Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der Zusammenarbeit von Paul Cézanne und Camille Pissarro. Beide Künstler, über Jahrzehnte sehr verbunden, und, wie man im buddhistischen Terminus auszudrücken pflegt, in einem "Lehrer-Schüler-Verhältnis", haben von der gemeinsamen Arbeit gleichermaßen profitiert. Cézanne wurde durch den Umgang mit Pissarro "impressionistisch", auch wenn er nie ein Impressionist gewesen ist. Er überwand die düstere Dramatik des Frühwerks, hellte seine Palette auf und wurde "ein Landschafter".
Pissarro übernahm partiell das formenstrenge Bildvokabular seines Schülers, erreichte aber nie die Festigkeit von dessen Bildgefügen.
Analogien zwischen Cézanne und Pissarro waren also durchaus vorhanden.
Doch gilt es zu klären, wieweit die stilistischen Annäherungen tatsächlich gingen und ob die gegenseitige Beeinflussung einen nachhaltigen Bestand hatte.
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Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. Hinweise zu Methode, Aufbau und Struktur der Arbeit
2. PAUL CÉZANNE UND CAMILLE PISSARRO
2.1. Der Bruch mit dem bürgerlichen Leben und die Begegnung in Paris
2.2. Pissarro und der Impressionismus
2.3. Die Zusammenarbeit in Pontoise und Auvers
2.4. Pissarros Lehre
2.5. Paul Cézanne und die impressionistische Kunst
3. PAUL CÉZANNE, DAS HAUS DES GEHÄNGTEN
3.1. Bildbeschreibung
3.2. Formale Bildbetrachtung
3.2.1. Die Raumkonstruktion
3.2.2. Die Licht- und Farbkomposition
4. CAMILLE PISSARRO, DER HERMITAGE-HÜGEL IN PONTOISE
4.1. Bildbeschreibung
4.2. Formale Bildbetrachtung
4.2.1. Die Raumkonstruktion
4.4.2. Die Licht- und Farbkomposition
5. VERGLEICHENDE BILDANALYSEN
5.1. Analogien
5.2. Differenzen
5.3. Resümee
6. DASSELBE MOTIV UNTERSCHIEDLICH INTERPRETIERT. CAMILLE PISSARROS STRAßE NACH LOUVECIENNES, AM WALDRAND UND PAUL CÉZANNES LOUVECIENNES IM VERGLEICH
6.1. Bildbeschreibung
6.2. Analogien und Differenzen in der künstlerischen Ausführung und Interpretation
7. ANALOGIEN UND DIFFERENZEN IM WEITEREN VERLAUF DES SCHAFFENSPROZESSES
7.1. Vergleich: Paul Cézanne, Selbstporträt vor olivfarbener Tapete, 1880-81 und Camille Pissarro, Bauernmädchen mit Strohhut, 1881
7.1.1. Paul Cézanne, Selbstporträt vor olivfarbener Tapete, 1880-81
7.1.2. Camille Pissarro, Bauernmädchen mit Strohhut, 1881
7.2. Vergleich: Camille Pissarro, Kleines Flämisches Dienstmädchen, 1896 und Paul Cézanne, Frau mit Kaffeekanne, 1890-95
7.2.1. Camille Pissarro, Kleines Flämisches Dienstmädchen, 1896
7.2.2. Paul Cézanne, Frau mit Kaffeekanne, 1890-95
7.3. Vergleich: Camille Pissarro, Place du Carrousel, Paris, 1900 und Paul Cézanne, Die großen Badenden, 1900-1905
7.3.1. Camille Pissarro, Place du Carrousel, Paris, 1900
7.3.2. Paul Cézanne, Die Großen Badenden, 1900-1905
8. SCHLUSSBETRACHTUNGEN
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die künstlerische Zusammenarbeit zwischen Paul Cézanne und Camille Pissarro sowie deren Einfluss auf die jeweilige stilistische Entwicklung. Ziel ist es, durch detaillierte vergleichende Bildanalysen herauszuarbeiten, inwieweit stilistische Annäherungen bestanden und wo sich grundlegende Differenzen in ihrer künstlerischen Auffassung und Ausdrucksweise manifestierten.
- Analyse der Lehrer-Schüler-Beziehung und gegenseitiger künstlerischer Beeinflussung.
- Untersuchung von Analogien und Differenzen in Raumkonstruktion, Licht- und Farbkomposition.
- Gegenüberstellung früherer und späterer Werke beider Künstler zur Prüfung stilistischer Beständigkeit.
- Abgrenzung der impressionistischen Ansätze Pissarros von Cézannes Suche nach einer eigenen, dauerhaften Bildstruktur.
