Die Zukunft des Fernsehens im Zeitalter konvergierender Medien


Hausarbeit, 2006
17 Seiten, Note: 2,0
Ferdinand Tannwald (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Möglichkeiten fernsehmedialer Konvergenzen
2.1 weltweit umfassende Senderauswahl
2.2 Überall-Fernsehen (DVB-T)
2.3 Video-on Demand
2.4 private Programmkreationen
2.5 Ausweitung interaktiver Handlungsparadigmen

3. Beispielphänomene interaktiver Fernsehentwicklungen

4. Konvergenz als bedingter Fortschritt
4.1 Vielfalt und Qualität eines erweiterten Fernsehprogramms
4.2 zukünftige Programmperspektiven

5. Schlussbemerkung

6. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Die Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts ist auch die Geschichte eines Mediums: des Fernsehens. Von den einen als banaler Zeitvertreib verteufelt, von anderen als nie versiegende Quelle von Information und Unterhaltung gepriesen, hat sich die Televisionsmaschine im Laufe einer beispiellosen Erfolgsgeschichte über den gesamten Globus ausgebreitet. Das Fernsehen hat die Welt verändert, indem es sie in die Wohnzimmer brachte.“[1] Seit der Einführung des Privatfernsehens 1984 und der Etablierung elektronischer Medien in den 90ger Jahren, wie zum Beispiel dem Internet, entfalteten sich alsbald immer wieder und wieder neue Formen des technologischen Fortschritts. Hatte der Zuschauer damals noch einen verhältnismäßig kleinen, quadratischen Röhrenbildschirm vor sich, so sitzt er heute mit zunehmender Mehrheit vor einem LCD- oder sogar Plasmaflachbildschirm, der zudem natürlich auch noch um ein Vielfaches an Größe dazu gewonnen hat. Die hundertfache Auswahl an Programmen und das Dolby-Surround-System sind nur ein kleiner Teil erwähnenswerter Innovationen vorangegangener Jahrzehnte. In diesem Sinne war aber auch der Computer vor 1993 nur eine etwas weiterentwickelte Rechenmaschine die einfache Anweisungen und Programme ausführen konnte. Heute verbinden wir damit eine hoch komplexe Maschine, die neben Information und Interaktion auch Kommunikation oder Nachrichtenaustausch über nahe oder kurze Distanzen verbindet. Mit der Digitalisierung von Bild und Ton entstehen nun aber nach und nach immer sanftere Übergänge und fließendere Grenzen zwischen Fernseh- und Computer-umgebung. Was mit geschickterer Technik aufgespalten und digitalisiert werden kann, ist früher oder später, gerade in anderen, neuen Formen und Umgebungen dann auch wieder zusammensetzbar. Diese flexible Kombinierbarkeit digitaler Elemente, befähigt das Medium Fernsehen zur Konvergenz. Es gleitet zunehmend über in andere Medien, entdeckt neue Bereiche oder partizipiert von den Techniken der Computerwelt.

Unweigerlich drängt sich die Frage auf, ob nun der Computer, als Alleskönner, das Fernsehen vereinnahmen und ersetzen kann oder ob auch in Zukunft, trotz fortwährender Digitalisierung und technischer Innovation, das Fernsehen an sich Bestand haben wird und nur am Rande von der Übermacht der Multimedialisierung und des Internets beeinflusst wird. Dies können wir heute leider nur immer insofern beantworten, indem wir von Innovationen und gegenwärtigen Entwicklungen auf die nähere Zukunft schließen. Zu beobachten ist allerdings, dass das Fernsehen mehr und mehr ausschließlich auf die Bedürfnisse der Zuschauer eingeht und stets versucht neue und ansprechende Formen der Rezipientengewinnung zu entwickeln. Dies wird erfahrungsgemäß einerseits durch neue interessante Ideen im Bereich der Programmgestaltung erreicht, andererseits natürlich auch durch immer attraktivere technische Komponenten.

2. Möglichkeiten fernsehmedialer Konvergenzen

Die Digitalisierung des Fernsehens ist keine Zukunftsmusik. Sie hat sich, aufgrund ihrer Vorteile, schon seit vielen Jahren erfolgreich bewährt. Generell zieht das weitaus höhere technische Potential auch bessere Bildqualitäten, sparsame Nutzung von Übertragungskapazitäten und den Aufbau terrestrischer Gleichwellennetze mit sich. Darstellung und Abwicklung von Information und Kommunikation wird so, im Zuge einer neuen Fernsehmultimedialität, stets optimiert und weiterentwickelt.[2] Welchen Einfluss die Digitalisierung und das Zusammenwachsen unserer Medienwelt auf das Fernsehen haben, können wir bereits schon heute in vielen Bereichen und Anwendungen feststellen.

2.1 erweiterte Senderauswahl

Da digital verschlüsselte Sendungen erheblich weniger Sendekapazität erfordern als die klassisch Analogen könnte ein dementsprechend technisch modifizierter oder verlinkter Fernsehapparat über eine kaum vorstellbare Programmvielfalt verfügen. Dies würde zum Beispiel die Übertragung eines Fußballspiels mit mehreren Kameras gleichzeitig ermöglichen, so dass der Zuschauer selbst als Regisseur an der Fernbedienung den Bildausschnitt nach seinen Wünschen bestimmen könnte. Weiterhin können Kanäle, die auf ganz bestimmte Interessen zugeschnitten sind (Spartensender) oder auch sämtliche Sender auf internationaler Ebene angeboten werden. Man könnte diese Entwicklung mit der des Printbereichs vergleichen, wo vor 15 Jahren ebenfalls nur ein begrenztes Sortiment an Zeitschriften existierte, heute jedoch schon am Kiosk um die Ecke eine überwältigenden Vielfalt an Spezialzeitschriften angeboten wird. Ein solch breit gefächertes Angebot existiert zur Stunde schon über das so genannte TV-over-Internet. Grundsätzlich kann hier zwischen zwei geläufigen Formen unterschieden werden.

