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Besonderheit und Dynamik der DDR-Sozialpolitik und regimespezifische Determinanten der Sozialpolitik

Title: Besonderheit und Dynamik der DDR-Sozialpolitik und regimespezifische Determinanten der Sozialpolitik

Seminar Paper , 2007 , 9 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tim Christophersen (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Pfadabhängigkeit lässt sich bezogen auf die Sozialpolitik der DDR nur bedingt belegen. Dies zeigt schon das Vorhaben, den Kapitalismus zu überwinden und den Sozialismus im Interesse und zum „Wohle des Volkes“ aufzubauen . Dieses Vorhaben sollte schnellstmöglich umgesetzt werden. So standen Ende der 40er/Anfang der 50er Zentralisierung und „Vergesellschaftung der Produktionsmittel“ im Vordergrund, da darin notwendige Bedingungen für den Aufbau des Sozialismus gesehen worden waren. Dies ist ein Grund dafür, dass der Sozialpolitik nur eine randständige Bedeutung für die Anfänge der DDR zugesprochen werden kann. Ein anderer ist, dass in der Regimeführung die ideologiebedingte Meinung vorherrschte, dass der Sozialismus notwendigerweise einen allgemeinen Wohlstand hervorbringen werde, der eine weitläufige Sozialpolitik überflüssig mache.
Die These der nicht-existenten Pfadabhängigkeit muss jedoch geringfügig eingeschränkt werden, da die Sozialpolitik des Staates unter SED-Suprematie auch bereits Bewährtes und Bekanntes aufgriff und darin vielmehr lediglich in der Ausgestaltung neue Wege beschritt. Dies gilt auch für das „Recht auf Arbeit“, dem ersten Kreis der Sozialpolitik. Zwar wurde dieses Recht von staatsoffizieller Seite zu Recht stets als „Soziale Errungenschaft“ gerühmt und von der Bevölkerung der DDR auch nach der Wende noch neben der Sozialpolitik im Allgemeinen „als das Beste der ehemaligen DDR“ bewertet. Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Fundament des sozialistischen Wohlfahrtsstaates sich nicht allein durch das Fördern sondern auch durch das Fordern seiner Bürger auszeichnete, also durch die „Pflicht zur Arbeit“. Die Verwirklichung dieses Rechts bestand obendrein eher in der Garantie eines Arbeitsplatzes als in der Garantie des Arbeitsplatzes, was vermutlich in ähnlichem Maße als Druckelement verwendet werden konnte, wie es in unterschiedlichem Ausmaße durch die Pflicht geschah. Denn „Arbeitsscheu“ bspw. wurde seit den 60ern zunehmend kriminalisiert und zudem auch als Synonym für politische Unbotmäßigkeit benutzt, um in Staatsideologischer Hinsicht erzieherisch entgegenzuwirken. Hinzu kommt, dass die Sozialfürsorge sehr stark an die Arbeitsfähigkeit gekoppelt wurde, was in Zeiten sehr harter Auslegung bedeutete, dass vermeintlich Bedürftige gegebenenfalls gar keine Fürsorge bekamen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Besonderheit und Dynamik der DDR-Sozialpolitik

i) Warum „existierte“ am Anfang der DDR Sozialpolitik als Idee und Wirklichkeit kaum?

ii) Stellen Sie die Besonderheit (5 Kreise) und Dynamik der DDR Sozialpolitik vor.

Regimespezifische Determinanten der Sozialpolitik

iii) Was waren Gründe für diese Dynamik?

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Ausgestaltung und Logik der Sozialpolitik in der DDR. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit die DDR als Wohlfahrtsstaat bezeichnet werden kann und welche politischen sowie ökonomischen Faktoren (wie Legitimationsdruck, Konkurrenz zur Bundesrepublik und demographischer Wandel) die sozialpolitische Dynamik über verschiedene Phasen hinweg bestimmten.

  • Analyse der fünf zentralen Kreise der DDR-Sozialpolitik
  • Untersuchung der Rolle der Sozialpolitik als Legitimationsinstrument der SED
  • Einfluss der Systemkonkurrenz zur Bundesrepublik auf sozialpolitische Entscheidungen
  • Verhältnis von Arbeitsplatzgarantie, Vollbeschäftigung und Pflicht zur Arbeit
  • Entwicklung und Wandel der staatlichen Sozialversicherungssysteme

Auszug aus der Kurzhausarbeit

Besonderheit und Dynamik der DDR-Sozialpolitik

Pfadabhängigkeit lässt sich bezogen auf die Sozialpolitik der DDR nur bedingt belegen. Dies zeigt schon das Vorhaben, den Kapitalismus zu überwinden und den Sozialismus im Interesse und zum „Wohle des Volkes“ aufzubauen. Dieses Vorhaben sollte schnellstmöglich umgesetzt werden. So standen Ende der 40er/Anfang der 50er Zentralisierung und „Vergesellschaftung der Produktionsmittel“ im Vordergrund, da darin notwendige Bedingungen für den Aufbau des Sozialismus gesehen worden waren. Dies ist ein Grund dafür, dass der Sozialpolitik nur eine randständige Bedeutung für die Anfänge der DDR zugesprochen werden kann. Ein anderer ist, dass in der Regimeführung die ideologiebedingte Meinung vorherrschte, dass der Sozialismus notwendigerweise einen allgemeinen Wohlstand hervorbringen werde, der eine weitläufige Sozialpolitik überflüssig mache.

Die These der nicht-existenten Pfadabhängigkeit muss jedoch geringfügig eingeschränkt werden, da die Sozialpolitik des Staates unter SED-Suprematie auch bereits Bewährtes und Bekanntes aufgriff und darin vielmehr lediglich in der Ausgestaltung neue Wege beschritt. Dies gilt auch für das „Recht auf Arbeit“, dem ersten Kreis der Sozialpolitik. Zwar wurde dieses Recht von staatsoffizieller Seite zu Recht stets als „Soziale Errungenschaft“ gerühmt und von der Bevölkerung der DDR auch nach der Wende noch neben der Sozialpolitik im Allgemeinen „als das Beste der ehemaligen DDR“ bewertet. Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Fundament des sozialistischen Wohlfahrtsstaates sich nicht allein durch das Fördern sondern auch durch das Fordern seiner Bürger auszeichnete, also durch die „Pflicht zur Arbeit“.

Zusammenfassung der Kapitel

Besonderheit und Dynamik der DDR-Sozialpolitik: Dieses Kapitel erläutert die ideologische Ausgangslage der DDR-Sozialpolitik und strukturiert diese in fünf zentrale Bereiche, angefangen bei der Arbeitsplatzgarantie bis hin zu den Sonderversorgungssystemen.

Regimespezifische Determinanten der Sozialpolitik: Der Autor analysiert hier die treibenden Faktoren der sozialpolitischen Entwicklung, wobei der Legitimationsdruck durch die Systemkonkurrenz zur Bundesrepublik und die Angst vor innenpolitischen Unruhen als Hauptursachen hervorgehoben werden.

Schlüsselwörter

DDR-Sozialpolitik, SED, Wohlfahrtsstaat, Systemkonkurrenz, Recht auf Arbeit, Sozialversicherung, Reproduktion, Frauenpolitik, Preissubventionen, Legitimationsdruck, Planwirtschaft, Pfadabhängigkeit, Arbeiterklasse, Zusatzversorgung, Altersrenten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Struktur und der Entwicklung der Sozialpolitik in der DDR und hinterfragt, ob und inwiefern der ostdeutsche Staat als Wohlfahrtsstaat charakterisiert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die fünf Kreise der Sozialpolitik, die Bedeutung der Vollbeschäftigung, die Rolle der Frauen- und Familienpolitik sowie die betriebliche Sozialfürsorge.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht die Besonderheiten und die Dynamik der DDR-Sozialpolitik, insbesondere die Frage, warum Sozialpolitik am Anfang kaum existierte und welche internen sowie externen Determinanten die weitere Entwicklung maßgeblich prägten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Analyse der historischen Entwicklung, unter Einbeziehung von Fachliteratur zur DDR-Sozialpolitik und vergleichenden Perspektiven zur Bundesrepublik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der fünf sozialpolitischen Kreise und die Untersuchung der politischen Determinanten, wie die Abhängigkeit von wirtschaftlichem Wachstum und der fortwährende Zwang zur politischen Legitimation.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Systemkonkurrenz, Pflicht zur Arbeit, soziale Errungenschaften, Legitimationsdruck und die spezifischen Versorgungsbereiche der DDR-Bürger.

Welche Bedeutung hatte das „Recht auf Arbeit“ in der DDR?

Es fungierte als zentrales Fundament des sozialistischen Wohlfahrtsstaates, war jedoch untrennbar mit der „Pflicht zur Arbeit“ verbunden und diente zudem als Mittel zur Disziplinierung und politischen Einbindung.

Wie beeinflusste die Konkurrenz zur BRD die DDR-Sozialpolitik?

Die ständige Konkurrenz und die Abwanderung in den Westen zwangen die SED-Führung dazu, ihre Sozialpolitik als Legitimationsmittel auszubauen, da der ostdeutsche Wohlstand im direkten Vergleich mit der Bundesrepublik oft nicht konkurrenzfähig war.

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Details

Title
Besonderheit und Dynamik der DDR-Sozialpolitik und regimespezifische Determinanten der Sozialpolitik
College
University of Göttingen
Course
DDR – ein Wohlfahrtstaat? Die Sozialpolitik der DDR im deutsch-deutschen Vergleich
Grade
1,7
Author
Tim Christophersen (Author)
Publication Year
2007
Pages
9
Catalog Number
V75999
ISBN (eBook)
9783638740234
Language
German
Tags
Besonderheit Dynamik DDR-Sozialpolitik Determinanten Sozialpolitik Wohlfahrtstaat Sozialpolitik Vergleich vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung Wohlfahrtsstaat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tim Christophersen (Author), 2007, Besonderheit und Dynamik der DDR-Sozialpolitik und regimespezifische Determinanten der Sozialpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75999
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