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Muhammad und der Heilige Krieg

Title: Muhammad und der Heilige Krieg

Seminar Paper , 2007 , 27 Pages , Grade: angenommen

Autor:in: Patrick Weber (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Das erste Kapitel dieser Arbeit setzt sich damit auseinander, was den modernen Djihad, den Kampf für die Sache Gottes, auszeichnet. Welche Weltanschauung steht dahinter und welche Ziele verfolgen die Kämpfer im Namen Allahs? Da das Hauptanliegen der vorliegenden Untersuchung die Darstellung des klassischen, bzw. koranischen Djihads ist, muss in diesem Rahmen die Auseinandersetzung mit der modernen Ausprägung des Djihads notwendigerweise skizzenhaft und unvollständig bleiben – sie ist sozusagen das Kontrastmittel für den zweiten Teil der Arbeit und gibt uns die Fragestellung, der wir uns im Hauptteil der Arbeit zuwenden wollen.
Gerade dann, wenn man die islamistischen Terroristen als Fundamentalisten bezeichnet, stellt sich die Frage nach eben dem Fundament, d.h. nach dem ursprünglichen Wesen dieser Ideologie. Wir werden uns also an die Wurzeln des Islam begeben und untersuchen, wie in der heiligen Schrift der Muslime, im Koran, der „Heiligen Krieg“ dargestellt ist und inwiefern zum Djihad aufgerufen wird. Wie ist dieser Krieg beschaffen, welche Motivation steht dahinter und welche Ziele verfolgt er? Handelt es sich wirklich um einen Angriffskrieg gegen die Ungläubigen, so wie es die militanten Kämpfer fordern und vor dem der Westen erzittert? Um dem Wesen des Djihad gerecht zu werden, genügt es natürlich nicht, einfach die Stellen des Korans aneinander zu reihen, welche zum Kampfe aufrufen. Wir müssen die heilige Schrift des Islam als Produkt von soziokulturellen und politischen Begebenheiten verstehen und uns dem Leben des Urhebers dieser Schrift zuwenden. Wer war Muhammad, der Prophet der Araber, und welche Ideale vertrat er?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

PROLOG

AUSGANGSLAGE UND ZIELSETZUNG

QUELLEN

DER KORAN

DIE PROPHETENBIOGRAFIE

GRENZEN DER VORLIEGENDEN UNTERSUCHUNG

DJIHAD - DER „HEILIGE KRIEG“ GEGEN DIE UNGLÄUBIGEN

DER BEGRIFF „DJIHAD“

DER ISLAMISTISCHE DJIHAD

ISLAMISMUS

MUHAMMAD, DER GESANDTE GOTTES

DIE GESELLSCHAFT ARABIENS IM 6. JAHRHUNDERT

MEKKA

POLYTHEISMUS UND MONOTHEISMUS

MUHAMMAD – DER EMPFÄNGER DER OFFENBAHRUNG

DER IGNORIERTE PROPHET

FEINDSCHAFT IM STAMME

EIN VERRÄTER IM STAMM

MUHAMMAD, DER VERTRIEBENE

AUFRUF ZUM KAMPF

DIE HIĞRA

MUHAMMAD, DER KÄMPFER IM NAMEN GOTTES

DIE UMMA – DIE GEMEINDE IN UNTERSCHEIDUNG ZU DEN ANDEREN MENSCHEN

DER KRIEG GEGEN MEKKA

DIE FEINDE IM INNERN DER UMMA

KONSOLIDIERUNG DES ISLAMISCHEN BÜNDNISSES

DER HEILIGE KRIEG UND DIE ISLAMISCHE EXPANSION

DER HEILIGE KRIEG IN ARABIEN

EXPANSION DER ISLAMISCHEN HERRSCHAFT

EPILOG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das ursprüngliche Wesen des „Heiligen Krieges“ (Djihad) im Islam, um zu klären, ob die heutige radikale Interpretation durch Islamisten historisch und theologisch durch die Schriften und das Wirken Muhammads gedeckt ist. Ziel ist eine kritische Distanznahme zur aktuellen Instrumentalisierung des Korans durch eine Analyse der soziokulturellen und politischen Bedingungen des 7. Jahrhunderts.

