierung
  • Vergleichende Untersuchung der Bildungssysteme in Kanada, Finnland und Frankreich
  • Evaluation der Auswirkungen von Sprachförderung und Elternbeteiligung auf den Schulerfolg
  • Diskussion der Integration von Migrantenkindern in segregierten vs. integrativen Systemen
  • Ableitung politischer Reformansätze für die deutsche Schullandschaft

Auszug aus dem Buch

3.1. Kanada

Schon seit dem 17. Jahrhundert unterliegt Kanada einem großem Einwanderungsstrom. Jährlich wandern circa 200000 Menschen nach Kanada ein. Hierbei ist zu beachten, dass vor allem die städtischen Gebiete einen großen Anziehungspunkt bilden. Die ländlichen Gegenden bleiben dagegen eher von Einwanderungsströmen verschont. Vor allem die Provinz Ontario ist bei Einwanderern ein bevorzugtes Ziel. Betrachtet man die einzelnen Gruppen der jugendlichen Schülerinnen und Schülern, so sind nur knapp 80% selbst im Inland, mit mindestens einem im Inland geborenen Elternteil, geboren. Im Vergleich mit den anderen Pisa teilnehmenden Ländern ist diese Zahl sehr niedrig. Dagegen ist die Anzahl derjenigen jugendlichen Einwanderern mit im Ausland geborenen Eltern und selbst im Ausland geboren mit jeweils 10% relativ hoch. Hier gelingt es Kanada besser die Schülergruppen 1 und 2 relativ homogen zu halten (vgl. Abb. 2, Seite 7). Die dritte Gruppe hat mit teilweise deutlich über 500 Punkten, die höchsten Werte im gesamten Schulvergleich.

Die Einwanderungspolitik Kanadas ist vor allem darauf ausgerichtet „die Wahrung kultureller Identität zu unterstützen“ (OECD 2001, S. 179) und nicht die Einwanderer völlig von ihren Wurzeln zu entfernen. Dies versuchen sie auch in ihrem Bildungssystem zu unterstützen, indem sie nicht danach streben sie völlig einzugliedern, sondern sie in ihrer kulturellen Identität zu stärken. So erhalten die Immigranten die Möglichkeit spezielle Angebote an Unterricht in ihrer Muttersprache wahrzunehmen. Eine andere Form der Unterstützung erhalten Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, indem man ihnen die Möglichkeit gibt Englisch bzw. Französisch, unterschieden nach Provinz, als Zweitsprache zu nehmen, um die Integration auch sprachlich unterstützen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Diskrepanz zwischen sozialer Herkunft bzw. Migrationshintergrund und dem Schulerfolg in Deutschland unter Bezugnahme auf die Ergebnisse der Pisa-Studie.

2. Bedeutung der Schule für Gesellschaft und Individuum: Dieses Kapitel erläutert die Funktion der Schule als Instrument der Sozialisation, Qualifikation und Allokation sowie ihren Einfluss auf die soziale Ungleichheit.

3. Darstellung der Länder Kanada, Finnland und Frankreich: Es erfolgt eine deskriptive Gegenüberstellung der Bildungs- und Integrationskonzepte für Zuwanderer in den drei ausgewählten Vergleichsländern.

4. Ergebnisse und Befunde: Hier werden die unterschiedlichen Ansätze zur Sprachförderung und die Einbindung der Eltern in den untersuchten Ländern analysiert und auf ihren Erfolg bewertet.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und leitet politische Handlungsempfehlungen für das deutsche Schulsystem ab, insbesondere zur Verbesserung der Sprachbeherrschung und Elternbeteiligung.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten soziologischen und pädagogischen Fachquellen sowie der Berichte der Pisa-Studie.

Schlüsselwörter

Pisa-Studie, Migrationshintergrund, Bildungsbeteiligung, Integration, Sprachförderung, Chancengleichheit, soziale Herkunft, Schulerfolg, Kanada, Finnland, Frankreich, Elternbeteiligung, Sozialstruktur, Bildungssystem, kulturelle Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund in das Bildungssystem und zieht Vergleiche zu anderen Ländern.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themenfelder sind die schulische Leistung von Zuwanderern, Sprachförderung, der Einfluss des sozioökonomischen Status und Integrationsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Identifikation von Erfolgsfaktoren in Kanada, Finnland und Frankreich, um daraus Verbesserungsmöglichkeiten für das deutsche Bildungssystem abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Sozialstrukturanalyse unter Auswertung vorhandener Bildungsdaten und Pisa-Studien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Bedeutung der Schule als gesellschaftliche Institution und danach die spezifischen Integrationskonzepte der drei Vergleichsländer detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Integration, Sprachförderung, Chancengleichheit, Pisa-Studie und Migrationshintergrund.

Warum spielt die Sprache für den Schulerfolg laut Autor eine so große Rolle?

Die Sprachbeherrschung ist die grundlegende Voraussetzung, um dem Unterricht überhaupt folgen zu können und bildet die Basis für weitere Kompetenzen.

Was unterscheidet das französische Förderkonzept von dem kanadischen?

Frankreich setzt auf „positive Diskriminierung“ durch ZEP-Schulen ohne muttersprachlichen Unterricht, während Kanada die kulturelle Identität stärker durch Angebote in der Muttersprache unterstützt.

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Details

Title
Länderspezifische Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Subtitle
Eine Betrachtung der Pisa-teilnehmenden Länder - Kanada, Finnland und Frankreich
College
University of Duisburg-Essen
Grade
2,0
Author
Tim Rosendahl (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V75991
ISBN (eBook)
9783638814805
Language
German
Tags
Länderspezifische Integration Kindern Jugendlichen Migrationshintergrund
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tim Rosendahl (Author), 2006, Länderspezifische Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75991
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