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Der Begriff des Völkerrechts aus philosophischer Perspektive

Titel: Der Begriff des Völkerrechts aus philosophischer Perspektive

Seminararbeit , 2005 , 35 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Carola Puhle (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Meine Proseminarsarbeit befasst sich mit dem Begriff des Völkerrechts aus philosophischer Perspektive, wobei sie einzelne Aspekte aus der Ideengeschichte des Völkerrechts ausschnitthaft beleuchtet. Die prägnantesten Theorien und ihr wesentlicher Inhalt wird skizziert. In einer Art Resümee wird abschließend mit Blick auf die aktuelle Diskussion des Problemfeldes „humanitäre Intervention“ die völkerrechtliche Ideengeschichte des gerechten Krieges partiell zusammenfasst und kurz diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Grundlagen / Vorbemerkung

2 Der Begriff des Völkerrechts aus philosophischer Perspektive

2.1 Antike: Heraklit, Aristoteles, Stoa

2.2 Die klassische Theorie des gerechten Krieges: Augustinus (354-430) und Thomas von Aquin (1224-1274)

2.3 Die spanische Spätscholastik: Franciscus de Vitoria und Francisco Suarez

2.4 Das Ende des spanischen Zeitalters (1494-1648): Hugo Grotius

2.5 Das französische Zeitalter (1648-1815): Hobbes, Spinoza, Pufendorf, Rachel, Wolff, Vattel, Kant und die völkerrechtlichen Ideen der Französischen Revolution

2.6 Das englische Zeitalter (1815-1919): Der kontinentale Rechtspositivismus und die angelsächsische, naturrechtliche Völkerrechtstheorie

2.7 Ab 1919: „all the nations of the world“

3 Schluss: Humanitäre Intervention – Die aktuelle Diskussion vor dem Hintergrund der philosophischen Ideengeschichte des gerechten Krieges

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff des Völkerrechts aus einer philosophischen Perspektive und beleuchtet dessen ideengeschichtliche Entwicklung, um ein tieferes Verständnis für die heutige Problematik der humanitären Intervention zu gewinnen.

  • Ideengeschichte des Völkerrechts und dessen philosophische Grundlagen
  • Die klassische Theorie des gerechten Krieges von der Antike bis zur Neuzeit
  • Wandel des Interventionsbegriffs im Spiegel der internationalen Politik
  • Kritische Analyse von Souveränität und Menschenrechten
  • Verhältnis von Naturrecht und Rechtspositivismus

Auszug aus dem Buch

2.1 Antike: Heraklit, Aristoteles, Stoa

Der Vorsokratiker Heraklit, Aristokrat und Bürger von Ephesus, suchte – in Abgrenzung zum gewöhnlichen Denken – nach einem genuin philosophischen Denken um das Allgemeine und allem Seienden Gemeinsame. Dieses Gemeinsame im Sinne einer Grundstruktur der Welt fand er im Logos. Der Logos als Prinzip der Welt, dem sogar noch die Götter unterworfen sind, besteht für Heraklit im polemos, dem Streit oder auch Krieg, der der „Vater aller Dinge und der König aller Dinge“ ist. „Wir müssen wissen, dass Krieg allen gemeinsam und dass Kampf Gerechtigkeit ist und dass alle Dinge durch Kampf entstehen und vergehen.“ Die sich ständig wandelnde Welt ist geprägt von einem Kampf der Gegensätze, vom ewigen Widerspruch der Polaritäten.

