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Ein Vergleich der Theorien von Thomas Hobbes und John Locke

Zwei gegensätzliche Theoretiker oder im Geist verwandte Denker?

Titel: Ein Vergleich der Theorien von Thomas Hobbes und John Locke

Hausarbeit , 2007 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Steffen Schröder (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung

„Hobbes rettet den Menschen aus dem Naturzustand, um ihn dem abso-lutistischen Löwen zum Fraß vorzuwerfen.“

Diese kritische Äußerung John Lockes zu den politischen Theorien von Thomas Hobbes steht stellvertretend für die überwiegend übereinstimmende Ablehnung - der vor allem kirchlichen und antiabsolutistischen Denker der frühen Neuzeit - gegenüber einem der umstrittensten Denker der politischen Theorie. Während John Locke in der Geschichte vornehmlich positiv bewertet wird und als Urvater des Liberalismus oder gar strahlender Held des politischen Denkens bezeichnet wird, ergibt sich aus der Rezeption von Thomas Hobbes ein eher diffuses Bild. Abhängig von der Betrachtungsweise wurde Hobbes als Befürworter des Absolutismus, des Totalitarismus, als ein früher Liberaler Denker oder gar als Vordenker der Demokratie interpretiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der vorstaatliche Naturzustand

2.1. Rechtslage im Naturzustand

2.2. Anthropologie als Ursache der Staatsbildung

3. Der Vertrag als Ausgang aus dem Zustand natürlicher Freiheit

4. Der Aufbau des Staates

4.1. Widerstandsrecht des Volkes

4.2. Rolle der Religion im Staat

5. Lockes „Über die Regierung“ – modifizierte Version des „Leviathan“ oder eigenständige Theorie?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen den Vertragstheorien von Thomas Hobbes und John Locke. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich der Konzeption des Naturzustands, der Staatsbegründung sowie der Ausgestaltung des staatlichen Herrschaftssystems unter Berücksichtigung des gesellschaftlichen Wandels in England.

  • Vergleich der Naturzustandskonstruktionen
  • Analyse der Anthropologie als Motiv für Staatsbildung
  • Untersuchung der Vertragsmodelle und ihrer Rechtfertigung
  • Gegenüberstellung der Staatsaufbauten und Herrschaftslegitimationen
  • Betrachtung von Widerstandsrecht und religiöser Toleranz

Auszug aus dem Buch

1. Der vorstaatliche Naturzustand

Hobbes Argumentation basiert auf dem hypothetischen Modell eines nicht-staatlichen Zustands des menschlichen Zusammenlebens. Es ist also ein reines Gedankenexperiment, das seiner Theorie zu Grunde liegt. Gleichermaßen konstruiert auch Locke seine Theorie auf dem Fundament eines gedachten Naturzustands, wobei er im Gegensatz zu Hobbes davon ausgeht, dass dieser Zustand auch real existiert haben könnte. Da er jedoch keine konkreten Belege anführen kann und somit bei ihm der vorstaatliche Zustand auch ein Konstrukt bleibt, ist diese Annahme für den konkreten Vergleich von keiner großen Bedeutung.

Einigkeit zwischen ihnen herrscht nicht nur bei der generellen Nutzung des Modells, sondern auch bei der negativen Bewertung des Naturzustands. Im Gegensatz zu Autoren wie Rousseau, der in der Freiheit des Naturzustands das Ideal menschlichen Zusammenlebens sieht, beschreibt Hobbes ihn als elenden Kriegszustand aller gegen alle, aus dem der Mensch gerettet werden muss. In ähnlicher Weise charakterisiert auch Locke – wenn auch aus einer anderen Begründung heraus - dieses vorstaatliche Konstrukt als einen von Furcht und ständiger Gefahr geprägten Status.

Doch wieso gestaltet sich das Bild des Naturzustands derart negativ?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die kontrastreiche Rezeption von Hobbes und Locke ein und formuliert die Kernthese, dass Hobbes als geistiger Vater von Locke angesehen werden muss.

2. Der vorstaatliche Naturzustand: Dieses Kapitel vergleicht die theoretischen Modelle des Naturzustands beider Autoren, wobei die anthropologischen Voraussetzungen für den Übergang in einen staatlichen Zustand hervorgehoben werden.

3. Der Vertrag als Ausgang aus dem Zustand natürlicher Freiheit: Hier wird der Prozess der vertraglichen Staatsbildung untersucht und die Unterschiede zwischen Hobbes’ Unterwerfungsakt und Lockes freiwilligem Zusammenschluss aufgezeigt.

4. Der Aufbau des Staates: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Staatsmodelle, inklusive der unterschiedlichen Positionen zu Widerstandsrecht und Religion.

5. Lockes „Über die Regierung“ – modifizierte Version des „Leviathan“ oder eigenständige Theorie?: Abschließend wird die These diskutiert, ob Lockes Werk lediglich eine Anpassung von Hobbes’ Theorien an liberale gesellschaftliche Bedürfnisse darstellt.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, John Locke, Vertragstheorie, Naturzustand, Leviathan, Two Treatises of Government, Liberalismus, Absolutismus, Staatsbildung, Gesellschaftsvertrag, Eigentum, Naturrecht, Widerstandsrecht, Souveränität, politische Philosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die politischen Theorien von Thomas Hobbes und John Locke, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren Vertragskonzeptionen und Staatsmodellen aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse des Naturzustands, den anthropologischen Ursachen der Staatsbildung, dem Prozess des Vertragsabschlusses und der Ausgestaltung des politischen Systems.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die These zu untermauern, dass Thomas Hobbes als geistiger Wegbereiter für John Locke fungierte und Locke dessen Kerngedanken für eine liberale Gesellschaftsordnung modifizierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um einen komparativen Vergleich, der primär auf den Hauptwerken "Leviathan" von Hobbes und "Two Treatises of Government" von Locke basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich entlang des Argumentationsverlaufs der Autoren: von der Beschreibung des Naturzustands über die Begründung der Staatsbildung bis hin zur Struktur des Staates und Fragen der Religion.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind Naturzustand, Vertragstheorie, staatliche Souveränität, liberales Eigentumsverständnis und die Frage nach dem Widerstandsrecht.

Wie unterscheidet sich Lockes Verständnis des Eigentums von Hobbes' Sicht?

Locke postuliert die Entstehung von Eigentum bereits im Naturzustand durch Arbeit, während Hobbes aufgrund der allgemeinen Unsicherheit nur von temporärem Besitz ausgeht.

Warum spielt die Religion bei beiden Autoren eine unterschiedliche Rolle im Staat?

Hobbes strebt zur Vermeidung religiös motivierter Bürgerkriege eine einheitliche Staatsreligion an, während Locke, trotz eigener religiöser Begründung, eine stärkere Toleranz gegenüber Glaubensfragen einfordert.

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Details

Titel
Ein Vergleich der Theorien von Thomas Hobbes und John Locke
Untertitel
Zwei gegensätzliche Theoretiker oder im Geist verwandte Denker?
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Veranstaltung
Seminar: Vertragstheorien
Note
1,7
Autor
Steffen Schröder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V76575
ISBN (eBook)
9783638808149
ISBN (Buch)
9783638839341
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleich Theorien Thomas Hobbes John Locke Seminar Vertragstheorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steffen Schröder (Autor:in), 2007, Ein Vergleich der Theorien von Thomas Hobbes und John Locke , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76575
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Leseprobe aus  17  Seiten
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