1. EINLEITUNG 2
2. EXTREMISMUSBEGRIFF UND ANSÄTZE AUS DER EXTREMISMUSFORSCHUNG 3
2.1 Der Extremismusbegriff 3
2.1 Persönlichkeitsbezogene Ansätze der Extremismusforschung 5
2.2 Deprivationstheorie und Statusunsicherheit 6
3. UMFASSENDE ANSÄTZE ZUR ERKLÄRUNG DER ERFOLGE EXTREMISTISCHER PARTEIEN 8
3.1 Modell der räumlichen Parteienkonkurrenz nach Kitschelt 8
3.2 Theorie des Rechtsradikalismus in westlichen Industriegesellschaften 10
3.3 Vergleich der Erklärungskraft und Probleme beider Konzepte 12
4. EMPIRISCHE BEFUNDE 15
5. FAZIT 17
6. LITERATUR 19
1. EINLEITUNG
Wie der Mensch die Luft zum Atmen, so braucht das politische System der BRD Wahlen. Es ist kaum ein Geheimnis, dass Wahlen das Grundgerüst für eine funktionierende parlamentarische Demokratie darstellen - kaum verwunderlich also, dass die Wahlforschung innerhalb der Politikwissenschaft einen beträchtlichen Platz einnimmt und auch in der Fülle der Publikationen und Theorien zum Wahlverhalten breit gefächert ist.
Trotz dem Anspruch, möglichst allgemeine, einfache und eindeutige Theorien hervor-zubringen, zeigen sich innerhalb des Forschungszweiges, der sich mit der Erklärung der Wahl (rechts)extremistischer Parteien beschäftigt, verschiedenste Ansätze und empirische Befunde, die eher eine Aneinanderreihung möglicher, spezifischer Ursachen darstellen und hauptsächlich nebeneinander existieren, anstatt sich aufeinander zu Beziehen und eine fruchtbare Synthese auf dem Weg zu einer allgemeinen, „denkökonomisch[en]“ Theorie zu bilden.In Anbetracht der Fülle von Ansätzen zu extremistischem Wahlverhalten, bei denen oft kaum zwischen Theorie und Hypothese unterschieden wird , liegt der Fokus dieser Arbeit auf den beiden Konzepten von Kitschelt und Keusch/ Klingemann, da diese die umfassendsten Erklärungskonzepte zu Wahlerfolgen extremistischer Parteien darlegen und versuchen einige ältere Konzepte miteinander zu verbinden. Diesbezüglich widmet sich das erste Kapitel des vorliegenden Textes einer kurzen Auseinandersetzung mit der allgemeinen Problematik des Extremismusbegriffs innerhalb der Forschungs-literatur und der Definition nach Backes und Jesse. Des weiteren sollen kurz einzelne Ansätze der älteren Extremismusforschung vorgestellt werden, die im Grundgedanken für die Arbeiten von Kitschelt und Keusch/Klingemann von Bedeutung sind und zum Verständnis der beiden Konzepte dienen...
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. EXTREMISMUSBEGRIFF UND ANSÄTZE AUS DER EXTREMISMUSFORSCHUNG
2.1 Der Extremismusbegriff
2.1 Persönlichkeitsbezogene Ansätze der Extremismusforschung
2.2 Deprivationstheorie und Statusunsicherheit
3. UMFASSENDE ANSÄTZE ZUR ERKLÄRUNG DER ERFOLGE EXTREMISTISCHER PARTEIEN
3.1 Das Modell der räumlichen Parteienkonkurrenz nach Kitschelt
3.2 Die Theorie des Rechtsradikalismus in westlichen Industriegesellschaften
3.3 Vergleich der Erklärungskraft und Probleme beider Konzepte
4. EMPIRISCHE BEFUNDE
5. FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht theoretische Erklärungsmodelle für das Wahlverhalten zugunsten extremistischer Parteien. Ziel ist es, die Konzepte von Kitschelt sowie Scheuch und Klingemann hinsichtlich ihrer Erklärungskraft zu vergleichen, um das Potenzial für eine allgemeine Theorie zur Wahl extremistischer Parteien zu evaluieren.
- Analyse und Vergleich der theoretischen Ansätze von Kitschelt und Keusch/Klingemann.
- Diskussion der Konzepte von Extremismus, Autoritarismus und Deprivation in der Wahlforschung.
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen gesellschaftlichen Strukturen und extremistischen Wahlerfolgen.
- Operationalisierung der Mikro- und Makroebene bei der Erklärung von Wahlentscheidungen.
- Kritische Würdigung der empirischen Befunde und Identifikation von weiterem Forschungsbedarf.
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Modell der räumlichen Parteienkonkurrenz nach Kitschelt
Die Grundlage für Herbert Kitschelt's Konzept bildet die Annahme, dass sich durch die sozialen Strukturen des fortschreitenden Kapitalismus ein politischer Wettbewerb der Parteien entwickelt hat. Für einen breiten Erfolg rechtsextremistischer Parteien führt Kitschelt vor allem einen ökonomischen Faktor ein, und zwar die Konzentration rechtsextremistischer Parteien darauf, innerhalb dieses Konkurrenzkampfes Wirtschaftskonzepte anzubieten, die eine freie Marktwirtschaft „combined with authoritarian and ethnocentric and even racist messages.“ postulieren. Für das Modell sind zwei Dimensionen entscheidend: eine wirtschaftliche und eine gesellschaftspolitische Links-rechts-Achse.
