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Das Bildungskonzept der griechischen Antike

Title: Das Bildungskonzept der griechischen Antike

Intermediate Diploma Thesis , 1999 , 24 Pages , Grade: gut

Autor:in: Yvonne Schuhmnann (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Die Antike bezeichnet das klassische Altertum, die griechisch-römische Kulturwelt, welche seit der Renaissance als die vorbildliche Welt des Schönen, Vernünftigen u. Gesunden betrachtet wurde. „Klassisch ist zuletzt eben das, was die Griechen und Römer vorgetan haben; und wer sich auf sie bezieht, kehrt zu den Quellen zurück, aus denen wir immer wieder schöpfen“ (Prange 1987, S.21). Die Antike ist also mehr als eine Epochen-bezeichnung, sie ist die kulturelle Hinterlassenschaft des Griechen- und Römertums, welche auf das politische und religiöse Denken sowie auf die Literatur und Kunst aller europäischen Völker und somit auf die gesamte moderne Welt nachhaltig eingewirkt. Im Mittelpunkt meiner Arbeit soll die klassische Zeit der Griechen, die Blütezeit (5./ 4. Jahrhundert v.u.Z.) des griechischen Erziehungs- und Bildungssystem stehen. Es ist eine Zeit, die überragende Gestalten (Sokrates, Platon, Aristoteles) hervorbringt und deren Ideen im wesentlichen diese Zeit beschreiben. Eine Zeit, in der menschliches Denken vom Mythos zum Logos fortschreitet und die Eigenständigkeit des Geistes entdeckt. Das charakteristische der damaligen Erziehung ist ihre enge Einbindung in die Politik und ihre Beschränkung auf die Klasse der Freien. Aufgrund unterschiedlicher Umstände und Gegebenheiten begegnen uns in Griechenland ganz unterschiedliche und somit auch besondere Lebensweisen. So verfolgt man in Athen andere Bräuche und Regeln als in Sparta und wieder andere Muster gelten für den jungen Makedonen und Ioner an den Küsten Kleinasiens. Besonders an den unterschiedlichen Grundformen der griechischen Polis (Stadtstaat) Athen und Sparta wird deutlich, dass jeder Ort und Lebenskreis seine eigenen Götter und Geschichten hat (vgl. Prange 1987, S.21). Mit dem Ende der Perserkriege (ca. 450 v. Chr.) erlebt Athen eine wirtschaftliche Blüte. Es kommt zur Umbildung des ehemaligen Kriegerstaates in den Kultur- und Handelsstaat. Athen wird zum kulturellen Mittelpunkt Griechenlands. Das athenische Bildungswesen ist maßgebend für die Kultur der Folgezeit geworden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die griechische Frühzeit

3. Die klassische Zeit der griechischen Antike

3.1. Das Erziehungssystem Spartas

3.2. Athen

3.3. Sophistik

3.4. Sokrates

3.5. Platon

3.6. Aristoteles

4. Hellenismus

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das griechische Erziehungs- und Bildungssystem in seiner klassischen Epoche (5. und 4. Jahrhundert v. Chr.) detailliert zu analysieren und die prägenden pädagogischen Einflüsse dieser Zeit aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich die unterschiedlichen Lebensformen in Athen und Sparta in ihren jeweiligen Erziehungszielen widerspiegeln und welche Rolle bedeutende Philosophen wie Sokrates, Platon und Aristoteles in der Entwicklung des Bildungsdenkens spielten.

  • Vergleich der Erziehungsmodelle von Sparta und Athen
  • Die pädagogische Bedeutung der Sophisten für das höhere Schulwesen
  • Die Rolle der Philosophie und der Tugendlehre bei Sokrates, Platon und Aristoteles
  • Entwicklung des Bildungsideals (Paideia) und dessen Einfluss auf spätere Epochen
  • Wandel des Bildungsverständnisses in der Epoche des Hellenismus

Auszug aus dem Buch

3.4. Sokrates

Sokrates kämpft wie die Sophisten, um die geistige Freiheit und die bewusste Formung des persönlichen Lebens und somit auch gegen Vorurteile und Gedankenlosigkeit. Er geht wie sie davon aus, dass die Tugend im Wissen zu suchen, und dass sie lehrbar ist (vgl. Reble 1995, S.31). Da die Sophisten die Wahrheit für unnütz halten, muss die Wahrheit zu etwas Begründetem werden, das kritischer Nachprüfung standhält, „wenn man nicht in ein Chaos sich widersprechender Meinungen versinken wollte“ (Ballauff 1969, S.58). Um solch ein Chaos zu verhindern ist eine Philosophie erforderlich, die sich eigens dem Menschen zuwendet. Der Begründer einer solchen Philosophie ist Sokrates (ca. 470 – 399 v. Chr.), Sohn eines Steinmetz und einer Hebamme, welcher persönlich keine Schriften hinterließ.

