Der Untersuchungsgegenstand:
Der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist die konventionelle u. die unkonventionelle politische Partizipation von Studierenden, aufgezeigt am Beispiel der PolitikstudentInnen in Tübingen, mittels einer Befragung dieser Studierenden (160 Befragte).
Eine Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes über Partizipation in der BRD ist diesem Untersuchungsgegenstand vorangestellt.
In einem zweiten Schritt wird dann gefragt: „Was wissen wir eigentlich über das politische Interesse, die politischen Einstellungen und das Partizipationsverhalten von Studierenden?“
Zudem wird ein Prozessmodell für politische Partizipation vorgestellt.
Als wichtigster Gegenstand der Untersuchung spielen dann das politische Interesse, die politischen Einstellungen und schließlich das Wissen u. das Verhalten im Bereich der Partizipation der befragten Tübinger StudentInnen für das Forschungsinteresse die zentrale Rolle.
Diese exemplarische Darstellung und Auseinandersetzung mit dem Partizipationsverhalten der Tübinger Studierenden soll letztlich auch dem Erkenntnisziel dienen, wichtige Determinanten für politische Partizipation anhand eines „Praxistests“ herauszustellen.
Fragestellung und Erkenntnisziel:
Das Erkenntnisziel meiner Arbeit richtet sich dabei besonders auf die Wahrnehmung von Partizipationsmöglichkeiten, die politischen Einstellungen, sowie das Ausmaß der tatsächlichen politischen Partizipation von Tübinger PolitikstudentInnen.
Das wichtigste Erkenntnisziel der Studie ist also die Darstellung eines Partizipationsprofils Tübinger PolitikstudentInnen.
Das zweite Erkenntnisziel dieser Forschungsarbeit ist es, mögliche Faktoren zu finden, die dabei helfen können das Partizipationsverhalten der Tübinger Politikstudierenden zu erklären.
Daran schließt sich das dritte Erkenntnisziel meiner Arbeit an, nämlich die Frage nach den Motiven und Hinderungsgründen für bzw. gegen Partizipation.
Hauptfragen:
1.) „Wie gestaltet sich die Wahrnehmung von Partizipationsmöglichkeiten und die tatsächliche Partizipation von Tübinger Politikstudierenden?“
2.) „Welche Faktoren beeinflussen das Partizipationsverhalten der Tübinger PoltitkstudentInnen am meisten und welche spielen eine untergeordnete Rolle?“
3.) „Welche Motive und Motivationen gibt es für – und was für Hinderungsgründe gibt es gegen eine politische Partizipation bei den Tübinger PolitikstudentInnen?“
Mit umfangreicher Literaturliste.
Gliederung der Arbeit
1. Einleitung
1.1. Rückblick
1.2. Der Untersuchungsgegenstand
1.3. Fragestellung und Erkenntnisziel
1.4. Vorgehen und Methode
2. Theoretische und begriffliche Grundlagen
2.1. Definition von Partizipation
2.2. Politische Sozialisation (Definition)
2.3. Analytische Dimensionen politischer Partizipation
2.4. Reale Formen von Partizipation
2.5. Allgemeine Grundlagen der Partizipationsforschung: Retrospektive
2.6. Das Prozessmodell politischer Partizipation
2.7. Das Modell politischer Partizipation an Hochschulen
2.8. Synthese: Das Modell politischer Partizipation Studierender
2.9. Fragebogenkonstruktion
3. Politische Partizipation und soziales Engagement in der BRD
3.1. Politisches Interesse
3.2. Informationsquellen
3.3. Politische Einstellungen
3.3.1. Demokratiezufriedenheit
3.3.2. Institutionenvertrauen
3.3.3. Beteiligungschancen
3.4. Konventionelle Partizipation: Wahlteilnahmen
3.4.1. Direkte Beteiligung: Plebiszite
