Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - 1848, Empire, Imperialism

Eine problemlose „Doppelmonarchie“? Staatsrechtlich-politische Probleme und dynastische Rangfragen bei der Kaisererhebung Wilhelms I. 1871

Title: Eine problemlose „Doppelmonarchie“? Staatsrechtlich-politische Probleme und dynastische Rangfragen bei der Kaisererhebung Wilhelms I. 1871

Term Paper , 2007 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: André Weikard (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Wenn im Titel der vorliegenden Arbeit die Rede von einer Doppelmonarchie ist, so steht der Ausdruck deshalb in Anführungszeichen, weil er der Erläuterung bedarf. Gemeint ist mit der Doppelmonarchie des preußischen Hauses Hohenzollern, das neben der eigenen Königswürde auch die Kaiserwürde des Deutschen Reiches übernahm, nämlich nicht die Herrschaft über zwei unterschiedliche Territorien, die in Personalunion an das gleiche Herrscherhaus fallen, wie es etwa in Österreich-Ungarn der Fall war. Gemeint ist die Vereinigung zweier Ebenen des deutschen Reiches, wie es 1870/71 entstand.
Der zweite Teil des Titels verengt den Gegenstand. Es soll nicht um das Gelingen der Doppelmonarchie gehen, oder etwa darum, welche Probleme sich aus ihr in der Folge ergeben haben, wenn solche Fragen auch nicht völlig ausgeblendet werden können, sondern vielmehr konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Fragestellung auf den Erhebungsvorgang. Es sollen vorwiegend seine dynastisch-politischen und juristischen Komplikationen untersucht werden. Wer wollte oder betrieb gar die preußische Rangerhöhung, auf welche Art und Weise und aus welchen Gründen tat er es? Wie verhielten sich vor allem die entscheidenden Protagonisten, Bismarck, der die neue Würde politisch vorbereitet hat, das Königshaus Bayern, als dasjenige, das sie anträgt und nicht zuletzt König Wilhelm von Preußen, der sie entgegennimmt? Die Rolle des Kaisers in der Reichsverfassung wird dabei ebenso zu untersuchen sein, wie politische und mentalitätsgeschichtliche Tendenzen der Zeit. So gehört es zu den Denkvoraussetzungen der Arbeit, dass auch am Ende des 19. Jahrhunderts dynastische Prinzipien immer noch wirksam, ja von hoher Bedeutung seien. Die Gültigkeit dieser Annahme wird im Verlaufe der Betrachtungen ebenfalls nachzuweisen sein.
Des Weiteren lohnt die Beachtung von Fragen der Legitimation der Kaiserwürde, wie sie sich in den konkreten Vorgängen um den bayrischen Kaiserbrief beobachten lassen und der Ebenen auf die jene Würde mutmaßlichen Einfluss haben konnte: Die Politik im Reich, die eigene Bevölkerung, aber auch das europäische Ausland.
Schließlich soll die eigentliche Kaiserproklamation in Versailles, auch sie ein Symptom der Konflikte um das Kaisertum, betrachtet werden. In ihr kulminieren Darstellungsform und damit Selbstverständnis der neuen Würde, nationale Begeisterung und unterschiedliche Vorbehalte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die verfassungsrechtliche Stellung des Kaisers in der Reichsverfassung von 1870/71

3. Dynastisches Denken im Zeitalter der Nation

4. Die Initiative zur Kaisererhebung

5. Bismarck und die Erhebung

6. Die Rolle König Ludwigs von Bayern im Zusammenhang mit den Ereignissen um die Erneuerung der Kaiserwürde

7. Der Unwille König Wilhelms von Preußen zur Annahme der Kaiserwürde

8. Die Kaiserproklamation

9. Die Wahrnehmung der deutschen Kaisererhebung im europäischen Ausland

10. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die staatsrechtlich-politischen Probleme und dynastischen Rangfragen, die mit der Ausrufung des Deutschen Kaiserreiches 1871 einhergingen, mit einem besonderen Fokus auf den Erhebungsvorgang und die Haltung der beteiligten Akteure.

  • Dynastische Prinzipien und deren Fortbestehen im Zeitalter der Nation
  • Die Rolle Otto von Bismarcks als Architekt der Kaisererhebung
  • Die ambivalenten Haltungen von König Ludwig II. von Bayern und König Wilhelm I. von Preußen
  • Die symbolische und politische Bedeutung der Kaiserproklamation von Versailles
  • Die europäische Wahrnehmung der Reichsgründung

Auszug aus dem Buch

Die verfassungsrechtliche Stellung des Kaisers in der Reichsverfassung von 1870/71

Bevor die Ereignisse um die Thronerhebung Wilhelms I von Preußen zum „Deutschen Kaiser“ genauer untersucht, dynastische Widerstände und politische Probleme behandelt werden sollen, erscheint es angebracht, sich den strittigen Gegenstand selbst zu vergegenwärtigen. Welcher Art war das Kaisertum von 1870/1871?

