Zwar haben Menschen zu allen Zeiten Hand an sich gelegt, doch wird das Thema der Selbsttötung, sowohl historisch als auch kulturell-religiös, von der Verurteilung über Akzeptanz, bis hin zur Huldigung der Suizidenten, unterschiedlich behandelt. Trotz wissenschaftlicher Auseinandersetzung der unterschiedlichsten Disziplinen mit dem Thema, bleibt Selbstmord, unter dem Aspekt, dass die Gesetze der Natur und der Gesellschaft das Leben bejahen und das Weiterleben fordern und sich somit eine solche Handlung jeglicher Logik der Natur widersetzt, ein ewiges Rätsel.
Im ersten Teil findet die theoretische Herleitung des Themas statt, wobei sich die Ausführungen auf Durkheims Selbstmordtheorie stützen.
Im zweiten Teil wird der gesellschaftliche Umgang mit Suizid beschrieben. Dabei wird ein historischer Rückblick vorgenommen, sowie bestehende religiöse Ansichten vorgestellt.
Nach Klärung der Beweggründe für eine suizidale Tat, wird das Umfeld der Suizidenten, unter der Fragestellung der Auswirkungen auf ihr weiteres Leben, wobei insbesondere die Auswirkunken des Suizids von nahestehenden Personen, wie Partner oder Kind, hervorgehoben werden, beleuchtet.
Ferner wird die gewählte Suizidmethode auf ihre Auswirkungen für die Gesellschaft, über das unmittelbare Umfeld hinaus, auf die sogenannten außenstehenden Beobachter, wie Ärzte, Polizisten, Psychologen und Bestatter, die beruflich mit dem Thema Selbsttötung in Kontakt treten, untersucht.
Dabei lautet die leitende Fragestellung: Liegen die Gründe für Suizid in der individuellen Veranlagung des Menschen, sind sie als ein Entschluss in einer bestimmten Lebenssituation zu sehen, oder liegen die Ursachen für Selbsttötung vielmehr in sozialen Kräften einer Gesellschaft?
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Theoretischer Hintergrund
1.1. Begriffsdefinition
1.2. Individueller und kollektiver Selbstmord
1.3. Selbstmordtheorie nach Durkheim
1.4. Selbstmordtypen nach Durkheim
1.4.1. Egoistischer Selbstmord
1.4.2. Altruistischer Selbstmord
1.4.3. Anomischer Selbstmord
2. Gesellschaftlicher Umgang mit dem Thema Suizid
2.1. Historischer Rückblick des gesellschaftlichen Umgangs mit Suizid
2.2. Einstellungen der Kirche und Religion zum Suizid
2.3. Suizid und der Suizident – Wer bringt sich um?
2.3.1. Direktes Umfeld des Suizidenten – die Hinterbliebenen
2.3.2. Suizid eines Kindes und seine Auswirkungen
2.3.3. Suizid eines Partners und seine Auswirkungen
2.3.4. Gesellschaft und die gewählte Suizidmethode
2.3.5. Außenstehende Beobachter
3. Zusammenfassung und Schlussbetrachtungen
4. Literatur- und Quellenverzeichnis
5. Anhang
5.1. 15 Wünsche eines Trauernden
5.2. Anzahl der Gestorbenen (Todesursachenstatistik)
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Suizid aus soziologischer Perspektive, wobei der Fokus nicht auf den individuellen Beweggründen liegt, sondern auf dem Zusammenhang zwischen der Tat und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, ob die Ursachen für Selbsttötung primär in der individuellen Veranlagung oder in sozialen Kräften einer Gesellschaft verortet sind.
- Soziologische Analyse der Selbstmordtheorie nach Émile Durkheim
- Historische Betrachtung des gesellschaftlichen Umgangs mit dem Suizid
- Einfluss religiöser Einstellungen auf die Bewertung der Selbsttötung
- Auswirkungen des Suizids auf Hinterbliebene und soziale Umfelder
- Statistische Auswertung von Suizidmethoden und Gefährdungsgruppen
Auszug aus dem Buch
0. Einleitung
Der Tod hat viele Gesichter. Neben dem natürlichen Tod gibt es noch weitere Formen des Sterbens. Katastrophen, Unfälle und Kriege kommen in Form des unnatürlichen Todes unerwartet vor. Der Suizid ist eine dieser unnatürlichen Todesarten.