3.4.2. Direkte Beteiligung: Politische Ämter
3.5. Unkonventionelle Partizipation
3.6. Freiwilliges soziales Engagement in Vereinen und Bürgergruppen
3.7. Die Bedeutung der finanziellen Situation
3.8. Zusammenfassung
4. Partizipation junger Erwachsener und Studierender: Thesenbildung
4.1. Das Alter der Befragten als Untersuchungsvariable
4.2. Stand der Forschung
4.3. Jugendstudien
4.4. Wertewandel
4.5. Parteipräferenzen
4.6. Politische Einstellungen auf der Links-Recht-Skala
4.7. Politisches Interesse
4.8. Politische Partizipation
4.9. Soziale Bindungen
5. Deskriptive Darstellung der Umfrageergebnisse
5.1. Teil 1: Politische Einstellungen und politisches Interesse
5.1.1. Politisches Interesse
5.1.2. Themeninteressen
5.1.3. Links-Rechts-Einstufung
5.1.4. Zuweisung von Verantwortung
5.1.5. Bewertung der Beteiligungsmöglichkeiten und –Chancen
5.2. Teil 2: Gesellschaftliche und politische Beteiligung
5.2.1. Wahlteilnahmen
5.2.2. Parteipräferenzen
5.2.3. Sonntagsfrage
5.2.4. Gründe für Wahlenthaltung
5.2.5. Aktive Mitgliedschaften
5.2.6. Politisches und soziales Engagement
5.2.7. Demokratieverständnis
5.2.8. Kenntnis und Teilnahmen im universitätsnahen Bereich
5.3. Teil 3: Persönlicher und sozialer Hintergrund
5.3.1. Geschlecht, Alter und Staatsangehörigkeit
5.3.2. Angestrebter Abschluss
5.3.3. Semesterzahl
5.3.4. Bildungsniveau der Eltern
5.3.5. Überwiegende Wohnstätte
5.3.6. Finanzielle Lage
5.3.7. Verfügbare Freizeit
5.3.8. Arbeitspensum neben dem Studium
5.3.9. Ausmaß des Engagements in Studien- und Herkunftsort
5.4. Teil 4: Informationsquellen und Einflüsse
5.4.1. Parteipräferenzen der Eltern
5.4.2. Informationsquellen
5.4.3. Gruppen mit ähnlichen politischen Ansichten
5.5. Teil 5: Motive für politische Teilnahme
5.5.1. Gründe für Partizipation
5.5.2. Hinderungsgründe gegen Partizipation
5.5.3. Einfluss des Studiums auf Partizipation
5.6. Zusammenfassung der Umfrageergebnisse
6. Schlusskapitel
6.1. Vergleich der Kapitel 3 und 5: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
6.2. Vergleich der Kapitel 4 und 5: Antworten auf Fragen und Thesen
6.3. Zusammenhänge zwischen Variablen: Exemplarische Korrelationen
6.4. Schlusswort und Unterschiede zwischen Geschlechtern
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Partizipationsverhalten von Politikstudierenden in Tübingen, um die Faktoren zu identifizieren, die politische Teilhabe fördern oder hemmen, und ein spezifisches Partizipationsprofil dieser Gruppe zu erstellen.
- Analyse von politischem Interesse und Einstellungen von Studierenden.
- Untersuchung des Einflusses von Bildungsniveau und sozialer Herkunft auf politisches Engagement.
- Vergleich von konventionellen und unkonventionellen Partizipationsformen.
- Erforschung der Bedeutung des universitären Umfelds und sozialer Netzwerke für die politische Sozialisation.
- Überprüfung von Thesen zum Wertewandel und zur Parteipräferenz der heutigen Studentengeneration.
Auszug aus dem Buch
1.3 Fragestellung und Erkenntnisziel
Stellt man das Forschungsthema dieser Arbeit in Bezug zu demokratietheoretischen Überlegungen, geht es insgesamt gesehen um Möglichkeiten und Grenzen von Partizipation und bürgerschaftliches Engagement als Zukunftschance für die Demokratie und deren Legitimation (Vergleiche Weidenfeld 1996). Zu diesem hohen Anspruch der Politischen Kulturforschung möchte ich mit meinem Beitrag zur Partizipationsforschung exemplarische Erkenntnisse einbringen.
