E-Learning - eine Chance für die Zukunft oder Hype um nichts?


Seminararbeit, 2006

21 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Etymologie
2.1 Definition E-Learning
2.2 Betrachtungsebenen der Implementierung von E-Learning im Lernort Berufliche Schule

3 Wirtschaftspädagogische Nutzungskonzepte und Problemkrei- se
3.1 Idealtypische Nutzungskonzepte
3.2 Wirtschaftspädagogische Problemkreise
3.2.1 Personalentwicklung
3.2.2 Organisationsentwicklung
3.2.3 Unterrichtsentwicklung unter Nutzung neuer Medien

4 Ziele und Methoden zur problembezogenen Umsetzung
4.1 Ziele zur problembezogenen Umsetzung
4.1.1 Förderung von Methodenkompetenz
4.1.2 Förderung von Sozialkompetenz
4.1.3 Förderung von Selbstkompetenz
4.2 Methoden zur problembezogenen Umsetzung
4.2.1 Medienperspektive
4.2.2 Lehr-Lernarrangements-Perspektive
4.2.3 Lehrperspektive

5 Resümee

Literatur

Abbildungsverzeichnis

1 Evolution des Elearnings aus: European Centre for the Development of Vocational Training,

2 Überblick über das E-Learning: Aus Bendel (2003),

Abkürzungsverzeichniss

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Es wird in der breiten Öffentlichkeit mit Ausdauer und Heftigkeit über die Änderung unseres bestehenden Bildungssystem diskutiert. Evaluations- versuche (beispielsweise PISA II, Benchmarking, etc.) zeigen dem bun- desdeutschen Bildungssystem die angeblichen Unzulänglichkeiten auf. Diese Diskussionen werden frei nach dem Motto „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“1 geführt.

Der Siegeszug des Personalcomputers2 und seine uneigeschränkt vielfältigen Einsatzmöglichkeiten haben auch das Interesse der Pädagogik entfacht.3 Die rasante Entwicklung im Bereich des PC´s ermöglicht nicht nur Lernen, wie dieser technische Gegenstand funktioniert, sondern auch Lernen durch diesen technischen Gegenstand. Diese Möglichkeit wird in vielerlei Hinsicht als Lösungsansatz unserer nach PISA II vorhandenen Bildungsmisere bezeichnet.4 Gerade aber im Bereich der beruflichen Bildung hat dieses tiefgreifende Implikationen.

Es ist keineswegs ein neuer Sachverhalt, dass sich gerade Berufliche Schulen als Partner in der dualen Berufsausbildung veränderten Situa- tionen und neuen Herausforderungen stellen müssen. Auf rasche tech- nologische Veränderungen mussten Berufliche Schulen stets durch Ak- tualisierung von Fachinhalten, durch neue Unterrichtsarrangements und veränderte Lehr-/Lernmethoden reagieren und Anpassungsleistungen er- bringen.

Neu ist indes, dass sich in der Überlagerung von Veränderungspro- zessen eine Umbruchsituation zeigt, die weit über inhaltlich-didaktische und unterrichtsmethodische Aktualisierungs- und Veränderungsprozesse im Schulalltag hinausweist. Schlagworte hierfür sind Lernfeldumsetzung, Geschäfts- und Arbeitsprozesse, Arbeitsorientierung, Schule als lernende Organisation, Lernumgebung, Lernkultur, Wissens- und Informationsma-

nagement, Selbstlernkompetenz, Selbststeuerung und auch ,E-Learning‘.5 Während in der Vergangenheit eher ,Drill-and-Practice‘-Anwendungen im Blickpunkt standen, finden sich heute ,E-Learning‘ und ,Blended Learning‘ als Fachbegriffe im Bildungsbereich, die eine innovative, com- putergestützte Lernmethode beschreiben sollen. Diese moderne und zu- kunftsweisende Art der Wissensvermittlung soll in naher Zukunft ge- nauso selbstverständlich sein wie der bisherige Präsenzunterricht.6 7 Die Grundlagen des Lehrens und Lernens durch ,E-Learning‘ und ,Blended Learning‘ müssen dann in didaktisch-methodischer Hinsicht dabei die gleichen wie im herkömmlichen Unterricht sein.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Im Rahmen dieser Arbeit soll ,E-Learning‘ als Ansatz für die Unterstützung und Gestaltung der beruflichen Erstausbildung dargestellt und bewertet werden.