Zu allen Zeiten haben Menschen Hand an sich gelegt. Das Thema wird von den verschiedenen Kulturen unterschiedlich behandelt. Die meisten sehen im Selbstmord jedoch etwas Verdächtiges, Verwerfliches. Die großen Weltreligionen verurteilen den Selbstmord. Sie argumentieren mit der Aussage, dass sich der Mensch das Leben nicht selbst gegeben hat und somit sich dieses auch nicht selbst nehmen darf. Nur wenige sehen im Freitod eine Handlung, die Respekt verdient. Die Gründe hierfür sind ebenso unterschiedlich und teilweise sogar historisch verankert.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Suizids als unnatürliche Todesart ein und umreißt den gesellschaftlichen Umgang sowie die soziologische Fragestellung der Arbeit.
1. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert den Suizidbegriff und erläutert die Selbstmordtheorie sowie die verschiedenen Suizidtypen nach Émile Durkheim.
2. Gesellschaftlicher Umgang mit dem Thema Suizid: Hier wird der historische und religiöse Wandel im Umgang mit der Selbsttötung beleuchtet und die Auswirkungen auf Hinterbliebene sowie die Rolle außenstehender Beobachter analysiert.
3. Zusammenfassung und Schlussbetrachtungen: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei die Abhängigkeit individueller Entscheidungen von sozialen Integrationsfaktoren hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Suizid, Selbsttötung, Émile Durkheim, Soziologie, Gesellschaft, Freitod, Hinterbliebene, Religion, Suizidmethode, Integrationsgrad, Anomie, Egoistischer Selbstmord, Altruistischer Selbstmord, Statistik, Todesursachen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem Phänomen des Suizids unter dem spezifischen Aspekt des gesellschaftlichen Umgangs mit der Selbsttötung aus einer soziologischen Perspektive.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der soziologischen Theoriebildung nach Durkheim, der historischen und religiösen Bewertung des Suizids sowie den Auswirkungen auf Hinterbliebene und der statistischen Analyse der Suizidmethoden.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, ob die Ursachen für einen Suizid eher in der individuellen Veranlagung des Menschen liegen oder ob sie durch soziale Kräfte einer Gesellschaft determiniert werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse soziologischer Theorien, insbesondere der von Émile Durkheim, ergänzt durch die Auswertung statistischer Daten des Statistischen Bundesamtes.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird zunächst die Theorie Durkheims erarbeitet. Danach erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem historischen Umgang, religiösen Vorstellungen und den Auswirkungen auf betroffene Individuen und soziale Gruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Suizid, Gesellschaft, Durkheim, Integration, Anomie, Religion, Hinterbliebene und soziale Sanktionen.
Warum ist laut Autor der Suizid von Kindern und Jugendlichen besonders schwer zu verstehen?
Die Autorin hebt hervor, dass Jugendliche oft keine expliziten Anzeichen liefern und dass ihre Verhaltensweisen, wie Schulschwänzen oder Mutproben, von Eltern und Lehrern nur schwer als suizidale Hilferufe erkannt werden können.
Welche Rolle spielt die gewählte Suizidmethode in der Arbeit?
Die Methode wird nicht nur statistisch ausgewertet, sondern auch als Ausdruck einer Wechselwirkung zwischen dem seelischen Zustand des Suizidenten und seiner gesellschaftlichen Umgebung sowie als belastender Faktor für die Hinterbliebenen betrachtet.
Welche Bedeutung haben die "15 Wünsche eines Trauernden" im Anhang?
Dieser Abschnitt dient dazu, konkrete Bedürfnisse und Erwartungen von Hinterbliebenen zu formulieren, um Außenstehenden zu verdeutlichen, wie ein unterstützender und empathischer Umgang nach einem Suizid aussehen kann.
- Quote paper
- Anna Eckert (Author), 2002, Suizid - Gesellschaftlicher Umgang mit Selbsttötung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76294