Auf der einen Seite das IPTV (Internet Protocol Television). Hierbei handelt es sich um „[…] die Übertragung von Audio- und Videosignalen in TV-Qualität auf einen Fernseher. Die Übertragung basiert auf dem IP Protokoll, auf dem auch das Internet aufbaut. […] Anbieter von IPTV sind Telekommunikationsunternehmen wie die Deutsche Telekom oder Arcor, die DSL-Internetzugänge anbieten.“[3] Diese Dienstleistungen können aber nicht einfach global von Jedermann genutzt werden. Vorraussetzung dafür sind gewisse technische Einrichtungen, allen voran die Set-Top-Box, die den potentiellen Empfänger befähigt, besagte Dienste in vollem Umfang entgeltlich nutzen zu können. Er kann mit diesen Geräten natürlich dann nicht nur all jene Programme empfangen, die er bereits von früher aus dem Kabel- oder Satellitenfernsehen kennt, sondern eben auch alle zusätzlich angebotene Sender oder Features die von Dienst zu Dienst variieren.[4]

Auf der anderen Seite können gewisse Fernsehprogramme, durchaus auch direkt, über Homepages bzw. Internetadressen wie „Beelinetv.com“, per Stream (kontinuierliche Übertragung von Daten über ein Netzwerk), rezipiert werden. Hierbei ist allerdings zu bemerken, dass Bild- als auch Tonqualität zwecks schnellerer Übertragungsraten, nur in sehr verminderter Form realisiert werden können und die Auswahl derzeit noch stark beschränkt auf reine Nachrichtensendungen ist. Somit stellt diese Variante über das World Wide Web im Moment noch eigentlich keine echte Alternative zum herkömmlichen Fernsehen dar.

2.2 Überall-Fernsehen (DVB-T)

Die DVB-T Technik (Digital Video Broadcasting Terrestrial) macht es weiter möglich, digitales Fernsehen über Antenne zu empfangen. „[Das Signal] gelangt nicht mehr direkt auf den Bildschirm, sondern wird zunächst in Datenpakete zerlegt und im Empfänger auf Fehler überprüft. Das Ergebnis dieser Fehlerkorrektur: Empfangsqualität = Sendequalität. Per

DVB-T kommen nicht nur bessere Bilder ins Haus. Auch Dolby-Surround-Sound wird in den digitalen Datenstrom eingespeist.“[5] Weil es den Emp­fang innerhalb und außerhalb von Gebäuden ermöglicht, wird es auch das „Überall Fernsehen“ genannt. Dies bedeutet, das, ähnlich wie beim Handy, in entsprechend netzver­sorgten Gebieten, ortsunabhängiger Fernsehempfang möglich ist.[6] DVB-T Antennenfernsehgeräte können bsw. über den Zigarettenanzünder im Auto betrieben werden. Während eines Staus kann man dann nicht nur Fernsehsendungen in hervorragender Qualität empfangen, sondern auch Musik hören oder DVDs laufen lassen. „’Fernsehen im Auto eröffnet eine neue Dimension im Bereich der Unterhaltungselektronik im Automobil. Aufgrund der Beliebtheit des Mediums Fernsehen ist ein hohes Interesse seitens der Konsumenten und eine rasche Verbreitung denkbar’[…]“[7] Aber auch Mobiltelefone an sich, die mit der erforderlichen Technik bestückt sind, können in naher Zukunft – teils auch schon heute – Fernsehprogramme auf ihr Minidisplay holen.

Nachteil der neuen Technik ist derzeit noch, dass die Anschaffung mit überdurchschnittlich hohen Kosten verbunden ist und das das DVB-T Netz an sich noch nicht flächendeckend vorhanden ist, so dass noch nicht überall Empfang gewährleistet werden kann.

[...]


[1] Münker Stefan, Televisionen, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1999, S. 7.

[2] Vgl.: Ziemer Dr. Albrecht, „Das Bildformat 16:9, HDTV und digitales Fernsehen“, in: Paech Prof. Dr.

Joachim, Digitales Fernsehen – eine neue Medienwelt?, Mainz 1994, 20-31, S.20.

[3] http://www.iptvtoday.de/blog/iptv-grundlagen, 02.08.06.

[4] Vgl.: http://www.iptvtoday.de/blog/iptv-grundlagen, 01.08.06.

[5] http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,2128104,00.html, 23.08.2006.

[6] Vgl.: http://www.dvb-t-bayern.de/download/DVB-T_FAQ.pdf, 31.07.2006.

[7] http://www.visteon.com/europe/de/newsroom/press/2004/062204.shtml, 23.08.2006.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Zukunft des Fernsehens im Zeitalter konvergierender Medien
Hochschule
Universität Regensburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V76836
ISBN (eBook)
9783638823753
ISBN (Buch)
9783638824682
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zukunft, Fernsehens, Zeitalter, Konvergenz, Neue medien, Fernsehen, TV, Fernsehn, Medien
Arbeit zitieren
Ferdinand Tannwald (Autor), 2006, Die Zukunft des Fernsehens im Zeitalter konvergierender Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76836

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