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Die Finanzierung der Aufrüstung und des Krieges im Dritten Reich

Title: Die Finanzierung der Aufrüstung und des Krieges im Dritten Reich

Term Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Michael S. Deuer (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Einen Krieg zu planen, bedeutet für die planenden Strategen nicht nur Schlachtpläne zu entwerfen, sondern auch immer die Ausrüstung und die Versorgung des Heeres, der Marine, der Luftwaffe, sowie deren Verwaltungen mit einzuplanen. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg waren die militärischen Anlagen sowie Handfeuerwaffen, Artillerie, Panzer, Flugzeuge und Schiffe nur im eingeschränkten Maße verfügbar, bzw. in Deutschland kaum existent. Um einen Krieg führen zu können, musste erst eine starke Aufrüstung betrieben werden, um mit den anderen Großmächten gleichzuziehen, besser noch sie an militärischer Stärke zu übertreffen. Nach dieser Aufrüstung durfte aber auch während des Krieges die Versorgung mit Nachschub nicht versiegen.

Daher begannen die Nationalsozialisten nach ihrer Machtübernahme 1933 zunächst verdeckt, ab 1935 dann auch offen die Aufrüstung zu betreiben. Dabei sollte die Finanzierung der Wehrmacht den Vorrang vor zivilen Maßnahmen haben. Auch die Wirtschaft wurde in diese Aufrüstungsbestrebungen miteinbezogen. Ziel war es, das deutsche Reich binnen kürzester Zeit bereit für einen Krieg zu machen. Dies wurde durch eine verstärkte Rüstungspolitik, sowie dem Versuch der Autarkisierung der deutschen Rohstoff- und Nahrungsmittelindustrie versucht zu erreichen. Der Krieg sollte dazu dienen, dem deutschen Volk eine Erweiterung des Lebensraumes bzw. der Rohstoff- und Ernährungsbasis zu schaffen.

Da die Aufrüstung binnen kürzester Zeit erfolgen sollte, war es der Regierung bekannt, dass man zusätzliche Mittel zur Verwendung haben musste, um diese Ziele voranzutreiben. Grade bei der Finanzierung dieser Aufrüstungsbestrebungen war der Staat auf die Banken sowie einige Großunternehmen angewiesen, da mit den erhobenen Steuern und Zöllen nur ein Teil der Ausgaben abgedeckt werden konnten. Nur mittels dieser Helfer war es für den Staat möglich die enormen Summen aufzubringen, die für die Aufrüstung und den Krieg notwendig waren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Der Finanzbedarf des Deutschen Reiches von 1933 bis 1945

2.1.) Die Ausgaben und Einnahmen des Deutschen Reiches von 1933 bis 1939

2.1.1.) Die Ausgaben

2.1.2.) Die Einnahmen

2.2.) Die Ausgaben und Einnahmen des Deutschen Reiches von 1939 bis 1945

2.2.1.) Die Ausgaben

2.2.2.) Die Einnahmen

3.) Die Finanzierung des Staatsdefizits

3.1.) Wirtschaftspolitische Maßnahmen

3.1.1.) Reinhardt-Programm

3.1.2.) Verordnung über die Festsetzung der Preise

3.1.3.) Gesetz über die Finanzierung nationalpolitischer Aufgaben des Reiches

3.1.4.) Die Kriegswirtschaftsverordnung

3.1.5.) Die Verordnung über die Lenkung der Kaufkraft

3.2.) Kreditaufnahme

3.2.1.) Öffa-Wechsel

3.2.2.) Mefo-Wechsel

3.2.3.) NF-Steuergutscheine

3.2.4.) Die kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungsinstrumente

3.2.4.1.) Reichsanleihen und verzinsliche Reichsschatzanweisungen

3.2.4.2.) Lieferschatzanweisungen und Schatzwechsel

3.2.5.) Ausweitung der Geldmenge

3.2.6.) Clearing

4.) Entwicklung der Verschuldung

4.1.) Entwicklung der Verschuldung von 1933 bis Kriegsbeginn

4.2.) Entwicklung der Verschuldung von Kriegsbeginn bis Kriegsende am 02. Mai 1945

5.) Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Methoden und das Ausmaß der Finanzierung der deutschen Aufrüstung und des Zweiten Weltkriegs zwischen 1933 und 1945. Dabei wird insbesondere analysiert, wie der NS-Staat das drastische Missverhältnis zwischen den explodierenden Kriegsausgaben und den ordentlichen Steuereinnahmen durch Kreditierungsinstrumente und eine forcierte Geldschöpfung zu decken versuchte.

  • Analyse des staatlichen Finanzbedarfs während der Aufrüstungs- und Kriegsphase.
  • Untersuchung von Instrumenten wie Mefo-Wechseln, Steuergutscheinen und kurzfristigen Lieferschatzanweisungen.
  • Evaluation der Auswirkungen der nationalsozialistischen Finanzpolitik auf die Staatsverschuldung.
  • Betrachtung der Rolle von Besatzungskosten und Clearing-Verfahren für die Kriegsfinanzierung.
  • Kritische Würdigung der inflationsfördernden Geldpolitik und ihrer langfristigen Folgen.

Auszug aus dem Buch

3.2.2.) Mefo-Wechsel

Als Nachfolger der Öffa-Wechsel fungierten die 1934 von Schacht mitentwickelten Mefo-Wechsel. Während die Öffa-Wechsel vor allem auf die Finanzierung der ArbeitsbeschaffungsMaßnahmen abzielten, dienten die Mefo-Wechsel der Finanzierung der Aufrüstung der Wehrmacht. Da man die Aufrüstung weder durch den Druck von Banknoten, noch durch eine offene Aufnahme von Krediten, schon allein aus der Tatsache, dass das Ausland keinen Verdacht schöpfen sollte, finanzieren konnte, wurde als Tarngesellschaft die Metallurgische Forschungsgesellschaft m.b.H. (kurz Mefo) gegründet.