Dazu soll der Begriff des ,E-Learning‘ von mehreren Blickwinkeln be- leuchtet werden und seine spezielle Relevanz für die berufliche Bildung herausgestellt werden. Es sollen Rückschlüsse gezogen werden, wie das Handwerkszeug eines Auszubildenden, denn dieses ist der PC ja heute, auch Einfluss auf seine Bildungsmöglichkeiten haben kann. Dabie ist zu untersuchen, ob der PC nicht nur als Handwerkszeug der Bildung auf- tritt, sondern eine neue, vielleicht gleichwertige Lehrnform darstellt.

1.3 Aufbau der Arbeit

In einem ersten Schritt soll der Begriff des ,E-Learning‘ näher charakte- risiert werden. Danach werden technologische Möglichkeiten (Kapitel 2) aufgezeigt. Im dritten Kapitel sollen wirtschaftspädagogische Problem- kreise des ,E-Learning‘ herausgearbeitet werden, anschließend sollen in Kapitel 4 Erfahrungen und Thesen zur problembezogenen Umsetzungvon E- und Blended-Learning dargestellt und in Kapitel 5 ein Resümee gezogen werden.

2 Etymologie

,E-Learning‘ ist ein Kompositum aus dem Buchstaben „E“, der für das englische Wort „elecronic“ steht. Es ist hier aber nicht der rein phy- sikalische Elektronenfluss gemeint, der Elektronik erzeugt, sondern auf den Gesetzen der Elektronik beruhenden Kommunikations- und Inffor- mationstechniken.8 Der zweite Teil des Kompositums, das „Learning“ist das Lernen.9 Heute wird der Begriff des ,E-Learning‘ als Oberbegriff verwendet unter dem man verschiedene Begriffe wie ,Computer-based Training‘ (CBT), ,Web-based Training‘ (WBT) oder ,Online Learning‘ subsumiert. Der Begriff des ,E-Learnings‘ wird inflationär gebraucht. Die Verwertung auf dem Markt bzw. die gesellschaftliche Akzeptanz wird of- fensichtlich durch diese inflationäre Nutzung gestärkt. Dieses ist auch eine Folge durch die massive Besetzung und Benutzung des Begriffes durch Schulungs- und Beratungsfirmen.

,E-Learning‘ hat in der Europäischen Union mit der Lissabon-Strategie einen herausragenden Stellenwert erhalten, da im März 2000 vom Euro- päischen Rat als Ziel beschlossen wurde, Europa bis zum Jahre 2010 zum dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum in der Welt zu gestal- ten. Zwar ist die Zielsetzung des Lissaboner Frühjahrsgipfels insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen adressiert10, doch kann diese Pro- blematik auf die Ebene der Bildungsinfrastruktur Beruflichen Schulen im Rahmen der beruflichen Erstausbildung herunter gebrochen werden. ,E-Learning‘ könnte dann in den Beruflichen Schulen einen Stellenwert erreichen, wenn dadurch ein schneller und deutlicher pädagogischer Nut- zen verbunden ist, mit dem die Qualität beruflicher Bildung nachhaltig gesichert werden kann.

2.1 Definition E-Learning

,E-Learning’ ist als Begriff Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts im Zuge der Internet-Euphorie aufgekommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Evolution des Elearnings aus: European Centre for the Deve- lopment of Vocational Training, S.16

Abblidung 2 zeigt die Evolution des ,E-Learning‘. Die Abbildung stammt von GAIMSTER und GRAY. Die erste Stufe des Lernens mit ,E-Learning‘ ist demnach die Lernmethode des computerbasierten Lernens, in der man verschiedene zusammengehörende Texte verlinkt (transmitted learning). Als weiteren Entwicklungsschritt ist die Hinzunahme von Graphiken und Bildern erfolgt, allerdings ohne integrieter Lernerfahrung als Ganzes. Der dritte Entwicklungsschritt vollzieht sich als Zusammenspiel visuellen, au- ditiven und textlichem Lernens, wobei der jeweilige Einsatz optimal auf- einander abgestimmt werden muss.11 Die Generierung neuen Wissen geht meist einher mit ,computer mediated communication‘. „. . . particulary within programms of study designed to promote continuing professional development. In a sense, this could be seen as negotiated knowledge.“12