  • Historische Analyse der Entstehung des Islam und der Rolle Muhammads.
  • Untersuchung des Korans als situativ bedingtes Dokument statt als universelle Ideologie.
  • Kontrastierung der modernen islamistischen Gewaltideologie mit den historischen Quellen.
  • Erforschung der Konzepte von Umma, Djihad und den Beziehungen zu jüdischen und christlichen Stämmen.
  • Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen der Reformierbarkeit islamischer Glaubenssätze.

Auszug aus dem Buch

Der ignorierte Prophet

Im Alter von ungefähr 40 Jahren begab sich Muhammad, was für seine Zeit nichts Ungewöhnliches war, in ein zeitweiliges Emeritendasein in der nahe Mekka gelegenen Bergwüste. Dort gelangte er in einem längeren Prozess zur Überzeugung, dass er von Gott dazu bestimmt sei, Botschaften an seine Landsleute weiterzugeben. Den Aufruf dazu erhält er durch den Engel Gabriel, der mit dem Befehl an ihn herantritt, die göttliche Wahrheit zu verkünden (Sure 96.1-5). In der Folge empfängt Muhammad regelmässig Offenbahrungen und er fühlte sich berufen, seinen Landsleuten das Wissen um die göttliche Wahrheit zu vermitteln und sie auf den rechten Weg zu leiten. So wie er vom Irrtum befreit werden musste, sollte es auch seinen Mitmenschen ergehen (Sure 93.7). In dieser frühen Phase erscheint Muhammad als einer, der seine Landsleute warnte und sie auf den richtigen Weg führen wollte, damit sie der Strafe Gottes entgehen konnten. Der Inhalt der frühesten Verkündigung richtet sich vor allem gegen das gottlose Verhalten der Mekkaner und die Moral der ersten Suren konzentriert sich fast ausschliesslich auf die Handhabung des Reichtums; d.h. einerseits befasst sie sich mit dem grosszügigen Verhalten und andererseits mit Knausrigkeit und Geiz. Als nun Muhammad, „wie Gott es ihm befohlen hatte, den Islam öffentlich zu verkünden begann, wandten sich seine Stammesgenossen zunächst nicht von ihm ab. Sie wiesen ihn erst zurück, als er ihre eigenen Götter schmähte“. So musste er durch seine Prophetentätigkeit schon bald zahlreiche Kränkungen und Feindseligkeiten ertragen, die ihm von seinem Stamm widerfuhren. Sie nannten ihn einen Zauberer (z.B. Sure 11.7), einen besessenen Dichter (z.B. Sure 37.36) und einen Lügner (z.B. Sure 54.9-7). Fortdauernd musste sich Muhammad zusammen mit seiner Botschaft legitimieren und die Argumente seiner Gegner entkräften, was ihm aber nicht gelang. Nur seine Frau Hadīğa und einige wenige, die sich zu Gott und seinem Propheten bekannten, erleichterten ihm seine Last und seine Frau tröstete ihn, wenn er durch üble Verleumdung und Ablehnung gepeinigt zu ihr zurück nach Hause kam.

Zusammenfassung der Kapitel

PROLOG: Der Prolog thematisiert die aktuelle Relevanz des Themas angesichts des globalen islamistischen Terrors und skizziert die wissenschaftliche Herangehensweise an die Untersuchung des Korans.

AUSGANGSLAGE UND ZIELSETZUNG: Hier werden der Fokus auf den klassischen Djihad und die methodischen Herausforderungen bei der Quellenarbeit festgelegt.

QUELLEN: Dieser Abschnitt erläutert die Bedeutung und die Grenzen von Koran, Prophetenbiografie und Hadīte für die historische Rekonstruktion.

