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Mitarbeiter minus Mitbestimmung = Die neuen Leistungsanforderungen im Einzelhandel?

Title: Mitarbeiter minus Mitbestimmung = Die neuen Leistungsanforderungen im Einzelhandel?

Term Paper , 2006 , 37 Pages

Autor:in: Demir Cesar (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Ich möchte hierbei nicht direkt auf nötige Konjunkturmaßnahmen in der Einzelhandelsbranche eingehen, sondern anhand der gegenwärtigen Strukturdaten, die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer in diesem dominanten Wirtschaftsbereich des Dienstleistungssektors versuchen darzustellen. Einhergehend mit dieser Aufgabenstellung ist die Frage, ob die betriebliche Mitbestimmung und die tarifvertraglichen Bedingungen im Einzelhandel im erhöhten Maße erodieren.
Die Funktion der verschiedenen Mitbestimmungsinstrumente werden in Kapitel zwei kurz vorgestellt.
In Kapitel drei wird der Einzelhandel der BRD mit seinen verschiedenen internen und auch externen Beeinflussungsfaktoren untersucht. Die daraus resultierenden Ergebnisse sind wichtig bei einer Analyse der Beeinflussungsfaktoren, die auf die betriebliche Mitbestimmung im Einzelhandel wirken.
In Kapitel vier meiner Arbeit werde ich auf die Warenwirtschaftssysteme und den neuen Leistungsanforderungen der Arbeitgeber an den Arbeitnehmer eingehen . Vor allem das Betriebsverfassungsgesetz kollidiert in diesem Punkt oft mit den Vorstellungen des Arbeitgebers, der darauf bedacht ist eine flexible Personalplanung und ein konkurrenzfähiges Controlling auf dem Markt zu realisieren.
In Kapitel fünf werden Praxisbeispiele aus bekannten Unternehmen und ihrer Arbeitsbedingungen im Einzelhandel aufgezeigt. Hier stellt sich die Frage, wie die Gewerkschaft ver.di auf die veränderten strukturellen Bedingungen der Einzelhandelbranche, wie z.B. Teilzeitbeschäftigung und Minijobs, überhaupt reagieren kann, wenn sie die Mitbestimmung und die tarifvertraglichen Regelungen schützen will. Die rückläufigen Mitgliederzahlen machen auch hier eine Untersuchung notwendig, auch wenn dieser Punkt nur einen kleinen Teil dieses Kapitels ausmacht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Grundlagen der Mitbestimmung

2.1 Das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)

2.1.1 Funktion des Betriebsrates

2.1.2 Mitwirkungsrechte des Betriebsrates

2.1.3 Mitbestimmungsrechte des Betriebrates

2.1.4 Die Betriebsvereinbarung

2.1.5 Novellierung des BetrVG aus dem Jahr 2001

2.2 Mitbestimmungsgesetz

2.3 Tarifvertragssystem

2.3.1 Arbeitgeberverbände

2.3.2 Gewerkschaften

2.3.4 Die Rolle des Staates

2.3.5 Tarifvertragsgesetz (TVG)

2.3.5.1 Flächen- und Branchentarifverträge

2.3.5.2 Tarifverhandlungen

2.3.5.3 Arbeitskampfformen

2.4 Entwicklungstendenzen bei der Mitbestimmung

2.4.1 Tarifbindung der Unternehmen

2.4.2 Der tariflose Zustand im Einzelhandel

2.4.3 Differenzierung und Dezentralisierung

3. Der Einzelhandel in der BRD

3.1 Relevante Faktoren in der Entwicklungstendenz des Einzelhandels

3.1.1 Der Wettbewerbskampf im Einzelhandel

3.1.2 Rationalisierungsstrategien im Einzelhandel

3.2 Zusammenfassung

4. Neue Leistungsanforderungen im Einzelhandel

4.1 Die betriebliche und überbetriebliche Organisation von Verkaufsarbeit

4.2 Innovationen in der Betriebslogistik und die einhergehende Probleme für die Beschäftigten

4.3 Die Beziehung zwischen dem Kunden und dem Mitarbeiter

4.4 Die leistungspolitischen Instrumente der Unternehmer

4.5 Das Paradoxon in der Organisation von Verkaufsarbeit

4.6 Ausblick

5. Die Unternehmer und die Gewerkschaft

5.1 Der Schwarz-Konzern

5.2 Aldi und der Rest

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Arbeitsbedingungen im Einzelhandel unter Berücksichtigung des Strukturwandels und analysiert, inwieweit die betriebliche Mitbestimmung und tarifvertragliche Regelungen in diesem Sektor erodieren, angetrieben durch eine aggressive Preispolitik und Rationalisierungsstrategien.

