Aus der Einleitung:
Standardisierte Methoden zählen zu den quantitativen Methoden der empirischen Sozialforschung. Sie sollen im Gegensatz zu nicht oder sehr wenig standardisierten Methoden, welche zu den qualitativen Methoden der empirischen Sozialforschung gezählt werden, den Grad der Objektivität erhöhen. Sie erheben den Anspruch, zum Beispiel an das standardisierte Interview, dass höchstmögliche Objektivität, damit Reliabilität und schließlich auch Validität erreicht werden soll. Wobei hier „den Kriterien der Objektivität und Reliabilität wohl stärker Rechnung“ getragen wird.
Mit den Möglichkeiten und Grenzen der Standardisierung von Methoden werde ich mich in der vorliegenden Hausarbeit näher beschäftigen.
Im Folgenden wird diese anhand einer Auswahl standardisierter Datenerhebungsformen, der Befragung und der Beobachtung, erläutert.
Zu Beginn steht die Vorstellung und anschließenden Diskussion von drei möglichen, beziehungsweise häufig verwendeten Formen der standardisierten Befragung. Anschließen werde ich die kritische Betrachtung der standardisierten Beobachtung.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 DIE SCHRIFTLICHE BEFRAGUNG
1.2 DIE FACE – TO – FACE BEFRAGUNG
1.3 DIE TELEFONBEFRAGUNG
1.4 KRITISCHE BETRACHTUNG VON MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN STANDARDISIERTER BEFRAGUNG
2 FORMEN DER SOZIALWISSENSCHAFTLICHEN BEOBACHTUNG
2.1 DIE STRUKTURIERTE BEOBACHTUNG
2.2 KRITISCHE BETRACHTUNG VON MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER STANDARDISIERTEN BEOBACHTUNG
3 FAZIT
4 Anhang: Quellennachweis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale sowie die methodischen Limitationen standardisierter Datenerhebungsverfahren in der empirischen Sozialforschung. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit quantitativ orientierte Methoden wie Befragungen und Beobachtungen zur wissenschaftlichen Objektivität beitragen können und wo ihre Grenzen liegen.
- Grundlagen und Anwendungsbereiche standardisierter Befragungsformen
- Vergleich zwischen schriftlicher, persönlicher und telefonischer Befragung
- Systematik und Validität der strukturierten Beobachtung
- Kritische Analyse von Fehlerquellen bei quantitativen Methoden
- Diskussion über den Nutzen eines Methodenmixes
Auszug aus dem Buch
1.2 DIE FACE – TO – FACE BEFRAGUNG
Bei der persönlichen Befragung ist die Form, der dyadischen Interviewsituation mit einem Interviewer und einer Zielperson, die in keiner persönlichen Beziehung zueinander stehen am häufigsten. Kritisiert wird nicht selten, dass es sich bei dieser Datenerhebungstechnik um ein hochgradig reaktives Verfahren handelt. Drei Faktoren können die Antwortreaktion stark beeinflussen. Die Interviewsituation, das Interviewerverhalten und die Konstruktion des Fragebogens, also des Messinstruments. Ziel ist es, bei einer persönlichen Befragung (wie auch bei allen anderen Formen der Befragung) Antworten zu erhalten, die unabhängig von dem Interviewer, der Interviewsituation und der Auswertung des Fragebogens ist. Das ist der, bereits weiter oben angesprochene, Objektivitätsanspruch. Nun lässt sich die Objektivität aus bekannten Gründen nicht immer erfüllen. Um diese aber weitestgehend erreichen zu können, gibt es bestimmte Kriterien, auf welche bei der persönlichen Befragung geachtet werden sollte.
Zunächst sollte der Interviewer eine möglichst neutrale Position einnehmen. Das heißt, er sollte weder enthusiastisch zustimmen noch auf die Antworten des Befragten mit Ablehnung reagieren. Er sollte sich also freundlich, etwas distanziert und unaufdringlich verhalten und sich soweit das möglich ist zurücknehmen. Diese Forderung an den Interviewer wird auch als Neutralitätspostulat bezeichnet. Wobei die „Forderung nach Neutralität (...) mithin nur relativ sein“ kann. Mit Interviewereinfluss ist also bei der persönlichen Befragung immer zu rechnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Es werden die theoretischen Grundlagen quantitativer Methoden der empirischen Sozialforschung dargelegt, insbesondere der Anspruch auf Objektivität, Reliabilität und Validität.
