Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Themenbereich der Pflegediagnose unter der Fragestellung: “Was leisten Pflegediagnosen?“
Nachdem die Begrifflichkeit der Pflegediagnose geklärt ist, gibt diese Hausarbeit einen Überblick über die Entstehung und den Inhalt einer Pflegediagnose, sowie die Einordnung in den gesamten Pflegekomplex. Um den zeitlichen Bezug zur heutigen Situation zu gewährleisten, erfolgt ein kurzer Abriss der Entwicklungsgeschichte der Pflegediagnose in den USA und in Deutschland. Über diese Grundlagen hinaus, werde ich die verschiedenen Bereiche vorstellen, die vom Einsatz der Pflegediagnose betroffen sind, und die daraus resultierenden Veränderungen, Vor- und Nachteile erläutern. Näher betrachtet werden hierbei auf der einen Seite die direkten pflegerischen Aspekte, als auch auf der anderen Seite die rechtlichen und kostenrelevanten Auswirkungen.
Bei dem pflegerischen Aspekt gehören sowohl die Auswirkung auf die gesamte Pflegeplanung, die veränderte Kommunikation zwischen dem Pflegepersonal und dem Patienten, die Dokumentation des Pflegezustandes und die Entlassung zu den fokussierten Themen. Der Bereich Recht und Finanzen umfasst die Nachweisbarkeit der Pflege, die Auswirkung auf den Personalbedarf eines Krankenhauses oder die Abrechnungsmöglichkeit gegenüber der Krankenkasse.
Abschließend werde ich in einem eigenen Fazit einige Vor- und Nachteile kritisch diskutien.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Was ist eine Pflegediagnose?
3) Die Entwicklung und die Entstehung von Pflegediagnosen
4) Der internationale Stand der Pflegediagnosen
4.1) In Deutschland
5) Bedarf der Pflegediagnosen?
6) Pflegediagnostik in der Pflegeplanung
7) Attraktivitätsmoment- verbesserte Kommunikation
8) Entlassungsplanung
9) Rechtliche Absicherung durch Pflegediagnostik
10) Kosten im Gesundheitswesen und Nachweisbarkeit der pflegerischen Tätigkeit
11) Möglichkeit der Personalbemessung
12) Nationale und internationale Statistiken
13) Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Bedeutung und den Nutzen von Pflegediagnosen für die moderne Pflegepraxis, insbesondere unter dem Aspekt der Professionalisierung, Qualitätssicherung und ökonomischen Nachweisbarkeit. Die zentrale Fragestellung lautet: „Was leisten Pflegediagnosen?“.
- Historische Entwicklung der Pflegediagnostik in den USA und Deutschland.
- Integration von Pflegediagnosen in den Pflegeprozess und die Pflegeplanung.
- Verbesserung der interdisziplinären Kommunikation und Dokumentationsqualität.
- Rechtliche Absicherung und ökonomische Auswirkungen im Gesundheitswesen (DRGs).
- Notwendigkeit einer einheitlichen Fachsprache zur Qualitätssicherung.
Auszug aus dem Buch
6) Pflegediagnostik in der Pflegeplanung
„Antrieb bei der Pflegeplanung ist der Wunsch der Pflegekraft, den Ablauf der Dinge zu verändern.“ Alle auftretenden Gesundheitsprobleme werfen schwere Wirkungen auf, die die Pflegekräfte versuchen präventiv einzuschätzen und ihnen entgegenzuwirken.
Es müssen also vorausschauende Entscheidungen getroffen und ein genauer Ablaufplan verfasst werden. An dieser Stelle sind die Pflegediagnosen eine enorme Erleichterung. Es kann mittels dieses Instruments ein präziser Pflegebedarf formuliert und das Erreichen des angestrebten Pflegeziels identifiziert werden.
Spezifität ist hier von besonderer Bedeutung, da nur so eine Pflegeplanung gut steuerbar wird. Vage Begrifflichkeiten und Formulierungen erschweren der Pflegefachkraft zu erkennen was genau zu tun ist. Auch ist das Pflegeziel besser verifizierbar und somit vereinfacht die Pflegediagnose an dieser Stelle die komplette Evaluation des Pflegeprozesses.
Diese These wird von Gordon/ Bartholomyczik wie folgt untermauert: Der querschnittgelähmte Patient hat aufgrund seiner Immobilität die Diagnose „Gefahr einer Hautschädigung.“ Bei seiner Entlassung ist das erreichte Ziel: Haut ist intakt. Die Maßnahmen die zum erreichen dieses Ziels führten wurden aus den Diagnosen abgeleitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Pflegediagnosen ein und legt den Fokus auf deren Nutzen in Praxis, Recht und Finanzierung.
