Die Seminararbeit erfolgte im Rahmen eines Regionalen Seminars und beschreibt die Entwicklung der Automobilindustrie in den neuen Bundesländern bzw. der DDR seit den 50er Jahren. Die Produktion unter Planwirtschaftlichen Verhältnissen, sowie der Übergang zur Marktwirtschaft und die damit einhergehenden Probleme werden behandelt, außerdem werden aktuelle Standorte vorgestellt.
Die Automobilindustrie in den neuen Bundesländern hat eine lange Tradition. Hier siedelten sich in der Gründungsphase der deutschen Automobilindustrie nicht nur Firmen an, auch die Vorgängerorganisation des Verbands der Automobilindustrie (VDA) wurde hier 1901 in Eisenach gegründet. Erste Produktionsstätten wurden schon 1896 in Eisenach gegründet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Neubeginn der Produktion in der SBZ/DDR
2.1 Struktur der Automobilindustrie in der DDR
2.2 Leitbilder des Automobilbaus
2.3 Innovationsblockade durch staatliche Regelung am Beispiel Trabant 601
2.4 Zusammenbruch der Automobilindustrie der DDR
3. Entwicklung der Automobilindustrie seit der Wiedervereinigung
3.1 Neuordnung der Unternehmensstrukturen
3.2 Erholung der Automobilbranche
4. Auswahl aktueller Produktionsstätten
4.1 Gläserne Manufaktur – Dresden
4.2 BMW-Werk Leipzig
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Automobilindustrie in den neuen Bundesländern, ausgehend von den Strukturen der DDR bis hin zur Transformation und Erholung nach der Wiedervereinigung, unter besonderer Berücksichtigung moderner Produktionsstandorte.
- Historische Entwicklung und Tradition der Automobilindustrie in Mitteldeutschland.
- Strukturen, Leitbilder und Innovationsbedingungen in der DDR.
- Transformation der Produktionsstrukturen nach 1990.
- Wirtschaftliche Erholung und Investitionsdynamik seit der Wiedervereinigung.
- Vergleichende Analyse aktueller Produktionskonzepte am Beispiel Dresden und Leipzig.
Auszug aus dem Buch
4.2 BMW-Werk Leipzig
Einen deutlichen Kontrast zur Gläsernen Manufaktur bildet das BMW-Werk in Leipzig. Hier werden vorwiegend 3er-Limousinen, seit 2007 auch 1er-Dreitürer hergestellt. Das Werk ist eines der neuesten der BMW-Group, und wurde 2005 nach dreijähriger Bauphase fertig gestellt. Nach dem schon 2004 gestarteten Erprobungsbetrieb konnte am 1.März 2005 nach einer gesamten Investitionssumme von 1,3 Mrd. Euro das erste Kundenfahrzeug gefertigt und die Serienproduktion begonnen werden. Die Fabrik besteht aus mehreren Teilen. Der Administration im Hauptgebäude und um dieses zentrale Gebäude die Produktionshallen angeschlossen. Der Karosseriebau im Werk Leipzig bezieht seine Teile aus dem Presswerk Regensburg die von 30 LKW pro Tag angeliefert werden. Die angelieferten Teile werden hier weiterverarbeitet und von Robotern zur Karosserie zusammengeschweißt. Auf einer Fläche von 80000m² sind hier über 500 Roboter im Einsatz mit einem durchschnittlichen Stückpreis von ca. 20t – 30t €.
Der hohe Anteil an durch Roboter durchgeführten Arbeitsschritten bei der Montage der Karosserie zeigt sich am deutlichsten an den prozentualen Anteilen an der Fertigung. Im Karosseriebau des Werks Leipzig werden nur noch 3% der Arbeitsschritte von den 200 Mitarbeitern durchgeführt, der Rest wird komplett von den Maschinen übernommen. Die Arbeiter sind somit hauptsächlich für die Kontrolle der Maschinen zuständig und müssen nur im Ausnahmefall in die Produktion eingreifen. Bei reibungslosem Ablauf der Produktion ist dadurch rechnerisch ein 74-Sekunden-Takt möglich, tatsächlich wird jedoch eine längere Taktzeit gefahren. Die Lackiererei des Werks befindet sich in einer Nachbarhalle und ist ebenso weitgehend automatisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel skizziert die lange Tradition der Automobilindustrie in den neuen Bundesländern und beschreibt die Situation der Branche vor dem Zweiten Weltkrieg.
2. Neubeginn der Produktion in der SBZ/DDR: Hier werden die Demontage, die Enteignung und die zentralistische Strukturierung der DDR-Automobilindustrie sowie deren Innovationsprobleme und letztendlicher Zusammenbruch analysiert.
3. Entwicklung der Automobilindustrie seit der Wiedervereinigung: Dieses Kapitel thematisiert den schockartigen Umbruch von der Plan- zur Marktwirtschaft, die Neuordnung der Unternehmensstrukturen durch die Treuhandanstalt und die anschließende wirtschaftliche Erholung der Branche.
4. Auswahl aktueller Produktionsstätten: Anhand der Gläsernen Manufaktur in Dresden und des BMW-Werks Leipzig werden unterschiedliche Konzepte und Standortstrategien aktueller Automobilproduktionen aufgezeigt.
5. Fazit: Das Kapitel bilanziert den Erfolg der getätigten Modernisierungsinvestitionen und stellt die Erholung der Beschäftigten- und Umsatzzahlen in Sachsen und Thüringen dar.
Schlüsselwörter
Automobilindustrie, DDR, SBZ, Wiedervereinigung, Transformation, Kombinate, Trabant, Innovationsblockade, Gläserne Manufaktur, BMW-Werk Leipzig, Produktionsstrukturen, Investitionen, Beschäftigungsentwicklung, Sachsen, Thüringen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Transformation der Automobilindustrie in den neuen Bundesländern von den 1950er Jahren bis zur heutigen Zeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der DDR-Planwirtschaft, dem Zusammenbruch der Industrie nach der Wende sowie der erfolgreichen Neuausrichtung durch Modernisierungsinvestitionen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, die Entwicklungsprozesse sowie die strukturellen Veränderungen der Automobilbranche in Mitteldeutschland historisch und ökonomisch nachzuzeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung statistischer Daten und Unternehmensinformationen zur Entwicklung der Branche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der DDR-Automobilproduktion, die Phase der Wiedervereinigung und die Darstellung ausgewählter moderner Produktionsstandorte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Automobilindustrie, Transformation, Kombinate, Investitionen, Standortfaktoren und wirtschaftliche Erholung.
Warum wird die Gläserne Manufaktur in Dresden nicht als klassische Autofabrik bezeichnet?
Der Autor ordnet sie eher als "Front-Office" oder Marketingobjekt ein, da dort keine Bauteilfertigung stattfindet, sondern lediglich die Montage aus vorgefertigten Teilen.
Welche Besonderheit zeichnet das BMW-Werk Leipzig bei der Endmontage aus?
Eine Besonderheit ist das Prinzip der Integration von Mitarbeitern externer Zulieferer direkt in den Endmontageprozess auf dem Werksgelände.
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- Michael Feuerstein (Author), 2007, Die Automobilindustrie in den neuen Bundesländern seit den 50ern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76707