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Vergleich des Romans "Solaris" von Stanisław Łem mit der Adaption Andrej Tarkowskis

Title: Vergleich des Romans "Solaris" von Stanisław Łem mit der Adaption Andrej Tarkowskis

Term Paper , 2007 , 22 Pages

Autor:in: Simone Fischer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Stanislaw Lems Roman wird hier mit der Adaption durch den russischen Regisseur Andrej Tarkowskis verglichen im Hinblick auf: Unterschiede im Aufbau und Mittel der Realisierung, Abweichungen in der Gewichtung des Ozeans, die Rolle Hareys und der Familie und den Stellenwert der Wissenschaft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Stanisłav Łem und Andrej Tarkowski

2. Vergleich des Romans „Solaris“ von Stanisław Łem mit der Adaption Andrej Tarkowskis

2.1. Unterschiede im Aufbau und Mittel der Realisierung

2.2. Abweichungen in der Gewichtung des Ozeans

2.3. Die Rolle Hareys und der Familie

2.4. Der Stellenwert der Wissenschaft

3. Stanislav Lem über Andrej Tarkowski

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Science-Fiction-Roman „Solaris“ von Stanisław Łem kritisch mit der gleichnamigen Film-Adaption von Andrej Tarkowski zu vergleichen. Dabei wird analysiert, wie beide Werke unterschiedliche philosophische, ethische und menschliche Fragen behandeln und welche grundlegenden Divergenzen in der Interpretation des Stoffes bestehen.

  • Gegenüberstellung von Łems wissenschaftlich-philosophischem Ansatz und Tarkowskis spirituell-metaphysischer Deutung.
  • Untersuchungen zur zentralen Rolle des Ozeans als Erkenntnisgrenze beziehungsweise Spiegelbild menschlicher Psyche.
  • Analyse der Transformation der Figur Harey und der Bedeutung familiärer Motive für die Menschwerdung des Protagonisten.
  • Kritische Betrachtung der unterschiedlichen Gewichtung von Wissenschaft und moralischer Verantwortung.
  • Aufarbeitung der persönlichen Stellungnahme Łems zur filmischen Interpretation seines Werkes.

Auszug aus dem Buch

2.1. Unterschiede im Aufbau und Mittel der Realisierung

Der Roman Stanislav Łems beginnt mit dem Landeanflug des Psychologen Kris Kelvins von der Prometheus auf die Station Solaris. In Andrej Tarkowskis Bearbeitung ist der eigentlichen Handlung ein 41- minütiger Prolog vorangestellt, der beim Romanautor so keine Entsprechung hat. Der Regisseur benutzt ihn zur Exposition, die Grundkonflikte und Personen des späteren Geschehens, die sich im Werk des polnischen Autors im Verlaufe des Romans erst entwickeln und sich dem Leser nur Schritt für Schritt enthüllen, werden hier gleich zu Anfang eingeführt. Der Film beginnt mit Naturaufnahmen, man sieht Kelvin in der Peripherie der Hütte seines Vaters herumwandern.

Ein Freund seines Vaters, Berton, kommt zu Besuch, um mit Kelvin über dessen bevorstehende Reise zu sprechen. Er zeigt ein Video, den so genannten „Berton- Bericht“, eine Aufzeichnung seiner Aussage vor einer Untersuchungskommission. Beim „Rendezvous an der Schaukel“, einem von Berton gewünschten persönlichen Gespräch mit Kelvin, wird er jedoch von diesem schroff zurückgewiesen und beleidigt und reist unverzüglich ab. Noch von der Fahrt meldet er sich jedoch telefonisch, um Kelvin ein wichtiges Detail mitzuteilen. Dieser Unterschied im Aufbau ist von essentieller Bedeutung für den weiteren Verlauf der Ereignisse. Die Intervention Bertons wird von dem Psychologen, der zu diesem Zeitpunkt noch nichts von den Geschehnissen auf der Station weiß, als Manipulationsversuch begriffen, dem er nicht bereit ist Glauben zu schenken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Stanisłav Łem und Andrej Tarkowski: Einführung in die Biografien beider Künstler sowie deren skeptische Haltung gegenüber dem Science-Fiction-Genre und die Entstehungsgeschichte ihrer jeweiligen Werke.

