HEDGE FONDS
Eine hochspekulative Anlage in der Kritik
I.I Einleitung
Die letzten Börsenjahre haben einiges mit sich gebracht. Angefangen von den Höchstständen des Deutschen Aktienindex DAX, des japanischen Leitindizes Nikkei und des amerikanischen Dow Jones im Frühjahr 2000 bis über das Ende des Internet Booms und damit das Platzen der Technologieblase. Und nicht zuletzt aufgrund des 11. Septembers resultierte daraus ein Kursverfall an den Börsen weltweit. Hinzu kamen der schwächelnde Dollar und der dadurch wieder erstarkte Euro, teures Öl sowie diverse Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der amerikanischen Federal Reserve Bank (FED). Seit Mitte des Jahres 2003 jedoch befinden sich die Kapitalmärkte nach der Baisse erstmalig wieder im Aufschwung. DAX, Dow Jones und Nikkei erreichen Anfang Februar 2007 fast schon wieder ihre alten Höchststände. Jedoch drohen neue Ängste in den USA und dem Euroraum dem Wachstum an den Börsen die Luft zu rauben. Inflationsängste, ein sehr schwacher Dollar und ein extrem teurer Euro und nicht zuletzt das amerikanische Staatsdefizit sowie bevorstehende Zinserhöhungen durch die FED und EZB, könnten die seit einiger Zeit nach oben steigenden Kurse und auch die Euphorie bremsen. Darauf weisen auch die steigenden Zinsen der amerikanischen und europäischen Bund Futures hin, sowie der hohe Öl- und der stetig steigende Goldpreis. Zusätzlich drohen in den USA auch noch nach Zahlungsschwierigkeiten der US Hypothekenbank New Century Anfang März 2007, die Kunden mit schwacher Bonität Hypothekendarlehen anbieten, ein Zusammenbruch des amerikanischen Hypothekenmarktes.
All diese Ereignisse, sowie die zunehmende Popularität der Hedge Fonds, nicht zuletzt aufgrund ihrer Zulassung in Deutschland, sind das optimale Umfeld und gleichzeitige Nährboden für die Spekulationen der Hedge Fonds und ihrer Manager. Hedge Fonds versuchen anhand ihrer Strategien und durch Fremdkapitalaufnahme diese volatilen Märkte zu nutzen um eine absolute Rendite zu erwirtschaften und nicht wie der Begriff Hedge es eigentlich sagt Anlagen gegen mögliche Kursverluste und Risiken abzusichern.
Inhaltsverzeichnis
I. Die Grundlagen der Hedge Fonds
I.I Einleitung
I.II Die Geschichte der Hedge Fonds
I.II.I Alfred Winslow Jones, Gründer des ersten Hedge Fonds
I.II.II Die Krisen 1992, 1994 und 1998 bis hin zur heutigen Entwicklung
I.III Das Wesen der Hedge Fonds
I.III.I Charakteristika
I.III.II Begrifflichkeiten im Zusammenhang mit Hedge Fonds
I.IV Das Umfeld der Hedge Fonds
I.IV.I Strategien
I.IV.II Risiken und Diversifikation
I.IV.III Marktüberblick
II. Hedge Fonds in der Kritik
II.I Einflussmöglichkeiten auf die Finanzmärkte
II.II Reglementierung und Überwachung von Hedge Fonds
II.III Der aktuelle Status
III. Die Zukunft der Hedge Fonds
Zielsetzung & Themen
Diese Diplomarbeit untersucht die Rolle von Hedge Fonds als hochspekulative Anlageinstrumente, analysiert deren verschiedene Strategien, Risikofaktoren und Auswirkungen auf die globalen Finanz- und Kapitalmärkte unter besonderer Berücksichtigung der kritischen Aspekte und regulatorischer Notwendigkeiten.