Diese Gesellschaft sollte die von der Wehrwirtschaft für die Bezahlung der Rüstungsaufträge ausgegebenen Wechsel anstelle des Staates akzeptieren. Das Stammkapital der Mefo wurde von vier namhaften deutschen Unternehmen, Siemens, Gutehoffnungshütte, Krupp und Rheinmetall in einer Gesamthöhe von 1 Million RM gezeichnet. Der Staat wollte als Gesellschafter nicht in Erscheinung treten, obwohl er die Bürgschaft für die Mefo übernahm. Somit waren die Wechsel keine Staatswechsel, sondern vielmehr Handelswechsel, da sie mit 4 % verzinst wurden und konnten, weil es sich um bei den Unternehmen um erste Adressen der deutschen Wirtschaft handelten, von der Reichbank rediskontiert, also bei Fälligkeit in Bargeld umgetauscht werden.

Die Rüstungsunternehmen stellten von 1934 bis 31. März 1938 für ihre Lieferungen an das Reich Wechsel aus, die von der Mefo akzeptiert wurden. Diese Wechsel hatten einen Gesamtumfang von 12 Mrd. RM, machten also somit fast 20 % der für die Aufrüstung benötigten Mittel aus. Bis zum Ende des Krieges konnte der Umfang der im Umlauf befindlichen Mefo-Wechsel auf 8,1 Mrd. RM verringert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Notwendigkeit der massiven Aufrüstung nach dem Ersten Weltkrieg und das Ziel des NS-Regimes, das Reich binnen kürzester Zeit kriegsbereit zu machen.

2.) Der Finanzbedarf des Deutschen Reiches von 1933 bis 1945: Hier werden die enormen Ausgaben des Reiches sowohl in der Aufrüstungsphase als auch während des gesamten Kriegsverlaufs dargelegt und den verfügbaren Einnahmequellen gegenübergestellt.

3.) Die Finanzierung des Staatsdefizits: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen wirtschaftspolitischen Maßnahmen sowie die vielfältigen Kreditinstrumente, mit denen der Staat das wachsende Finanzierungsdefizit überbrückte.

4.) Entwicklung der Verschuldung: Hier wird der rapide Anstieg der Staatsverschuldung von 1933 bis zum Kriegsende im Mai 1945 quantitativ nachgezeichnet und strukturell analysiert.

5.) Fazit: Die Schlussbetrachtung bewertet den Erfolg der Finanzierungstechnik, kritisiert die damit verbundenen volkswirtschaftlichen Risiken und diskutiert die Folgen für die Nachkriegswirtschaft.

Schlüsselwörter

Kriegsfinanzierung, Aufrüstung, Mefo-Wechsel, Staatsverschuldung, Drittes Reich, Steuergutscheine, Reichsbank, Inflation, Geldschöpfung, Besatzungskosten, Clearing, Rüstungspolitik, Öffa-Wechsel, Finanzierungsinstrumente.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das nationalsozialistische Regime die enormen finanziellen Anforderungen für die Aufrüstung und die spätere Kriegsführung zwischen 1933 und 1945 bewältigte.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die staatliche Ausgabenpolitik, die verschiedenen Finanzierungsinstrumente (insbesondere Kreditformen), die Entwicklung der Steuereinnahmen und die daraus resultierende Staatsverschuldung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den Umfang des staatlichen Finanzbedarfs darzustellen und die spezifischen, oft verschleierten Methoden der Kapitalbeschaffung aufzudecken, mit denen das Staatsdefizit gedeckt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine wirtschaftsgeschichtliche Analyse, die sich auf die Auswertung historischer Haushaltsdaten, statistischer Tabellen und einschlägiger Literatur zur NS-Finanzpolitik stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ausgaben und Einnahmen in verschiedenen Zeiträumen sowie eine detaillierte Untersuchung technischer Finanzierungsmittel wie Wechsel, Anleihen und die Ausweitung der Geldmenge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung wird durch Begriffe wie Kriegsfinanzierung, Mefo-Wechsel, Staatsverschuldung, Rüstungspolitik und Inflation charakterisiert.

Welche Rolle spielten die sogenannten Mefo-Wechsel?

Die Mefo-Wechsel fungierten als geheim gehaltenes Finanzierungsinstrument für Rüstungsaufträge, das es dem Staat ermöglichte, die Finanzierung der Aufrüstung vor dem Ausland und der Öffentlichkeit zu tarnen.

Warum führte die Finanzierungspolitik zwangsläufig in den Zusammenbruch?

Die verantwortungslose Kreditschöpfung und die exzessive Ausweitung der Geldmenge erzeugten einen massiven Kaufkraftüberhang, der in eine schwere Inflation mündete und schließlich zur Entwertung der Reichsmark führte.

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Details

Title
Die Finanzierung der Aufrüstung und des Krieges im Dritten Reich
College
University of Mannheim
Grade
2,3
Author
Michael S. Deuer (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V76616
ISBN (eBook)
9783638808828
ISBN (Book)
9783638810906
Language
German
Tags
Finanzierung Aufrüstung Krieges Dritten Reich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael S. Deuer (Author), 2007, Die Finanzierung der Aufrüstung und des Krieges im Dritten Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76616
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