Was sind Bürgerstiftungen, woher kommen sie, welche gesellschaftlichen Funktionen übernehmen sie und was machen Bürgerstiftungen eigentlich?
Um diese und noch andere Fragen zu klären, werde ich, nach einem kurzen theoretischen Exkurs zur Philanthropie und zur Zivilgesellschaft, zunächst auf die schon früh im 19. Jahrhundert entstandenen Community Foundations in Nordamerika eingehen und auf die Ausbreitung der Community Foundations von den USA unter anderem nach Europa.
Ich werde klären, was eine Bürgerstiftung von anderen Stiftungen, aber auch von Bürgervereinen und Initiativen unterscheidet. Später werde ich insbesondere auf die Entwicklung in Deutschland zu sprechen kommen. Schließlich werde ich anhand der Bürgerstiftung Dresden die praktische Arbeit einer Bürgerstiftung exemplarisch darstellen und einige Aspekte der Organisation von Bürgerstiftungen in Deutschland kritisch beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Motivlagen des Stiftens und Handlungssphäre
2.1 Die Tradition des Stiftens – Pietismus und Philanthropie
2.2 Zivilgesellschaft und Dritter Sektor
3 Geschichte
3.1 USA und Kanada
3.2 Internationale Entwicklung
4 Was ist eine Bürgerstiftung?
4.1 Kriterien einer Bürgerstiftung
4.2 unterschied zu anderen Assoziationen des Dritten Sektors
5 Bürgerstiftungen in Deutschland
5.1 Entwicklung
5.2 Die Bürgerstiftung Dresden
5.2.1 Gründung und Stiftungskapital
5.2.2 Organisation
5.2.3 Ziele und Stiftungszweck
5.2.4 Erste Aktion
5.2.5 Ehrenamtspass und Würdigungskonzept
5.2.6 Weitere Projekte
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, das Modell der Bürgerstiftung als zivilgesellschaftliches Instrument im deutschen Kontext zu untersuchen. Die Forschungsfrage widmet sich der Definition und historischen Einordnung von Bürgerstiftungen sowie der Analyse ihrer spezifischen Rolle, gesellschaftlichen Funktionen und Arbeitsweise anhand des Fallbeispiels der Bürgerstiftung Dresden.
- Historische Herleitung und philantropische Traditionen des Stiftens
- Abgrenzung der Bürgerstiftung gegenüber anderen Organisationen des Dritten Sektors
- Entwicklung und Status quo von Bürgerstiftungen in Deutschland
- Strukturelle Analyse der Bürgerstiftung Dresden (Organisation und Projekte)
- Kritische Reflexion der Rolle und Zukunftschancen von Bürgerstiftungen
Auszug aus dem Buch
4.1 Kriterien einer Bürgerstiftung
Auf der 56. Jahrestagung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen Im Mai 2000 entwickelte und verabschiedete der Arbeitskreis Bürgerstiftungen 10 Merkmale einer Bürgerstiftung, welche der Qualitätssicherung dienen sollten:
1) Gemeinnützigkeit: Eine Bürgerstiftung will das Gemeinwesen stärken und versteht sich als Element einer selbstbestimmten Bürgergesellschaft. Eine Bürgerstiftung ist immer gemeinnützig.
2) Stiftergemeinschaft: in der Regel wird eine Bürgerstiftung von mehreren Stiftern (Privatpersonen, Institutionen) gemeinsam errichtet.
3) Unabhängigkeit: Eine Bürgerstiftung ist wirtschaftlich und politisch unabhängig. Sie ist auch nicht konfessionell und parteipolitisch gebunden oder beeinflussbar.
4) Geographische Ausrichtung: Das Aktionsgebiet einer Bürgerstiftung ist geographisch auf eine bestimmte Region beschränkt.
5) Stiftungskapital: Das Stiftungskapital wird kontinuierlich aufgebaut. Dabei gibt eine Bürgerstiftung Bürgern die Möglichkeit einer Zustiftung, sammelt Projektspenden und kann Unterstiftungen und Fonds einrichten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die zunehmende Relevanz von Bürgerstiftungen seit den 1990er Jahren in Deutschland und stellt die methodische Herangehensweise der Arbeit vor.
2 Motivlagen des Stiftens und Handlungssphäre: Dieses Kapitel verortet das Stiften historisch im Pietismus und der Philanthropie und bettet das Konzept in den theoretischen Rahmen von Zivilgesellschaft und Drittem Sektor ein.
3 Geschichte: Der historische Überblick zeichnet die Entwicklung der ersten Community Foundations in Nordamerika sowie deren internationale Ausbreitung nach.
4 Was ist eine Bürgerstiftung?: Hier erfolgt die begriffliche Definition durch zehn definierte Qualitätsmerkmale sowie die klare Abgrenzung der Bürgerstiftung gegenüber anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren.
5 Bürgerstiftungen in Deutschland: Dieses Hauptkapitel analysiert die quantitative Entwicklung der Stiftungen in Deutschland und dient als detaillierte Fallstudie zur Organisation, Zielsetzung und operativen Praxis der Bürgerstiftung Dresden.
6 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel reflektiert kritisch die Rolle der Bürgerstiftungen im heutigen Gesellschaftsgefüge, insbesondere vor dem Hintergrund der Professionalisierung und der Abgrenzung gegenüber dem öffentlichen Sektor.
Schlüsselwörter
Bürgerstiftung, Zivilgesellschaft, Dritter Sektor, Philanthropie, Gemeinnützigkeit, Bürgerstiftung Dresden, Stiftungszweck, Ehrenamt, Partizipation, Transparenz, Community Foundation, Stiftungskapital, Förderung, Gemeinwesen, Netzwerkbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem Konzept der Bürgerstiftung, ihrer Entstehung, Definition sowie ihrer spezifischen Bedeutung und Ausgestaltung innerhalb der deutschen Zivilgesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Stiftens, die theoretische Verortung im "Dritten Sektor", die Qualitätsmerkmale einer Bürgerstiftung sowie deren praktische Umsetzung und Projektarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Modell der Bürgerstiftung zu durchleuchten, um zu verstehen, welche Funktionen diese Institutionen in der modernen Gesellschaft übernehmen und wie sie sich von anderen Akteuren unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Da wissenschaftliche Publikationen zu diesem Thema rar sind, stützt sich die Autorin auf eine Analyse von Primärquellen der Stiftungen, Internetrecherches sowie den Vergleich mit themennaher Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung (Geschichte und Definition) sowie eine vertiefende Fallstudie zur Bürgerstiftung Dresden, inklusive ihrer Organisation und konkreten Projekte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Bürgerstiftung", "Zivilgesellschaft", "Philanthropie", "Gemeinnützigkeit" und das Fallbeispiel der "Bürgerstiftung Dresden" geprägt.
Was unterscheidet eine Bürgerstiftung von anderen NPOs?
Eine Bürgerstiftung ist durch eine klare geographische Ausrichtung, die Einwerbung von Stiftungskapital (Ewigkeitsperspektive) und ein breites, gemeinnütziges Spektrum gekennzeichnet, das aktiv Bürger in Entscheidungsprozesse einbindet.
Warum wird die Bürgerstiftung Dresden als Fallbeispiel angeführt?
Die Bürgerstiftung Dresden dient als Exempel für die praktische Umsetzung einer Bürgerstiftung in Deutschland, insbesondere hinsichtlich ihrer professionellen Struktur, ihres "Pro Ehrenamt"-Projekts und ihrer Auszeichnung mit dem Gütesiegel.
- Quote paper
- Edda Laux (Author), 2006, Das Konzept Bürgerstiftung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76177