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Probleme bei der Ermittlung des Umfangs der Schattenwirtschaft

Titel: Probleme bei der Ermittlung des Umfangs der Schattenwirtschaft

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 24 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dipl. Kfm. Nick Dimler (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Öffentlichkeit werden das Problem der Schattenwirtschaft und der daraus für eine Volkswirtschaft entstehende Schaden immer wieder breit diskutiert. Auch im Zuge der EU-Osterweiterung spielt die genaue Betrachtung der Schattenwirtschaft eine wichtige Rolle, denn Schattwirtschaft gilt gerade im Transformationsprozess eines Landes als wichtiger Einflussfaktor für gesellschaftliche und wirt-schaftliche Entwicklung. Unterschiedliche Gründe lassen es wichtig erscheinen, dass sich die Finanzpolitik ausführlich mit dem Thema Schattenwirtschaft befas-sen sollte:
-Durch Schattenwirtschaft werden offizielle Statistiken (z.B. zu Volkseinkommen, Konsum, Sozialprodukt, Arbeitslosigkeit oder Erwerbstätigkeit) verzerrt. Die dadurch verzerrte Problemwahrnehmung kann dann zu fehl-geleiteten wirtschaftspolitischen Maßnahmen führen.
-Aufgrund der Untergrabung der Sozialversicherungs- und Steuerbasis durch die Schattenwirtschaft geraten Staatshaushalt und Steuersätze unter immer stärkeren Druck.
-Anwachsende Schattenwirtschaft kann interpretiert werden als steigende Unzufriedenheit der Bürger mit ihrem Staat. Statt über demokratische Ein-flussnahme politische Veränderungen zu erreichen, wählen viele das Ab-tauchen in die inoffizielle Wirtschaft. Diese „Staatsverdrossenheit“ kann auf Dauer die gesellschaftliche Ordnung destabilisieren.
-Auch Effekte der Schattenwirtschaft auf die offizielle Wirtschaft sollten Beachtung finden, so werden z.B. mind. zwei Drittel des inoffiziell erzielten Einkommens in der offiziellen Wirtschaft ausgegeben und tragen somit zur Steigerung des Sozialproduktes bei.

Damit die Politik überhaupt sinnvolle Maßnahmen zur Bekämpfung von Schattenwirtschaft initiieren kann, ist es zunächst notwendig das Ausmaß der Schattenwirtschaft in einer Volkswirtschaft zu bestimmen. Hierfür gibt es in der Wissenschaft verschiedene Ansätze, die zu unterschiedlichen Ergebnissen und damit auch zu unterschiedlichen wirtschaftspolitischen Handlungsempfehlungen führen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problematik

1.2 Vorgehensweise

2. Messung der Schattenwirtschaft

2.1 Definition der Schattenwirtschaft

2.2 Methoden zur Messung von Schattenwirtschaft

2.2.1 Überblick

2.2.2 direkte Messmethoden

2.2.3 indirekte Messmethoden

3. Bargeldmethode (nach Schneider)

3.1 Ansatz

3.2 Ergebnisse für ausgewählte EU-Länder

3.3 kritische Würdigungen

4. Befragungen (nach Pedersen)

4.1 Ansatz

4.2 Ergebnisse für ausgewählte EU-Länder

4.3 Kritische Würdigung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, das Ausmaß der Schattenwirtschaft in einer Volkswirtschaft präzise zu bestimmen. Angesichts der Tatsache, dass unterschiedliche wissenschaftliche Methoden zu teils stark divergierenden Ergebnissen führen, untersucht die Arbeit die Ansätze der Bargeldmethode nach Schneider sowie der Befragungsmethode nach Pedersen kritisch, um deren Validität als Grundlage für wirtschaftspolitische Entscheidungen zu hinterfragen.

  • Problematik der Definition und Messung schattenwirtschaftlicher Aktivitäten
  • Vergleichende Analyse der Bargeldmethode (Schneider) und der Befragungsmethode (Pedersen)
  • Kritische Würdigung der methodischen Voraussetzungen und Datenqualität
  • Implikationen der Schätzergebnisse für wirtschaftspolitische Handlungsempfehlungen
  • Notwendigkeit einer EU-weit einheitlichen Definition und transparenten Methodik

Auszug aus dem Buch

3.3 kritische Würdigungen

Die Ergebnisse der Schätzungen von Schneider sind jedoch mit großer Vorsicht zu betrachten, denn die der Bargeldmethode zugrunde liegenden Vorraussetzungen sind höchst problematisch:

a) Grundvoraussetzung ist, dass in der Schattenwirtschaft nur Bargeld verwendet wird und dieses die gleiche Umlaufgeschwindigkeit hat, wie das Geld in der offiziellen Wirtschaft (was äußerst fragwürdig ist).

b) Das Bargeld bestimmter Länder (insbesondere: Dollar und Euro) dient im Ausland z.T. als Parallelwährung und müsste folglich herausgerechnet werden. Allerdings lässt sich der Umfang solcher Geldbestände nur sehr vage ermitteln.

c) Z.T. werden mit dem Bargeldansatz auch reine Finanztransaktionen erfasst, die definitionsgemäß aber nicht zur Schattenwirtschaft gezählt werden.

d) Durch statistische Einflüsse und unterschiedliche Spezifikationen der Berechnungsgleichungen können die Ergebnisse verfälscht werden und internationale Vergleiche sind i.d.R. begrenzt aussagefähig.

