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Chilia etê: Motiv- und traditionskritische Untersuchung zu Offb 20,1-10

Title: Chilia etê: Motiv- und traditionskritische Untersuchung zu Offb 20,1-10

Seminar Paper , 2003 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dip.-Theol. Michael Bollesen (Author)

Theology - Biblical Theology
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In konservativ-evangelikalen Kreisen der USA, die einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf die dortige Politik haben, herrscht eine apokalyptische Endzeiterwartung, u. a. genährt von der Romanreihe Left behind. So etwa läßt sich der jüngst erschienene Artikel „Apokalyptik statt Politik“ des Freiburger Theologen Joachim Valentin zusammenfassen.

Dieses Beispiel zeigt, daß die Wirkungsgeschichte der Apokalyptik bis heute nicht abgeschlossen ist. In dieser Arbeit wird ein Teilbereich des großen Gebiets der Apokalyptik, der Chiliasmus bearbeitet. Auch dessen Wirkungsgeschichte ist bedeutsam.

Doch nicht die Darlegung der Rezeptionsgeschichte steht hier im Vordergrund. Vielmehr werde ich die Motivgeschichte und die Motivzusammenhänge der Zeitraumangabe chilia etê (tausend Jahre) in Offb 20,1-10 schwerpunktmäßig darlegen. Dieses Motiv zieht sich wie ein roter Faden durch die Perikope und ist verbunden mit dem Gedanken an ein tausendjähriges Reich Christi und der treuen Christen vor dem Äonenwechsel auf der Erde.

Um sich dem Motiv zu nähern, ist zunächst zu fragen, wie der Textabschnitt aufgebaut ist. Wo und wie ist er mit seinem Kontext, also dem ihn umgebenden Text der Offenbarung verbunden?
Danach ist das Motiv in der Perikope zu betrachten. Die Herkunft des geprägten Begriffs wird soweit möglich erläutert werden. Woher kommt das Motiv? Findet sich eine solche Vorstellung in den Schriften des Alten Testaments, des Frühjudentums oder in nichtjüdischen Schriften? Falls es einen gibt, müssen die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Schriften aufgedeckt werden.
Schließlich ist zu erörtern, welche Funktion das Motiv speziell in diesem Text hat. Dazu verwende ich kritisch verschiedene Kommentare.
Diese Hausarbeit ist also eine kontextbasierte Analyse über die Perikope Offb 20,1-10, bei der die jeweiligen Vorkommen der Zeitraumangabe chilia etê je nach ihrer Stellung betrachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Text und Übersetzung

2 Kontextanalyse

2.1 Äußere Abgrenzung

2.2 Standort im Kontext

2.3 Strukturanalyse

3 Motivanalyse

3.1 Die tausendjährige Fesselung des Drachen VV 1-3

3.2 Der Mittelteil VV 4-6: Das tausendjährige Reich

3.3 Abschluß der Rahmenhandlung VV 7-10: Der letzte Kampf mit dem Drachen und dessen Vernichtung

4 Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Motivgeschichte und die inhaltlichen Zusammenhänge der Zeitraumangabe „tausend Jahre“ (chília étē) in Offenbarung 20,1-10. Das primäre Ziel ist es, die Funktion dieses Motivs innerhalb der Perikope zu erörtern und zu klären, ob es sich um eine irdische oder himmlische Realität handelt und welche eschatologische Bedeutung dem tausendjährigen Reich beigemessen wird.

  • Motiv- und traditionskritische Analyse von Offb 20,1-10
  • Untersuchung der Herkunft und Bedeutung des Motivs „tausend Jahre“
  • Kontextuelle Einordnung der Vision im Gesamtzusammenhang der Offenbarung
  • Abgrenzung zwischen biblischen und außerbiblischen Einflüssen
  • Kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Auslegungstraditionen (Chiliasmus)

Auszug aus dem Buch

3.1 Die tausendjährige Fesselung des Drachen VV 1-3

Erstmalig tritt das Motiv der tausend Jahre im Zusammenhang mit der Fesselung des Drachens, des Gegners Christi und der jungen Kirche, in V 2 auf.

Über die eigentliche Fesselung gibt der judenchristliche Seher Johannes kaum Informationen. Es gibt verschiedene Vermutungen, warum der Drache so leicht festzusetzen ist. So geht KREMER davon aus, daß es sich um eine „nicht ohne Gewaltanwendung erfolg[te] Fesselung“ gehandelt haben wird. Eine Begründung für seine Vermutung gibt er nicht an. Sie ist höchstens darin zu sehen, daß der Drache der Widersacher Christi und der Kirche ist, und daß er sich nach menschlicher Vorstellung wehren muß.