2) Was ist eine Pflegediagnose?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Pflegediagnose als klinische Beurteilung von menschlichen Reaktionen auf Gesundheitsprobleme.
3) Die Entwicklung und die Entstehung von Pflegediagnosen: Es wird die historische Genese des Pflegeprozesses und der Pflegediagnosen, primär ausgehend von den USA, beschrieben.
4) Der internationale Stand der Pflegediagnosen: Das Kapitel beleuchtet die globale Verbreitung der Pflegediagnostik und den Stand der Implementierung in Deutschland.
5) Bedarf der Pflegediagnosen?: Hier wird die Notwendigkeit einer einheitlichen Fachsprache zur Professionalisierung der Pflege und Forschung begründet.
6) Pflegediagnostik in der Pflegeplanung: Das Kapitel erläutert die Funktion der Pflegediagnosen als Instrument für präzisere Pflegeplanung und Zielformulierung.
7) Attraktivitätsmoment- verbesserte Kommunikation: Es wird beschrieben, wie strukturierte Diagnosen die interdisziplinäre Kommunikation und Dokumentation erleichtern.
8) Entlassungsplanung: Die Bedeutung einer frühzeitigen diagnosegestützten Entlassungsplanung für die Qualität der Patientenversorgung wird hervorgehoben.
9) Rechtliche Absicherung durch Pflegediagnostik: Das Kapitel thematisiert die Rolle der Pflegediagnostik bei der rechtlichen Absicherung pflegerischen Handelns.
10) Kosten im Gesundheitswesen und Nachweisbarkeit der pflegerischen Tätigkeit: Es wird der Zusammenhang zwischen Pflegediagnosen und der ökonomischen Messbarkeit pflegerischer Leistungen in DRG-Systemen diskutiert.
11) Möglichkeit der Personalbemessung: Dieses Kapitel erörtert, wie Pflegediagnosen zu einer realistischeren Personalbedarfsplanung beitragen können.
12) Nationale und internationale Statistiken: Der Nutzen von Pflegedaten für statistische Auswertungen und die Pflegeforschung wird dargelegt.
13) Fazit: Die Arbeit endet mit einer kritischen Reflexion über Chancen, Risiken und die Notwendigkeit der flächendeckenden Einführung von Pflegediagnosen.
Schlüsselwörter
Pflegediagnose, Pflegeprozess, Pflegeplanung, Pflegediagnostik, Professionalisierung, Qualitätssicherung, Dokumentation, NANDA, Gesundheitswesen, Kostenkontrolle, Fallmanagement, Personalbemessung, Pflegeforschung, DRG, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung, der Entwicklung und dem konkreten Nutzen von Pflegediagnosen im klinischen Alltag sowie in der Pflegeforschung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die pflegerische Fachsprache, die rechtliche Absicherung, die Ökonomisierung (DRG) und die Qualitätsverbesserung durch strukturierte Pflegeplanung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu erörtern, ob und wie Pflegediagnosen die Pflegearbeit vereinfachen, professionalisieren und objektiv nachweisbar machen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der zentrale Theorien und Diskurse von Autoren wie M. Gordon, S. Bartholomyczik und Organisationen wie NANDA ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die praktische Anwendung von Pflegediagnosen in Planung und Entlassung, ihre Rolle in der rechtlichen Absicherung sowie ihre ökonomische Bedeutung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Pflegediagnose, Qualitätssicherung, Pflegeprozess, Professionalisierung und evidenzbasierte Pflege.
Wie werden Pflegediagnosen in das DRG-System eingeordnet?
Der Autor argumentiert, dass Pflegediagnosen derzeit im DRG-System unzureichend abgebildet sind und durch Gewichtungsfaktoren ergänzt werden sollten, um den tatsächlichen Pflegeaufwand messbar zu machen.
Wie begegnet die Arbeit der Kritik an der Etikettierung von Patienten?
Der Autor schlägt das Vier-Augen-Prinzip vor, bei dem zwei Fachpflegekräfte die Diagnosen abgleichen, um Fehldiagnosen zu vermeiden.
- Quote paper
- Florian Fischbock (Author), 2006, Was leisten Pflegediagnosen? - Der Pflegeprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76847