Bei seinen Unterredungen mit der Jugend stellt er allgemeine definitorische Fragen (z.B. „Was ist Tapferkeit?“), die sich auf alltägliche Gegenstände beziehen. Dabei geht es ihm nicht um die theoretische Erkenntnis, sondern vielmehr um die kritische Betrachtung auf das Tun und Leben des einzelnen (vgl. Reble 1995, S30). Sein Ziel ist es, die Menschen geistig wachzurütteln und sie dazu zu bringen, dass sie über sich selbst mehr Klarheit erlangen. Auf Straßen, Märkten oder im Gymnasium diskutiert Sokrates mit der selbstsicheren Jugend. Bei diesen Gesprächen stellt er sich selbst unwissend, um sich von der Jugend, die bessere Kenntnisse zu haben scheint als er, über sittliche Grundsätze belehren zu lassen (sokratische Ironie).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Begriff der klassischen Antike ein und umreißt die zeitliche und thematische Eingrenzung der Arbeit auf das griechische Bildungs- und Erziehungssystem.

2. Die griechische Frühzeit: Es wird die aristokratische Gesellschaftsordnung sowie das homerische Erziehungsideal der „Areté“ und der „Kalokagathie“ beleuchtet.

3. Die klassische Zeit der griechischen Antike: Das Kapitel vergleicht das kriegerisch-staatlich geprägte Erziehungssystem Spartas mit dem kulturell und philosophisch orientierten athenischen Bildungswesen und analysiert den Einfluss der Sophisten sowie der Philosophen Sokrates, Platon und Aristoteles.

4. Hellenismus: Diese Ausführung beschreibt den Wandel der griechischen Welt hin zum kosmopolitischen Bildungssystem, in dem die Philosophie zunehmend durch spezialisierte Wissenschaften und Rhetorikschulen ergänzt wurde.

5. Resümee: Hier werden die zentralen Erkenntnisse zusammengeführt und die anhaltende Bedeutung des griechischen Geistes für das abendländische Bildungswesen betont.

Schlüsselwörter

Griechische Antike, Paideia, Erziehungssystem, Athen, Sparta, Sokrates, Platon, Aristoteles, Sophistik, Areté, Kalokagathos, Bildungsideal, Hellenismus, Polis, Tugendlehre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Erziehungs- und Bildungswesen der griechischen Antike mit besonderem Fokus auf die klassische Blütezeit im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Kontrast zwischen spartanischer und athenischer Erziehung, die Entstehung des höheren Bildungswesens durch die Sophisten und die philosophischen Bildungsansätze von Sokrates, Platon und Aristoteles.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die unterschiedlichen pädagogischen Konzepte der Antike herauszuarbeiten und zu zeigen, wie diese die Grundlage für das westliche Bildungsdenken legten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse geschichtswissenschaftlicher und pädagogischer Standardwerke zur Antike.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gegenüberstellung der Erziehung in Sparta und Athen sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den Beiträgen der wichtigsten griechischen Philosophen zur Pädagogik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Paideia, Areté, Kalokagathie, Polis, Sophistik und die antiken Erziehungsideale.

Wie unterscheidet sich die Erziehung in Sparta von der in Athen?

Während Sparta eine staatlich gelenkte, einseitige Kriegerziehung zur Erhaltung der militärischen Stärke praktizierte, legte das private athenische System Wert auf eine musische und gymnastische Ausbildung des Bürgers.

Welche Rolle spielt die sogenannte „sokratische Methode“ in der Pädagogik?

Die sokratische Methode, auch als Hebammenkunst bezeichnet, zielt durch gezieltes Fragen darauf ab, das Gegenüber zum Erkennen des eigenen Nichtwissens und zur selbstständigen Erkenntnisgewinnung zu führen.

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Details

Title
Das Bildungskonzept der griechischen Antike
College
Martin Luther University  (Institut für Pädagogik)
Grade
gut
Author
Yvonne Schuhmnann (Author)
Publication Year
1999
Pages
24
Catalog Number
V7700
ISBN (eBook)
9783638148641
Language
German
Tags
Bildungskonzept Antike
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Schuhmnann (Author), 1999, Das Bildungskonzept der griechischen Antike, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7700
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