Auf der Grundlage des ,E-Learning-Modells‘ glaubte man, dass das ,E- Learning‘ die Bildungsform des kommenden 21. Jahrhunderts werden könne, die die traditionellen Lehr- und Lernformen ersetze.13 „E-learning refers to the use of information and communications technology (ICT) to enhance and/or support learning in tertiary education. But this co- vers a wide range of systems, from students using e-mail and accessing course work on line while following a course on campus to programmes offered entirely online.“14 Diente der Begriff des ,E-Learnings‘ zunächst primär der Umsetzung rein ökonomischer Zielsetzungen, so ist er heu- te wie in Abschnitt 2 genannt ebenso als ein allgegenwärtiger Begriff - mit allerdings einer großen Begriffsvielfalt - des Bildungsbereiches ge- worden.15 In der Pädagogik wurde das ,E-Learning‘ von manchen als pädagogischer Problemlöser angesehen, andere warnten mit Argumen- ten wie „Ökonomisierung der Pädagogik“, „kommunikative Verarmung“, „Verlust der Erfahrung aus 1. Hand“ und „Informationsüberlastung“.16 Zwar dominiert auch heute noch der reine Begriff des ,E-Learning‘ viele Fachdiskussionen, jedoch spielt heute im Bildungsbereich der Ansatz des „Blended-Learning“ - oft auch als hybrides Lernen oder Lernen im Me- dienverbund bezeichnet - eine entscheidende Rolle. „Blended-Learning“ ist ein spezieller ,E-Learning-Ansatz‘, in dem elektronisch unterstützte Distanzlernphasen mit Präsenzphasen kombiniert werden und sich ge- genseitig sinnvoll ergänzen: Blended-Learning „ist eine Kombination von verschiedenenartigen Methoden und Medien, wobei stets ,E-Learning- Ansätze‘ mit einbezogen werden.“17 Im Rahmen dieser Arbeit soll ,E- Learning‘ den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnolo- gien zur Vermittlung von Wissen kennzeichnen. Diese Definition schließt damit computer- und netzgestützte Lernformen ein. In Abbildung 2 wird ein Überblick über die Zusammensetzung des ,E-Learning‘ gegeben und verdeutlich, warum das ,E-Learning‘ auch als „Blended Learning“ be- zeichnet werden kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Überblick über das E-Learning: Aus Bendel (2003), S.18

2.2 Betrachtungsebenen der Implementierung von E-Learning im Lernort Berufliche Schule

Im Mittelpunkt der Implementierung von ,E-Learning‘ in der Beruflichen Schule18 steht die didaktische Gestaltung. EULER gruppiert im Kernbereich der Didaktik vier Dimensionen19, die im Rahmen von Personal-, Organisations- und Unterrichtsentwicklung zu bedenken sind:

[...]


1 Lichtenberg, zietier nach Bank,V.; Jongebloed,H.-C.; Schreiber, D. (2003)

2 Personalcomputer wird zukünftig als PC bezeichnet

3 Es ist am Pädagogischen Institut der Christian- Albrechts- Universität zu Kiel ein Lehrstuhl für Medienpädagogik und Bildungsinformatik installiert. Dieses zeigt deutlich die Übernahme des PCs in die Bildungsforschung

4 vgl. Fuchs, T. ; Wößmann, L. (2005), S.16

5 Neben E-Learning finden sich im Rahmen der technologischen Entwicklung der letzten Jahre weitere E-Terms wie: E-Commerce, E-Business, E-Government, E- Human-Resources, E-Health etc.

6 Vgl. Meier (2001), S.40

7 Beim Präsentzunterricht treffen sich Lehrender und Lernender am gleichen Ort. Diese Methode ist aber keinesfalls mit klassischen Frontalunttericht, oder anderer Sozialform gleichzusetzen. Es geht hierbei nur am das Zusammentreffen in einem Ort mit der sozialen und kommunikatioven Interaktion.

8 Kommunikations- und Informationstechniken werden zukünftig als KIT abgekürzt

9 Lernen ist Aneignung oder Erwerb von Wissen, Lehre hingegen impliziert Anleitung, Begleitung und Wissensvermittlung.

10 Beer, D. ; Hamburg I.; Paul, H. (2006)

11 European Centre for the Development of Vocational Training (2004), S.15

12 European Centre for the Development of Vocational Training (2004), S. 16

13 Vgl. Beer, D. ; Hamburg I.; Paul, H. (2006), a.a.O.

14 Organisation for Economic Co-operation and Development (2005), S.2

15 Vgl.z.B. Bendel (2003), S.15 ff.

16 Euler (1998)

17 Bendel (2003), S. 17, S. 240

18 Berufliche Schule umfasst in diesem Kontext sowohl den Voll- als auch den Teilzeit- bereich

19 Euler, D.; Seufert,S.; Wilbers, K. (2004)

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
E-Learning - eine Chance für die Zukunft oder Hype um nichts?
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Pädagogisches Institut)
Veranstaltung
„Vor- und Nachbereitung des Schulpraktikums“
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V76140
ISBN (eBook)
9783638798389
Dateigröße
876 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
E-Learning, Chance, Zukunft, Hype, Nachbereitung, Schulpraktikums“
Arbeit zitieren
Björn Mokwinski (Autor), 2006, E-Learning - eine Chance für die Zukunft oder Hype um nichts?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76140

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