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Gemeinsamer Unterricht von Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf in Deutschland und Dänemark

Ein Vergleich

Title: Gemeinsamer Unterricht von Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf in Deutschland und Dänemark

Examination Thesis , 2006 , 77 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Gavin Benedikt (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Mein grundsätzliches Interesse an der Thematik des gemeinsamen Unterrichts resultiert aus meinem Studium der Sonderpädagogik an der Humboldt Universität Berlin. Während meines Studiums setzte ich mich immer wieder mit der Problematik der schulischen Integration auseinander und konnte praktische Erfahrungen in Praktika und Hospitationsstunden sammeln.Aus diesen Erfahrungen und der Beschäftigung mit einschlägiger Literatur zu diesem Thema, entwickelte ich die Meinung, dass die grundlegenden Bedingungen für den gemeinsamen Unterricht in Deutschland und speziell auch in Berlin scheinbar unzureichend sind.Ein gesamtdeutscher Vergleich mit dem dänischen System kann dabei nur in einigen Punkten erfolgen, da aufgrund des föderativen Systems der Bundesrepublik Deutschland die Bundesländer die Entscheidungsgewalt in verschiedenen bildungspolitischen Bereichen haben. Daraus folgt, dass zum Beispiel jedes Bundesland in den letzten Jahren unterschiedliche Bedingungen für den Gemeinsamen Unterricht geschaffen hat. Da Berlin derzeit im Rahmen des neuen Schulgesetzes von 2004 viele Reformen, auch für den Gemeinsamen Unterricht, voran bringt, verwende ich für einige Punkte die Berliner Bedingungen als Grundlage für einen Vergleich der beiden Länder.Als übergeordneten Maßstab für die Beurteilung des Niveaus beider Länder beziehe ich mich hauptsächlich auf die Empfehlungen internationaler Organisationen und nationaler Gremien. Es soll geklärt werden, welche Veränderungen in Deutschland notwendig sind, damit Gemeinsamer Unterricht zur Selbstverständlichkeit wird. Ich möchte aber auch hinterfragen, ob das dänische Schulsystem wirklich so gut ist wie sein Ruf bei deutschen Integrationsforschern und ob es seine eigenen Ansprüche erfüllen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Empfehlungen unabhängiger Organisationen zum Gemeinsamen Unterricht

2.1 Die Salamanca Erklärung

2.2 Die Empfehlungen der European Agency

3 Politische und rechtliche Voraussetzungen in Deutschland und Dänemark

3.1 Das deutsche Schulsystem: Grundprinzipien und Rechtsgrundlagen

3.2 Von der Hilfsschule zum sonderpädagogischen Förderbedarf

3.3 Die politisch-rechtliche Entwicklung in Dänemark

3.3.1 Die Gemeinde- und Sozialreform als Voraussetzung für mehr Integration

3.3.2 Das Normalisierungsprinzip und seine rechtliche Umsetzung

3.3.3 Die Umsetzung im Volksschulgesetz

4 Schulsysteme und Konzepte der Integration in Deutschland und Dänemark

4.1 Das Schulsystem Deutschlands: Prinzip Viergliederung

4.2 Das Berliner Schulsystem

4.2.1 Sonderpädagogische Förderung und Gemeinsamer Unterricht an den Berliner Schulen

4.3 Das Schulsystem Dänemarks: Prinzip Einheitsschule

4.3.1 Allgemeines

4.3.2 Gemeinsamer Unterricht auf der Grundlage von „rummelighed“

4.3.3 Sonderunterricht an der folkeskole

4.4 Zusammenfassende Darstellung der beiden Schulsysteme und ihrer Konzepte zur Integration

5 Bildungsfinanzierung in Deutschland und Dänemark

6 Der Stellenwert des Gemeinsamen Unterrichts in der Lehrerbildung

6.1 Lehrerbildung Deutschland

6.2 Lehrerbildung Dänemark

7 Bestandsaufnahme und Perspektiven durch die deutsche und dänische Integrationsforschung

8 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Bedingungen sowie Voraussetzungen für den Gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf in Deutschland und Dänemark. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie der Gemeinsame Unterricht in den jeweiligen Schulsystemen rechtlich und politisch verankert ist und welche praktischen Implikationen sich daraus für die schulische Inklusion ergeben.

  • Politische und rechtliche Rahmenbedingungen für Integration in Deutschland und Dänemark.
  • Vergleich der Schulstrukturen (Viergliederung versus Einheitsschule) und ihrer Integrationskonzepte.
  • Analyse der Bildungsfinanzierung und deren Auswirkungen auf die Umsetzung des Gemeinsamen Unterrichts.
  • Untersuchung des Stellenwerts von Inklusion und Integrationspädagogik in der Lehrerausbildung.
  • Kritische Bestandsaufnahme durch die deutsche und dänische Integrationsforschung.

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Die Gemeinde- und Sozialreform als Voraussetzung für mehr Integration

Im Gegensatz zu Deutschland wurden in Dänemark vergleichsweise früh umfassende Innovationsbemühungen deutlich, die eine veränderte Sichtweise der Fürsorge für Behinderte zum Ziel hatten mit der Folge einer direkten Auswirkung auf das Bildungswesen.

So trat bereits 1959 ein Gesetz in Kraft, dass die Fürsorge verpflichtete, zur Normalisierung des Lebens geistig behinderter Menschen beizutragen. Diese Aufgabe konnte nach und nach erfüllt werden, da in den darauffolgenden Jahren eine Gemeinde- und Sozialreform durchgeführt wurde. Die Gemeindereform wurde nach dem Prinzip der Nähe verwirklicht. So sollten die Behörden dem Bürger örtlich nahe sein und ihm mehr Mitentscheidung ermöglichen. Dahinter steckte die Absicht, zentralisierte Macht zu verringern und kommunale Selbstverwaltung mit einer hohen Beteiligung der Bürger zu erreichen. Damit wurden die Gemeinden verpflichtet, sich mit dem Schulwesen, der Sozialfürsorge und anderen sozialen Einrichtungen und ihrer Finanzierung zu befassen. Einen wichtigen Schritt stellte hierbei die Dezentralisierung der staatlichen Behindertenfürsorge dar, die per Gesetz am 1. Januar 1980 in Kraft trat.

