Das Leitbild nachhaltiger Entwicklung und seine Bedeutung für die Wirtschaftspädagogik


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002
33 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemorientierte Einführung und Zielsetzung der Arbeit
1.2. Erkenntnistheoretischer Standort

2. Zentrale Aspekte des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung
2.1. Geschichte des Begriffs
2.2. Gesamtvernetzung des ökonomischen, ökologischen und sozialen Systems
2.3. Dimensionen des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung
2.3.1. Ökonomische Dimension
2.3.2 Ökologische Dimension
2.3.3 Soziale Dimension
2.3.3.1 Intergenerationelle Gerechtigkeit
2.3.3.2 Intragenerationelle Gerechtigkeit
2.4. Managementregeln und Nachhaltigkeitsstrategien
2.4.1. Managementregeln
2.4.2. Nachhaltigkeitsstrategien
2.5. Zum Leitbildcharakter

3. Grundlagen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung
3.1. Bildungstheoretische Position
3.2. Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung
3.2.1. Zum Stand beruflicher Umweltbildung
3.2.2. Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und Umwelthandeln
3.3. Anforderungen an eine Bildung für nachhaltige Entwicklung
3.4. Berufliche Bildung für nachhaltige Entwicklung

4. Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Wirtschaftspädagogik

5. Schlussbemerkung

6. Anhang

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Gesetze, Rechtsverordnungen und Verwaltungsanweisungen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Die Perspektive nachhaltiger Entwicklung 22

Abb. 2: Die Wirtschaft als offenes Subsystem des Ökosystems 23

Abb. 3: Ziele nachhaltiger Entwicklung 24

1. Einleitung

1.1. Problemorientierte Einführung und Zielsetzung der Arbeit

Klimaveränderungen und Süßwasserverknappung sind nur einige der ökologischen Probleme, mit denen unsere Gesellschaft konfrontiert ist; eine Reihe davon wurde erst in den letzten Jahren in ihrer ganzen Tragweite deutlich. Diese Probleme sind jedoch nicht exogen, sondern durch anthropogene Einwirkungen bedingt; Energieverbrauch, Treibhausgas-Emissionen und Abfälle als Nebenprodukt der in den Industrieländern vorherrschenden Wirtschafts- und Lebensweise sind einige der Hauptursachen der globalen ökologischen Probleme.[1]

Die Agenda 21, das vor nunmehr 10 Jahren von 179 Staaten unterzeichnete Abschlussdokument der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro, soll als Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert dienen, um der globalen ökologischen, aber auch der wirtschaftlichen und der sozialen Problematik (Armut, Gleichberechtigung usw.) entgegenzuwirken[2] ; erklärtes Ziel ist es,

„eine gesicherte, gedeihlichere Zukunft zu gewährleisten. Das vermag keine Nation allein zu erreichen, während es uns gemeinsam gelingen kann: in [!] einer globalen Partnerschaft, die auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet ist.“[3]

Innerhalb der Wissenschaften wird das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung nicht nur intra-, sondern auch interdisziplinär diskutiert. Auch die Wirtschaftspädagogik ist in die Diskussion involviert, nicht zuletzt, weil der beruflichen Bildung in Kapitel 36 der Agenda 21 eine maßgebliche Rolle zugesprochen wird.

Ziel dieser Arbeit ist es, einen relativ breiten Überblick über Entwicklung und Inhalt des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung zu geben und mögliche Auswirkungen auf die berufliche Bildung sowie die Wirtschaftspädagogik zu skizzieren. Zunächst soll in Kapitel 2 ein Überblick über die zentralen Aspekte des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung gegeben werden. Im 3. Kapitel wird nach einer kurzen Betrachtung der bildungstheoretischen Position unter Rückgriff auf den Stand der Umweltbildung diskutiert, welche möglichen Implikationen sich aus der Nachhaltigkeitsidee im Hinblick sowohl auf eine allgemeine als auch eine berufliche Bildung für nachhaltige Entwicklung ergeben. Schließlich werden im 4. Kapitel mögliche Konsequenzen für die Wirtschaftspädagogik erörtert. Das 5. Kapitel beinhaltet eine abschließende Stellungnahme.

