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Homo Oeconomicus: der Mensch - ein asoziales Wesen?

Title: Homo Oeconomicus: der Mensch - ein asoziales Wesen?

Essay , 2005 , 10 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Florian Schlotterbeck (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Der methodologische Individualismus berücksichtigt zwar durchaus die Auswirkungen des sozialen Kontextes auf die Bedingungen individuellen Verhaltens, erkennt aber zu wenig die formgebende Kraft sozialer Strukturen in ihrer Emergenz. Kreuzt man dieses Bild vom handelnden Menschen in seinem Verhältnis zur Gesellschaft mit seiner Handlungsabsicht der Nutzenmaximierung, seiner Fähigkeit zu rationaler Selektion von Handlungsmöglichkeiten und mit Handlungssituationen des Austausches unter den Interagierenden, so finden wir die dieser grundlegenden Vorstellung des Menschen bzw. des Verhältnisses zwischen Akteur und Gesellschaft gemeinsamen Theoriengebäude in den ökonomischen Theorien der Mikrosoziologie wie der Verhaltenstheorie von George C. Homans, der Austauchtheorie von Peter M. Blau und der Theorie der rationalen Wahl von James C. Coleman (vgl. Münch 2003: 11).
Das diesen Theorien zugrunde liegende Akteurmodell wird Homo Oeconomicus genannt.

Dieses Menschenbild ist jedoch nur schwer eindeutig zu definieren, da jede Theorie die strukturelle Bedingtheit des Akteurhandelns durch den sozialen Kontext im Sinne des methodologischen Individualismus mehr oder minder stark betont bzw. jeweils spezifische Bedingungen in jeweils spezifischen sozialen Kontexten konstatiert. Deswegen gibt es bedeutsame Nuancen in der Verwendung des Homo-Oeconomicus-Modells. Die zentrale Frage lautet nun, inwieweit ein völlig asozial konzipiertes Akteurmodell des Homo Oeconomicus gegeben ist, oder inwieweit eine die strukturelle Bedingtheit durch das Soziale implizierende Modifikation desselben vorliegt, oder ob diese Modifikation gar noch den Prozess der Emergenz als Ergebnis der Interaktionen wenigstens zum Teil eingesteht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Homo Oeconomicus als Akteurmodell soziologischer Theorie

2. Der soziologisierte Homo Oeconomicus in den Handlungstheorien

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem Akteurmodell des Homo Oeconomicus und soziologischen Handlungstheorien, um zu klären, inwieweit ein ökonomisch konzipiertes Menschenbild in der Soziologie Anwendung finden kann oder einer soziologischen Modifikation bedarf. Im Zentrum steht die Frage, ob der Mensch primär als asoziales, nutzenmaximierendes Wesen oder als durch soziale Strukturen geprägter Akteur zu verstehen ist.

  • Verhältnisbestimmung zwischen individuellem Handeln und sozialen Strukturen
  • Analyse des Homo Oeconomicus als mikrosoziologisches Akteurmodell
  • Untersuchung soziologischer Varianten und Modifikationen (z.B. Tauschtheorie)
  • Gegenüberstellung von Homo Oeconomicus und Homo Sociologicus
  • Diskussion des methodologischen Individualismus in der Soziologie

