Das Motiv der Rache als Strukturelement der Novelle "La Burlada Aminta y Venganza del Honor"


Hausarbeit, 2003
12 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Erzählweise der Novellen
1.1 Einführung
1.2 Prolog
1.3 Rahmenerzählung
1.3.1 Hierarchie unter den Gästen bzw. Gastgebern
1.3.2 Bedeutung der Farben der Kleidung
1.3.3 Zum locus amoenus - Definition

2. Inhalt der Novelle La Burlada Aminta y Venganza del Honor

3. Topos der Rache
3.1 La honra y la deshonra
3.2 Engaño und desengaño
3.3 Art und Weise der Rache
3.3.1 Von der Passivität zur Aktivität der Protagonistin
3.3.2. Wiederkehrendes Thema der Verkleidung als Mann, um Rache üben zu können
3.3.3 Thema der Blutrache durch Tod
3.3.4. Eine gewagte Lösung Zayas

4. Schlussteil

Literaturverzeichnis

1. Erzählweise der Novellen

1.1 Einführung

Die Novellen von María de Zayas lassen erkennen, dass sie sich der Situation ihres Landes im 17. Jahrhundert vollauf bewusst war. So werden Grausamkeit und Laszivität in ihren Novellen thematisiert und reflektiert. Das zentrale Thema ist die Beziehung zwischen beiden Geschlechtern, die auf Kampf und Konflikten basieren. Anders als die männlichen Schriftsteller ihrer Zeit, sind bei María de Zayas die Frauen die Opfer. Die zu dieser Zeit verbreitete Misogynie, die die Männer als Opfer der Bosheiten der Frauen darstellt, wird von María de Zayas umgekehrt[1]. In den novelas amorosas gibt es, im Gegensatz zu den desengaños amorosos, noch Personen, die ehrlich, rein und loyal lieben, auch wenn dort auch schon Opportunismus, Betrügereien und Wankelmut zu sehen sind.

1.2 Prolog

Ihren Prolog Al que leyere richtet María de Zayas im Prinzip ausschließlich an den männlichen Leser. Am Anfang vergleicht sie Mann und Frau und stellt fest, dass beide intellektuell gesehen gleichwertig sind. Sie sind von einem Blut und haben das gleiche Potenzial, also stellt Zayas die rhetorische Frage: welchen Grund gibt es also, dass Männer gelehrt sein sollen und zugleich behaupten, dass Frauen dies nicht sein könnten?[2] Doch zum Ende hin formuliert Zayas die völlige Antithese und entschuldigt sich im Voraus dafür, dass ihr Werk Missfallen erregen könnte. Sie führt als Entschuldigung an, dass sie ja nur eine Frau sei und nicht den Anspruch habe, gute Novellen zu schreiben, sondern nur dem männlichen Leser dienen wolle:

Te ofrezco este libro muy segura de tu bizarría y en confianza de que si te desagradare, podrás disculparme con que nací mujer, no con obligaciones de hacer buenas Novelas, sino con muchos deseos de acertar a servirte[3] .

Hier jedoch ist bei dem Wort „servirte“ eine evidente Ironie zu finden[4]. Des weiteren nimmt Zayas das Problem der Beurteilung durch den männlichen Leser vorweg, indem sie ihm zwei Möglichkeiten aufzeigt: hält er das Buch für gut, so soll er es loben und die Tatsache anerkennen, dass Frauen ebenso wie Männer gute Bücher schreiben können; findet er es jedoch schlecht, so soll er zufrieden sein mit der erwarteten Minderwertigkeit der Frauen[5]. Sie drängt sich durch diesen Prolog regelrecht in die männliche Autorenwelt, sie kündigt sich selber an.

1.3 Rahmenerzählung

Obwohl Cervantes ein Modell für Novellen etablierte, das unabhängig von einem Rahmen war wie er bei Boccaccio zu finden ist, bevorzugten doch die meisten Schriftsteller ihren Novellen einen Rahmen zu geben[6]. So ist auch der Rahmen bei den Novellen von María de Zayas ähnlich wie bei Boccaccio. Jedoch ist nicht die Pest der Grund dafür, dass die Gäste sich zurückziehen und Novellen erzählen, sondern die Krankheit von Lisis.

1.3.1 Hierarchie unter den Gästen bzw. Gastgebern

Die Rahmenerzählung beginnt an einem frostigen Dezembertag, an dem sich die kranke Lisis, Lisarda, Matilde, Nise und Filis treffen, um die Weihnachtsfeiertage zusammen zu verbringen und mit Geschichten die kranke Lisis aufzumuntern. Alle Damen sind ausnahmslos schön, reich und adlig. Zu ihrem Fest laden sie auch die Herren don Juan, don Àlvaro, don Miguel, don Alonso und don Lope ein. Diese sind ebenso alle reich, adelig und charmant. Jedoch herrscht eine gewisse Hierarchie vor: ganz eindeutig sind die Hauptpersonen Lisis und don Juan. Lisis ist in don Juan verliebt, dieser jedoch liebt ihre Cousine Lisarda, die diese Liebe auch erwidert. Diese unerfüllte Liebe ist die Ursache für Lisis´ Krankheit. Lisis als Gastgeberin und aufgrund dessen, dass die Gäste auf sie Rücksicht nehmen, ist die Hauptperson. Sie gibt das Kommando zwar an ihre Mutter Laura weiter, jedoch dreht sich letzten Endes alles um sie, besonders weil allgemein bekannt ist und von ihr auch nicht versteckt wird, dass sie don Juan unglücklich liebt. Dies ist das Hauptthema der Rahmenerzählung bis don Diego vorkommt. Dieser ist ein Charakter, der ausschließlich in der Rahmenerzählung vorhanden ist und keine Novelle erzählt. Er liebt Lisis, die ihm zu Anfang nur Aufmerksamkeit schenkt, um don Juan eifersüchtig zu machen. Dies gelingt ihr auch, denn obwohl don Juan Lisarda liebt, will er auch von Lisis geliebt werden[7]. Später jedoch akzeptiert Lisis don Juan als Ehemann.

[...]


[1] Femenismo y forma narrativa : Estudio del tema y las técnicas de María de Zayas y Sotomayor, S. 84- 85

[2] Novelas amorosas y ejemplares, S. 159

[3] Novelas amorosas y ejemplares, S. 161

[4] Novelas amorosas y ejemplares, S. 41

[5] Novelas amorosas y ejemplares, S. 41

[6] Novelas amorosas y ejemplares, S. 54

[7] Novelas amorosas y ejemplares, S. 247

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Das Motiv der Rache als Strukturelement der Novelle "La Burlada Aminta y Venganza del Honor"
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Romanisches Institut)
Veranstaltung
Novellenliteraur im Siglo de Oro
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
12
Katalognummer
V76504
ISBN (eBook)
9783638801126
ISBN (Buch)
9783638803427
Dateigröße
390 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motiv, Rache, Strukturelement, Novelle, Burlada, Aminta, Venganza, Honor, Novellenliteraur, Siglo
Arbeit zitieren
Christine Schroer (Autor), 2003, Das Motiv der Rache als Strukturelement der Novelle "La Burlada Aminta y Venganza del Honor", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76504

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