1.2. Erkenntnistheoretischer Standort

Die dieser Arbeit zugrundeliegende methodologische Position ist eine systemtheoretisch-konstruktivistische; Schwerpunkt der Betrachtung dieser Arbeit sind das ökonomische, das ökologische und das soziale System sowie deren vielfältige Interdependenzen.[4] Bezüglich der menschlichen Wahrnehmung wird davon ausgegangen, dass diese nicht objektiv ist, sondern ein individueller Konstruktionsprozess. Umwelt und Umweltprobleme werden somit individuell wahrgenommen. Konstruktivismus wird hier jedoch nicht im Sinne eines radikalen Konstruktivismus, wie ihn VON GLASERSFELD vertritt, verstanden, sondern im Sinne eines sozialen Konstruktivismus nach REICH, bei dem auch der Beziehungsaspekt und die Interaktion bei der Konstruktion von Wirklichkeit eine Rolle spielen.[5]

2. Zentrale Aspekte des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung

2.1. Geschichte des Begriffs

Der Begriff sustainability entstammt ursprünglich der deutschen Forstwirtschaft des 18./19. Jahrhunderts. Seine Bedeutung bezog sich auf das Prinzip einer beständigen langfristigen Waldbewirtschaftung, bei der nicht mehr Holz geschlagen werden sollte als nachwächst. Dies ist jedoch nur das originäre Begriffsverständnis; das Leitbild des sustainable development ist nicht auf die ökologische Problematik beschränkt. Sustainable wird im folgenden mit nachhaltig übersetzt, da dies der auf allen Diskursebenen sich durchsetzende Begriff zu sein scheint.[6]

Der 1987 erschienene Bericht „Unsere gemeinsame Zukunft“ der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung kann als Begründung des Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung gesehen werden. Sustainable development wird darin beschrieben als „...Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß [!] künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“[7]

Mit der UN-Konferenz in Rio 1992 hat das Leitbild nachhaltiger Entwicklung besondere institutionelle Bedeutung erlangt; seit mittlerweile 8 Jahren ist die Idee einer nachhaltigen Entwicklung auch im Grundgesetz (Artikel 20a) der Bundesrepublik Deutschland verankert.

Stellt man nun die Frage, was nachhaltige Entwicklung denn konkret bedeutet, so kann eine Antwort nicht in einem Satz gegeben werden. Nachhaltige Entwicklung ist kein fertig operationalisiertes Konzept, sondern eine regulative Idee für eine mögliche Zukunft der Welt, der Leitbildcharakter zugesprochen wird. Die individuellen Meinungen ergeben ein breites Spektrum. Dies äußert sich auch in der Anzahl unterschiedlicher Definitionen nachhaltiger Entwicklung, die sich in der internationalen wissenschaftlichen Literatur finden lassen. Diese sind mittlerweile fast nicht mehr überschaubar; die wesentlichen Charakteristika, die allen Definitionen inhärent sind, sind das ethische Postulat inter- und intragenerationeller Gerechtigkeit und die Gesamtvernetzung des ökologischen, des ökonomischen und des sozialen Systems.

2.2. Gesamtvernetzung des ökonomischen, ökologischen und sozialen Systems

Zwischen dem ökologischen, dem ökonomischen und dem sozialen System bestehen vielfältige Interdependenzen; daher darf keines der Systeme isoliert betrachtet werden, sondern eine Betrachtung muss holistisch erfolgen.[8] Die jeweiligen, in allen Systemen angestrebten Ziele sollen nicht voneinander abgespalten, sondern in einem globalen Zusammenhang miteinander vernetzt und integrativ betrachtet werden. Dieses Prinzip der Gesamtvernetzung wird auch als Retinitätsprinzip bezeichnet.

Im physischen Sinne kann das ökonomische System als offenes Teilsystem des geschlossenen ökologischen Systems betrachtet werden.[9] Da das offene ökonomische System auf die Quellen und Senken des geschlossenen ökologischen Systems zurückgreift, bildet dieses auch die Grenze für das Wachstum des ökonomischen Systems. Die Wachstumsgrenzen des ökonomischen Subsystems, auf die schon im 1972 erschienenen Bericht „Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome hingewiesen wurde, scheinen zumindest teilweise bereits erreicht zu sein, da der Einfluss des Ökonomischen Systems mittlerweile dazu geführt hat, dass natürliche Kreisläufe und damit „auch die künftigen Lebens- und Wirtschaftsbedingungen der Menschen weltweit bedroht sind.“[10]

