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Die Symbolik der Parlamentsarchitektur in der Bundesrepublik Deutschland

Titel: Die Symbolik der Parlamentsarchitektur in der Bundesrepublik Deutschland

Magisterarbeit , 2007 , 116 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christine Hauptmann (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit will den Nachweis der Notwendigkeit staatlicher Symbolik führen und dabei die durchaus positiven Aspekte solcher Versinnbildlichung betonen. Dies geschieht am Beispiel der Symbolik der Parlamentsarchitektur im Hinblick auf ihre Bedeutung für die staatliche Repräsentation der Bundesrepublik Deutschland. Dabei wird deutlich werden, dass es sich gerade für die Politikwissenschaft lohnt, in entsprechenden Untersuchungen insbesondere die soziopolitischen Qualitäten symbolischer Formen und ihren positiven Einfluss auf das Gemeinwesen zu beleuchten. Zudem soll nachgewiesen werden, dass ausgehend von der 1949 umgebauten Pädagogischen Akademie bis hin zum 1999 fertig gestellten Reichstag Fosters, gleichsam eine architektonische Tradition des transparenten Bauens in der Bundesrepublik Deutschland existierte, die in Berlin – insbesondere auf Grund des historischen Baubestands – zwar stark modifiziert, dennoch aber nicht vollständig aufgegeben wurde. Zu diesem Zweck sollen jedoch auch andere staatlich initiierte Bauten der Bundesrepublik Gegenstand der Untersuchung sein, die eine herausragende Rolle für die staatliche Selbstdarstellung des Landes gespielt haben und auf Grund ihrer Architektur in die Tradition der transparenten Bauweise einzuordnen sind. Dies betrifft zum einen Bauwerke, die in erster Linie für nationale Bedürfnisse errichtet wurden, wie etwa der Bonner Kanzlerbungalow, zum anderen aber auch solche, deren Erbauung in einem internationalen Kontext stattgefunden hat, und die daher einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung der Bundesrepublik durch das Ausland hatten, wie etwa die Brüsseler Weltausstellungspavillons aus dem Jahre 1958, oder das 1972 fertig gestellte Münchner Olympiastadion. Schließlich soll der Nachweis des gesellschaftspolitischen Stellenwerts politischer Bauten auf Grund ihres Symbolgehalts sowohl die Notwendigkeit auch künftiger Diskussionen über das Erscheinungsbild der Staatsarchitektur verdeutlichen sowie einen Erklärungsansatz für die ausgiebigen Debatten um eine angemessene Parlamentsarchitektur in der Bundesrepublik Deutschland bieten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

A. Repräsentation und Symbol – theoretische Grundlagen

1. Der Begriff der Repräsentation

1.1 Repräsentation als Willensbeziehung

1.2 Repräsentation als Symbolbeziehung

2. Das Konzept der Symbolischen Politik – Symbole als Mittel politischer Inszenierung und Manipulation

3. Der Begriff des Symbols

4. Architektur als Bedeutungsträger: Das architektonische Zeichen nach Umberto Eco

B. Die Parlamentsarchitektur in der Bundesrepublik Deutschland und ihre symbolische Bedeutung

I. Voraussetzungen

1. Transparenz und Öffentlichkeit in der deutschen Parlamentsarchitektur

2. Zur Problematik der Identifizierung einer genuin nationalsozialistischen Architektur

3. Die bundesrepublikanische Parlamentsarchitektur als Gegenbau zur nationalsozialistischen Vergangenheit

4. Zur Regierungsarchitektur der DDR

5. Zwischenfazit

II. Transparentes Bauen: Ausgewählte Bauwerke und die Herkunft der Glassymbolik

1. Der Bonner Kanzlerbungalow

2. Bundesdeutsche Glasarchitektur in der internationalen Öffentlichkeit

2.1 Die Brüsseler Weltausstellungspavillons

2.2 Die Münchner Olympiabauten

3. Der Zusammenhang von Glas, Transparenz und Demokratie

3.1 Das Öffentlichkeitsprinzip und die Symbolik des Öffentlichen

3.2 Die symbolische Bedeutung von Glas

3.3 Die Kritik an der symbolischen Verknüpfung von transparentem Bauen und politischer Transparenz

III. Offene Architektur und öffentliche Debatten – Transparente Parlamentsarchitektur als demokratische Symbolik

1. Der erste Plenarsaal der Bundesrepublik Deutschland – Der Umbau der Pädagogischen Akademie durch Hans Schwippert

2. Der Plenarsaal von Günther Behnisch

3. Das Reichstagsgebäude nach dem Umbau durch Lord Norman Foster

Die Demokratie im Glashaus – die ungebrochene Tradition eines zerbrechlichen Baustoffes (Schlussbetrachtung)

