Die Erweiterung der Europäischen Union (EU) ist schon seit längerem eins der wichtigsten Themen des heutigen Europas. In der letzten Zeit hat sich seine Wichtigkeit und seine Aktualität infolge der Abstimmungen auf dem Gipfeltreffen in Helsinki (12/1999), welche zwischen den führenden Mitgliedstaaten der EU getroffen wurden, erhöht. Während kaum jemand die politische Auswirkung der Erweiterung in Frage stellen würde, sind die ökonomischen Konsequenzen heutzutage Gegenstand vieler Diskussionen. Als Beitrag zu dieser Diskussion habe ich versucht, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Erweiterung zusammenzufassen.
In meiner Arbeit habe ich die ausländischen Direktinvestitionen (ADI) in der Tschechischen Republik (CR) und deren Einfluss auf die tschechische (tsch.) Wirtschaft analysiert sowie anschließend die Auswirkungen des EU-Beitritts abgeleitet. Ich habe mich auf die Analyse potentieller Auswirkungen auf die Entwicklung unternehmerischer Tätigkeit in Mittelosteuropa und vor allem in Tschechien (CZ) konzentriert.
Bei der Ausarbeitung dieser Arbeit stützte ich mich zum großen Teil auf tschechischbezogene Literaturquellen, sowohl aus dem Internet als auch aus wissenschaftlichen Beiträgen. Speziell beim Internet muss aus Datensicherheitsgründen auf die Zuverlässigkeit und Validität der Informationen hingewiesen werden.
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Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 TSCHECHISCHER MARKT „VOR DEM EU-BEITRITT“
2.1 CHARAKTERISTIKA
2.2 INVESTITIONSKLIMA
2.3 INVESTITIONSMÖGLICHKEITEN IN DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK
2.4 INVESTITIONSFÖRDERUNG
3 EU
3.1 GESCHICHTE DER EU SEIT 1987
3.2 GRUNDSÄTZE, AUFBAU UND STRUKTUR
3.3 DER STAND DES BEITRITTSPROZESSES MIT TSCHECHIEN
4 DIREKTINVESTITIONEN
4.1 BEGRIFF UND ABGRENZUNG
4.2 DIREKTINVESTITIONEN IN TSCHECHIEN UND DEREN BEDEUTUNG
4.3 AUSWIRKUNGEN DER DIREKTINVESTITIONEN AUF DIE TSCHECHISCHE WIRTSCHAFT
5 AUSWIRKUNGEN DES EU-BEITRITTS
5.1 AUSWIRKUNGEN AUF DIE WIRTSCHAFT IN MITTELOSTEUROPA
5.2 VORTEILE FÜR MITTELOSTEUROPA
5.3 AUSWIRKUNGEN AUF TSCHECHIEN
5.4 AUSWIRKUNGEN AUF DIE INVESTITIONSFLÜSSE
5.5 BRANCHENSPEZIFISCHE AUSWIRKUNGEN IN MITTELOSTEUROPA UND TSCHECHIEN
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen ausländischer Direktinvestitionen (ADI) auf die wirtschaftliche Entwicklung Tschechiens unter besonderer Berücksichtigung des bevorstehenden EU-Beitritts, um Potenziale für unternehmerisches Engagement in Mittelosteuropa zu identifizieren.
- Analyse der Rahmenbedingungen und Standortfaktoren des tschechischen Marktes.
- Untersuchung der Bedeutung und Dynamik ausländischer Direktinvestitionen in Tschechien.
- Evaluierung der Auswirkungen des EU-Beitritts auf Investitionsströme und Wirtschaftssektoren.
- Diskussion der Motive für das Engagement ausländischer (insbesondere deutscher) Unternehmen.
- Bewertung der Wettbewerbsfähigkeit lokaler Unternehmen im Zuge der EU-Integration.
Auszug aus dem Buch
4.2 Direktinvestitionen in Tschechien und deren Bedeutung
Wie man aus der obigen Grafik sieht, ist das Volumen der ADI in der ČR in den letzten Jahren deutlich angestiegen. CZ zog i. Vrgl. zu den Nachbarländern den höchsten Umfang der DI pro Kopf an und die Jahre 1999 und 2000 wiesen das höchste Wachstumstempo auf. Die Gründe waren neben der Einführung der Investitionsanreize im Jahr 1998 auch das hohe Ausbildungsniveau, die Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastruktur, die vorhandene Zulieferbasis und nicht zuletzt die Aufnahme von lange aufgeschobenen Privatisierungsprojekten (vgl. Jahn 2001).