Jedoch ist in die Betrachtung auch das soziale System mit einzubeziehen, da zum einen Umweltzerstörung nicht nur durch die bisher nicht nachhaltige Produktions- und Konsumweise der Industrieländer verursacht wurde, sondern teilweise auch armutsbedingt ist; zum anderen gebietet es das Postulat intragenerationeller Gerechtigkeit, da viele Menschen in den Entwicklungsländern nicht einmal in der Lage sind, ihre existenziellsten Grundbedürfnisse zu befriedigen, während in bestimmten Teilen der Welt übermäßig konsumiert wird.[11]

2.3. Dimensionen des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung

Das Leitbild nachhaltiger Entwicklung umfasst drei Dimensionen, die integrativ zu betrachten sind: Die ökonomische, die ökologische und die soziale Dimension.[12]

2.3.1. Ökonomische Dimension

Das Menschenbild des homo oeconomicus prägt seit Adam Smith unser Wirtschaftssystem, gekennzeichnet sowohl durch Eigennutz als Triebkraft der Individuen als auch durch die Regelungsfunktion der Marktmechanismen („unsichtbare Hand“). Produzenten streben nach Gewinnmaximierung, Konsumenten nach Nutzenmaximierung.

Sowohl die Volkswirtschaftslehre als auch die noch relativ junge wissenschaftliche Disziplin Ökologische Ökonomie beschäftigen sich mit den Effekten, die Handlungen von Akteuren des Wirtschaftssystems auf das ökologische System haben. Stark verkürzt lässt sich die Problematik folgendermaßen darstellen: Die natürliche Umwelt, z.B. Wasser oder Luft, geht entweder nicht oder nicht mit den „wahren“ Kosten in die individuellen Optimierungskalküle der Akteure im Wirtschaftssystem mit ein (obwohl zumindest auf nationaler Ebene mittlerweile Gesetze bzw. Maßnahmen, wie z.B. emissionsbezogene Kfz-Steuer oder die Ökologische Steuerreform dem entgegenwirken).[13] Dadurch kommt es zur Übernutzung der freien Quellen und Senken, was langfristig existenzgefährdende Auswirkungen auf das globale Ökosystem hat (so wird z.B. befürchtet, dass es ohne aktives Gegensteuern im Verlauf dieses Jahrhunderts zu einem mittleren globalen Temperaturanstieg zwischen 1,4 und 5,8 ºC und als Folge dessen zu einem Anstieg des Meeresspiegels und zu einer Verschiebung der Klimazonen mit gravierenden Auswirkungen kommen dürfte).[14] Diese Übernutzung steht in eklatantem Widerspruch zur Tatsache, dass das Wirtschaftssystem langfristig nur auf Basis eines intakten Ökosystems existieren kann; im kurzfristigen Gewinn- und Nutzenmaximierungskalkül der Akteure im Wirtschaftssystem wird dies jedoch vernachlässigt. Ökonomische Rationalität und ökologische Rationalität widersprechen sich somit.

Eine weitere Problematik der Interdependenz zwischen ökonomischem und ökologischem System liegt an der Prämisse ständigen quantitativen Wachstums unseres Wirtschaftssystems.[15] Quantitatives wirtschaftliches Wachstum ist mit nachhaltiger Entwicklung nicht vereinbar, da eine weitere Übernutzung der natürlichen Ressourcen die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit immer mehr gefährdet.

Als unmittelbare Konsequenz für eine nachhaltige Entwicklung ergibt sich zunächst in bezug auf das ökonomische System eine „... Abkehr vom traditionellen wirtschaftlichen Wachstums- und Fortschrittsmodell.“[16]

Die ökonomische Zieldimension des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung verbindet nun traditionelle wirtschaftliche Ziele wie einen hohen Beschäftigungsgrad, Preisniveaustabilität und außenwirtschaftliches Gleichgewicht mit einer Steigerung der Lebensqualität anstelle quantitativen Wirtschaftswachstums.

2.3.2. Ökologische Dimension

Mittelpunkt der ökologischen Zieldimension des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung ist die Erhaltung des Naturkapitals und der Funktionsfähigkeit des ökologischen Systems. Hier lässt sich eine veränderte Sichtweise von der Betrachtung einzelner Ökosysteme (z.B. Meere oder Berggebiete) hin zur Betrachtung des globalen Ökosystems, der Biosphäre erkennen, dessen Tragekapazität keineswegs in ausreichendem Maße erforscht ist. Hierin verbirgt sich ein Problem, da nicht zuletzt die ökonomischen Aktivitäten an der Tragekapazität des Ökosystems ausgerichtet sein sollen, über die ja noch in großem Masse Unklarheit herrscht.