Svend Jensen erläutert die entsprechenden Änderungen der Behindertenfürsorge. Mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes waren die jeweiligen Kommunen und Amtsbezirke für die Versorgung und Hilfestellung für behinderte Menschen zuständig. In diesem Zusammenhang wurden auch die verschiedenen Vertretungsorgane der Behinderten neu organisiert. Die Kategorisierung von Behinderungsarten sollte durch eine allgemeine Sichtweise ersetzt werden. So entstand als zentrales Organ “Der Zentrale Behindertenrat“ und auf der regionalen Ebene die “Nutzerräte“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation für den Vergleich des Gemeinsamen Unterrichts zwischen Deutschland und Dänemark und formuliert das Ziel der Arbeit, die Bedingungen für Integration zu untersuchen.

2 Empfehlungen unabhängiger Organisationen zum Gemeinsamen Unterricht: Dieses Kapitel stellt internationale Prinzipien und Empfehlungen, wie die Salamanca Erklärung, vor, die als Maßstab für eine integrative Pädagogik dienen.

3 Politische und rechtliche Voraussetzungen in Deutschland und Dänemark: Es wird die historische und rechtliche Entwicklung der Integrationspolitik in beiden Ländern analysiert, wobei besonders die dänische Sozialreform hervorgehoben wird.

4 Schulsysteme und Konzepte der Integration in Deutschland und Dänemark: Das Kapitel vergleicht das deutsche viergliedrige Schulsystem mit dem dänischen Prinzip der Einheitsschule und analysiert die Umsetzung von Integration, unter anderem am Beispiel Berlins.

5 Bildungsfinanzierung in Deutschland und Dänemark: Hier wird der Zusammenhang zwischen Bildungsbudget, Ressourcenallokation und der tatsächlichen Umsetzung integrativer Fördermaßnahmen beleuchtet.

6 Der Stellenwert des Gemeinsamen Unterrichts in der Lehrerbildung: Es wird untersucht, wie Lehrer auf die Herausforderungen heterogener Klassen vorbereitet werden und welche Rolle integrationspädagogische Inhalte im Studium spielen.

7 Bestandsaufnahme und Perspektiven durch die deutsche und dänische Integrationsforschung: Dieses Kapitel fasst die Einschätzungen von Experten zum aktuellen Stand der Integration zusammen und diskutiert die Diskrepanz zwischen politischem Anspruch und schulinterner Realität.

8 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Ergebnisse und der Feststellung, dass Deutschland trotz positiver Ansätze im Vergleich zu Dänemark noch deutliche Defizite in der Umsetzung eines inklusiven Schulwesens aufweist.

Schlüsselwörter

Gemeinsamer Unterricht, Inklusion, Sonderpädagogik, Integration, Deutschland, Dänemark, Schulsystem, Lehrerbildung, Sonderpädagogischer Förderbedarf, Bildungspolitik, Normalisierungsprinzip, Unterrichtsdifferenzierung, Schulanfangsphase, Bildungsfinanzierung, Schulpraxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht die Ansätze, politischen Rahmenbedingungen und praktischen Umsetzungen des Gemeinsamen Unterrichts von Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf in Deutschland und Dänemark.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die rechtlichen Voraussetzungen, den Vergleich der jeweiligen Schulsysteme, die Bildungsfinanzierung und die Bedeutung der Lehrerausbildung für die Inklusion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Status quo der schulischen Integration zu bewerten, notwendige Veränderungen in Deutschland zu identifizieren und kritisch zu hinterfragen, ob das dänische System als Vorbild dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse auf Basis von Fachliteratur, Berichten internationaler Organisationen, Gesetzen und Bildungsberichten, ergänzt durch die Perspektiven führender Integrationsforscher.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Schulsysteme, eine Untersuchung der Finanzierungsstrukturen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Lehrerausbildung in beiden Ländern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese wissenschaftliche Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Gemeinsamer Unterricht, Inklusion, Sonderpädagogik, Integration, Schulstrukturvergleich, Lehrerbildung und Bildungsfinanzierung.

Welche Rolle spielt das Berliner Schulgesetz in dieser Analyse?

Da Deutschland föderal strukturiert ist, nutzt der Autor das Berliner Schulgesetz von 2004 als beispielhafte Grundlage, um ein konkretes deutsches Modell für den Vergleich mit dem dänischen System heranzuziehen.

Was versteht man in Dänemark unter dem Prinzip „rummelighed“?

Es handelt sich um ein pädagogisches Prinzip, das auf Akzeptanz und Respekt gegenüber der Verschiedenheit aller Menschen basiert und den Klassenraum als Lernort für alle Schüler gestaltet, ungeachtet ihrer individuellen Unterschiede.

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Details

Title
Gemeinsamer Unterricht von Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf in Deutschland und Dänemark
Subtitle
Ein Vergleich
College
Technical University of Berlin
Grade
2,3
Author
Gavin Benedikt (Author)
Publication Year
2006
Pages
77
Catalog Number
V77095
ISBN (eBook)
9783638741422
Language
German
Tags
Gemeinsamer Unterricht Schülern Förderbedarf Deutschland Dänemark
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gavin Benedikt (Author), 2006, Gemeinsamer Unterricht von Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf in Deutschland und Dänemark , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77095
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