DJIHAD - DER „HEILIGE KRIEG“ GEGEN DIE UNGLÄUBIGEN: Das Kapitel diskutiert die semantische und ideologische Entwicklung des Djihad-Begriffs von der spirituellen Anstrengung zum bewaffneten Kampf.

MUHAMMAD, DER GESANDTE GOTTES: Hier wird das soziale Umfeld Mekkas im 6. Jahrhundert sowie die persönliche Entwicklung Muhammads vom Kaufmann zum Propheten beschrieben.

MUHAMMAD, DER KÄMPFER IM NAMEN GOTTES: Dieses Kapitel behandelt den Aufbau der Umma in Medina sowie die Konflikte mit den Mekkanern und jüdischen Stämmen.

DER HEILIGE KRIEG UND DIE ISLAMISCHE EXPANSION: Hier wird die historische Realität der frühen islamischen Expansion als strategische Notwendigkeit und Beutekrieg analysiert.

EPILOG: Der Epilog fasst zusammen, dass Muhammads Werk zeitgebunden ist und die Instrumentalisierung für universelle Herrschaftsansprüche als historisch fragwürdig entlarvt wird.

Schlüsselwörter

Muhammad, Islam, Djihad, Heiliger Krieg, Koran, Mekka, Medina, Umma, Islamismus, Terrorismus, Geschichte, Monotheismus, Religion, Expansion, Ideologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historischen Ursprünge des Islam und des Djihad-Begriffs, um das Wesen des "Heiligen Krieges" kritisch zu hinterfragen und die heutige radikale Interpretation durch Islamisten einzuordnen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Biografie Muhammads, die soziokulturelle Lage des 7. Jahrhunderts in Arabien, die Auslegung des Korans in Bezug auf den Kampf und die historischen Rahmenbedingungen der islamischen Expansion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob die heutigen Forderungen militanter Islamisten nach einem globalen "Heiligen Krieg" tatsächlich mit dem Wirken und der Lehre Muhammads übereinstimmen oder ob es sich um eine spätere, isolierte Interpretation handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-kritische Analyse. Er zieht namhafte zeitgenössische Quellen, Koranexegesen und prophetenbiografische Werke heran, um die Entstehung der islamischen Lehre in ihrem soziopolitischen Kontext zu verstehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert den Aufstieg Muhammads in Mekka, die Gründung der Gemeinde (Umma) in Medina, die militärischen Auseinandersetzungen mit den Quraisch und anderen Stämmen sowie die spätere Expansion unter den ersten Nachfolgern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Muhammad, Djihad, Islamismus, Koran, Umma, historische Kontextualisierung, religiöser Fundamentalismus und politische Ideologie.

Welche Bedeutung hat der „Gründungsvertrag der Umma“ für die Argumentation?

Der Vertrag verdeutlicht, dass die frühe islamische Gemeinschaft in Medina einen pragmatischen, teils inklusiven Ansatz gegenüber anderen monotheistischen Religionen verfolgte, was im Widerspruch zu totalitären, heutigen Ideologien steht.

Warum wird der Begriff „Djihad“ im Text so differenziert betrachtet?

Weil der Begriff historisch zwischen einer spirituellen "Anstrengung auf dem Weg Gottes" und einem physischen Krieg schwankt. Der Autor will aufzeigen, dass die heutige militante Verengung eine spätere ideologische Umdeutung darstellt.

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Details

Title
Muhammad und der Heilige Krieg
College
University of Zurich  (Historisches Seminar )
Course
Seminar
Grade
angenommen
Author
Patrick Weber (Author)
Publication Year
2007
Pages
27
Catalog Number
V76951
ISBN (eBook)
9783638813204
ISBN (Book)
9783638825641
Language
German
Tags
Muhammad Heilige Krieg Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Weber (Author), 2007, Muhammad und der Heilige Krieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76951
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