2. Vergleich des Romans „Solaris“ von Stanisław Łem mit der Adaption Andrej Tarkowskis: Zentrale vergleichende Analyse der beiden Werke unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen philosophischen Ausgangspunkte und Zielsetzungen.

2.1. Unterschiede im Aufbau und Mittel der Realisierung: Gegenüberstellung der narrativen Struktur, wobei insbesondere die filmische Ergänzung durch einen Prolog und die unterschiedliche Verwendung stilistischer Mittel analysiert wird.

2.2. Abweichungen in der Gewichtung des Ozeans: Untersuchung der Rolle des Ozeans, der für Łem ein unergründliches, wissenschaftliches Phänomen und für Tarkowski primär ein Spiegel der menschlichen Psyche ist.

2.3. Die Rolle Hareys und der Familie: Analyse der Bedeutung der Figur Harey und des Familiendramas als Läuterungsinstrument für die Entwicklung des Protagonisten Kris Kelvin.

2.4. Der Stellenwert der Wissenschaft: Diskussion der unterschiedlichen Sichtweisen auf Wissenschaftsethik, den Fortschrittsglauben und die erkenntnistheoretischen Grenzen des Menschen.

3. Stanislav Lem über Andrej Tarkowski: Zusammenfassung der Kritik des Autors an der filmischen Interpretation, insbesondere bezüglich der emotionalen Übersteigerung und der Reduktion philosophischer Kernthemen.

Schlüsselwörter

Solaris, Stanisław Łem, Andrej Tarkowski, Science-Fiction, Literaturadaption, Erkenntnistheorie, Wissenschaftsethik, Ozean, Kris Kelvin, Harey, Philosophie, Filmwissenschaft, Ethik, Kommunikation, Menschwerdung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit vergleicht den Roman „Solaris“ von Stanisław Łem mit der Verfilmung von Andrej Tarkowski und untersucht, wie beide Werke fundamentale Fragen der menschlichen Existenz und Erkenntnis auf unterschiedliche Weise behandeln.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Rolle der Wissenschaftsethik, der Visualisierung des Unbekannten (Ozean), dem Wandel des Protagonisten durch zwischenmenschliche Beziehungen sowie dem philosophischen Diskurs über die Grenzen der Erkenntnisfähigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Tarkowski als Regisseur den literarischen Stoff durch seine eigene spirituelle und moralische Perspektive neu interpretiert und dabei bewusst von den wissenschaftlich-pragmatischen Intentionen des Romanautors abweicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und filmwissenschaftliche Vergleichsanalyse, die auf einer detaillierten Textinterpretation der Romanvorlage und einer entsprechenden Sequenzanalyse des Films basiert, ergänzt durch Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den Aufbau und die Realisierungsmittel, die Bedeutung des Ozeans, die Rolle der Familienbeziehungen für die Charakterentwicklung sowie den Stellenwert der Wissenschaft in beiden Werken.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Zu den prägenden Begriffen gehören Solaris, Erkenntnistheorie, Wissenschaftsethik, Literaturadaption, Kommunikation, Metaphysik und die moralische Verantwortung des Menschen.

Warum weicht Tarkowskis Film so stark von der Vorlage ab, wie im Text beschrieben?

Laut der Arbeit verfolgt Tarkowski eine „spirituelle Dimension“ und lehnt das klassische Science-Fiction-Genre als bloßes technisches Setting ab; er nutzt den Stoff primär, um eine moralische Predigt über Schuld, Gewissen und Heimat zu inszenieren.

Wie bewertet der Autor Stanisław Łem die Verfilmung seines Romans?

Łem stand der Verfilmung kritisch gegenüber, da er empfand, dass sein erkenntnistheoretischer Ansatz zu einem familiären Melodram reduziert wurde und Tarkowski die philosophische Distanz des Romans durch eine zu starke emotionale „Gefühlstunke“ ersetzte.

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Details

Title
Vergleich des Romans "Solaris" von Stanisław Łem mit der Adaption Andrej Tarkowskis
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Course
HS: Mögliche Welten
Author
Simone Fischer (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V77437
ISBN (eBook)
9783638828260
Language
German
Tags
Vergleich Romans Solaris Stanisław Adaption Andrej Tarkowskis Mögliche Welten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Fischer (Author), 2007, Vergleich des Romans "Solaris" von Stanisław Łem mit der Adaption Andrej Tarkowskis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77437
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