  • Entwicklung und aktueller Status der Mitbestimmung im Einzelhandel
  • Einfluss des Wettbewerbsdrucks auf Arbeitsbedingungen und Personalplanung
  • Rolle von Warenwirtschaftssystemen und Leistungskennziffern
  • Verhältnis zwischen Unternehmen und Gewerkschaften sowie Probleme der gewerkschaftlichen Organisierung

Auszug aus dem Buch

4.1 Die betriebliche und überbetriebliche Organisation von Verkaufsarbeit

Nicht alle Betriebe haben die Möglichkeit autonom innerhalb ihrer eigenen Strukturen zu agieren, vielmehr gilt eine dezentrale Organisationsstruktur in der die Filialen vereinzelte Spielräume für die betriebliche Praxis zugewiesen bekommen. Den Rest erledigt der Markt mit seinen Anforderungen in Form von „Kennziffern oder Kundenbewertungen“. Hierdurch werden indirekte Kontroll- und Steuerungsmechanismen geschaffen, die dazu beitragen dass die Belegschaft im “Sinne“ des Unternehmens handelt. Die “Obrigkeit“ in der dezentralen Organisationshierarchie übernimmt nun eher die Funktion eines Supervisors und kontrolliert auf dezentraler Ebene durch Cost- und Profticenter die Einhaltung der Vorgaben. Somit sind die Leistungsnormen nicht verbindlich geregelt, wie z.B. in der Industrie durch vorgegebene Stückzahlen, sondern die Zielvorgaben werden durch die Renditevorgaben des Unternehmens im Wechselspiel mit den Marktanforderungen bestimmt. „Als Leistung gilt, was vom Markt als solche anerkannt bzw. gefordert wird.“

Unterstützt wird die Leistungskontrolle durch komplexe Datenverarbeitungssysteme, die in Zeiten der neuen Kommunikationstechnologie so ausgereift sind, daß auf einem breit gestreuten Filialnetz ein stetiger Abgleich von Umsatzkennziffern von Abteilung zu Abteilung möglich ist. Diese Leistungskennziffern sind dann letztendlich das „Druckmittel“ des Managements gegenüber dem Arbeitnehmer.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Rezession im Einzelhandel, der Rationalisierungsstrategien und der Fragestellung nach der Erosion der Mitbestimmung.

2. Die Grundlagen der Mitbestimmung: Einführung in die rechtlichen Rahmenbedingungen der Mitbestimmung, das Betriebsverfassungsgesetz und das Tarifvertragssystem.

3. Der Einzelhandel in der BRD: Analyse externer und interner Einflussfaktoren auf den Einzelhandel, einschließlich Wettbewerbsdruck und Rationalisierungsstrategien.

4. Neue Leistungsanforderungen im Einzelhandel: Untersuchung der leistungspolitischen Praxis, der Rolle von Warenwirtschaftssystemen und der Paradoxien in der Organisation von Verkaufsarbeit.

5. Die Unternehmer und die Gewerkschaft: Analyse der Praxis in Großunternehmen wie dem Schwarz-Konzern (Lidl) und Aldi sowie die Position der Gewerkschaft.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Teufelskreises zwischen Preisdruck, Personalabbau und erodierender Mitbestimmung.

Schlüsselwörter

Einzelhandel, Mitbestimmung, Betriebsverfassungsgesetz, Tarifvertrag, Rationalisierung, Warenwirtschaftssysteme, Dienstleistungssektor, Arbeitsbedingungen, Gewerkschaft, ver.di, Preisdruck, Leistungsanforderungen, Personalplanung, Unternehmensführung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Arbeitsbedingungen im deutschen Einzelhandel und der Frage, wie diese durch ökonomischen Druck und unternehmerische Strategien beeinflusst werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Mitbestimmungsstrukturen, tarifliche Rahmenbedingungen, Rationalisierungsmaßnahmen sowie die Rolle großer Handelskonzerne.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und inwieweit die betriebliche Mitbestimmung und tarifvertragliche Standards durch den aggressiven Wettbewerb im Einzelhandel erodieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Sekundärliteratur, Zeitungsberichten, Onlinedokumenten von Verbänden und Gewerkschaften sowie empirischen Studien zur Arbeitswelt im Einzelhandel.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Grundlagen der Mitbestimmung, die Strukturdaten des Einzelhandels, neue Leistungsanforderungen an das Personal sowie Praxisbeispiele aus großen Einzelhandelsunternehmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Einzelhandel, Mitbestimmung, Tarifvertrag, Rationalisierung, Warenwirtschaftssysteme und Arbeitsbedingungen.

Wie gehen große Handelskonzerne mit Betriebsratswahlen um?

Beispiele wie Lidl oder Aldi zeigen, dass durch gezielte Unternehmenspolitik oder Druck auf Filialleiter Betriebsratswahlen häufig erschwert oder verhindert werden.

Welche Rolle spielen Warenwirtschaftssysteme für die Arbeitnehmer?

Diese Systeme ermöglichen zwar Effizienzsteigerungen, führen aber oft zur Kompetenzbeschneidung der Angestellten und zu einer Erhöhung des Arbeitsdrucks durch strikte Zielvorgaben.

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Details

Title
Mitarbeiter minus Mitbestimmung = Die neuen Leistungsanforderungen im Einzelhandel?
College
University of Hannover  (Institut für Soziologie und Sozialpsychologie)
Course
Strukturwandel der Wirtschaft von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft?
Author
Demir Cesar (Author)
Publication Year
2006
Pages
37
Catalog Number
V76152
ISBN (eBook)
9783638867399
ISBN (Book)
9783638867481
Language
German
Tags
Mitarbeiter Mitbestimmung Leistungsanforderungen Einzelhandel Strukturwandel Wirtschaft Industrie- Dienstleistungsgesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Demir Cesar (Author), 2006, Mitarbeiter minus Mitbestimmung = Die neuen Leistungsanforderungen im Einzelhandel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76152
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