Demokratie legitimiert sich v. a. durch eine funktionsfähige Partizipationskultur. Diese ist als Hauptpfeiler der Demokratie unabdingbar. Denn sonst könnte die Demokratie in längerfristiger Perspektive den Gefahren einer Politischen Kultur des allgemeinen Protestes und der Radikalisierung einerseits bzw. der Resignation, Apathie und Gleichgültigkeit andererseits, unterliegen (Vergleiche Ackermann 1999, 2004; Patzelt 1998). Dem vorzubeugen könnten die Literaturanalyse zum Thema Partizipation und die Ergebnisse der eigenen empirisch- exemplarisch Untersuchung aufschlussreiche Impulse geben. Vor allem wenn man folgende wichtige Überlegung in die Anlage der Untersuchung mit einbezieht:
„Was fördert Partizipation und was hemmt Partizipation?“
Das Erkenntnisziel meiner Arbeit richtet sich dabei besonders auf die Wahrnehmung von Partizipationsmöglichkeiten, die politischen Einstellungen, sowie das Ausmaß der tatsächlichen politischen Partizipation von Tübinger PolitikstudentInnen. Denn gerade im hochschulpolitischen Bereich ist es für die Demokratie besonders förderlich, die Erfüllung oben genannter normativer Forderungen zu unterstützen, da in den Universitäten die Keimzelle der zukünftigen Funktionseliten der Gesellschaft liegt. Auch von dieser eher normativen Seite her betrachtet, könnte das Fallbeispiel der Tübinger Politikstudierenden interessant sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema politische Partizipation von Studierenden und Darlegung der zentralen Fragestellung sowie des methodischen Vorgehens.
2. Theoretische und begriffliche Grundlagen: Theoretische Einordnung politischer Partizipation, Erläuterung des Prozessmodells und Entwicklung des Modells für Studierende.
3. Politische Partizipation und soziales Engagement in der BRD: Aufarbeitung des Forschungsstandes zur Partizipation in Deutschland als Vergleichsbasis für die eigene empirische Erhebung.
4. Partizipation junger Erwachsener und Studierender: Thesenbildung: Entwicklung von Hypothesen zu politischem Interesse, Einstellungen und Partizipationsmustern basierend auf der Literaturrecherche.
5. Deskriptive Darstellung der Umfrageergebnisse: Detaillierte Auswertung und deskriptive Analyse der quantitativen Daten der Studierendenbefragung in Tübingen.
6. Schlusskapitel: Zusammenführender Vergleich der Umfrageergebnisse mit dem theoretischen Stand sowie Beantwortung der Forschungsfragen und Thesen.
Schlüsselwörter
Politische Partizipation, Studierende, Politikwissenschaft, Wahlverhalten, Demokratiezufriedenheit, Prozessmodell, unkonventionelle Partizipation, politisches Interesse, Wertewandel, soziales Engagement, Umfrageergebnisse, Tübingen, Einflussfaktoren, politische Sozialisation, politisches Engagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Partizipationsverhalten von Politikstudierenden in Tübingen und analysiert, welche Faktoren ihre politische Teilhabe beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen politisches Interesse, konventionelle und unkonventionelle Partizipation, soziale Netzwerke und deren Einfluss sowie die Auswirkungen des Studiums auf das politische Engagement.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die Erstellung eines Partizipationsprofils der Tübinger Politikstudierenden und die Klärung, welche Motive und Hinderungsgründe für oder gegen eine politische Beteiligung sprechen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine empirische Untersuchung, die eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung mit einer standardisierten Befragung von ca. 160 Politikstudierenden kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Aufarbeitung des Forschungsstandes in der BRD, die Thesenbildung sowie eine ausführliche deskriptive Analyse der Umfragedaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Politische Partizipation, Studierende, Wahlverhalten, politisches Interesse, Wertewandel und soziales Engagement.
Welche Rolle spielen soziale Bindungen für die Studierenden?
Soziale Bindungen, insbesondere der Freundeskreis, haben einen maßgeblichen Einfluss auf die politische Meinungsbildung der Studierenden und sind oft wichtiger als das Elternhaus.
Wie unterscheidet sich das Partizipationsverhalten der Studierenden vom Bundesdurchschnitt?
Die Studie zeigt, dass Studierende in Tübingen eine deutlich höhere Wahlbeteiligung aufweisen, jedoch im Bereich unkonventioneller Partizipationsformen (außer Demonstrationen) geringere Werte als die Gesamtbevölkerung zeigen.
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- Mag. Dominic Vaas (Author), 2006, Partizipation von Studierenden: Das Beispiel der Tübinger PolitikstudentInnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76480