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Die Dame bei Morungen

Title: Die Dame bei Morungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Lisa Brückner (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Heinrich von Morungen gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des klassischen Minnesangs. 115 Strophen in 35 Tönen sind von ihm überliefert, die meisten finden sich in der großen Heidelberger Liederhandschrift. Morungen wird in der Forschungsliteratur aufgrund seiner Bildlichkeit der Sprache und der absoluten Überhöhung der Dame eine besondere Stellung im Rahmen des Hohen Minnesangs zugeschrieben. Eine gewisse Idealisierung der Dame ist im Minnesang zwar durchaus üblich, jedoch spitzt Morungen diese eindeutig zu. Diesem Thema widmet sich die vorliegende Arbeit anhand ausgewählter Beispiele.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Hauptteil

B.1. Überblick über die zu untersuchenden Lieder

B.1.1. Lied I (122,1-123,9)

B.1.2. Lied V (126,8-126,39)

B.1.3. Lied XVII (136,1-136,24)

B.1.4. Lied XXV (140,32-141,14)

B.1.5. Lied XXX (143,22-144,16)

B.1.6. Lied XXXIV (147,4-147,16)

B.2. Fragenkatalog

B.2.1. Die Frage nach der Begrifflichkeit

B.2.2. Mit welchen Attributen belegt Morungen die Dame?

B.2.3. Gibt es im Text Hinweise auf einen möglichen Ehestand der Dame?

B.2.4. Gibt es Hinweise auf eine mögliche Standesdifferenz zwischen Minnesänger und Minneherrin?

B.2.5. Wie verhält sich die Minneherrin dem Sänger gegenüber?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Stellenwert und die spezifische Darstellung der Dame im Werk des Minnesängers Heinrich von Morungen. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie Morungen durch bilderreiche Sprache und Charakterisierungen die Minneherrin überhöht und welche Erkenntnisse sich aus ausgewählten Liedern über den sozialen Status, den Ehestand und das Verhältnis zwischen Sänger und Dame gewinnen lassen.

  • Analyse der Überhöhung der Minneherrin als zentrales literarisches Motiv.
  • Untersuchung der körperlichen und charakterlichen Attribuierung der Dame.
  • Kritische Prüfung der Eheproblematik im Kontext des Minnesangs.
  • Reflexion über soziale Standesdifferenzen zwischen Minnesänger und Minneherrin.
  • Interpretation der emotionalen Dynamik und Zurückweisung durch die Minneherrin.

Auszug aus dem Buch

B.2.1. Die Frage nach der Begrifflichkeit

Die Frau wird in den Liedern des Hohen Minnesangs entweder als frouwe oder als wîp bezeichnet. In der Forschungsliteratur ist strittig, ob man zu der Zeit Morungens die beiden Begriffe synonym verwenden kann. Laila Salem hat die Begriffe lexikalisch und semantisch untersucht und die Schwierigkeit aufgezeigt, eine allgemeingültige Aussage über die Wortbedeutung zu treffen. Letztendlich ist sie zu dem Schluss gekommen, dass

„[d]er Inhalt des Begriffs [...] sich jeweils erst durch den Sinnzusammenhang näher bestimmen [lässt]“.15

Die Frage ist nun, inwieweit sich anhand der Lieder Morungens feststellen lässt, ob er eine Differenzierung zwischen diesen beiden Begriffen macht.

In Lied I verwendet Morungen den Begriff frouwe fünf Mal und den Begriff wîp drei Mal. In Lied V ist das Verhältnis 1:0, in Lied XXV 2:0, in Lied XXXIV 2:2 und in den Liedern XVII und XXX werden keine der beiden Begriffe genannt. In Morungens Werk lässt sich insgesamt ein eindeutiges Überwiegen des Begriffes frouwe im Gegensatz zu dem Begriff wîp belegen16. Das sagt jedoch noch nichts darüber aus, ob er die Begriffe synonym gebraucht oder nicht.

Lied I gibt die eindeutigsten Belege dafür, dass Morungen die Begriffe synonym verwendet und dass „ [...] deren Anwendung offenbar lediglich durch formale Kriterien bestimmt ist.“17. Laila Salem zeigt in ihrer Untersuchung eindeutig, dass Morungen die Verwendung von frouwe oder wîp nicht nach Bedeutung variiert18. Dies widerspricht allerdings der Übersetzung Tervoorens, der frouwe durchgängig mit Herrin und wîp generell als Frau übersetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Leben von Heinrich von Morungen und ordnet ihn in die Epoche des Minnesangs ein, während sie die zentrale Bedeutung der Dame für sein Werk hervorhebt.

