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Hochleistungssportler als Arbeitnehmer der besonderen Art

Title: Hochleistungssportler als Arbeitnehmer der besonderen Art

Term Paper , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Nicole Lau (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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Carl Diem hat sich noch vor über 40 Jahren mit diesen Ansichten einer Sportideologie verschrieben, die heute längst keine Gültigkeit mehr besitzt und trotzdem noch von einigen Sportideologen vertreten wird. Im modernen System des Hochleistungssports werden Athleten zu Arbeit-nehmern der besonderen Art. Parallel zu ihren Berufskarrieren, oder als mehrjährige Unterbrechung dieser, verfolgen sie eine Sportkarriere als Angestellter in einem Sportverein. Mit dem Schritt, ihr sportliches Hobby zeitintensiv zum Beruf zu machen entscheiden sie sich für eine Lebens-gestaltung, in dem Berufs- und Privatleben eine Einheit bilden, also eine Form der beruflichen Entgrenzung.
In folgendem Aufsatz soll also das Zitat von Diem widerlegt und die These diskutiert werden, dass Hochleistungssportler eine besondere Art von Arbeitnehmern sind. Neben den formalen Merkmalen dafür soll unter-sucht werden, ob sich auch in einer Analyse ihrer Lebensläufe und ihrer Persönlichkeitsmerkmale Besonderheiten bemerkbar machen, die sie vom „Normalarbeitnehmer“ unterscheiden.
Im ersten Schritt soll bewiesen werden, anhand welcher Merkmale man Hochleistungssportler als Arbeitnehmer manifestieren kann. Dabei wird ein besonderer Fokus auf das Leistungsprinzip in Sport und Arbeit gelegt. Um ihre Besonderheiten herauszuarbeiten wird danach untersucht, welche Unterschiede sie zum „Normalarbeitnehmer“ aufweisen. Hier wird auch auf die besondere Rolle der Medien hingewiesen.
Im zweiten Schritt folgt eine Analyse der Lebensverläufe von Hoch-leistungssportlern, um festzustellen, ob man dafür Muster entwickeln kann. Dazu wird eine Studie von ehemaligen Olympiateilnehmern ausge-wertet und im ganzheitlichen Analysemodell zu Lebensläufen von Hoch-leistungssportlern dargestellt.
Laut entwicklungstheoretischen Ansätzen spielen dabei auch psy-chologische Aspekte eine Rolle. Deshalb soll im dritten Schritt untersucht werden, ob es einen Zusammenhang zwischen Sport und Persönlich-keitsentwicklung gibt. Außer wird auch aus psychologischer gezeigt, wie Athleten mit kritischen Lebensereignissen wie Siegen und dem Ende der sportlichen Karriere umgehen.
Am Ende soll diese Arbeit Aufschluss darüber geben, ob sich Theo-rien zum Sportler als Arbeitnehmer entwickeln lassen und ob es kausale Zusammenhänge zwischen den Beziehungen Sport und Arbeit und Sport und Persönlichkeit gibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sport als Arbeit

