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Ist sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz eine Form des Mobbings?

Title: Ist sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz eine Form des Mobbings?

Seminar Paper , 2006 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katja Henning (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Seit Jahren steigt die Zahl der Arbeitslosen stetig an, unbefristete Arbeitsverträge werden nur noch selten vergeben und der Leistungsdruck in den Betrieben nimmt in unserer wettbewerbsorientierten Dienstleistungsgesellschaft kontinuierlich zu. Damit wachsen auch Zukunftsängste und die Unsicherheit.
Gesellschaften reagieren darauf in sehr unterschiedlicher Weise. Während die einen diese Unsicherheit akzeptieren und damit risikofreudiger und toleranter gegenüber abweichenden Meinungen und Verhaltensweisen sind, reagieren andere, wie es zum Beispiel in Deutschland erkennbar ist, nervös, gestresst oder gar aggressiv. Die zuletzt Genannten zeichnen sich aus durch die Einführung spezifischer Regeln, eine geminderte Toleranz gegenüber Abweichlern, das Anstreben einer lebenslangen Beschäftigung und eine geringe Arbeitsplatzmobilität. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch von einer bestehenden Maskulinität gesprochen, das heißt maskuline Werte wie Durchsetzungsfähigkeit und Materialismus stehen im Vordergrund. In sehr maskulinen Gesellschaften findet man erheblichen arbeitsbedingten Stress und Konflikte. Dieser entsteht nicht zuletzt auch durch den Missbrauch von Machtverhältnissen. Auch wenn Macht erforderlich ist, um Veränderungen voranzutreiben, so ist sie auf der anderen Seite auch ein Instrument, um sich ungerechtfertigte Vorteile zu verschaffen, vermeintliche Gegner zu vernichten sowie Kritik und unerwünschte Meinungen zu unterdrücken. Doch sind es in der Regel nicht die Instrumente selbst, von denen Gefahr ausgeht, sondern die Menschen, die sich ihrer bedienen – genauer, die Einstellung, aus der heraus sie handeln, sowie die Absichten und Ziele, die sie verfolgen.
Im Rahmen dieser Überlegungen und nicht zuletzt wegen der stetig steigenden Brisanz des Themas setzt sich diese Arbeit mit zwei Formen des ichhaften Machteinsatzes in Unternehmen auseinander: Mobbing und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Dabei sollen beide Taktiken zunächst völlig unabhängig voneinander betrachtet werden, ihre jeweilige Definition, Erkennungsmerkmale sowie deren begünstigenden Konstellationen. Daraus schlussfolgernd soll ein Vergleich stattfinden, um letztlich folgende Frage zu beantworten: Ist sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz eine Form von Mobbing?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mobbing

2.1 Definition

2.1.1 Die allgemeine Definition

2.1.2 Leymann´s Verlaufsmodell

2.1.3 Die operationale Definition

2.2 Die 45 Mobbing-Handlungen

2.2.1 Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen

2.2.2 Angriffe auf die sozialen Beziehungen

2.2.3 Angriffe auf das soziale Ansehen

2.2.4 Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation

2.2.5 Angriffe auf die Gesundheit

2.3 Gründe und Ursachen von Mobbing

2.3.1 Die Mobbingtäter

2.3.1.1 Übergriffe von Mitarbeitern gegen Vorgesetzte (Bottom-Up-Mobbing)

2.3.1.2 Übergriffe von Vorgesetzten gegen Mitarbeiter (Top-Down-Mobbing)

2.3.1.3 Übergriffe von Mitarbeitern untereinander

2.3.2 Die Mobbingopfer

2.3.3 Arbeitsorganisation und betriebliche Situation

3. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

3.1 Definition

3.2 Eine bundesweite Studie

3.3 Die Ergebnisse

3.4 Konstellationen, die sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz begünstigen

3.4.1 Die Opfer

3.4.2 Die Täter

3.4.3 Die Situationen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz als eine Form von Mobbing klassifiziert werden kann, indem beide Phänomene zunächst unabhängig analysiert und anschließend verglichen werden.

  • Mobbing als systematischer Prozess und seine Phasen
  • Strukturelle Gründe und Ursachen von Mobbing
  • Definition und Ausmaß sexueller Belästigung am Arbeitsplatz
  • Typische Opfer-Täter-Konstellationen bei sexueller Belästigung
  • Vergleichende Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Die allgemeine Definition

Der Begriff Mobbing leitet sich aus dem englischen Verb „to mob“ ab, was soviel bedeutet wie „über jemanden lärmend herfallen“, „angreifen“, „attackieren“. Er wurde erstmals von dem Verhaltensforscher Konrad Lorenz verwendet, der damit Gruppenangriffe von eigentlich unterlegenen Tieren zur Vertreibung von Gegnern bezeichnete. Bezogen auf zwischenmenschliches Gruppenverhalten führte der schwedische Arzt Heinemann den Ausdruck Mobbing ein, als er Gruppengewalt von Kindern untersuchte. Schließlich übernahm der schwedische Arbeitswissenschaftler Leymann den Begriff, um psychische Gruppengewalt im Arbeitsleben zu charakterisieren.