Auszug aus dem Buch
Die Licht- und Farbkomposition
Fraglos durch den bildeinwärts verlaufenden Weg geleitet, ist die diagonale Blickführung in das Bildinnere primär von der Helligkeit des Mittelgrundgebäudes intendiert. In hellem Kolorit, das aus einer Mischung aus aufgehelltem Umbra-Grün und Ocker besteht, leuchtet uns die beige Fassade im Mittelgrund entgegen und zieht als hellstes Farbsegment die Aufmerksamkeit des Betrachters unvermittelt auf sich.
Mit ihrer Helligkeit korrespondiert die Farbgebung des Schornsteins auf dem angrenzenden Gebäude. Der Blick, der sich zunächst an der hellen Hausfassade fängt, gleitet nun zu dem Schornstein hinüber. Die diagonale Blickführung, die durch die Anlage des V-förmigen Segment zwischen den Häusern am rechten und linken Bildrand zwar schon vorgegeben war, wird auch hier durch die tonale Beschaffenheit der Motive erreicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Zusammenarbeit zwischen Cézanne und Pissarro sowie Skizzierung der methodischen Herangehensweise durch vergleichende Bildanalysen.
2. PAUL CÉZANNE UND CAMILLE PISSARRO: Analyse der persönlichen Begegnung und des gegenseitigen Austauschs, der maßgeblich zur Entwicklung ihrer jeweiligen künstlerischen Handschriften beitrug.
3. PAUL CÉZANNE, DAS HAUS DES GEHÄNGTEN: Detaillierte Betrachtung von Cézannes Werk von 1873 unter besonderer Berücksichtigung seiner Formensprache und Komposition.
4. CAMILLE PISSARRO, DER HERMITAGE-HÜGEL IN PONTOISE: Analyse von Pissarros Landschaftsbild von 1873 im direkten Kontext zu Cézannes impressionistischer Phase.
5. VERGLEICHENDE BILDANALYSEN: Systematische Gegenüberstellung der beiden Werke zur Herausarbeitung stilistischer Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
6. DASSELBE MOTIV UNTERSCHIEDLICH INTERPRETIERT. CAMILLE PISSARROS STRAßE NACH LOUVECIENNES, AM WALDRAND UND PAUL CÉZANNES LOUVECIENNES IM VERGLEICH: Untersuchung einer direkten Motiv-Kopie und deren unterschiedliche künstlerische Ausführung.
7. ANALOGIEN UND DIFFERENZEN IM WEITEREN VERLAUF DES SCHAFFENSPROZESSES: Vergleich späterer Arbeiten beider Künstler, um die Nachhaltigkeit der frühen wechselseitigen Einflüsse zu bewerten.
8. SCHLUSSBETRACHTUNGEN: Fazit über die stilistische Beständigkeit Cézannes im Vergleich zum wandlungsreicheren Werk Pissarros.
Schlüsselwörter
Paul Cézanne, Camille Pissarro, Impressionismus, Landschaftsmalerei, Bildanalyse, Pinselduktus, Farbkomposition, Raumkonstruktion, Stilistik, Moderne Malerei, Kunstgeschichte, Spachteltechnik, Analogie, Differenz, Nachbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die künstlerische Verbindung zwischen Paul Cézanne und Camille Pissarro und wie sich ihr gegenseitiger Austausch auf ihre Werke ausgewirkt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die stilistische Annäherung, die Bedeutung des Impressionismus für beide Künstler sowie die Entwicklung ihrer eigenen, individuellen Bildsprache.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Analogien und Unterschiede in ihrem Werk durch vergleichende Analysen zu identifizieren und die Nachhaltigkeit ihrer wechselseitigen Beeinflussung zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine formale, vergleichende Bildanalyse angewandt, die Aspekte wie Raumkonstruktion, Licht- und Farbkomposition sowie Pinselduktus untersucht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf spezifische Bildpaare aus verschiedenen Schaffensperioden, um stilistische Entwicklungen direkt gegenüberzustellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben den Namen der beiden Künstler sind Begriffe wie Impressionismus, Stilistik, Bildanalyse, Pinselduktus und Komposition für die Arbeit grundlegend.
Inwieweit lässt sich Cézannes Werk von Pissarro abgrenzen?
Während Pissarro dem Impressionismus treu blieb und flüchtige Augenblicke suchte, entwickelte Cézanne eine feste, geometrisch fundierte Bildarchitektur, die auf Dauerhaftigkeit und Wesentlichkeit abzielte.
Was macht den Vergleich der "Badenden" und des "Place du Carrousel" besonders?
Dieser Vergleich verdeutlicht, dass Cézanne im Spätwerk eine noch stärkere Abkehr vom impressionistischen Impressionismus hin zur bewussten Konstruktion vollzog, während Pissarro in seinen Pariser Stadtansichten wieder eine impressionistische Lockerheit erreichte.
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- Dr. Sabrina Cercelovic (Author), 1994, Paul Cézanne und Camille Pissarro. Reflexionen über Analogien und Differenzen im Werk zweier Künstler vor dem Hintergrund des Impressionismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7745