- Grundlagen und Historie der Hedge Fonds
- Analyse der Strategien und Diversifikationspotenziale
- Kritische Bewertung des Einflusses auf Finanzmärkte und Unternehmen
- Untersuchung von Risiken wie Liquiditätsproblemen und Leverage-Effekten
- Regulierung und zukünftige Entwicklungsperspektiven
Auszug aus dem Buch
I.II Die Geschichte der Hedge Fonds
Um ein bestimmtes Preisniveau ihrer Ernte schon bereits im Vorfeld abzusichern, haben bereits schon im 17. Jahrhundert japanische Reisanbauern mittels einer Kreditnote den Begriff hedging (absichern) geprägt. Dies zwang sie zwar zu einer kleinen Abgabe ihres Gewinnes, jedoch wurden so mögliche Risiken abgegrenzt und somit auch das Risiko eines möglichen Preisverlustes.
In den folgenden Jahren wurde das Hedging auf Rohstoffe und vor allem auf landwirtschaftliche Güter ausgeweitet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Rohstoffe auf Terminmärkten gehandelt, welches zu einem raschen Wachstum durch die zunehmende Marktattraktivität führte. In den 70er Jahren kamen noch Futures hinzu, welches als Sammelbezeichnung für standardisierte Terminkontrakte steht. Diese werden an Börsen gehandelt und haben neben dem spekulativen Aspekt vor allem die Absicherung von Wechselkurs-, Aktienkurs- oder Zinsänderungsrisiken im Vordergrund. Heutzutage können diese Kontrakte an allen Börsen weltweit und rund um die Uhr gehandelt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Die Grundlagen der Hedge Fonds: Einführung in die historischen Wurzeln, die grundlegenden Merkmale, Begrifflichkeiten und das wirtschaftliche Umfeld von Hedge Fonds.
II. Hedge Fonds in der Kritik: Analyse der potenziell destabilisierenden Einflüsse auf Finanzmärkte und Unternehmen sowie Diskussion über Reglementierungsansätze und den aktuellen Status der Überwachung.
III. Die Zukunft der Hedge Fonds: Betrachtung der Wachstumsperspektiven der Industrie sowie Prognosen zur Marktentwicklung unter dem Einfluss zunehmender Regulierung und Produktinnovationen.
Schlüsselwörter
Hedge Fonds, Absolute Rendite, Leverage Effekt, Leerverkauf, Diversifikation, Finanzmarktstabilität, Regulierung, Long-Short Strategie, Global Macro Strategie, Event Driven Strategie, Risikomanagement, Prime Broker, Kapitalmärkte, Marktkritik, Portfolio
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Hedge Fonds Industrie, ihre Funktionsweise, die spekulativen Charakteristika sowie die damit verbundenen Risiken und die Kritik an ihrem Einfluss auf die Finanzmärkte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Anlagestrategien, die Rolle der Fondsmanager, Risikomanagement, die Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität sowie die regulatorischen Herausforderungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die verschiedenen Strategien, Risiken sowie die Einflussfaktoren und Aktivitäten von Hedge Fonds in Bezug auf die Finanz- und Kapitalmärkte detailliert zu untersuchen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung von Statistiken, Grafiken und Fallbeispielen zur Performance und Regulierung der Branche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Strategien, Risiken), die kritische Analyse der Markteinflüsse und eine Diskussion über Reglementierung und Zukunftsaussichten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Absolute Return, Leverage, Short Selling, Marktrisiko, Liquiditätsrisiko und die Reglementierung durch Finanzaufsichtsbehörden.
Welche Bedeutung hatte der Zusammenbruch von LCTM für die Branche?
Der LCTM-Zusammenbruch 1998 verdeutlichte das enorme Liquiditätsrisiko bei exzessiver Fremdkapitalaufnahme und führte zu einer weitreichenden Krise, die eine Rettungsaktion der US-Notenbank erforderte.
Wie beeinflussen Hedge Fonds die Unternehmensführung?
Hedge Fonds agieren oft aktivistisch, indem sie über den Forderungsaufkauf oder gezielte Beteiligungen Druck auf das Management ausüben, um beispielsweise Dividenden zu erhöhen oder Umstrukturierungen zu erzwingen.
Warum ist die Regulierung von Hedge Fonds ein kontroverses Thema?
Die Regulierung ist kontrovers, da sie einerseits die Finanzmarktstabilität schützen und Transparenz erhöhen soll, andererseits aber bei zu starker Ausprägung die Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz der Märkte negativ beeinträchtigen könnte.
- Quote paper
- Daniel Hohls (Author), 2007, Hedge Fonds. Eine hochspekulative Anlage in der Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77421