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Habitus und Frame-Selektion - Ein modell- und handlungstheoretischer Vergleich

Title: Habitus und Frame-Selektion - Ein modell- und handlungstheoretischer Vergleich

Diploma Thesis , 2006 , 139 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Vandrey (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Summary Excerpt Details

Die in dieser Arbeit angelegte Vorstellung zielt darauf ab, zwei viel diskutierte Ansätze der Soziologie, die des deutschen Soziologen Hartmut Esser und des französischen Soziologen Pierre Bourdieu, analytisch zu rekonstruieren und den Versuch zu unternehmen, beide Modell- bzw. Handlungsvorstellungen einem formalen Gehaltsvergleich zuzuführen. Dabei folgt eine thematische Eingrenzung insofern, als dass sich die nachfolgenden Ausführungen explizit auf das Modell zum Framing von Entscheidungssituationen und die Konzeption des Habitus beschränken, um sie modell- bzw. handlungstheoretisch zu kontrastieren. So lassen sich bereits an der Oberfläche signifikante Unterschiede im idealisierenden Verständnis ihrer Ansätze feststellen, ungeachtet der zu großen Teilen kongruent laufenden forschungslogischen Schwerpunkte. Demgemäß bilden den Kern der Arbeit die analytische Rekonstruktion der Ansätze sowie die weitergehende Betrachtung der konzeptionellen Diskrepanzen bzw. deren Tragweite, was implizit die Vorstellung negiert, dass es ein Anspruch dieser Arbeit sein kann, beide Modellkonzeptionen in einer logischen und widerspruchsfreien Synthese zu vereinen. Ungeachtet des geminderten Erklärungsanspruches erscheint die Themenstellung dieser Arbeit dennoch aus den verschiedensten Gründen reizvoll. Augenscheinlich dürfte dem kundigen Leser zum einen die zeitliche Nähe der soziologischen Theoriebildung beider Autoren auffallen, was latent die Vorstellung weckt, dass systematische Bezugnahmen die forschungslogische Entwicklung der modelltheoretischen Konzeptionen kennzeichnet. Tatsächlich beziehen sich beide Autoren jedoch zu keinem Zeitpunkt der konzeptionellen Schaffensperioden aufeinander, wie die intensivere Auseinandersetzung mit der jeweiligen Basisliteratur aufzuzeigen vermag. Zum anderen bilden sowohl Bourdieu als auch Esser einen etablierten Teil des Kanons sozialwissenschaftlicher Primärliteratur, die beide, viel diskutiert und zum Teil auch umstritten, einen hohen Erklärungsanspruch an sozialwissenschaftlichen Fragestellungen für sich beanspruchen. Die gemeinsame Beschäftigung beider Autoren mit grundlegenden Problemen der sozialwissenschaftlichen Theoriebildung kann dennoch nicht darüber hinweg täuschen, dass beide Ansätze allenfalls exemplarische Teile der Welt der soziologischen Modell- bzw. Handlungstheorien zum Ausdruck bringen, die für sich den Primat der soziologischen Theoriebildung einzunehmen versuchen.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hartmut Esser

2.1 Entstehungszusammenhang des Modells der Frame-Selektion

2.2 Modelltheoretische Aufarbeitung

2.2.1 Das Modell zum Framing von Entscheidungssituationen

2.2.2 Modell- und handlungstheoretische Kritik anderer Autoren

2.2.3 Nomologischer Kern

2.2.4 Das Modell der Frame-Selektion als fragmentarischer Bestandteil der Prozesserklärung

3 Pierre Bourdieu

3.1 Entstehungszusammenhang der ‚Praxeologie’ Bourdieus

3.2 Modelltheoretische Aufarbeitung

3.2.1 Habitus – Theorie

3.2.2 Die Kapitalarten und das Raummodell

3.2.3 Das Feldkonzept

3.2.4 Soziale Praxis in der Triade von Habitus, Kapital und Feld

4 Zusammenführung der Ansätze

4.1 Seek for contrasts and hidden communalities

4.2 Eine Widerspiegelung der beiden Modell- und Handlungsvorstellungen

4.3 Spielraum für eine sozialwissenschaftliche Entsprechung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die soziologischen Ansätze von Hartmut Esser und Pierre Bourdieu analytisch zu rekonstruieren und einem formalen Gehaltsvergleich zu unterziehen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie beide Modelle das Verhältnis von individueller Handlung und struktureller Einbettung theoretisch erklären und ob eine Synthese dieser Ansätze möglich ist.

  • Rekonstruktion des Modells der Frame-Selektion nach Hartmut Esser.
  • Analytische Durchdringung der Habitus-Theorie nach Pierre Bourdieu.
  • Untersuchung der Mikro-Makro-Verknüpfung in beiden Theorieansätzen.
  • Diskussion der erkenntnistheoretischen Divergenzen und hidden communalities.
  • Kritische Reflexion der Anwendbarkeit dieser Modelle auf die soziologische Prozesserklärung.