Als Konsequenz hieraus wird ökologischer Substanzerhalt postuliert, man soll lediglich „von den Zinsen leben“.[17] Dies läuft auf eine Nutzung nicht-erneuerbarer Ressourcen hinaus, die nur in dem Maße erfolgen soll, wie Substitutionsmöglichkeiten durch erneuerbare Ressourcen entwickelt werden können. Daraus folgt, dass die Nutzung erneuerbarer Ressourcen so weit unterhalb der Regenerationsrate bleiben muss, dass eine Kompensation für die genutzten nicht-erneuerbaren Ressourcen noch möglich ist. Natürliche Quellen und Senken dürfen somit nur in dem Umfang belastet werden, dass deren Regenerationsfähigkeit nicht gefährdet ist.

Diese Ziele wurden in sogenannte Managementregeln umgesetzt, die in Kapitel 2.4. vorgestellt werden.

2.3.3. Soziale Dimension

Das Leitbild nachhaltiger Entwicklung strebt in seiner sozialen Dimension Gerechtigkeit an, und zwar sowohl generationsübergreifend (intergenerationell) als auch innerhalb einer Generation (intragenerationell) an. Hier wird die hohe ethische Orientierung des Leitbildes deutlich.

Von der Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“ werden als konkrete soziale Ziele bzw. Normen soziale Sicherheit, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit, individuelle Freiheit und Entfaltungsmöglichkeiten, Wohlstand, Frieden, Existenzminima und Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse genannt.

Eine Entscheidung darüber, was als gerecht gelten kann, erfolgt stets in Abhängigkeit von bestimmten Prämissen; auch wenn eine solche Entscheidung nicht auf explizit gemachte Prämissen begründet ist, so liegen zumindest implizite Prämissen vor, die durch den jeweiligen soziokulturellen Kontext bestimmt sind.[18] Also kommt man nicht umhin, sich durch einerseits nationalen, aber andererseits auch weltweiten Diskurs, in dem diese Prämissen expliziert werden und in den Diskurs eingehen, auf eine konkrete Ausprägung von Gerechtigkeit zu einigen.[19] Einer solchen Ausprägung von Gerechtigkeit steht aber kein Endgültigkeitsanspruch zu, da sich soziokulturelle Kontexte weiterentwickeln, deren Prämissen ändern können und somit sich auch das Gerechtigkeitsverständnis verändern kann.

2.3.3.1. Intergenerationelle Gerechtigkeit

Intergenerationelle Gerechtigkeit bedeutet Rücksichtnahme auf künftige Generationen, da diese nicht in der Lage sind, ihre Ansprüche auf Nutzung der Umwelt selbst geltend zu machen. War die Vorstellung über die Situation zukünftiger Generationen lange Zeit optimistisch, d.h. man ging davon aus, dass künftige Generationen aufgrund technischen Fortschritts grundsätzlich besser gestellt wären als die gegenwärtige, so wandelte sich diese Position aufgrund teilweise irreversibler Schädigungen des ökologischen Systems in eine pessimistische.[20] Jedoch ist hier hinzuzufügen, dass technischer Fortschritt und neue Substitutionsmöglichkeiten durchaus zur Erhaltung der Natur beitragen können; inwieweit dies in der Zukunft fortschreiten wird, stellt ein prognostisches Problem dar.

Die zukunftsethische Dimension des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung wird häufig im Sinne einer anthropozentrischen Ethik interpretiert, z.B. vom Sachverständigenrat für Umweltfragen. Die anthropozentrische Position, die von einer Sonderstellung des Menschen ausgeht, sieht eine Pflicht zur Erhaltung des ökologischen Systems in der Erhaltung der Gattung Mensch begründet; das ökologische System ist im Umfang seiner Bedeutsamkeit für den Menschen zu schützen und erhalten.[21]

2.3.3.2. Intragenerationelle Gerechtigkeit

Das Prinzip intragenerationeller Gerechtigkeit im Leitbild nachhaltiger Entwicklung bedeutet, dass gleiche Lebenschancen auch innerhalb einer Generation gelten sollen. Dies impliziert einerseits eine gerechtere Verteilung der Lebenschancen zwischen allen lebenden Menschen, zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, „zwischen Nord und Süd sowie zwischen West und Ost“[22], andererseits auch vollkommene Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Relative Einigkeit herrscht darüber, zumindest eine Befriedigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse, also Nahrung, Bekleidung, Wohnraum, medizinischer Versorgung sowie Bildung und Erziehung zu erreichen.[23] Eine nicht unwesentliche, aber ebenso heikle Problematik stellt sich in der Frage nach der Bevölkerungsdichte bzw. dem Bevölkerungswachstum, da mehr Menschen auch mehr Umweltverbrauch bedeuten.[24]