Allein diese allgemeinen Kritikpunkte zeigen, dass Schätzungen nach der Bargeldmethode nur zu unbefriedigenden Ergebnissen führen können. Neben diesen Punkten führen dann insbesondere Janisch/Brümmerhoff (2004) und Koch (2006) eine Reihe weiterer methodischer Kritikpunkte am Schätzverfahren Schneiders an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die wirtschaftspolitische Relevanz des Themas Schattenwirtschaft und definiert die Problematik verzerrter Statistiken sowie staatlicher Einnahmeverluste als Ausgangspunkt der Untersuchung.

2. Messung der Schattenwirtschaft: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Definition der Schattenwirtschaft und klassifiziert die gängigen direkten sowie indirekten Messmethoden innerhalb einer makro- und mikroökonomischen Perspektive.

3. Bargeldmethode (nach Schneider): Das Kapitel erläutert den Bargeldansatz zur Schätzung der Schattenwirtschaft, präsentiert die Ergebnisse für ausgewählte EU-Länder und unterzieht die Methode einer detaillierten kritischen Würdigung.

4. Befragungen (nach Pedersen): Hier wird die Befragungsmethode als alternative direkte Messmethode vorgestellt, deren Ergebnisse mit denen Schneiders kontrastiert und hinsichtlich ihrer Validität kritisch bewertet werden.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der kritischen Analyse zusammen, betont den hohen Forschungsbedarf und fordert eine transparente Methodik sowie eine einheitliche Definition zur besseren Abbildung der Schattenwirtschaft.

Schlüsselwörter

Schattenwirtschaft, Schwarzarbeit, Messmethoden, Bargeldmethode, Schneider, Befragungsmethode, Pedersen, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, BIP, Wirtschaftsstatistik, EU-Osterweiterung, Finanzpolitik, Steuerhinterziehung, DYMIMIC-Modell, Finanzkontrolle Schwarzarbeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Schwierigkeiten bei der Erfassung und Messung der Schattenwirtschaft und untersucht, inwiefern unterschiedliche wissenschaftliche Schätzmethoden verlässliche Aussagen über deren tatsächlichen Umfang zulassen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition der Schattenwirtschaft, die Darstellung der Bargeldmethode nach Schneider, die Befragungsmethode nach Pedersen sowie die kritische Reflexion der jeweiligen wissenschaftlichen Herangehensweisen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Qualität und Aussagekraft der vorliegenden Schätzmethoden zur Schattenwirtschaft kritisch zu hinterfragen, um aufzuzeigen, ob diese als verlässliche Grundlage für politische Handlungsempfehlungen dienen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und einen komparativen Ansatz, indem sie die Bargeldmethode (monetärer Ansatz) und die Befragungsmethode gegenüberstellt und ihre Schwächen im Lichte aktueller Forschung diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Messung definiert, gefolgt von einer detaillierten Erläuterung und kritischen Würdigung der Bargeldmethode nach Schneider sowie der Befragungsmethode nach Pedersen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Charakterisierende Begriffe sind unter anderem Schattenwirtschaft, Schwarzarbeit, Bargeldmethode, Schätzprobleme, Wirtschaftspolitik und Validität.

Warum kommen Schneider und Pedersen zu so unterschiedlichen Ergebnissen?

Die Diskrepanzen resultieren aus den grundlegend verschiedenen methodischen Ansätzen: Schneiders Bargeldmethode basiert auf makroökonomischen Annahmen über Bargeldnachfrage, während Pedersen mikroökonomische Befragungsdaten verwendet, die unterschiedliche Aspekte und Grenzen der Erfassbarkeit aufweisen.

Wie bewertet der Autor die Datenbasis der Bargeldmethode?

Der Autor stuft die Bargeldmethode als methodisch angreifbar ein, da wesentliche Voraussetzungen wie die einheitliche Umlaufgeschwindigkeit oder die Nichtberücksichtigung von Finanztransaktionen und Bargeldabflüssen ins Ausland höchst problematisch sind.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Probleme bei der Ermittlung des Umfangs der Schattenwirtschaft
Hochschule
Universität Potsdam
Veranstaltung
Hauptseminar: Fiskalpolitik und EU-Integration
Note
1,3
Autor
Dipl. Kfm. Nick Dimler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
24
Katalognummer
V76689
ISBN (eBook)
9783638817189
ISBN (Buch)
9783638818391
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Probleme Ermittlung Umfangs Schattenwirtschaft Hauptseminar Fiskalpolitik EU-Integration
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Kfm. Nick Dimler (Autor:in), 2007, Probleme bei der Ermittlung des Umfangs der Schattenwirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76689
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Leseprobe aus  24  Seiten
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