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die symbolische Bedeutung der Parlamentsarchitektur in der Bundesrepublik Deutschland. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwiefern die bevorzugte transparente Glasarchitektur als Ausdruck für demokratische Werte und als bewusste architektonische Abgrenzung gegenüber totalitären Systemen dient.

  • Theoretische Grundlagen zur symbolischen Repräsentation und Architektursemiotik nach Umberto Eco.
  • Analyse der bundesdeutschen Parlamentsbauten als "Gegenbauten" zur nationalsozialistischen und DDR-Staatsarchitektur.
  • Untersuchung der historischen Genese des Öffentlichkeitsprinzips in Bezug auf Architektur.
  • Fallstudien zu prägenden Bauten wie dem Kanzlerbungalow, den Brüsseler Pavillons und dem Münchner Olympiastadion.
  • Detaillierte Betrachtung der Plenarsäle in Bonn und Berlin unter dem Aspekt der "Glassymbolik".

Auszug aus dem Buch

4. Architektur als Bedeutungsträger: Das architektonische Zeichen nach Umberto Eco

Der Überschuss des Symbols an Sinngehalt gegenüber dem gewöhnlichen Zeichen ist eine wichtige Grundlage, um die Symbolik der Parlamentsarchitektur zu untersuchen. Die Analyse soll sich hierbei an der semiotischen Theorie Umberto Ecos zum architektonischen Zeichen orientieren. Bei Eco besteht auch das architektonische Zeichen aus der kulturell codierten Zuordnung eines Ausdrucks zu einem Inhalt. Der Ausdruck ist dabei das Gebäude oder der architektonische Gegenstand selbst, während der Inhalt dessen Funktion im Sinne einer Nutzungs- oder Gebrauchsfunktion ist. So ist das architektonische Zeichen „Haus“ beispielsweise mit der Funktion „Möglichkeit des Wohnens“ korreliert oder das architektonische Zeichen „Tür“ mit der Funktion „Möglichkeit des Zugangs“.

Die Zuordnung von Zeichenausdruck und Inhalt, also von architektonischem Objekt und Nutzungsfunktion trifft natürlich auch dann zu, wenn von der praktischen Funktion des architektonischen Gegenstandes de facto gar kein Gebrauch gemacht wird oder gemacht werden kann. Auf diese Weise ist es etwa möglich, dass ein Architekt lediglich angedeutete Fenster konstruiert, deren Funktion realiter nicht existiert, die aber dennoch als Fenster im architektonischen Kontext funktionieren und als solche erfahren werden. Es kann also eine Gebrauchsfunktion mitgeteilt werden, ohne diese auch tatsächlich möglich zu machen, der kommunikative Wert des architektonischen Gegenstandes bleibt trotzdem erhalten: „Das heißt: das, was mir den Gebrauch der Architektur erlaubt […], sind nicht nur die möglichen Funktionen, sondern vor allem die damit verbundenen Bedeutungen, die mich für den funktionalen Gebrauch disponieren. Auch wenn es sich um Formen von trompe l´œil handelt, bin ich für den Gebrauch disponiert, auch wenn die Funktion gar nicht möglich ist.“

Dass ein architektonisches Zeichen also immer seine erste Funktion mitteilt, selbst wenn davon faktisch kein Gebrauch gemacht wird bzw. gemacht werden kann, wird insbesondere im Hinblick auf die Analyse des symbolischen Gehalts von Glas als demokratischem Baumaterial eine wichtige Rolle spielen. Auch in diesem Kontext wird zu zeigen sein, dass Glas im architektonischen Kontext auf Grund seiner physischen Beschaffenheit stets die Funktion des „Hindurchblickens“ denotiert, selbst wenn diese Nutzfunktion nicht tatsächlich zur Anwendung kommt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und begründet die Notwendigkeit, staatliche Symbolik politikwissenschaftlich zu untersuchen, um deren stabilisierende Funktion für die Demokratie aufzuzeigen.

