Beschreibung eines Unterrichtsprojekts
Im folgenden Unterrichtsprojekt soll der Film William Shakespeare’s Romeo + Juliet von Baz Luhrmann in einem Leistungskurs Englisch behandelt werden. Die Zeitspanne dafür beträgt ungefähr fünf Unterrichtsstunden (drei Stunden für einleitende Bemerkungen, das Ansehen des Films und eventuelle Fragen, sowie weitere zwei Stunden für das Vorstellen und die Besprechung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen).
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung eines Unterrichtsprojekts
1.1 Vorraussetzungen
1.2 Vorarbeit
1.3 Die einzelnen Arbeitsgruppen
1.3.1 Gruppe „Text“
1.3.2 Arbeitsgruppe „Film ↔ Theater“
1.3.3 Arbeitsgruppe „Allusions + Symbols“
2. Didaktische Überlegungen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Konzeption eines Unterrichtsprojekts für die gymnasiale Oberstufe, bei dem Baz Luhrmanns Film „William Shakespeare’s Romeo + Juliet“ als Medium zur tiefergehenden Auseinandersetzung mit Shakespeares Drama und der Film-Semiotik eingesetzt wird. Die zentrale Forschungsfrage lautet dabei, wie durch eine arbeitsteilige und methodisch strukturierte Erschließung des Films die Medien- und Sprachkompetenz der Schüler gefördert und ein motivierender Zugang zur literarischen Vorlage geschaffen werden kann.
- Didaktische Einbettung von Shakespeare-Verfilmungen im Englischunterricht
- Analyse filmischer Adaptationsstrategien und Textveränderungen
- Untersuchung der filmästhetischen Unterschiede zwischen Theateraufführung und Kinofilm
- Interpretation von Symbolik, Anspielungen und intertextuellen Elementen in Luhrmanns Film
- Förderung der Medienkompetenz durch gezielte Beobachtungsaufträge
Auszug aus dem Buch
1.3.3 Arbeitsgruppe „Allusions + Symbols“
Diese Gruppe bekommt den Auftrag, den Film und vor allem seine zahlreichen visuellen Elemente auf Anspielungen und Symbolik hin zu untersuchen. Ich sehe darin eine für Kollegiaten schwierige, aber unglaublich lohnenswerte Aufgabe. Schwierig deshalb, weil die das Erkennen der Anspielungen teilweise einen großen Wissensfundus voraussetzt; lohnenswert deshalb, weil, wie die nachfolgende Aufgabenstellungen zeigen wird, sich hier Möglichkeiten zum wirklich tiefen Eintauchen in die gesamte Shakespeare-Materie bzw. die Filmwelt überhaupt ergeben. Um der erwähnten Schwierigkeit aus dem Weg zu gehen, könnte der Auftrag lauten, einfach alles aufzunotieren, was den Schülern an kleinen Details auffällt und diesen Spuren dann als Hausaufgabe nachzugehen und zu überprüfen, wo eine Anspielung vorliegen könnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beschreibung eines Unterrichtsprojekts: Dieses Kapitel skizziert den zeitlichen Ablauf, die Voraussetzungen und die inhaltliche Organisation eines auf fünf Unterrichtsstunden ausgelegten Projekts zu Baz Luhrmanns Shakespeare-Adaptation.
1.1 Vorraussetzungen: Hier wird dargelegt, dass ein bereits vorhandenes Plotverständnis des Dramas und grundlegende historische Kenntnisse bei den Schülern als Basis vorausgesetzt werden.
1.2 Vorarbeit: Der Autor empfiehlt ein möglichst unvoreingenommenes Herangehen der Schüler, weist jedoch auf die sprachliche Besonderheit des elisabethanischen Englisch im Film hin.
1.3 Die einzelnen Arbeitsgruppen: Dieser Abschnitt beschreibt die methodische Einteilung der Schüler in spezifische Expertengruppen, um die Komplexität des Films strukturiert zu bewältigen.
1.3.1 Gruppe „Text“: Diese Gruppe untersucht die filmischen Anpassungen des Dramentextes, wie Auslassungen, Textkürzungen und veränderte Szenenabfolgen.
1.3.2 Arbeitsgruppe „Film ↔ Theater“: Der inhaltliche Fokus liegt hier auf dem Vergleich der unterschiedlichen Wirkungsweisen von Theater- und Filmmedium sowie der Analyse der Kameraführung.
1.3.3 Arbeitsgruppe „Allusions + Symbols“: Die Gruppe erforscht die reiche intertextuelle Ebene des Films, indem sie visuelle Anspielungen und Symbole identifiziert und kontextualisiert.
2. Didaktische Überlegungen: Das abschließende Kapitel reflektiert den motivierenden Mehrwert des Filmeinsatzes und begründet das didaktische Vorgehen unter Berücksichtigung literaturwissenschaftlicher Fachmeinungen.
Schlüsselwörter
Romeo + Juliet, Baz Luhrmann, Filmdidaktik, Englischunterricht, Shakespeare-Verfilmung, Medienkompetenz, Intertextualität, Adaptationsstrategien, Gruppenarbeit, gymnasiale Oberstufe, Semiotik, Filmanalyse, Symbolik, Literaturvermittlung, Sprachkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dem vorliegenden Unterrichtsprojekt grundsätzlich?
Das Projekt ist ein Konzept für den Englischunterricht in der Oberstufe, das darauf abzielt, Baz Luhrmanns moderne Shakespeare-Verfilmung „Romeo + Juliet“ methodisch strukturiert im Unterricht zu behandeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der filmischen Adaption literarischer Texte, der Analyse der Semiotik von Filmen sowie der Förderung von Medienkompetenz und einem tieferen Textverständnis bei Schülern.
Was ist das primäre Ziel des Autors mit diesem Entwurf?
Das Ziel ist es, einen motivierenden und gleichzeitig intellektuell anspruchsvollen Zugang zu Shakespeare zu schaffen, der die Distanz zum klassischen Werk durch moderne Sehgewohnheiten überbrückt.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Bearbeitung im Kurs vorgeschlagen?
Der Autor schlägt eine arbeitsteilige Gruppenmethode vor, bei der sich die Schüler als Experten in Teilbereiche (Textanpassung, Film-Theater-Vergleich, Symbolanalyse) vertiefen und ihre Ergebnisse anschließend dem Kurs präsentieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Projektbeschreibung inklusive Arbeitsgruppen-Aufgabenstellungen sowie eine theoretische Reflexion über die didaktische Berechtigung und Methodik beim Einsatz von Verfilmungen im Fremdsprachenunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?
Neben dem Kernthema der Shakespeare-Adaptation sind die Förderung von Medienkompetenz, die Untersuchung von Intertextualität und die Gruppenarbeit als methodischer Rahmen entscheidende Schlagworte.
Warum ist die Gruppe „Allusions + Symbols“ für die Schüler besonders anspruchsvoll?
Diese Gruppe muss ein hohes Maß an Hintergrundwissen mitbringen, da sie unzählige visuelle Details und intertextuelle Verweise auf andere Medien, Filme und Shakespeares Werke identifizieren und interpretieren soll.
Welche Begründung liefert der Autor für das Kürzen von Originaldialogen im Film?
Der Autor vermutet, dass der Regisseur durch das Weglassen exzessiver Rhetorik oder die Reduzierung von Dialogen den Film für das heutige Publikum moderner und flüssiger gestalten wollte, um „Anstandsverletzungen“ oder Längen zu vermeiden.
- Arbeit zitieren
- Christian R. Schwab (Autor:in), 2006, Portfolio aus der englischen Fachdidaktik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76941