Die bäuerliche Familie - Opfer oder Akteur?

Russische Bäuerinnen im Patriarchat


Referat (Ausarbeitung), 2006

8 Seiten, Note: 1.6


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Alltag der russischen Familie

3. Das Patriarchat – Die Stellung des Mannes

4. Die Frau: Opfer und Akteur

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Diese Referatsverschriftlichung beschäftigt sich mit der Situation, der bäuerlichen Familie im spät zaristischen Russland. Es geht speziell um die Rolle der Frau innerhalb der familiären Strukturen, welche stark patriarchalisch geprägt waren. Die Fragestellung unter der die Rolle der Frau analysiert wird, stellt dabei das Verhältnis zwischen Akteur- und Opferrolle der Frau dar.

Betrachtet man die Quellenlage zu diesem Thema, so fällt auf, dass es nahezu kein Material gibt, welches von den Bauern selbst geschrieben wurde, da es sich um eine weitgehend mündliche Kultur handelte[1]. Die meisten Überlieferungen gehen in Form von Liedern auf uns über und sind weitestgehend unerschlossen bzw. liegen nur in russischer Sprache vor.

Es existieren jedoch durchaus Berichte und Studien von Ethnologen bzw. Gelehrten, welche die Situation der Bauern mit eigenen Augen beobachtet haben und somit eine wichtige Grundlage für Forschungen in diesem Gebiet liefern.

Das Ziel dieser Arbeit soll eine Darstellung der Frau sein, die nicht ein reines Opferdasein führte, sondern durchaus Macht besaß und diese ausübte. Um dies zu erreichen sollte man jedoch zunächst die familiären Strukturen und Verhältnisse skizzieren in denen die Frauen damals lebten.

2. Der Alltag der russischen Familie

Um den Alltag einer russischen Familie zu verstehen, muss man die Umstände und die Lebenssituation betrachten unter denen ihr Alltag stattfindet.

Zunächst ist festzustellen, dass die bäuerliche Familie stark hierarchisch gegliedert war, d. h. stand der älteste Mann – sofern er Gesund war – an der Spitze über den Frauen und den übrigen Männern. Unter den Frauen gab es eine Stufenfolge in der die älteste Frau über der jüngeren stand. Die Kinder innerhalb der Familie waren zu Hilfe und Arbeit verpflichtet und unterstanden wiederum den Eltern[2]. Sobald sie in der Lage waren mussten sie bei der Feldarbeit helfen. Die Wohnsituation war sehr einfach, man schlief und lebte in einem Raum. Einige essentielle Vorraussetzungen für das Funktionieren einer bäuerlichen Familie waren eine große Anzahl von Familienmitgliedern, ein fähiges – despotisches – Familienoberhaupt und ein Zusammenhalt innerhalb der Familie[3].

Der bäuerliche Alltag war geprägt von Arbeit, der Mann war auf dem Feld und die Frau kümmerte sich um den Haushalt. Bei Arbeitsspitzen musste die Frau bei der schweren Feldarbeit mithelfen. In den Wintermonaten, als es keine Feldarbeit zu tun gab, blieben Mann und Frau – in der Regel – zu hause. Es kam jedoch vor, dass man temporär abwanderte und in Fabriken arbeitete. Darüber hinaus verdiente man Geld mit der Herstellung von Körben oder ähnlicher Artikel in Heimarbeit hinzu, dabei half die ganze Familie.

Im Winter stand ein Großteil des Lebens innerhalb der bäuerlichen Familie – vor allem das männliche – im Zeichen des Alkohols, es gab viele Feste und Gelegenheiten sich zu betrinken. Darüber hinaus beschäftigte sich der Mann mit der Herstellung von Werkzeugen[4]

„The peasant household is prosperous as long as the family is large and consists of a sizable number of workers, as long as there exists any kind of family union […] and the jobs are done together.”[5]

Man kommt zu dem Schluss, dass das bäuerliche Leben in der Erntezeit sehr hart und von schwerer körperlicher Arbeit geprägt war. Innerhalb der Familie herrschte eine hierarchisch-patriarchalische Familienstruktur, die den Alltag der russischen Bauernfamilie prägte.

[...]


[1] Vgl. Worobec, Christine D.: Temptress or Virgin? The Precarious Sexual Position of Women in Postemancipation Ukrainian Peasant Society, in: Farnsworth, B./Viola, L. (Hrsg.): Russian Peasant Women, New York-Oxford, S. 42.

[2] Vgl. Worobec, Christine D.:Victims or Actors? Russian Peasant Women and Patriarchy, in: Kingston-Mann, E./Mixter, T. (Hrsg.): Peasant Economy, Culture, and Politics of European Russia, 1800–1921, Princeton 1991, S.180.

[3] Engelhardt, Aleksandr Nikolaevich: Letter`s from the country, 1872–1887. Hrsg. u. übers. von Cathy A. Fierson, New York-Oxford 1993, S. 163.

[4] Vgl. Worobec, Christine D.:Victims or Actors? Russian Peasant Women and Patriarchy, in: Kingston-Mann, E./Mixter, T. (Hrsg.): Peasant Economy, Culture, and Politics of European Russia, 1800–1921, Princeton 1991, S.184ff.

[5] Engelhardt, Aleksandr Nikolaevich: Letter`s from the country, 1872–1887. Hrsg. u. übers. von Cathy A. Fierson, New York-Oxford 1993, S. 163.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Die bäuerliche Familie - Opfer oder Akteur?
Untertitel
Russische Bäuerinnen im Patriarchat
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Integriertes Pro Seminar: Tradition und Innovation, Arbeitseinheit: Neuziet
Note
1.6
Autor
Jahr
2006
Seiten
8
Katalognummer
V77635
ISBN (eBook)
9783638820783
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Familie, Opfer, Akteur, Integriertes, Seminar, Tradition, Innovation, Arbeitseinheit, Neuziet
Arbeit zitieren
Martin Wiertel (Autor), 2006, Die bäuerliche Familie - Opfer oder Akteur?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77635

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die bäuerliche Familie - Opfer oder Akteur?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden