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Die Politik des europäischen Konzerts von 1815 bis 1870

Die Rahmenbedingungen der internationalen Beziehungen in Europa nach dem Wiener Kongress

Title: Die Politik des europäischen Konzerts von 1815 bis 1870

Term Paper , 2004 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tobias Thiel (Author)

Politics - Topic: History of Inernational Relations
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Die Wirksamkeit des europäischen Konzerts und die Dauer der Wirksamkeit sind in der Forschung heftig diskutiert worden. Dabei ging besonders die historische Forschung davon aus, dass das europäische Konzert seine Wirksamkeit nach 1822 bereits weitgehend eingebüsst hatte. Demgegenüber teilen neuere Ansätze die Auffassung, das europäische Konzert habe seine Wirksamkeit zwar zum Teil eingebüsst, sie aber nicht vollständig verloren. Allgemein wird der Zeitraum von 1815 bis 1856 als die „klassische Zeit“ und die Jahrzehnte danach als die des langsamen Zerfalls des europäischen Konzerts angesehen. Die Wendemarke in den Beziehungen der Großmächte untereinander stellt der Krimkrieg von 1853-56 mitsamt dem Friedensvertrag von Paris aus dem Jahr 1856 dar. In dieser Arbeit soll nun zunächst in einem ersten Schwerpunkt dargestellt werden, wie die Grundsätze des europäischen Konzerts ausgesehen haben. Des Weiteren soll die orientalische Frage, das Kernthema der Außenpolitik des 19. Jahrhunderts, vorgestellt werden.

In einem zweiten Schwerpunkt sollen die Ereignisse um den Krimkrieg und den Friedenskongress von Paris aus dem Jahr 1856 im Zusammenhang mit der Frage betrachtet werden, inwieweit es gerechtfertigt ist, von diesem Zeitraum als einer Wendemarke der internationalen Beziehungen im 19. Jahrhundert zu sprechen. Ist dieser Krieg und der anschließende Frieden ein Indiz für das Funktionieren oder das Scheitern der Politik des europäischen Konzerts gewesen und wie sind die in Punkt II vorgestellten Grundsätze zur Anwendung gebracht worden? Die Jahre 1853 –1856 sollen also im Zentrum dieser Arbeit stehen. Ferner soll es darum gehen strukturelle Gegebenheiten aufzuzeigen und nicht eine ereignisgeschichtliche Abhandlung über das europäische Konzert zu liefern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung und Hinführung zum Thema

I.1. Die Rahmenbedingungen der internationalen Beziehungen in Europa nach dem Wiener Kongress

I.2. Fragestellung und Anlage der Arbeit

II. Gleichgewicht der Kräfte und europäisches Konzert

II.1. Das Gleichgewichtsmodell nach 1815

II.2. Grundsätze und Instrumente des europäischen Konzerts

II.3. Die Akteure

III. Der Kernpunkt der internationalen Beziehungen des 19. Jahrhunderts: die orientalische Frage

III.1. Europa und das Osmanische Reich

III.2. Der erwachende Nationalismus auf dem Balkan

IV. Der Krimkrieg und der Friedenskongress zu Paris 1856

IV. Der Krimkrieg 1853-1856

IV.2. Der Friedenskongress zu Paris – Ergebnis und Bedeutung

V. Fazit- die Jahre 1853 bis 1856 als Wendepunkt in den internationalen Beziehungen im 19. Jahrhundert?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Effektivität und den Wandel des europäischen Konzerts zwischen 1815 und 1870, wobei der Schwerpunkt auf den Jahren 1853 bis 1856 liegt. Es wird analysiert, inwieweit der Krimkrieg als Wendepunkt in den internationalen Beziehungen betrachtet werden kann und wie die Akteure des europäischen Konzerts auf strukturelle Veränderungen wie Industrialisierung und Nationalismus reagierten.

  • Strukturen des europäischen Konzerts und das Gleichgewichtsmodell.
  • Die Bedeutung der orientalischen Frage für die internationale Politik.
  • Analyse des Krimkriegs (1853–1856) als Krisenszenario.
  • Ergebnisse und langfristige Bedeutung des Friedenskongresses zu Paris 1856.
  • Der Wandel der diplomatischen Mittel und Methoden im 19. Jahrhundert.

Auszug aus dem Buch

II.1. Das Gleichgewichtsmodell nach 1815

Das Friedenswerk von Wien stand zur Gänze unter dem Zeichen des Gleichgewichtsgedankens. Metternich selbst hatte „die tägliche Anwendung des Prinzips der Solidarität und des Gleichgewichts in den internationalen Beziehungen“ als die Hauptaufgabe der Diplomatie angesehen. Diese Politik des „balance of power“ war seit dem Frieden von Utrecht von 1713 federführend gewesen. Zu diesem Zeitpunkt war sie jedoch nicht als friedensstiftendes Instrument eingeführt worden, sondern sie diente dem Eigeninteresse jeweiliger Staaten, insbesondere dem der englischen Regierung, die auf diese Weise das Aufkommen einer kontinentalen Hegemonialmacht verhindern wollte. So war das Kräftegleichgewicht des 18. Jahrhundert auch ein anderes als jenes nach dem Wiener Kongress. Es war mechanistisch angelegt, die handelnden Staaten schlossen und brachen weiterhin Verträge nach ihrem Gutdünken. Diese einfache Ausgestaltung des Gleichgewichts erfuhr durch den Wiener Kongress eine tiefgreifende Veränderung. Die Erweiterung des Gleichgewichtsprinzips um eine gesellschaftspolitische Dimension zog weitreichende Veränderungen nach sich. So sollte mit Hilfe eines außenpolitischen Grundsatzes die Festschreibung des gesellschaftlichen Status quo in Europa sichergestellt werden. In diesem Zusammenhang bedeutete Gleichgewichtspolitik zugleich die Überwachung und Aufrechterhaltung der inneren Ruhe in den Staaten (Legitimitätsprinzip) und damit die Unterdrückung liberaler und besonders nationaler Strömungen. Dabei stellte die Durchsetzung sowie Aufrechterhaltung des monarchischen Prinzips die innenpolitische Dimension dar, und nach Außen sollte diese Politik durch die Heilige Allianz verdeutlicht werden. Die theoretische Fundierung dieser Politik findet sich bei Friedrich von Gentz, der für die österreichische Regierung 1814/1815 als Kongresssekretär tätig war.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung und Hinführung zum Thema: Erläutert die Rahmenbedingungen des europäischen Konzerts nach 1815 und skizziert die wissenschaftliche Fragestellung bezüglich der Wirksamkeit dieses Systems.

II. Gleichgewicht der Kräfte und europäisches Konzert: Analysiert das theoretische Modell des Gleichgewichts, die Grundsätze der Zusammenarbeit und die unterschiedlichen Interessen der fünf Großmächte.

III. Der Kernpunkt der internationalen Beziehungen des 19. Jahrhunderts: die orientalische Frage: Untersucht die Rolle des Osmanischen Reiches, den wachsenden Einfluss der europäischen Mächte sowie die Auswirkungen des Nationalismus auf dem Balkan.

IV. Der Krimkrieg und der Friedenskongress zu Paris 1856: Detaillierte Betrachtung der Ursachen, des Verlaufs und der diplomatischen Ergebnisse des Krimkrieges sowie die Bedeutung des Pariser Friedensvertrages.

V. Fazit- die Jahre 1853 bis 1856 als Wendepunkt in den internationalen Beziehungen im 19. Jahrhundert?: Reflektiert den Status des europäischen Konzerts nach 1856 und bewertet den Wandel hin zu einer machtpolitisch orientierten Außenpolitik.

Schlüsselwörter

Europäisches Konzert, Wiener Kongress, Gleichgewicht der Kräfte, Pentarchie, Orientalische Frage, Krimkrieg, Osmanisches Reich, Friedenskongress von Paris, Nationalismus, Diplomatie, Machtpolitik, Balance of Power, Internationale Beziehungen, 19. Jahrhundert, Legitimitätsprinzip.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Funktion des sogenannten „europäischen Konzerts“ im 19. Jahrhundert und dessen Reaktion auf internationale Krisen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Kräftegleichgewicht, die orientalische Frage, der Krimkrieg und die Auswirkungen politischer und gesellschaftlicher Dynamiken auf die Friedensordnung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie führende Politiker auf veränderte Rahmenbedingungen reagierten und ob der Zeitraum 1853–1856 als Zäsur oder Wendepunkt in den internationalen Beziehungen zu werten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur basiert, um strukturelle Gegebenheiten und diplomatische Prozesse zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Grundsätze des europäischen Konzerts, die Akteure, die orientalische Frage sowie die detaillierten diplomatischen und kriegerischen Ereignisse um den Krimkrieg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Maßgebliche Begriffe sind das europäische Konzert, die Pentarchie, Machtpolitik, der Pariser Friede von 1856 und die orientalische Frage.

Wie bewertet der Autor den Krimkrieg im Kontext des europäischen Konzerts?

Der Autor sieht im Krimkrieg eine schwere Belastungsprobe, die zwar Schwächen aufdeckte, das System des europäischen Konzerts als Konfliktverhütungsinstrument jedoch nicht final zerstörte.

Welche Rolle spielt die Donaukommission als Fallbeispiel?

Die Donaukommission wird als Beispiel für einen lebensfähigen Kompromiss angeführt, der weit über die unmittelbaren Friedensverhandlungen hinaus Bestand hatte.

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Details

Title
Die Politik des europäischen Konzerts von 1815 bis 1870
Subtitle
Die Rahmenbedingungen der internationalen Beziehungen in Europa nach dem Wiener Kongress
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Geschichte der internationalen Politik seit 1815
Grade
1,7
Author
Tobias Thiel (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V76070
ISBN (eBook)
9783638804752
Language
German
Tags
Politik Konzerts Geschichte Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Thiel (Author), 2004, Die Politik des europäischen Konzerts von 1815 bis 1870, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76070
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