B. Hauptteil: Der Hauptteil dient der systematischen Untersuchung ausgewählter Lieder anhand eines Fragenkatalogs, um die Darstellung der Dame und die Dynamik des Minnedienstes zu analysieren.

B.1. Überblick über die zu untersuchenden Lieder: In diesem Kapitel werden sechs ausgewählte Lieder kurz vorgestellt und hinsichtlich ihrer thematischen Besonderheiten, wie z.B. Preislied oder Tagelied-Wechsel, erläutert.

B.2. Fragenkatalog: Dieses Kapitel widmet sich der detaillierten Beantwortung von Fragestellungen zu Begrifflichkeit, Attributen, Ehestand, Standesdifferenz und dem Verhalten der Minneherrin.

B.2.1. Die Frage nach der Begrifflichkeit: Untersucht wird die Verwendung der Begriffe frouwe und wîp in den Liedern Morungens und ob eine semantische Differenzierung vorliegt.

B.2.2. Mit welchen Attributen belegt Morungen die Dame?: Analysiert wird die für Morungen innovative Beschreibung der körperlichen Vorzüge sowie der charakterlichen Idealisierung der Dame.

B.2.3. Gibt es im Text Hinweise auf einen möglichen Ehestand der Dame?: Dieses Kapitel prüft, ob die in den Texten genannten Motive verlässliche Aussagen über eine mögliche Ehe der Minneherrin erlauben.

B.2.4. Gibt es Hinweise auf eine mögliche Standesdifferenz zwischen Minnesänger und Minneherrin?: Untersucht wird, ob das Dienstverhältnis auf eine tatsächliche soziale Hierarchie oder lediglich auf eine emotionale Abhängigkeit innerhalb der Minne deutet.

B.2.5. Wie verhält sich die Minneherrin dem Sänger gegenüber?: Zusammenfassend wird das abweisende Verhalten der Dame in den analysierten Liedern als Ausdruck ihrer Machtposition dargestellt.

Schlüsselwörter

Heinrich von Morungen, Minnesang, Hohe Minne, Minneherrin, Frauenpreis, Literaturwissenschaft, Mittelalter, Liebeslyrik, Herrin, Eheproblematik, Standesdifferenz, poetische Bildlichkeit, Tagelied, soziale Rolle, literarisches Motiv.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und Bedeutung der Dame im Minnesang des Heinrich von Morungen anhand ausgewählter Lieder.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die sprachliche Überhöhung der Dame, ihre Attribute, die Frage nach ihrem sozialen Status und Ehestand sowie die Dynamik der Minnebeziehung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Stellenwert der Minneherrin im Werk Morungens zu skizzieren und zu klären, wie der Dichter ihre Rolle innerhalb seiner Lieder inszeniert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten durchgeführt, die durch einen kriteriengeleiteten Fragenkatalog strukturiert und mit Forschungsliteratur fundiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der analysierten Lieder (I, V, XVII, XXV, XXX, XXXIV) und eine detaillierte Beantwortung der aufgestellten Forschungsfragen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Charakteristika sind die "Hohe Minne", "absolute Überhöhung", "Minneherrin", "literarische Fiktion" und "symbolische Darstellung".

Inwiefern unterscheidet sich Morungen von anderen Minnedichtern?

Morungen hebt sich durch seine bilderreiche Sprache, die detaillierte Beschreibung körperlicher Vorzüge der Dame und die direkte Adressierung des Publikums sowie der Dame hervor.

Gibt es einen klaren Beleg für den Ehestand der Dame?

Nein, der Autor stellt fest, dass in den untersuchten Liedern keine eindeutigen Belege für einen Ehestand der Minneherrin zu finden sind; solche Vermutungen bleiben spekulativ.

Wie bewertet die Arbeit die Standesdifferenz zwischen Sänger und Dame?

Der Autor argumentiert, dass das Dienstverhältnis als Fachterminus der "Hohen Minne" zu verstehen ist und nicht zwingend auf eine reale soziale Kluft zwischen Dichter und Dame hindeutet.

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Details

Title
Die Dame bei Morungen
College
University of Münster
Course
Hauptseminar
Grade
2,0
Author
Lisa Brückner (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V77254
ISBN (eBook)
9783638870788
ISBN (Book)
9783638870795
Language
German
Tags
Dame Morungen Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Brückner (Author), 2006, Die Dame bei Morungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77254
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