2.4. Managementregeln und Nachhaltigkeitsstrategien

2.4.1. Managementregeln

Um die Idee der Erhaltung des Naturkapitals zu konkretisieren, wurden von DALY, einem Vertreter der Ökologischen Ökonomie, drei sogenannte Managementregeln formuliert. Gemäß der ersten Regel soll die Abbaurate erneuerbarer Ressourcen deren natürliche Regenerationsrate nicht übersteigen. Die zweite Regel besagt, dass die Freisetzung von Stoffen nicht größer sein darf als die Aufnahmefähigkeit der Umweltmedien. Die dritte Regel bezieht sich auf die Nutzung nicht-erneuerbarer Ressourcen, die nur in dem Umfang genutzt werden dürfen, in dem ein physisch und funktionell gleichwertiger Ersatz in Form erneuerbarer Ressourcen oder höherer Produktivität erneuerbarer und nicht-erneuerbarer Ressourcen geschaffen wird.

Diese drei Managementregeln wurden von der Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“ um zwei weitere ergänzt. Gemäß der vierten Regel soll das Zeitmaß anthropogener Einträge bzw. Eingriffe in die Umwelt im ausgewogenen Verhältnis zum Zeitmaß der für das Reaktionsvermögen der Umwelt relevanten natürlichen Prozesse stehen. Mit anderen Worten: Menschliche Eingriffe sollen das Fließgleichgewicht des ökologischen Systems durch Berücksichtigung der zeitlichen Dimension nicht ins Wanken bringen. Die fünfte Regel besagt, dass Gefahren und unvertretbare Risiken für die menschliche Gesundheit durch anthropogene Einwirkungen vermieden werden sollen.

2.4.2. Nachhaltigkeitsstrategien

Eng mit den Managementregeln verbunden sind die sogenannten Nachhaltigkeitsstrategien, die nach FISCHER entwickelt wurden, um die Managementregeln realisieren zu können.[25] Die vier populärsten Nachhaltigkeitsstrategien sind die Effizienz-, die Suffizienz-, die Permanenz- und die Konsistenzstrategie.

Ansatzpunkt der Effizienzstrategie sind Steigerungen der Ressourcen- und Energieproduktivität. Durch Produktivitätssteigerungen soll der Einsatz von Ressourcen und Energie sowohl im Produktions- als auch im Konsumsektor effizienter erfolgen und somit Stoff- und Energieumsätze verringert werden.

Reduzierung von Stoff- und Energieumsätzen in Produktion und Konsum ist auch Ziel der Suffizienzstrategie; dies soll hier erreicht werden durch umweltverträglichere Gestaltung von Konsum- und Lebensstilen, durch Selbstbeschränkung und partiellen Konsumverzicht.

Die Permanenzstrategie zielt ebenso auf eine Reduktion von Stoff- und Energieumsätzen ab; erreicht werden soll dies durch langlebigere bzw. dauerhaftere Produkte und Materialien.

Die Konsistenzstrategie strebt die Vereinbarkeit anthropogener Stoff- und Energieströme mit den natürlichen Stoffwechselprozessen an. Anthropogene Stoffströme müssen entweder weitgehend störsicher in abgeschlossenen technischen Eigenkreisläufen geführt werden oder mit den Stoffwechselprozessen der umgebenden Natur übereinstimmen.[26]