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Die in dieser Arbeit angelegte Vorstellung zielt darauf ab, zwei viel diskutierte Ansätze der Soziologie, die des deutschen Soziologen Hartmut Esser und des französischen Soziologen Pierre Bourdieu, analytisch zu rekonstruieren und den Versuch zu unternehmen, beide Modell- bzw. Handlungsvorstellungen einem formalen Gehaltsvergleich zuzuführen. Dabei folgt eine thematische Eingrenzung insofern, als dass sich die nachfolgenden Ausführungen explizit auf das Modell zum Framing von Entscheidungssituationen und die Konzeption des Habitus beschränken, um sie modell- bzw. handlungstheoretisch zu kontrastieren.

So lassen sich bereits an der Oberfläche signifikante Unterschiede im idealisierenden Verständnis ihrer Ansätze feststellen, ungeachtet der zu großen Teilen kongruent laufenden forschungslogischen Schwerpunkte. Demgemäß bilden den Kern der Arbeit die analytische Rekonstruktion der Ansätze sowie die weitergehende Betrachtung der konzeptionellen Diskrepanzen bzw. deren Tragweite, was implizit die Vorstellung negiert, dass es ein Anspruch dieser Arbeit sein kann, beide Modellkonzeptionen in einer logischen und widerspruchsfreien Synthese zu vereinen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die analytische Rekonstruktion der Ansätze von Esser und Bourdieu und grenzt das Vorhaben auf den Vergleich ihrer handlungstheoretischen Kernkonzepte ein.

2 Hartmut Esser: Kapitel zwei befasst sich mit der Genese und den theoretischen Grundpfeilern des Modells der Frame-Selektion, inklusive der wissenschaftstheoretischen Kritik.

3 Pierre Bourdieu: Der dritte Abschnitt expliziert die Praxeologie Bourdieus, insbesondere die Konzepte Habitus, Kapital und Feld, und beleuchtet deren strukturationstheoretische Anlage.

4 Zusammenführung der Ansätze: Im letzten Kapitel werden die Ansätze kontrastiert, Gemeinsamkeiten identifiziert und die Möglichkeit einer sozialwissenschaftlichen Analogie diskutiert.

Schlüsselwörter

Frame-Selektion, Habitus-Theorie, Soziologische Theoriebildung, Mikro-Makro-Link, Handlungslogik, Praxeologie, Rational Choice, Soziale Praxis, Struktur, Handlung, Sozialisation, Feldkonzept, Kapitalarten, Rationalität, Methodologischer Individualismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit leistet eine komparative Analyse der soziologischen Handlungstheorien von Hartmut Esser und Pierre Bourdieu, um deren theoretische Konstrukte und Erklärungspotenziale gegenüberzustellen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Modellierung von Handlungssituationen, das Verhältnis von Mikro- und Makroebene, die Rolle von Normen und Routinen sowie die strukturelle Einbettung individuellen Handelns.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die analytische Rekonstruktion der Ansätze zur Klärung, wie individuelle Akteure und soziale Strukturen in den jeweiligen Theorien in Beziehung gesetzt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine modell- und handlungstheoretische Vergleichsstudie, die auf einer ideengeschichtlichen Rekonstruktion und einer Auseinandersetzung mit der Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Er analysiert zunächst Essers "Modell der Frame-Selektion" und anschließend Bourdieus "Praxeologie" mit den Kernkonzepten Habitus, Kapital und Feld.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Habitus, Frame-Selektion, soziale Felder, Kapital, Handlungslogik und der methodologische Individualismus.

Wie bewertet der Autor die Essersche "Frame-Selektion"?

Der Autor würdigt den Versuch der Integration ökonomischer und soziologischer Logiken, weist aber auf die Schwierigkeit der empirischen Operationalisierung und die Vernachlässigung emotionaler Komponenten hin.

Welche Kritikpunkte äußert der Autor an der Bourdieuschen Theorie?

Die Kritik fokussiert sich auf die Unklarheit bezüglich individueller Entscheidungsmöglichkeiten und die Vorrangstellung der Struktur gegenüber dem individuellen Handeln.

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Details

Title
Habitus und Frame-Selektion - Ein modell- und handlungstheoretischer Vergleich
College
LMU Munich  (Institut für allgemeine Soziologie)
Grade
1,3
Author
Christian Vandrey (Author)
Publication Year
2006
Pages
139
Catalog Number
V77290
ISBN (eBook)
9783638744126
ISBN (Book)
9783638745079
Language
German
Tags
Habitus Frame-Selektion Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Vandrey (Author), 2006, Habitus und Frame-Selektion - Ein modell- und handlungstheoretischer Vergleich , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77290
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