Es stellt sich dabei allerdings die Frage, wann man von Mobbing sprechen kann. Denn innerhalb von Organisationen, in Arbeitsgruppen, zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern gibt es in der Regel oft unterschiedliche Interessen und damit auch ein erhöhtes Konfliktpotenzial. Doch Meinungsverschiedenheiten und Konflikte können auch ein wichtiger Teil von Veränderung und Weiterentwicklung sein. An dieser Stelle wird bereits deutlich, wie schwer der Begriff „Mobbing“ abzugrenzen ist. Leymann leitete aber aus seinen ersten Forschungen heraus eine allgemeine Definition für Mobbing ab, auf die sich nahezu alle nachfolgenden Definitionen von Wissenschaftlern beziehen: „Der Begriff Mobbing beschreibt negative kommunikative Handlungen, die gegen eine Person gerichtet sind (von einer oder mehreren anderen) und die sehr oft und über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommen und damit die Beziehung zwischen Täter und Opfer kennzeichnen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die zunehmende Arbeitsplatzunsicherheit und den Leistungsdruck in modernen Dienstleistungsgesellschaften ein und leitet daraus die Relevanz der Untersuchung von ichhaftem Machteinsatz wie Mobbing und sexueller Belästigung ab.

2. Mobbing: Dieses Kapitel definiert Mobbing, erläutert Leymanns Phasenmodell, detailliert die 45 Mobbing-Handlungen in fünf Kategorien und untersucht die Ursachen bei Tätern, Opfern sowie der betrieblichen Organisation.

3. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Hier wird der rechtliche und soziale Begriff der sexuellen Belästigung geklärt, eine bundesweite Studie zu deren Ausmaß ausgewertet und die Faktoren untersucht, die solche Übergriffe begünstigen.

4. Fazit: Das Fazit vergleicht Mobbing und sexuelle Belästigung und kommt zu dem Schluss, dass sexuelle Belästigung sich zwar zu einer Mobbingstrategie entwickeln kann, aber nicht zwangsläufig immer als Mobbing zu klassifizieren ist.

Schlüsselwörter

Mobbing, Sexuelle Belästigung, Arbeitsplatz, Psychoterror, Machteinsatz, Arbeitsorganisation, Leymann, Konflikt, Betriebsklima, Opfer-Täter-Konstellation, Kommunikation, Arbeitsrecht, Emanzipation, Machtmissbrauch, Stress.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen den beiden Formen des ichhaften Machteinsatzes in Unternehmen: Mobbing und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Definition und Verlaufsmodelle von Mobbing, die Struktur der 45 Mobbing-Handlungen, die Ursachenforschung sowie die Analyse von sexueller Belästigung inklusive relevanter Studien und begünstigender Konstellationen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz als eine Form von Mobbing betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Rückgriff auf anerkannte theoretische Modelle (wie das Leymann-Modell) sowie der Auswertung von empirischen, bundesweiten Studien zu diesem Thema.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Mobbing und sexuelle Belästigung unabhängig voneinander definiert und in Bezug auf ihre Merkmale, Hintergründe und die typischen Täter-Opfer-Konstellationen detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Mobbing, sexuelle Belästigung, Machtmissbrauch, Arbeitsplatz, Betriebsklima und Konfliktmanagement.

Warum unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Tätergruppen beim Mobbing?

Die Unterscheidung in Bottom-Up-, Top-Down- und kollegiales Mobbing dient dazu, die unterschiedlichen Motivationen und Ziele hinter den Übergriffen präziser zu identifizieren.

Spielt das Geschlecht eine Rolle bei der Bewertung von sexueller Belästigung?

Ja, laut der Studie sind Frauen überproportional häufiger betroffen und bewerten Situationen aufgrund gesellschaftlicher Rollenverständnisse anders als Männer, die sich in entsprechenden Situationen oft als wehrhafter wahrnehmen.

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Details

Title
Ist sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz eine Form des Mobbings?
College
Free University of Berlin
Grade
1,3
Author
Katja Henning (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V77542
ISBN (eBook)
9783638830713
Language
German
Tags
Belästigung Arbeitsplatz Form Mobbings
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Henning (Author), 2006, Ist sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz eine Form des Mobbings?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77542
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