2.5. Zum Leitbildcharakter

Zur Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung müssen „alle Länder an einem Strang ziehen“, denn die sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen der Wirtschafts- und Lebensweise einer Nation sind nicht auf deren Region und Kultur beschränkt, sondern global.[27] Als weiteres wesentliches Kriterium für nachhaltige Entwicklung ist also eine globale Zusammenarbeit festzuhalten, da eine nachhaltige Entwicklung von allen Nationen getragen werden muss. Aber durch die Berücksichtigung einer globalen Perspektive darf nicht die jeweilige kulturelle Identität vernachlässigt werden; nachhaltige Entwicklung muss gerade auf nationaler Ebene stattfinden. Dafür ist eine breite Mitwirkung (im demokratischen Sinne) erforderlich. Nachhaltige Entwicklung ist, wie aus den vorangegangenen Schilderungen deutlich wird, kein fertig operationalisiertes Konzept. Selbst die schon konkretisierten Nachhaltigkeitsstrategien lassen viel Interpretationsspielraum. Mit der Verankerung des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung im Grundgesetz und der Schaffung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen wie z.B. der ökologischen Steuerreform ist es nicht getan. Nachhaltige Entwicklung impliziert individuelle Freiheit[28], somit kann nachhaltige Entwicklung nicht „oktroyiert“ werden, sondern muss von der Gesellschaft getragen werden. Eine legitimierte Konkretisierung dieser Idee kann somit nur über einen demokratischen gesellschaftlichen Diskurs über grundlegende Ziele und Werte erfolgen. Hier findet sich die kulturelle Dimension des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung wieder. Die Idee nachhaltiger Entwicklung kann und soll hier als Ziel und Orientierungsrahmen, als Leitbild dienen. Jedoch kann bisher keineswegs von einem breiten gesellschaftlichen Diskurs gesprochen werden, da zu Beginn des Jahres 2000 nur 13% der deutschen Bevölkerung angaben, den Begriff „nachhaltige Entwicklung“ schon gehört zu haben.[29]

3. Grundlagen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung

3.1. Bildungstheoretische Position

Nachdem das Leitbild der Nachhaltigkeit in seinen wesentlichen Grundzügen skizziert wurde, ist nun zunächst die Frage zu klären, ob diese überhaupt Bildungswert besitzt. Folgt man nun dem Ansatz der kategorialen Bildung KLAFKIS[30], der sowohl die globale Umweltproblematik als auch die gesellschaftlich produzierte Ungleichheit zu den epochaltypischen Schlüsselproblemen unserer Gegenwart und der vermuteten Zukunft zählt, so ist demnach der Leitidee der nachhaltigen Entwicklung Bildungswert inhärent.[31] KLAFKI versteht Bildung als „... Befähigung zu vernünftiger Selbstbestimmung, die die Emanzipation von Fremdbestimmung voraussetzt oder einschließt, als Befähigung zur Autonomie, zur Freiheit eigenen Denkens und eigener moralischer Entscheidungen.“[32] Somit ist die Autonomie des Individuums das zentrale Element; Bildung für nachhaltige Entwicklung darf deshalb nicht in einem instrumentalisierten Sinne verstanden werden[33], unverfänglicher formuliert sollte es vielmehr Bildung durch das Leitbild nachhaltiger Entwicklung lauten. Ziel einer Bildung für nachhaltige Entwicklung muss somit eine selbstbestimmte, verantwortungsvolle Mitgestaltung der Gesellschaft durch das Individuum sein.

Bildung für nachhaltige Entwicklung birgt weitreichende Anforderungen in sich; man denke an die Systeminterdependenzen, die globale Perspektive und den hohen normativen Charakter; das ökologische System ist nur eine der Dimensionen des Leitbildes. Dennoch soll im folgenden der Blick auf die (noch relativ junge) allgemeine und berufliche Umweltbildung gerichtet werden, die sich ja ausschließlich auf die ökologische Dimension des Leitbildes bezieht, um aus dieser zumindest partielle Konsequenzen für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung ableiten zu können.

3.2. Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung

3.2.1. Zum Stand beruflicher Umweltbildung

Ein Versuch, Bilanz zur beruflichen Umweltbildung zu ziehen, resultiert in Ernüchterung.[34] Bereits das Aufgreifen des Umweltschutzgedankens durch die berufliche Bildung, das ungefähr Mitte der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts zu verorten ist, erfolgte zeitlich mit erheblicher Verzögerung gegenüber der umweltpädagogischen Diskussion.

Umweltschutz ist zwar mittlerweile in den meisten Berufen bereits gesetzlich verankert, zahlreiche Modellversuche zur beruflichen Umweltbildung wurden durchgeführt[35], der Weiterbildungsmarkt für umweltschutzbezogene Veranstaltungen boomt und auch das Umweltbildungsangebot der Hochschulen hat zugenommen.