Dabei aber geht es nicht um die zeitliche Ablösung des einen Pols durch den anderen; vielmehr geht es ihm um die Gleichzeitigkeit und gegenseitige Verschränktheit der Gegensätze. Denn für Heraklit sind alle Gegensätze wesentlich aufeinander bezogen; jeder einzelne Pol gewinnt seinen Sinn erst durch seine polare Differenz zum anderen: Krieg und Frieden, hell und dunkel, Tag und Nacht. „Einheit der Gegensätze“ meint also: Im Gegensatz zeigt sich eine tiefer liegende, „verborgene“ Einheit, ein Zusammengehören des Verschiedenen. „Einheit in der Vielheit“ ist darum die klassische Formel (Platon prägte diesen Begriff), mit der sich der fundamentale Kern der heraklitischen Logosphilosophie auf den Begriff bringen lässt. Die Struktur des Logos besteht nicht im „panta rhei“, im „alles fließt“, vielmehr ist dieser Logos gerade das Eine, das im Wandel des Werdenden Bestand hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Grundlagen / Vorbemerkung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und erläutert die historische Herangehensweise an den Völkerrechtsbegriff sowie die gewählte Periodisierung nach Wilhelm G. Grewe.

2 Der Begriff des Völkerrechts aus philosophischer Perspektive: Dieses zentrale Kapitel analysiert chronologisch die ideengeschichtlichen Strömungen von der Antike bis zum 20. Jahrhundert und deren Einfluss auf die Völkerrechtslehre.

3 Schluss: Humanitäre Intervention – Die aktuelle Diskussion vor dem Hintergrund der philosophischen Ideengeschichte des gerechten Krieges: Das Fazit verbindet die historische Analyse mit aktuellen Debatten über den Stellenwert von Menschenrechten und die Legitimität humanitärer Interventionen in der modernen Weltordnung.

Schlüsselwörter

Völkerrecht, Ideengeschichte, Gerechter Krieg, Intervention, Souveränität, Naturrecht, Rechtspositivismus, Humanitäre Intervention, Friedenssicherung, Staatensystem, Menschenrechte, Philosophie, Weltgesellschaft, Antike, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Begriff des Völkerrechts unter Berücksichtigung seiner philosophischen Ideengeschichte, um den Wandel des Interventionsbegriffs zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Rechtsvorstellungen von der Antike über das spanische und französische Zeitalter bis hin zur heutigen Zeit der Vereinten Nationen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die aktuelle Diskussion über humanitäre Interventionen vor dem Hintergrund der jahrhundertealten Debatte über den „gerechten Krieg“ kritisch zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin folgt einem chronologischen Ansatz, der sich an der Periodisierung von Wilhelm G. Grewe orientiert, um die Entwicklung der völkerrechtlichen Theorien systematisch darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden bedeutende Denker und Epochen analysiert, von der Antike (Heraklit, Aristoteles) über die Scholastik (Augustinus, Thomas von Aquin, Vitoria, Suarez) bis hin zur Aufklärung (Kant) und zum Rechtspositivismus des 19. Jahrhunderts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Völkerrecht, Gerechter Krieg, Souveränität, Naturrecht und Humanitäre Intervention.

Wie unterscheidet sich das französische Zeitalter im Völkerrecht vom spanischen?

Während im spanischen Zeitalter noch religiöse Motive für Interventionen dominierten, verlagerte sich der Fokus im französischen Zeitalter durch die Aufklärung auf politische Tatbestände und den Souveränitätsgedanken.

Welche Rolle spielt der „gerechte Krieg“ für die heutige humanitäre Intervention?

Die Arbeit zeigt auf, dass Kriterien des gerechten Krieges, wie der „gerechte Grund“ oder die „rechte Absicht“, auch heute noch in Debatten über Interventionen verwendet werden, wobei sie jedoch sehr dehnbare Begriffe bleiben.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Begriff des Völkerrechts aus philosophischer Perspektive
Hochschule
Universität zu Köln  (Seminar für Politische Wissenschaft)
Veranstaltung
Intervention und humanitäre Intervention - zum ideengeschichtlichen und völkerrechtlichen Wandel des Interventionsbegriffs und seine Bedeutung für die internationale Politik
Note
1,0
Autor
Carola Puhle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
35
Katalognummer
V77426
ISBN (eBook)
9783638897358
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Begriff Völkerrechts Perspektive Intervention Wandel Interventionsbegriffs Bedeutung Politik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carola Puhle (Autor:in), 2005, Der Begriff des Völkerrechts aus philosophischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77426
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  35  Seiten
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