Die Arbeit handelt von der Aktualität von Mädchenarbeit und stellt die Frage, nach der Notwendigkeit spezieller Mädchenarbeit in Zeiten von Koeducation und Gender Mainstreaming...
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Mädchenarbeit und Gender Mainstreaming
Mädchenarbeit ab den siebziger Jahren
Gender Mainstreaming
Gender Mainstreaming - Auswirkungen und Chancen für die Mädchenarbeit
Forschungen, Studien und Fakten
Notwendigkeit und Aktualität
Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die anhaltende Notwendigkeit und Aktualität von geschlechtsspezifischer Mädchenarbeit vor dem Hintergrund der Implementierung von Gender Mainstreaming in der Jugendhilfe. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Mädchenarbeit durch diesen Prozess marginalisiert oder ersetzt wird oder ob sie weiterhin als notwendiges, eigenständiges Konzept zur Förderung von Chancengleichheit und Identitätsentwicklung bestehen muss.
- Historische Entwicklung der feministischen Mädchenarbeit seit 1970
- Konzept und Zielsetzungen von Gender Mainstreaming in der Politik
- Wechselwirkungen zwischen Gender Mainstreaming und Mädchenarbeit
- Analyse aktueller Studien zur Lebenswelt von Mädchen und jungen Frauen
- Bedeutung der "Mannheimer Leitlinien" für die pädagogische Praxis
Auszug aus dem Buch
Gender Mainstreaming - Auswirkungen und Chancen für die Mädchenarbeit
Das Konzept des Gender Mainstreaming (GM) ergänzt den Ansatz feministischer, parteilicher Mädchen- und Frauenpolitik um die Übernahme von Verantwortung durch Politik und Verwaltung für Geschlechtergerechtigkeit in allen Bereichen und auf allen Hierarchieebenen. GM ist im Sinne einer Doppelstrategie sowohl Gleichstellungspolitik im Querschnitt aller Politikfelder als auch gezielte Mädchen und Frauenförderung. Als Doppelstrategie eröffnet GM neue Chancen als das Geschlechtergerechtigkeit als Thema neu belebt und in alle Politikfelder eingebracht wird. Zudem ist GM hilfreich um Anforderungen einer geschlechtergerechten Jugendhilfe zu formulieren und umzusetzen.
GM bietet des Weiteren der Mädchenarbeit die Möglichkeit aus der Nische der Besonderheit herauszuschlüpfen und Mädchen aus dem „Benachteiligten-Blick“ hervorzuholen. Mit der Einführung des GM müssen sich pädagogische und politische Mitarbeiter/-innen geschlechtsspezifisch schulen und weiterbilden. Eine weitere Chance des GM ist, dass die Zusammenarbeit von Mädchen- und Jungenarbeit gefördert wird. Ebenso ist entscheidend, dass GM als ergänzende und verstärkende Maßnahme zu Frauen- und Mädchenpolitik gesehen wird und diese als Expertinnen einbezogen werden. Mädchenarbeit soll also nicht zu Disposition stehen, jedoch zur Diskussion aller Beteiligten.
Dennoch birgt das Konzept des GM auch Gefahren in sich. Unbegründet ist die Angst, Mädchenarbeit könne im Boden versinken also keineswegs. GM könnte auch dazu dienen, gezielte Mädchen- und Frauenförderprogramme abzubauen. Es wird in diesem Punkt damit argumentiert, dass die neue Mädchen- und Frauengeneration so selbstbewusst sei und Gleichberechtigung erreicht sei, so dass mädchenspezifische Ansätze nicht mehr notwendig wären.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Mädchenarbeit und Diskussion der Forschungsfrage nach ihrer Aktualität im Kontext von Gender Mainstreaming.
Mädchenarbeit und Gender Mainstreaming: Historische Herleitung der Mädchenarbeit seit den 70er Jahren und Definition sowie politische Einbettung des Gender Mainstreaming-Konzepts.
Gender Mainstreaming - Auswirkungen und Chancen für die Mädchenarbeit: Untersuchung der Chancen und potenziellen Gefahren, die der Prozess des Gender Mainstreaming für die spezifische Mädchenarbeit mit sich bringt.
Forschungen, Studien und Fakten: Präsentation empirischer Belege und Berichte, welche die fortbestehende Benachteiligung von Mädchen und die Notwendigkeit von Mädchenarbeit verdeutlichen.
Notwendigkeit und Aktualität: Darstellung der Mannheimer Leitlinien als Handlungsgrundlage und abschließende Argumentation für den Erhalt der Mädchenarbeit.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung, in der Mädchenarbeit als sinnvolle und notwendige Ergänzung zu koedukativen Ansätzen sowie als politischer Motor identifiziert wird.
Schlüsselwörter
Mädchenarbeit, Gender Mainstreaming, Jugendarbeit, Gleichstellung, Feministische Mädchenarbeit, Mannheimer Leitlinien, Geschlechtergerechtigkeit, Empowerment, Identitätsarbeit, Chancengleichheit, Sozialpädagogik, Koedukation, Lebenswelt, Mädchenförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Frage, ob Mädchenarbeit als fachlicher Ansatz angesichts des umfassenden Konzepts des Gender Mainstreaming in der Jugendhilfe noch zeitgemäß und notwendig ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die historische Entwicklung der Mädchenarbeit, das Konzept des Gender Mainstreaming, die Auswirkungen dieser politischen Strategie auf die Mädchenförderung sowie aktuelle Forschungsdaten zur Lebenssituation von Mädchen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu analysieren, ob und warum geschlechtsspezifische Mädchenarbeit auch heute noch eine unverzichtbare Aufgabe der Jugendhilfe darstellt, um echte Chancengleichheit zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Dokumentenanalyse, wobei zentrale Studien, Berichte und Leitlinien herangezogen werden, um die Notwendigkeit der Mädchenarbeit zu begründen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Entwicklung der Mädchenarbeit, eine Analyse des Gender Mainstreaming und eine evidenzbasierte Auseinandersetzung anhand aktueller Studien und Leitlinien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mädchenarbeit, Gender Mainstreaming, Empowerment, Chancengleichheit und geschlechtsspezifische Pädagogik.
Was besagen die "Mannheimer Leitlinien" für die Praxis?
Sie dienen als Handlungsgrundlage für die Jugendhilfe, um den spezifischen Bedürfnissen von Mädchen gerecht zu werden und Benachteiligungen gezielt abzubauen.
Welches Fallbeispiel wird im Fazit zur Veranschaulichung genutzt?
Als Beispiel für erfolgreiche Mädchenarbeit wird der "Girlassic Park" in Ludwigshafen angeführt, ein durch Mädchen selbst gestaltetes Freizeitgelände.
- Quote paper
- Kristine Ricken (Author), 2005, Ist Mädchenarbeit in Zeiten von Gender Mainstreaming noch aktuell?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76775