Dennoch kann bisher nicht von einem befriedigenden Stand beruflicher Umweltbildung gesprochen werden; wesentliche Kritikpunkte sind:[36]

- Niedriges lerntheoretisches Niveau der in den Rahmenlehrplänen für den Berufsschulunterricht als übergeordnet angegebenen Lernziele
- Fokussierung auf die berufliche Tätigkeit; ein darüber hinausgehendes Verständnis für ökologische Zusammenhänge wird ausgeklammert
- Instrumenteller Bildungscharakter: Umweltwissen und Umweltbewusstsein sollen vermittelt werden, um bei den Lernenden ein vorgefertigtes umweltgerechtes Bewusstsein und Verhalten auszulösen
- Reaktives, nachsorgendes Verständnis beruflicher Umweltbildung

[...]


[1] Vgl. Umweltbundesamt (2002), S. 1f.

[2] Vgl. BLK (1999), S. 14.

[3] BMU (1992), S. 9 (Herv. d. Verf.).

[4] Mit dem ökologischen System bzw. Ökosystem wird in dieser Arbeit stets das globale ökologische Gesamtsystem, also die Biosphäre bezeichnet; falls von einem ökologischen Teilsystem gesprochen wird, so wird dies explizit gemacht.

[5] Vgl. Siebert (1999), S. 11.

[6] Andere Übersetzungen waren z.B. dauerhaft, dauerhaft umweltgerecht, zukunftsfähig, ökologisch tragfähig usw. Vgl. exemplarisch Huber (1995), S. 10, Fischer (1998), S. 9 sowie Gebhard (1999), S.44f.

[7] Hauff (1987), S. 46. Der Begriff „nachhaltige Entwicklung“ findet sich jedoch bereits in der von UN-Organisationen wie UNEP und UNESCO 1980 veröffentlichten World Conservation Strategy; vgl. Fischer (1998), S. 15f. sowie BMBF (2001), S. 19.

[8] Vgl. Abb. 1 S. 22.

[9] Vgl. Abb. 2 S. 23.

[10] Gebhard (1999), S. 4.

[11] Vgl. BMU (1992), S. 22.

[12] Die BLK sieht mindestens fünf Dimensionen, nämlich noch eine globale sowie eine kulturelle Dimension. Vgl. BLK (1998), S. 20ff. Unstrittig ist, dass im Leitbild nachhaltiger Entwicklung sowohl eine globale als auch eine kulturelle Perspektive einschlägig zu berücksichtigen sind (vgl. Kapitel 2.5.); der Auffassung, sie als eigenständige Dimensionen zu betrachten, wird hier nicht gefolgt (die Eigenständigkeit der globalen und kulturellen Dimension wird auch in der Machbarkeitsstudie „Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung“ des BMBF bezweifelt). Vgl. BMBF(2001), S. 31. Zu den Zieldimensionen nachhaltiger Entwicklung siehe Abb. 3 S. 24.

[13] Vgl. BMU (2002), S. 1.

[14] Vgl. Umweltbundesamt (2002), S. 5.

[15] Vgl. Kap. 2.2. Nach BINSWANGER ist unser Wirtschaftssystem durch die Eigendynamik der Geldschöpfung zum quantitativen Wachstum verurteilt; unweigerliche Konsequenz eines Nullwachstums ist eine ökonomische Krise. Vgl. Binswanger (1994), S. 175ff.

[16] SRU (1994), S. 9.

[17] Eine strenge Interpretation dieser Forderung entspricht der Position einer „starken“ Nachhaltigkeit, die eine Nutzung nicht-erneuerbarer Ressourcen ausschließt Im Gegensatz dazu findet sich auch eine „schwache Nachhaltigkeit“, bei der (neoklassisch geprägt) von beinahe vollständiger Substituierbarkeit des Naturkapitals durch vom Menschen geschaffenes Kapital ausgegangen wird. Nach Huber überwiegt jedoch die Forderung der Konstanz des natürlichen Kapitals. Vgl. Gebhard (1999), S. 50f. sowie Huber (1995), S. 53.

[18] Nach HUBER kann man 3 Gerechtigkeitskonzepte (und mannigfaltige Mischformen derselben) unterscheiden: Bedürfnisgerechtigkeit, Leistungsgerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit. Vgl. Huber (1995), S. 87f.

[19] Hier zeigen sich der kulturelle sowie der globale Aspekt des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung.