A. Repräsentation und Symbol – theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe der Repräsentation und des Symbols sowie die semiotische Theorie nach Umberto Eco, um ein Analyseinstrumentarium für die Architektur bereitzustellen.

B. Die Parlamentsarchitektur in der Bundesrepublik Deutschland und ihre symbolische Bedeutung: Dieser Teil widmet sich der konkreten Analyse der deutschen Parlamentsbauten, wobei die bewusste Abgrenzung zur nationalsozialistischen Architektur und die ständige Konkurrenz mit der DDR als zentrale Motive identifiziert werden.

Die Demokratie im Glashaus – die ungebrochene Tradition eines zerbrechlichen Baustoffes (Schlussbetrachtung): Das Fazit resümiert die identifizierte architektonische Tradition der Transparenz und bekräftigt die Bedeutung der Symbolik für die demokratische Selbstvergewisserung.

Schlüsselwörter

Parlamentsarchitektur, Bundesrepublik Deutschland, Symbolik, Repräsentation, Transparenz, Glasarchitektur, Demokratie, Staatliche Selbstdarstellung, Architektursemiotik, Umberto Eco, Hans Schwippert, Günther Behnisch, Reichstag, Politische Symbolik, Gegenbau.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, welche symbolische Bedeutung staatliche Bauten, insbesondere Parlamentsgebäude, in der Bundesrepublik Deutschland haben und wie sie demokratische Werte kommunizieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Politikwissenschaft, Architekturtheorie, Semiotik (Zeichenlehre) sowie die deutsche Zeitgeschichte und die politische Kultur der Bundesrepublik.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist der Nachweis, dass staatliche Symbolik keine "reine Symbolpolitik" zur Manipulation ist, sondern eine notwendige, stabilisierende Funktion für das demokratische System erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin wendet eine hermeneutische Analyse an, die sowohl Literaturquellen interpretiert als auch eine architektursemiotische Untersuchung (nach Umberto Eco) der betrachteten Gebäude durchführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Genese der transparenten Glasarchitektur in der Bundesrepublik, den Einflüssen der Zeitgeschichte (Abgrenzung zum NS-Regime und Konkurrenz zur DDR) sowie der Analyse spezifischer Schlüsselbauten wie dem Kanzlerbungalow und den Plenarsälen in Bonn und Berlin.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Transparenz, Symbolische Repräsentation, Demokratisches Bauen, Architektursemiotik und die Auseinandersetzung mit historisch belasteter Architektur.

Warum wird der Kanzlerbungalow in die Analyse einbezogen?

Der Kanzlerbungalow dient als Beispiel für die Anwendung des "Internationalen Stils" und der modernen Transparenz-Symbolik in einem staatlichen Repräsentationsprojekt, das sich demonstrativ von monumentaler NS-Architektur absetzt.

Welche Rolle spielt der "Palast der Republik" in der DDR für die Argumentation?

Er dient als Vergleichsobjekt, um die "Konkurrenz der Systeme" in der Architekturgeschichte zu beleuchten und aufzuzeigen, wie auch im Osten die Architektur als Mittel zur symbolischen Identitätsstiftung genutzt wurde.

Wie bewertet die Autorin den Umbau des Reichstages durch Lord Norman Foster?

Die Autorin sieht darin eine gelungene Fortführung der transparenten Tradition der Bundesrepublik, die den historischen Bestand (Altbau) mit modernen Elementen (Kuppel) zu einer "Symbiose von Neuanfang und historischem Vermächtnis" verbindet.

Ende der Leseprobe aus 116 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Symbolik der Parlamentsarchitektur in der Bundesrepublik Deutschland
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie)
Note
1,0
Autor
Christine Hauptmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
116
Katalognummer
V76722
ISBN (eBook)
9783638796330
ISBN (Buch)
9783656450771
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Symbolik Parlamentsarchitektur Bundesrepublik Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christine Hauptmann (Autor:in), 2007, Die Symbolik der Parlamentsarchitektur in der Bundesrepublik Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76722
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