2.1 Das Verhältnis von Sport und Arbeit

2.1.1 Zwei grundsätzliche Hypothesen

2.1.2 Leistung in Sport und Arbeit

2.2 Verberuflichung des Sports

2.2.1 Abgrenzung des Sports vom „Normalarbeitsverhältnis“

2.2.2 Die Rolle der Medien beim Prozess der Verberuflichung des Sports

3 Lebensläufe von Hochleistungssportlern

3.1 Theoretischer Bezugsrahmen

3.1.1 Ganzheitliches Analysemodell zu Lebensläufen von Hochleistungssportlern

3.1.2 Exkurs: Etappen der Berufskarrieren

3.2 Ergebnisse der Lebenslaufanalysen von Hochleistungssportlern

3.2.1 Analyse der Berufskarrieren

3.2.2 Auswirkungen des Hochleistungssports auf die Berufskarrieren

3.2.3 Einordnung der Ergebnisse ins Analysemodell

4 Die Persönlichkeit von Hochleistungssportlern

4.1 Modelle zum Zusammenhang von Sport und Persönlichkeit

4.1.1 Überblick über die Modelle

4.1.2 Selektions- und Sozialisationshypothese

4.1.3 Ergebnisse nach trait-orientiertem Ansatz

4.1.4 Ergebnisse nach interaktionistischem Ansatz

4.2 Kritische Lebensereignisse von Hochleistungssportlern

4.2.1 Definition „Kritisches Lebensereignis“

4.2.2 Lebensziele von Hochleistungssportlern

4.2.3 Beispiel I: Olympiasieg als kritisches Lebensereignis

4.2.4 Beispiel II: Karriereende als kritisches Lebensereignis

5 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die These zu diskutieren, dass Hochleistungssportler eine besondere Art von Arbeitnehmern darstellen, indem sie formale Merkmale, Lebenslaufmuster sowie Persönlichkeitsaspekte analysiert, um Unterschiede zum sogenannten „Normalarbeitnehmer“ aufzuzeigen.

  • Das Verhältnis von Sport und Arbeit im Kontext des Leistungsprinzips.
  • Die Verberuflichung des Sports und die Rolle der Medien als Konsum- und Finanzierungsfaktor.
  • Analyse von Lebensläufen ehemaliger Olympiateilnehmer und deren beruflicher Einstieg.
  • Modelle zum Zusammenhang von Sportaktivität und Persönlichkeitsentwicklung.
  • Die Bedeutung kritischer Lebensereignisse, wie Olympiasieg und Karriereende, für den weiteren Lebensweg.

Auszug aus dem Buch

4.2.4 Beispiel II: Karriereende als kritisches Lebensereignis

Das Ende der Sportkarriere ist für jeden Hochleistungssportler ein kritisches Lebensereignis. Es ist der Übergang in den Alltag und in die Berufskarriere. Dieser Abschnitt wird als transaktionales Geschehen bezeichnet, da es weitere Ereignisse in allen Lebensbereichen hervorruft. Eine Studie an 75 ehemaligen Hochleistungssportlern aus der Sportart Ski Alpin liefert Auskünfte darüber, wie die Athleten Schock und Trauer bewältigen und wie Wert- und Identitätsfindung ablaufen. Es handelt sich dabei um Sportler, die freiwillig zurückgetreten sind und auch auf Grund nachlassender Leistung quasi zum Rücktritt gezwungen wurden.

Eine wichtige Rolle für die Art des Umgangs mit dem sportlichen Karriereende spielen wieder die persönlichen Lebensziele, das soziale Umfeld und die individuellen Persönlichkeitsmerkmale der Athleten. Als wichtiges Ergebnis können hier geschlechtsspezifische Unterschiede festgehalten werden. Zwar wechseln Frauen in ihrer nachsportlichen Karriere häufiger das Berufsfeld und erleben geringere soziale Aufstiegschancen als Männer, jedoch bewerten sie das Ereignis selber als positiv und als wichtigen Bestandteil ihrer persönlichen Entwicklung.

Sportler, die mit dem Karriereende nicht ihr persönliches Lebensziel erreicht haben, erleben starke Selbstwert- und Selbstkonzeptverluste. Ist die Krise allerdings überwunden, stellt sich dann eine erhöhte Lebenszufriedenheit ein. Während der Bewältigung allerdings haben sie mit Depressionen wie Realitätsentfernung und introvertiertem Sozialverhalten zu kämpfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung hinterfragt die veraltete Sportideologie, die Sport vom Arbeitsbegriff trennt, und definiert das Ziel, Hochleistungssportler als Arbeitnehmer besonderer Art zu untersuchen.

2 Sport als Arbeit: Dieses Kapitel erörtert das Verhältnis von Sport und Arbeit durch das gemeinsame Leistungsprinzip und analysiert die Verberuflichung des Sports unter Berücksichtigung medialer Einflüsse.