[20] Begründet durch die optimistische Zukunftsvorstellung wurde davon ausgegangen, dass aufgrund besserer Substitutionsmöglichkeiten und höherer technischer Effizienz der Nachfolgegenerationen die Aufnahme eines ungesicherten Kredits zu Lasten dieser gerechtfertigt sei. Aus dieser Sichtweise ergibt sich zwangsläufig ein Konflikt zwischen inter- und intragenerationeller Gerechtigkeit. Vgl. de Haan (1998), S. 135f.

[21] Demgegenüber existieren noch eine pathozentrische, eine biozentrische und eine physiozentrische Position, die nach Fischer unter dem Oberbegriff Ökozentrik zusammengefasst werden. Vgl. Fischer (1998), S. 50ff. sowie Birnbacher/Brudermüller (2001), S. 20ff.

[22] Gebhard (1999), S. 53.

[23] Vgl. BMU (1992), S. 18ff. sowie Huber (1995), S. 102f.

[24] HUBER führt bei seiner Ausformulierung der Managementregeln als erste die einer tragbaren Bevölkerungsdichte an; bei anderen Autoren wird diese vernachlässigt. In dieser Arbeit wird bzgl. der Managementregeln dem Mainstream der Diskussion gefolgt, nicht jedoch ohne die Problematik der Bevölkerungsdichte zu erwähnen. Vgl. Kap. 2.4. sowie Huber (1995), S. 49f.

[25] Vgl. Fischer (2000), S. 3.

[26] Vgl. Huber (1995), S. 43ff.

[27] Hier seien z.B. die CO2-Emissionen erwähnt, die nicht an die „Verursacherregion“ gebunden sind, sondern sich in der Atmosphäre verteilen. Als bedauernswerter Rückschritt im internationalen Klimaschutz gilt der Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Kyoto-Protokoll, da von ihnen 25% der weltweiten CO2-Emissionen verursacht werden. Vgl. BMU (2001) (ohne Seitennummerierung).

[28] Vgl. Kap. 2.3.3.

[29] KUCKARTZ, der Autor der Studie geht sogar davon aus, dass es ein wesentlich geringerer Prozentsatz ist, der mit der Substanz des Begriffs vertraut ist. Vgl. Umweltbundesamt (2000), S. 68.

[30] Dieser besagt, dass Bildung sowohl Erschlossensein einer Wirklichkeit für den Menschen (objektiver bzw. materialer Aspekt) als auch zugleich Erschlossensein eines Menschen für diese Wirklichkeit (subjektiver bzw. funktionaler Aspekt) bedeutet. Vgl. Klafki (1963), S. 43.

[31] KLAFKI spricht vieles an, was in Zusammenhang mit dem Leitbild nachhaltiger Entwicklung steht, z.B. Umweltzerstörung durch die Folgen der technologisch-ökonomischen Entwicklung und Endlichkeit der natürlichen Ressourcen, Einschränkung bzw. Veränderung des Konsumverhaltens, aber ebenso Facetten der intragenerationellen Gerechtigkeit. Dies ist erstaunlich, da die Erstauflage der „Neuen Studien zur Bildungstheorie und Didaktik“ (1985) bereits 2 Jahre vor dem Brundtland-Bericht erschien. Vgl. Klafki (1994), S. 56ff.

[32] Klafki (1994), S. 19.

[33] Hierzu äußert sich auch FISCHER kritisch, da Bildung in der Agenda 21 gegenüber den „harten“ umweltpolitischen Maßnahmen lediglich flankierenden Charakter hat. Vgl. Fischer (1998), S. 78f.

[34] Dies wird sogar am Titel des Endberichts des Forschungsvorhabens von NITSCHKE et al. „Berufliche Umweltbildung – wo steckst Du?“ deutlich.

[35] Mittlerweile zählt man über 20 Modellversuche; exemplarisch seien hier BUBILE (PÄTZOLD/DREES) sowie LUKAS (KAISER et al.) erwähnt.

[36] Vgl. Fischer (1998), S. 113ff.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Das Leitbild nachhaltiger Entwicklung und seine Bedeutung für die Wirtschaftspädagogik
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Wirtschafts- und Sozialpädagogik)
Veranstaltung
Hauptseminar
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
33
Katalognummer
V77240
ISBN (eBook)
9783638821094
ISBN (Buch)
9783638821261
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leitbild, Entwicklung, Bedeutung, Wirtschaftspädagogik, Hauptseminar
Arbeit zitieren
Gerhard Hirschmann (Autor), 2002, Das Leitbild nachhaltiger Entwicklung und seine Bedeutung für die Wirtschaftspädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77240

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