Von den insgesamt 2.873,3 Mio. US$ Investitionskapital (1990-2000) hielten die Deutschen 35,7%. Sie lagen vor den Niederländern (24,4%) und weit vor den Amerikanern (8,1%). Betrachtet man die Jahre 1999 und 2000 separat, dann erkennt man einen Rückgang der dt. Investitionslust. Im Jahr 1999 erreichte das dt. Engagement nur einen Anteil von 20,6% (zum Vergleich: Niederlande 17,9%, USA 9,2%) und lag damit knapp hinter Belgien (21,8%) an der zweiten Stelle. Im Jahr 2000 war Deutschland (Dtland.) mit 22% wieder der bedeutendste Investor in CZ, jedoch knapp gefolgt von den Niederlanden (21,8%) und Österreich (20,4%) (vgl. Tschechische Nationalbank, 2001; www.czechinvest.org/ci/ 2001h).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der EU-Erweiterung und deren wirtschaftliche Relevanz, insbesondere hinsichtlich ausländischer Direktinvestitionen in der Tschechischen Republik.
2 TSCHECHISCHER MARKT „VOR DEM EU-BEITRITT“: Analyse der sozioökonomischen Charakteristika, des Investitionsklimas sowie der spezifischen Förderprogramme für ausländische Investoren vor dem Beitritt.
3 EU: Darstellung der historischen Entwicklung der Europäischen Union, ihrer Grundsätze und Strukturen sowie des konkreten Status der Beitrittsverhandlungen mit Tschechien.
4 DIREKTINVESTITIONEN: Definition und Abgrenzung von Direktinvestitionen sowie Analyse der Motive, der Bedeutung und der Auswirkungen auf die tschechische Wirtschaft.
5 AUSWIRKUNGEN DES EU-BEITRITTS: Untersuchung der wirtschaftlichen Konsequenzen der EU-Erweiterung auf Mittelosteuropa, Tschechien, Investitionsströme und spezifische Industriesektoren.
6 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklung der Direktinvestitionen und der zu erwartenden langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen des EU-Beitritts auf die Tschechische Republik.
Schlüsselwörter
Europäische Union, EU-Beitritt, Ausländische Direktinvestitionen, Tschechien, Mittelosteuropa, Wirtschaftstransformation, Investitionsförderung, Privatisierung, Standortvorteile, Automobilindustrie, Außenhandel, Marktentwicklung, Direktinvestitionsstrom, Wettbewerbsfähigkeit, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wirtschaftlichen Folgen der EU-Erweiterung für die Tschechische Republik unter besonderer Berücksichtigung der Rolle ausländischer Direktinvestitionen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Investitionsklima in Tschechien, die Bedeutung der EU-Strukturen, die Dynamik von Direktinvestitionen sowie die branchenspezifischen Auswirkungen des EU-Beitritts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die ökonomischen Auswirkungen der EU-Erweiterung auf Tschechien abzuleiten und die Entwicklungsmöglichkeiten für unternehmerische Tätigkeiten in der Region zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine auf tschechischsprachigen Literaturquellen, wissenschaftlichen Beiträgen und Internet-Daten basierende Analyse der wirtschaftlichen Zusammenhänge.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Ausgangslage in Tschechien, die Mechanismen der EU, die Theorie und Praxis von Direktinvestitionen sowie eine detaillierte Auswirkungsanalyse des Beitritts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind EU-Erweiterung, Direktinvestitionen, Tschechien, Mittelosteuropa, Standortfaktoren und wirtschaftliche Transformation.
Wie haben sich die ausländischen Investitionen in Tschechien in den 90er Jahren entwickelt?
Nach einem langsamen Start stiegen die Investitionen signifikant an, insbesondere durch Privatisierungen und die Einführung staatlicher Investitionsanreize ab 1998.
Welche Rolle spielen deutsche Investoren in Tschechien?
Deutsche Investoren gehören zu den bedeutendsten Akteuren in Tschechien; sie nutzen das Land sowohl als Absatzmarkt als auch als Sprungbrett für den osteuropäischen Markt und profitieren von niedrigen Produktionskosten bei hoher geografischer Nähe.
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- Petra Sedlackova (Author), 2002, Auswirkungen des EU-Beitritts auf die Investitionstätigkeit ausländischer Unternehmen in Tschechien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7618