Die Hausarbeit "Bilingualer Unterricht- Chancen und Risiken für SchülerInnen an Sonderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen" stellt auf insgesamt 21 Seiten unterschiedliche bilinguale Unterrichtskonzepte aus den USA, Kanada und Deutschalnd vor. Im Anschluss daran wird die Übertragbarkeit dieser Konzepte auf die Sonderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen diskutiert. Im Fokus steht dabei die große Anzahl der SchülerInnen mit Migrationshintergrund.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Konzepte zur Förderung zweisprachiger Kinder und Jugendlicher in Schulen der USA (und Kanada)
2.1 Überblick über die historische Entwicklung der bilingualen Erziehung in den USA
2.2 Programme für den bilingualen Unterricht in den USA (und Kanada)
2.2.1 „Übergangsprogramme“ : transitional bilingual education
2.2.2 „Spracherhaltungsprogramme“ : maintenance programs
2.2.3 „Bereicherungsprogramme“ : immersion-programs
3. Bilinguale Unterrichtskonzepte in Deutschland
3.1 Bilingualer Unterricht in Deutschland am Beispiel der „Staatlichen Europa-Schule Berlin“
4. Zur Übertragbarkeit des Bilingualen Unterrichts auf die Sonderschule für Lernbehinderte in Deutschland
4.1 Zu den Vorteilen der Umsetzung des bilingualen Unterrichts in der Sonderschule für Lernbehinderte
4.2 Zu den Nachteilen und Schwierigkeiten bei der Umsetzung des bilingualen Unterrichts in der Sonderschule für Lernbehinderte
5. Fazit :
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die Herausforderungen bilingualer Unterrichtskonzepte für SchülerInnen an Sonderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern bilinguale Ansätze, die in den USA und an ausgewählten deutschen Modellschulen bereits erprobt werden, zur besseren Integration und Förderung von SchülerInnen mit Migrationshintergrund an Sonderschulen beitragen können.
- Historische Entwicklung bilingualer Erziehungsmodelle in den USA
- Klassifizierung bilingualer Programme (Übergangs-, Spracherhaltungs- und Bereicherungsprogramme)
- Praxisanalyse des Konzepts der „Staatlichen Europa-Schule Berlin“
- Diskussion der Chancen und Risiken für die deutsche Sonderschulpädagogik
- Entwicklung von Lösungsansätzen für eine praxisnahe Implementierung
Auszug aus dem Buch
2.2.1 „Übergangsprogramme“ : transitional bilingual education
Übergangsprogramme oder auch transitional bilingual education richtet sich ausschließlich an Kinder, deren Muttersprache nicht Englisch ist und deren Englischkenntnisse für die Teilnahme am Regelunterricht nicht ausreichend sind. Diese Kinder werden in den USA offiziell als students of limited English proficiency ( LEP students ) bezeichnet. Es gibt im Wesentlichen zwei unterschiedliche Übergangsprogramme, die jedoch teilweise in abgewandelter oder reduzierter Form angewendet werden. Deshalb wird im Folgenden nur auf die Hauptprogramme early transition und full bilingual program eingegangen.
In ‚early transition erhalten die Kinder der Vorschul- und der ersten Elementarklasse mehr als 50% des Unterrichts in ihrer Herkunftssprache; danach nimmt der muttersprachliche Anteil zugunsten der Zweitsprache Englisch kontinuierlich ab. Am Ende der 3. Klasse werden die Schüler in den monolingualen Regelunterricht integriert. ( Horn, 1990 ). (L1+L2→L2)1
Somit sollen SchülerInnen der Übergang in eine Regelklasse erleichtert werden. Sie lernen in den ersten Schuljahren die wichtigsten Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen und sollen bei diesem schwierigen Prozess nicht zusätzlich durch ihre unzureichende Sprachkompetenz gehemmt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Es wird die historische Situation der Zuwanderung in Deutschland skizziert und die Problematik der Überrepräsentation von SchülerInnen mit Migrationshintergrund an Sonderschulen für Lernbehinderte aufgezeigt.
2. Konzepte zur Förderung zweisprachiger Kinder und Jugendlicher in Schulen der USA (und Kanada): Dieses Kapitel analysiert internationale Ansätze und Klassifizierungen, um zweisprachige Kinder effektiv zu fördern.
3. Bilinguale Unterrichtskonzepte in Deutschland: Es wird der Stand der bilingualen Erziehung in Deutschland dargestellt, wobei das Modell der Staatlichen Europa-Schule Berlin im Fokus steht.
4. Zur Übertragbarkeit des Bilingualen Unterrichts auf die Sonderschule für Lernbehinderte in Deutschland: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, wie und ob bilinguale Ansätze auf die Sonderschule übertragen werden können, inklusive der Chancen und Risiken.
5. Fazit :: Das Kapitel resümiert, dass dringender Handlungsbedarf besteht und schlägt pragmatische Alternativlösungen wie bilinguale Nachmittagsgruppen vor.
Schlüsselwörter
Bilingualer Unterricht, Sonderschule für Lernbehinderte, Migrationshintergrund, Spracherwerb, Übergangsprogramme, Immersion, Sprachkompetenz, Interkulturelle Pädagogik, Staatliche Europa-Schule Berlin, Inklusion, Schulerfolg, Sprachförderung, Zweisprachigkeit, Schulentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Eignung bilingualer Unterrichtskonzepte, um SchülerInnen an Sonderschulen für Lernbehinderte – speziell mit Migrationshintergrund – besser zu fördern und ihre Bildungschancen zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Sprachförderung im internationalen Vergleich, die Analyse von Modellprojekten wie der Staatlichen Europa-Schule Berlin und die Übertragbarkeit dieser Konzepte auf den sonderpädagogischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine stärkere Nutzung der Muttersprachen der Lernenden eine Bildungsbenachteiligung abgebaut und die Teilhabe am Unterricht erleichtert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender pädagogischer Konzepte und Modellprojekte, um eine theoretische sowie praktische Bewertung vorzunehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung internationaler US-amerikanischer Programme, eine Analyse deutscher Modellschulen und eine intensive Diskussion der Vor- und Nachteile im spezifischen Setting der Lernbehindertenpädagogik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Bilinguale Bildung, Migrationshintergrund, Lernbehindertenpädagogik, Sprachkompetenz und Schulerfolg.
Wie bewertet die Autorin die Umsetzung an Sonderschulen?
Die Autorin sieht große Chancen für das inhaltliche Verständnis der SchülerInnen, warnt jedoch vor organisatorischen Problemen wie Lehrermangel und Überforderung bei zu komplexen Anforderungen.
Welche konkreten Alternativlösungen werden vorgeschlagen?
Als besonders umsetzbar wird die Einführung bilingualer Nachmittagsgruppen oder Förderprojekte erachtet, die weniger Druck auf den gesamten Unterrichtsalltag ausüben.
Warum ist das Thema für Sonderschulen so relevant?
Aufgrund der hohen Überrepräsentation von SchülerInnen mit Migrationshintergrund an Sonderschulen ist es wichtig, alternative Wege zu finden, um sprachbedingte Lernschwierigkeiten von echten Lernbehinderungen zu differenzieren.
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- Melanie Klawitter (Author), 2005, Bilingualer Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77488