GIESEN vertritt die Deutung, daß die Bekanntheit des Namens des Drachens (V 2) Grund für dessen leichte Überwindbarkeit ist, denn „nach altorientalischer Auffassung ist er durch die Kenntnis seines Namens grundsätzlich schon überwunden.“ Diese Annahme klingt plausibel, nimmt man an, der Seher und sein Adressatenkreis hätten eine entsprechende Welt- und Wirklichkeitssicht vertreten. Dies ist hier nicht im einzelnen nachzuprüfen. Nach der Schilderung des Johannes hat es dem ausgesandten Engel, der wohl der Engel Michael ist, keine Mühe bereitet, den Drachen zu bändigen. Es ist möglich, daß Johannes hier einfach keine weiteren Details nennen wollte oder konnte, bzw. daß es für ihn nicht weiter wichtig war. Wichtig ist, daß der Engel Gottes die Macht hatte, den Drachen gefangenzunehmen. Dies kann man als göttlichen Machterweis deuten, da der Engel von Gott aus dem Himmel kam.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Darstellung der apokalyptischen Endzeiterwartung und Definition des Forschungsschwerpunkts auf die Motivgeschichte der „tausend Jahre“ in Offb 20,1-10.

1 Text und Übersetzung: Wiedergabe des griechischen Urtextes von Offb 20,1-10 mit einer parallelen deutschen Übersetzung als Arbeitsgrundlage.

2 Kontextanalyse: Untersuchung des Mikro- und Makrokontextes der Perikope sowie Erarbeitung einer strukturellen Gliederung des Textabschnitts.

3 Motivanalyse: Detaillierte Untersuchung des Motivs „tausend Jahre“ durch Analyse seiner Herkunft, seines Umfeldes und der verschiedenen Vorstellungen eines messianischen Zwischenreiches.

4 Schlußbetrachtung: Zusammenfassende Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich der Aussageabsicht des Autors und der Bedeutung des Textes für die Standhaftigkeit der Christen.

Schlüsselwörter

Offenbarung des Johannes, Offb 20,1-10, tausend Jahre, Chiliasmus, Fesselung des Drachen, erste Auferstehung, Apokalyptik, endzeitliche Erwartung, Motivanalyse, Motivgeschichte, messianisches Zwischenreich, Gog und Magog, Paradies, Endgericht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der exegetischen Untersuchung des Abschnitts Offenbarung 20,1-10 und der darin zentralen Zeitangabe von tausend Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Motivgeschichte, die traditionskritische Einordnung der apokalyptischen Bilder sowie die Frage nach dem Ort und der Dauer des tausendjährigen Reiches.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Funktion des Motivs „tausend Jahre“ in der Perikope zu klären und zu verstehen, warum Johannes dieses spezifische Symbol für seine Botschaft an die Gemeinde gewählt hat.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt eine kontextbasierte, motiv- und traditionskritische Exegese, die den Text mit vergleichbaren frühjüdischen und alttestamentlichen Schriften in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Kontextanalyse, eine detaillierte Motivanalyse der drei Abschnitte der Perikope (Fesselung, tausendjähriges Reich, letzter Kampf) und die Einordnung in den eschatologischen Hintergrund.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Chiliasmus, erste Auferstehung, Endzeit, Motivanalyse und Apokalyptik.

Wie bewertet der Autor die Rolle des „tausendjährigen Reiches“ im Vergleich zur kirchlichen Lehre?

Der Autor stellt fest, dass das Reich als irdische Belohnung der Treuen gedeutet wird, betont jedoch, dass die katholische Kirche den Chiliasmus offiziell als nicht sicher lehrbar eingestuft hat.

Welchen Bezug stellt der Autor zwischen dem Text und dem antiken Judentum her?

Die Arbeit zeigt auf, dass Johannes Motive aus dem Alten Testament und der frühjüdischen Apokalyptik (wie das Weltwochenschema) aufnimmt und für seine christliche Botschaft transformiert.

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Details

Title
Chilia etê: Motiv- und traditionskritische Untersuchung zu Offb 20,1-10
College
University of Freiburg  (AB Neutestamentliche Literatur und Exegese)
Course
Die Offenbarung des Johannes
Grade
1,0
Author
Dip.-Theol. Michael Bollesen (Author)
Publication Year
2003
Pages
33
Catalog Number
V76494
ISBN (eBook)
9783638855990
ISBN (Book)
9783638854078
Language
German
Tags
Chilia Motiv- Untersuchung Offb Offenbarung Johannes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dip.-Theol. Michael Bollesen (Author), 2003, Chilia etê: Motiv- und traditionskritische Untersuchung zu Offb 20,1-10, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76494
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