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Das Domkapitel in Rechtsgeschichte und Gegenwart

Title: Das Domkapitel in Rechtsgeschichte und Gegenwart

Seminar Paper , 2004 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dip.-Theol. Michael Bollesen (Author)

Theology - Miscellaneous
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Gerade in den letzten Jahren wurden in Deutschland Bischofsstühle vakant und mußten neu besetzt werden. Ein gewisses Mitspracherecht bei der Besetzung der Bischofssitze haben in Deutschland aufgrund geltender Staatskirchenverträge (Konkordate) die an den Bischofskirchen ansässigen Domkapitel.
Doch ist dies nicht die einzige Aufgabe dieser alten Institution. Die Mitglieder der Domkapitel werden heute vielfach als Mitglieder bzw. Bereichsleiter in den diözesanen Verwaltungen eingesetzt. Darüber hinaus können sie vom Bischof zu weiteren Aufgaben herangezogen werden.
Da sich mit den Ämtern, die die Mitglieder der Kapitel innehaben, ein großer Einfluß und vielfältige Aufgaben verbinden, scheint es sinnvoll, sich in dieser Arbeit näher mit dem Rechtsinstitut zu beschäftigen.

Dazu soll in einem ersten Teil die Geschichte der Domkapitel skizziert werden. Eine Skizze, weil der hier erfaßte Zeitraum nahezu anderthalb Jahrtausende umfaßt. Die Darstellung erfolgt in drei Teilen. Zunächst wird die Entwicklung von sich an den Bischofskirchen ansiedelnden Klerikergemeinschaften bis zum voll entwickelten und nach der Säkularisation neu errichteten Domkapitel beschrieben. Darauf folgt eine Schilderung der stark verrechtlichten Situation der Klerikergemeinschaften zur Zeit des CIC/1917. Da es für die Erörterung des geltenden Rechts wichtig ist, muß auch auf die Diskussion über das Domkapitel vor, während und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und die dort eingeleiteten Änderungen sowie den Priesterrat als eigentliches Nachfolgeorgan eingegangen werden.

Schließlich folgt im zweiten Hauptteil die Darstellung des geltenden Rechts. Hierbei wird auf das Statutenwesen, auf Ämter und Gruppen innerhalb und um die Kapitel eingegan-gen, jedoch nicht auf die mit den Kathedralkapiteln angesprochenen Kollegiatskapitel sowie auf die Rechtslage außerhalb Deutschlands.
An diese Darstellung schließt sich ein Exkurs über das einzige im allgemeinen Recht genannte Amt neben dem des Vorstehers, den „Bußkanoniker“ an. Die Arbeit endet mit einer Schlußbetrachtung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Kurze Geschichte der Domkapitel

1.1 Von den Anfängen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts

2. Das Domkapitel im CIC von 1917

2.1 Das Domkapitel vor, während und nach dem II. Vatikanischen Konzil

2.2 Das Domkapitel im CIC/1983

2.3 Aufgaben

2.4 Mitglieder der Kapitel und andere Personengruppen, Ämter und Ämtervergabe

2.5 Ein spezielles Amt: Der Bußkanoniker – paenitentiarius canonicus

2.6 Trennung von Kapitel- und Pfarrkirche

3. Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die aktuelle kirchenrechtliche Situation des Domkapitels in Deutschland, um dessen Funktionen und Bedeutung in der modernen Diözesanverwaltung sowie sein Verhältnis zum Bischof zu analysieren.

  • Rechtsgeschichtliche Entwicklung der Domkapitel vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert
  • Analyse der Rolle und Aufgaben des Domkapitels unter den Bestimmungen des CIC/1917 und CIC/1983
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen Domkapitel, Bischof und Priesterrat
  • Die spezifische Rolle und Bedeutung des Amts des Bußkanonikers
  • Rechtliche Einordnung der Trennung von Kapitel- und Pfarrkirche

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Domkapitel vor, während und nach dem II. Vatikanischen Konzil

Die Bewertung des Domkapitels rund um das Zweite Vatikanum ist ambivalent. Diesen Eindruck vermittelt zumindest der siebte Abschnitt „Entwicklung zwischen 1917 und 1983“ der Dissertation von Eva JÜSTEN.