3 Lebensläufe von Hochleistungssportlern: Hier werden mittels eines ganzheitlichen Analysemodells und Studien zu ehemaligen Olympiateilnehmern die Bildungs- und Berufskarrieren von Sportlern betrachtet.

4 Die Persönlichkeit von Hochleistungssportlern: Dieses Kapitel untersucht psychologische Modelle zum Zusammenhang zwischen Sport und Persönlichkeit sowie die Auswirkungen kritischer Lebensereignisse wie Olympiasieg oder Karriereende.

5 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Hochleistungssportler als spezielle Arbeitnehmergruppe wahrzunehmen, die bei Karriereübergängen individuelle Unterstützung benötigt.

Schlüsselwörter

Hochleistungssport, Arbeitnehmer, Leistungsprinzip, Sportkarriere, Berufskarriere, Lebenslaufanalyse, Persönlichkeitsentwicklung, Selektionshypothese, Sozialisationshypothese, kritisches Lebensereignis, Olympiasieg, Karriereende, Entgrenzung, Sportpsychologie, Identitätsfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, ob Hochleistungssportler als eine besondere Art von Arbeitnehmern betrachtet werden können, die sich durch spezifische Lebenslaufmuster und Persönlichkeitsmerkmale vom sogenannten „Normalarbeitnehmer“ unterscheiden.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?

Die Arbeit fokussiert sich auf das Verhältnis von Sport und Arbeit, die Professionalisierung des Sportsektors, die Analyse von Lebensläufen sowie die sportpsychologischen Aspekte von Persönlichkeit und krisenhaften Übergängen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die These zu diskutieren, dass Sport und Arbeit eng miteinander verknüpft sind, und herauszuarbeiten, welche Besonderheiten Athleten in ihrer beruflichen Entwicklung und persönlichen Reifung erfahren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender sportwissenschaftlicher Theorien, die Auswertung soziologischer Studien zu Berufskarrieren sowie psychologische Analysen zum Umgang mit kritischen Lebensereignissen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Sportlerdaseins als Arbeit, die Untersuchung von Lebenslaufdaten ehemaliger Athleten und die psychologische Einordnung von Persönlichkeitsmerkmalen bei Wettkampfsituationen und Karriereübergängen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Hochleistungssport“, „Berufskarriere“, „Leistungsprinzip“, „Kritisches Lebensereignis“ und „Sportpsychologie“ charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die sportliche Leistung von der Arbeit in anderen Sektoren laut dem Text?

Trotz ideologischer Abgrenzungen betont der Autor die Strukturähnlichkeit, da beide Bereiche durch planmäßige Leistungssteigerung, Spezialisierung und den Zwang zur Zielerreichung geprägt sind.

Welche Rolle spielen kritische Lebensereignisse wie das Karriereende?

Das Karriereende stellt eine Zäsur dar, die oft mit Selbstwertverlusten einhergeht, deren Bewältigung jedoch stark von den individuellen Zielen, dem sozialen Umfeld und der Kontrolle über den Rücktritt abhängt.

Warum wird der Olympiasieg nicht bei jedem Athleten als kritisches Lebensereignis gewertet?

Der Wert eines solchen Ereignisses hängt von den individuellen Lebenszielen ab; während es für einige ein entscheidender Wendepunkt ist, kann es für andere problemlos in den bestehenden Lebenslauf integriert werden.

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Details

Title
Hochleistungssportler als Arbeitnehmer der besonderen Art
College
Free University of Berlin
Course
Hauptseminar
Grade
1,4
Author
Nicole Lau (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V76677
ISBN (eBook)
9783638812603
ISBN (Book)
9783638814270
Language
German
Tags
Hochleistungssportler Arbeitnehmer Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Lau (Author), 2006, Hochleistungssportler als Arbeitnehmer der besonderen Art, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76677
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