1.1 DIE SCHRIFTLICHE BEFRAGUNG: Das Kapitel behandelt die Herausforderungen bei Rücklaufquoten und die spezifischen Vor- und Nachteile der postalischen Befragung.
1.2 DIE FACE – TO – FACE BEFRAGUNG: Es wird die dyadische Interviewsituation analysiert, wobei besonders auf das Neutralitätspostulat des Interviewers eingegangen wird.
1.3 DIE TELEFONBEFRAGUNG: Die zunehmende Bedeutung computergestützter Telefoninterviews (CATI) und deren Effizienzvorteile werden erläutert.
1.4 KRITISCHE BETRACHTUNG VON MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN STANDARDISIERTER BEFRAGUNG: Hier werden Fehlerquellen wie soziale Erwünschtheit und die Notwendigkeit von Vorwissen kritisch reflektiert.
2 FORMEN DER SOZIALWISSENSCHAFTLICHEN BEOBACHTUNG: Das Kapitel führt in die verschiedenen Beobachtungsformen ein, unterteilt nach Standardisierungsgrad und Beobachtungssituation.
2.1 DIE STRUKTURIERTE BEOBACHTUNG: Die Systematisierung durch Kategoriensysteme zur Erhöhung der Vergleichbarkeit von Daten steht hier im Mittelpunkt.
2.2 KRITISCHE BETRACHTUNG VON MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER STANDARDISIERTEN BEOBACHTUNG: Es wird diskutiert, wie subjektive Wahrnehmung die Ergebnisse beeinflussen kann und welche Rolle Kreuzvalidierung spielt.
3 FAZIT: Abschließend wird der Nutzen eines Methodenmixes betont, da quantitative und qualitative Ansätze sich bei der Erfassung komplexer sozialer Zusammenhänge ergänzen können.
Schlüsselwörter
Empirische Sozialforschung, Standardisierte Befragung, Standardisierte Beobachtung, Objektivität, Reliabilität, Validität, Interviewereinfluss, Rücklaufquote, CATI, Strukturierte Beobachtung, Methodenmix, Quantitative Methoden, Qualitative Methoden, Datenerhebung, Sozialwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die Anwendung, Potenziale und Grenzen von standardisierten Befragungs- und Beobachtungsmethoden innerhalb der empirischen Sozialforschung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Vergleich verschiedener Befragungstypen, dem Grad der Standardisierung sowie der kritischen Auseinandersetzung mit Fehlerquellen bei der Datenerhebung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Messinstrumente gestaltet sein müssen, um trotz der Schwierigkeiten bei der Erreichung absoluter Objektivität bestmögliche wissenschaftliche Ergebnisse zu erzielen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis soziologischer Standardwerke (z. B. Diekmann, Schnell et al.) verschiedene methodische Ansätze miteinander vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Befragungstechniken (schriftlich, face-to-face, telefonisch) sowie der Beobachtungstechniken und analysiert jeweils deren kritische Aspekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Trias aus Objektivität, Reliabilität und Validität, sowie die Begriffe Methodenmix und standardisierte Datenerhebung.
Warum schneiden schriftliche Befragungen oft schlechter ab als andere Formen?
Aufgrund der oftmals hohen Ausfallquoten und der fehlenden Möglichkeit zur Klärung von Verständnisfragen durch den Interviewer.
Welche Rolle spielt die computerunterstützte Telefonbefragung heute?
Sie gilt aufgrund ihrer Kosteneffizienz und der schnellen Datenverfügbarkeit als eine der gängigsten und effizientesten Methoden in der modernen Sozialforschung.
Wann ist eine Kombination aus Beobachtung und Befragung sinnvoll?
Wenn das von Befragten beschriebene Verhalten von ihrem tatsächlichen Handeln abweicht, ermöglicht ein Methodenmix eine Kreuzvalidierung der gewonnenen Daten.
- Quote paper
- Edda Laux (Author), 2002, Möglichkeiten und Grenzen standardisierter Befragung und standardisierter Beobachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76178