Auf der wirtschaftlichen Achse lässt sich die Einstellung von Personen gegenüber der Stärke des Eingreifens des Staates in die Entwicklung des Marktes einordnen. Das linke Achsenende steht hierbei für die Unterstützung einer geplanten sozialen Wirtschaftsordnung, das rechte Achsenende beschreibt einen freien uneingeschränkt kapitalistischen Markt.
Bei der gesellschaftspolitischen Achse unterscheidet Kitschelt „between ‚libertarian’ and ‚authoritarian’ political preferences“. Das linke Achsenende steht hierbei für „liberale“ gesellschaftliche Präferenzen, wie eine freie kulturelle und politische Entfaltung des Einzelnen und die Beteiligung möglichst vieler Personen am Prozess politischer Entscheidungen. Das rechte Achsenende symbolisiert „autoritäre“ Präferenzen, die sich durch die starke Befolgung kollektiver Normen und einen hierarchisch aufgebauten politischen Entscheidungsprozess, an dem somit nur wenige Leute beteiligt sind, auszeichnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Wahlforschung für die parlamentarische Demokratie und definiert das Ziel der Arbeit, die Suche nach einer allgemeinen Theorie für extremistische Wahlerfolge.
2. EXTREMISMUSBEGRIFF UND ANSÄTZE AUS DER EXTREMISMUSFORSCHUNG: Dieses Kapitel erörtert den Extremismusbegriff nach Backes und Jesse sowie etablierte psychologische und soziologische Erklärungsansätze wie den Autoritarismusansatz und Deprivationstheorien.
3. UMFASSENDE ANSÄTZE ZUR ERKLÄRUNG DER ERFOLGE EXTREMISTISCHER PARTEIEN: Hier werden die Theorien von Kitschelt und Keusch/Klingemann detailliert gegenübergestellt, um deren Potenzial als Basis für eine umfassende Erklärung extremistischer Wahlerfolge zu prüfen.
4. EMPIRISCHE BEFUNDE: Der Abschnitt diskutiert die Schwierigkeiten bei der empirischen Überprüfung der genannten Theorien und betrachtet vorhandene Studien, insbesondere im Hinblick auf das Scheuch-Klingemann-Modell.
5. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass die untersuchten Ansätze zwar Potenzial bieten, aber eine stärkere Integration und präzisere empirische Operationalisierung für eine allgemeine Theorie erforderlich ist.
Schlüsselwörter
Extremismusforschung, Wahlverhalten, rechtsextremistische Parteien, Kitschelt, Scheuch und Klingemann, Autoritarismus, Deprivationstheorie, politische Präferenzen, wirtschaftliche Dimension, gesellschaftspolitische Achse, Badewannenmodell, Wählerpotenzial, Parteienwettbewerb, demokratische Stabilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie eine allgemeine Theorie zur Erklärung von Wählerstimmen für extremistische Parteien entwickelt werden kann, basierend auf existierenden theoretischen Ansätzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Mittelpunkt stehen die theoretischen Konzepte von Herbert Kitschelt sowie von Erwin Scheuch und Hans Klingemann, eingebettet in den Kontext der Extremismusforschung und des Wahlverhaltens.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Hauptziel ist ein systematischer Vergleich der Erklärungskraft beider Konzepte, um zu klären, welches von ihnen eine geeignetere Basis für eine allgemeine Theorie extremistischen Wahlverhaltens darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin wendet eine theoretische Analyse und Literaturvergleich an, ergänzt durch eine kritische Betrachtung vorhandener empirischer Studien zur Überprüfung der theoretischen Hypothesen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Extremismusforschung, eine detaillierte Analyse der beiden zentralen Erklärungsmodelle und eine anschließende Prüfung anhand von verfügbaren empirischen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Rechtsextremismus, Wahlforschung, Autoritarismus, Deprivation und dem Vergleich theoretischer Erklärungsmodelle beschreiben.
Wie bewertet die Autorin das Modell von Kitschelt im Vergleich zu Keusch/Klingemann?
Die Autorin stellt fest, dass der Ansatz von Keusch/Klingemann durch seine differenziertere Mikroebene und das soziologische Badewannenmodell eine höhere Erklärungskraft besitzt und flexibler erweiterbar ist.
Warum ist eine "allgemeine Theorie" laut der Arbeit so schwer zu erreichen?
Die Entwicklung wird durch eine Vielzahl nebeneinander existierender, oft spezifischer Ursachenerklärungen und den Mangel an geeigneten länderübergreifenden Datensätzen für eine empirische Überprüfung erschwert.
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- Marlies Bayha (Author), 2006, Auf der Suche nach einer allgemeinen Theorie zu extremistischem Wahlverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76665