Auszug aus dem Buch

1. Der Homo Oeconomicus als Akteurmodell soziologischer Theorie

Der „Konflikt zwischen Teil und Ganzem“ (Georg Simmel) im Kontext des Sozialen wirkt sich nicht nur realeffektiv auf unsere soziale Wirklichkeit aus, sondern ist auch in den unterschiedlichen Erklärungsmethoden der soziologischen Theorien abzulesen. Es stellt sich jeweils die zentrale Frage, in welchem Verhältnis Teil und Ganzes zueinander stehen; übertragen auf den Gegenstandsbereich der Soziologie: individuelles Handeln („agency“) und soziale Effekte („structure“). Das Ziel der Erklärungen der Soziologie liegt im Allgemeinen auf der Makroebene der sozialen Wirklichkeit und bezieht sich auf die kollektivbezogenen Erkenntnisinteressen wie Merkmalsverteilungen innerhalb eines Kollektivs, Zusammenhänge von Merkmalen im Falle mehrdimensionaler Verteilungsanalysen, dimensionaler oder kausaler Natur, und schließlich konkrete soziale Phänomene (vgl. Schulze 2003: 184,f.). Das grundlegende Problem jedoch ist, dass die Sozialforschung, um die kleinstmöglichen Einheiten des Sozialen als Datenträger zu nutzen, auf einzelne Menschen zurückgreifen muss. Wie ist nun die Verbindung zwischen dem Individualhandeln der empirischen Forschung und dem kollektivbezogenen Erklärungsziel der soziologischen Theorie herzustellen? Diese Frage entscheidet sich durch das grundlegende Verständnis des Wissenschaftlers vom Verhältnis zwischen Mensch und Gesellschaft, d.h. durch seine grundlegende Vorstellung vom Menschen in seiner Beziehung zur Gesellschaft und seine grundlegende Vorstellung von der Gesellschaft in ihrer Beziehung zum einzelnen Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Homo Oeconomicus als Akteurmodell soziologischer Theorie: Dieses Kapitel erörtert das grundlegende soziologische Spannungsfeld zwischen individuellem Handeln und sozialen Strukturen sowie die Notwendigkeit, das Handeln einzelner Individuen in theoretische Erklärungen einzubetten.

2. Der soziologisierte Homo Oeconomicus in den Handlungstheorien: Hier wird analysiert, wie soziologische Theorien, etwa die Tauschtheorie oder die Theorie der rationalen Wahl, das ökonomische Menschenbild durch soziale Faktoren ergänzen und modifizieren.

Schlüsselwörter

Homo Oeconomicus, Homo Sociologicus, Handlungstheorie, methodologischer Individualismus, Mikrosoziologie, Makrosoziologie, Nutzenmaximierung, soziale Struktur, Handlungsprägung, Tauschtheorie, rationale Wahl, soziale Interaktion, Agency, Struktur, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das ökonomische Akteurmodell des Homo Oeconomicus in der Soziologie eingesetzt werden kann und wie es sich von einer rein ökonomischen zu einer soziologisch informierten Sichtweise wandelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der methodologische Individualismus, die Unterscheidung zwischen Mikro- und Makrosoziologie sowie die Interaktion zwischen individuellen Handlungsentscheidungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist zu klären, ob der Homo Oeconomicus als Modell ausreicht, um menschliches Handeln in der Gesellschaft zu erklären, oder ob er durch soziale Aspekte modifiziert werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theorievergleichende und analytische Arbeit, die auf der Literaturrezeption soziologischer und ökonomischer Klassiker sowie moderner Theoriediskurse basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der methodologischen Verortung des Akteurmodells in der Soziologie und detaillierten Diskussionen zu spezifischen Ansätzen wie der Tauschtheorie nach Blau oder der Theorie der rationalen Wahl.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Homo Oeconomicus, Homo Sociologicus, methodologischer Individualismus, Handlungsprägung und soziale Interaktion.

Wie definiert der Autor das Verhältnis von Mensch und Gesellschaft?

Der Autor betont, dass der Mensch nie rein als "asozialer" Egoist oder rein als "sozial determinierte" Rolle agiert, sondern als Individuum, dessen Handeln zwar durch Kontexte geprägt, aber nicht vollständig determiniert ist.

Welche Bedeutung kommt der Tauschtheorie von Peter M. Blau in diesem Essay zu?

Blau dient als Beispiel für eine "soziologisierte" Sichtweise, in der Tauschbeziehungen nicht nur ökonomisch, sondern durch Vertrauen, Normen und Machtstrukturen beeinflusst werden.

Was unterscheidet das RREEMM-Modell vom einfachen Homo Oeconomicus?

Das RREEMM-Modell erweitert den simplen Nutzenmaximierer um Aspekte wie Ressourcenknappheit, Erwartungsbildung und die soziale Bedeutung von Handlungen.

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Details

Title
Homo Oeconomicus: der Mensch - ein asoziales Wesen?
College
University of Bamberg
Course
Handlungstheorien, Akteurmodelle
Grade
1,3
Author
Florian Schlotterbeck (Author)
Publication Year
2005
Pages
10
Catalog Number
V76903
ISBN (eBook)
9783638825160
ISBN (Book)
9783638825580
Language
German
Tags
Homo Oeconomicus Mensch Wesen Handlungstheorien Akteurmodelle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Schlotterbeck (Author), 2005, Homo Oeconomicus: der Mensch - ein asoziales Wesen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76903
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