Zu Beginn der Auseinandersetzung ist aus dem nichtdeutschsprachigen Lager eine ablehnende Haltung festzustellen: „Die Kapitel seien mehr oder weniger unfähig, ihre Mitglieder oft unbrauchbare Männer, jedenfalls längst nicht immer die besten Priester des Bistums und der Bischof würde durch die Bindung an den Rat des Kapitels Gefangener derer, die eigentlich seine nächsten Helfer sein müßten.“

Trotz dieser schlechten Meinung scheint sich schließlich eine Mehrheit dafür gefunden zu haben, daß es weiterhin ein Organ geben soll, das „Rat und Senat des Bischofs“ ist. Im „Dekret über Dienst und Leben der Priester“ ist in Artikel 7 zu lesen: “Eos libenter audiant, immo consulant et cum eis colloquantur de iis quae ad necessitates operis pastoralis et ad bonum dioecesis spectant. Ut vero id ad effectum deducatur, habeatur, modo hodiernis adiunctis ac necessitatibus accommodato, forma ac normis iure determinandis, coetus seu senatus sacerdotum, Presbyterium repraesentantium, qui Episcopum in regimine dioeceseos suis consiliis efficaciter adiuvare possit.”

Wie an diesem Abschnitt ersichtlich ist, waren die Konzilsväter sich nicht einig, ob ein neu gestaltetes Domkapitel, ein Priesterrat oder ein anders zu benennendes Gremium den Rat des Bischofs bilden soll. Einig war man sich jedoch darin, daß das zukünftige Organ an die bestehenden Umstände angepaßt werden sollte, womit man die Vorwürfe, die im Vorfeld des Konzils über die Domkapitel laut geworden waren, aufgriff.

Zusammenfassung der Kapitel

Kurze Geschichte der Domkapitel: Dieses Kapitel skizziert die rechtliche Entwicklung der Domkapitel von den frühen Klerikergemeinschaften an Bischofskirchen bis hin zum Übergang in das kanonische Recht des 20. Jahrhunderts.

Das Domkapitel im CIC von 1917: Hier wird der Status des Domkapitels als „senatus et consilium“ des Bischofs unter dem CIC/1917 erläutert, wobei insbesondere die verschiedenen Beratungs- und Zustimmungsrechte beleuchtet werden.

Das Domkapitel vor, während und nach dem II. Vatikanischen Konzil: Dieses Kapitel analysiert die ambivalente Haltung gegenüber den Domkapiteln während des Konzils und die daraus resultierende Neuordnung, insbesondere die Einführung des Priesterrates.

Das Domkapitel im CIC/1983: Es wird dargestellt, wie der aktuelle Codex die Rolle der Domkapitel durch eine reduzierte Anzahl an Canones und eine verstärkte Selbstverwaltung durch eigene Statuten neu definiert.

Aufgaben: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Funktionen der Kapitel, unter anderem bei der Bischofswahl, bei Diözesansynoden und als Konsultorenkollegium.

Mitglieder der Kapitel und andere Personengruppen, Ämter und Ämtervergabe: Hier werden die verschiedenen Formen der Mitgliedschaft, wie Dignitäre und nichtresidierende Domkapitulare, sowie die Verfahren der Ämtervergabe beschrieben.

Ein spezielles Amt: Der Bußkanoniker – paenitentiarius canonicus: Eine detaillierte Untersuchung dieses besonderen Amtes, seiner rechtlichen Grundlage im CIC/1983 und seiner Bedeutung für das sakramentale Leben.

Trennung von Kapitel- und Pfarrkirche: Dieses Kapitel erläutert die Vereinfachung des Verhältnisses zwischen Pfarrei und Domkapitel durch den CIC/1983, die eine organisatorische Trennung dieser Bereiche vorsieht.

Schlußbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung des ambivalenten Status des Domkapitels in der Gegenwart, zwischen Traditionserhalt und der notwendigen Anpassung an moderne diözesane Verwaltungsstrukturen.

Schlüsselwörter

Domkapitel, Kirchenrecht, CIC/1983, Bischof, Diözese, Bußkanoniker, Statuten, Priesterrat, Konsultorenkollegium, Bischofswahl, nichtresidierende Domkapitulare, Rechtsgeschichte, Seelsorge, sakramentale Vollmacht, Verwaltung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die kirchenrechtliche Stellung, die historische Entwicklung und die aktuellen Aufgabenbereiche des Domkapitels in der katholischen Kirche, mit einem besonderen Fokus auf die Rechtslage in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die rechtlichen Veränderungen von der Zeit des CIC/1917 bis zum heutigen CIC/1983, die Rolle der Kapitel bei der Diözesanverwaltung, die Bischofswahl sowie spezifische Ämter innerhalb der Kapitel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Funktionsweise des Domkapitels als rechtliches Instrument zu analysieren, seine Ambivalenz zwischen liturgischer Tradition und moderner Verwaltungsaufgabe aufzuzeigen und die Auswirkungen der kirchenrechtlichen Reformen zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine kirchenrechtliche Analyse, die unter Heranziehung des Codex Iuris Canonici (CIC), der Staatskirchenverträge (Konkordate), der Statuten der Domkapitel sowie einschlägiger rechtswissenschaftlicher Fachliteratur durchgeführt wird.

Welche Inhalte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine detaillierte Analyse der Bestimmungen im CIC/1917 und 1983, eine Untersuchung der Aufgaben und Mitgliederstruktur sowie eine spezielle Auseinandersetzung mit dem Amt des Bußkanonikers und der Trennung von Pfarrei und Kapitel.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wesentliche Begriffe sind Domkapitel, CIC/1983, Kirchenrecht, Diözesanverwaltung, Bußkanoniker, Bischofswahl und Statutenwesen.

Welche Bedeutung hat das Amt des Bußkanonikers in der heutigen Zeit?

Obwohl das Amt rechtlich als „Senat und Rat“ des Bischofs an Bedeutung verloren hat und als eher marginales Phänomen gilt, wird in der Arbeit betont, dass es gerade angesichts sinkender Beichtzahlen eine wichtige pastorale Aufgabe darstellen könnte, die durch Beicht-Katechese neu belebt werden könnte.

Wie hat sich das Verhältnis von Pfarrei und Domkapitel durch den CIC/1983 verändert?

Durch den neuen Codex wurde das zuvor diffizile Verhältnis vereinfacht; Pfarreien dürfen nun nicht mehr Teil eines Kanonikerkapitels sein, und bereits bestehende Vereinigungen müssen durch den Diözesanbischof getrennt werden.

Welchen Stellenwert hat die Wahl des Bischofs durch das Domkapitel?

Die Arbeit bewertet die Möglichkeit der Bischofswahl durch das Domkapitel positiv, da sie innerhalb der römisch-katholischen Kirche eine seltene Ausnahme darstellt, wenngleich sie oft auf eine Auswahl aus einer Liste beschränkt ist.

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Details

Title
Das Domkapitel in Rechtsgeschichte und Gegenwart
College
University of Freiburg  (AB Kirchenrecht und Kirchliche Rechtsgeschichte)
Course
Die Teilkirche und ihre Leitung
Grade
1,0
Author
Dip.-Theol. Michael Bollesen (Author)
Publication Year
2004
Pages
34
Catalog Number
V76492
ISBN (eBook)
9783638800976
ISBN (Book)
9783638928991
Language
German
Tags
Domkapitel Rechtsgeschichte Gegenwart Teilkirche Leitung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dip.-Theol. Michael Bollesen (Author), 2004, Das Domkapitel in Rechtsgeschichte und Gegenwart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76492
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