Den Novemberverträgen, formal Beitrittserklärungen der süddeutschen Staaten zum Norddeutschen Bund, war im Sommer 1870 der preußisch- alliierte Sieg bei Sedan vorausgegangen, die Gefangennahme Napoleon III. und der militärische Zusammenbruch des Kriegsgegners Frankreich. Was sich da nun als Deutscher Bund konstituierte, tat es unter dem starken Eindruck überschäumender nationaler Euphorie und preußischer Dominanz. Es wird an anderer Stelle genauer auf die Beitrittsvorgänge und ihre Bedingungen einzugehen sein, an dieser Stelle sei nur gesagt: Zu dem Zeitpunkt, als über die Titulatur des Vorsitzenden des Deutschen Bundes gestritten wurde, bestand über das Wesen dieses Bundes bereits Konsens. Der Kaisertitel war nicht Verhandlungsmasse Preußens. Geeignet, die Irritation hierüber noch zu steigern sollten die Bestimmungen im Einigungsvertrag sein und die Rolle, die dem Kaiser in der Reichsverfassung zugewiesen wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der "Doppelmonarchie" und die Untersuchung der dynastisch-politischen Komplikationen der Kaisererhebung 1871.

2. Die verfassungsrechtliche Stellung des Kaisers in der Reichsverfassung von 1870/71: Analyse des neuen Kaisertums als Amtstitel und der Verfassungsstruktur zwischen Bundesrat, Reichstag und Präsidium.

3. Dynastisches Denken im Zeitalter der Nation: Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen dem erstarkenden Nationalstaatsdenken und der ungeminderten Bedeutung dynastischer Prinzipien.

4. Die Initiative zur Kaisererhebung: Beleuchtung der Interessenlagen verschiedener politischer Akteure an der Wiedererrichtung einer Kaiserwürde.

5. Bismarck und die Erhebung: Darstellung der Rolle Bismarcks, der die Kaiserwürde primär als Mittel zur Reichsintegration und Disziplinierung nutzte.

6. Die Rolle König Ludwigs von Bayern im Zusammenhang mit den Ereignissen um die Erneuerung der Kaiserwürde: Untersuchung des Widerstandes von Ludwig II. und der Entstehung des "Kaiserbriefes".

7. Der Unwille König Wilhelms von Preußen zur Annahme der Kaiserwürde: Analyse des persönlichen Widerwillens von Wilhelm I., der in der neuen Kaiserwürde eine Herabstufung seiner preußischen Königswürde sah.

8. Die Kaiserproklamation: Beschreibung der feierlichen, aber als peinlich und spannungsgeladen empfundenen Ausrufung im Spiegelsaal von Versailles.

9. Die Wahrnehmung der deutschen Kaisererhebung im europäischen Ausland: Analyse der Reaktionen der europäischen Mächte, die weitgehend von Desinteresse oder Akzeptanz geprägt waren.

10. Schluss: Abschließende Bewertung der historischen Notwendigkeit der Kaisererhebung und des Zusammenspiels von Realpolitik und dynastischem Denken.

Schlüsselwörter

Deutsches Kaiserreich, Reichsgründung, Bismarck, Wilhelm I., Ludwig II., Doppelmonarchie, Reichsverfassung, Kaisertitel, Dynastie, Nationalismus, Föderalismus, 1871, Preußen, Kaiserbrief, Versailles.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die staatsrechtlichen und dynastischen Herausforderungen, die mit der Ausrufung des Deutschen Kaiserreiches im Jahr 1871 verbunden waren.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von preußischer Hegemonie und deutscher Einheit, die Rolle der Monarchien sowie die Spannung zwischen nationaler Begeisterung und dynastischem Denken.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Erhebungsvorgang der Kaiserwürde zu untersuchen und zu bewerten, inwiefern dies eine machtpolitische Notwendigkeit oder eine strategische Manipulation darstellte.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?

Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente, Korrespondenzen und einschlägiger historischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt detailliert die verfassungsrechtliche Stellung des Kaisers, den politischen Druck auf die Fürsten, die zögerliche Haltung von König Wilhelm I. und die Rolle Bismarcks bei der Gestaltung der Kaiserproklamation.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Reichsgründung, preußische Vorherrschaft, dynastische Legitimation, Bismarcksche Politik und die Wahrnehmung im europäischen Ausland.

Warum lehnte König Wilhelm I. den Titel zunächst ab?

Er empfand die neue Kaiserwürde als "Scheinkaisertum" und befürchtete, dass der "solide Glanz" der preußischen Königskrone dadurch verblassen würde.

Welche Rolle spielte der bayerische König Ludwig II.?

Er lehnte das protestantische Kaisertum prinzipiell ab, wurde jedoch durch finanzielle Zuwendungen und politisches Kalkül dazu bewegt, den entscheidenden Kaiserbrief zu verfassen, der die Kaisererhebung legitimierte.

Wie wurde die Ausrufung in Versailles wahrgenommen?

Die Zeremonie wurde als militärisch, schlicht und von einer gedrückten Stimmung begleitet wahrgenommen, was auf die inneren Konflikte der Akteure zurückzuführen war.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Eine problemlose „Doppelmonarchie“? Staatsrechtlich-politische Probleme und dynastische Rangfragen bei der Kaisererhebung Wilhelms I. 1871
Subtitle
College
University of Marburg  (Neuere und Neueste Geschichte)
Course
Entstehung und Krisen neuzeitlicher Großreiche
Grade
2,0
Author
André Weikard (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V77676
ISBN (eBook)
9783638826280
Language
German
Tags
Eine Staatsrechtlich-politische Probleme Rangfragen Kaisererhebung Wilhelms Entstehung Krisen Großreiche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
André Weikard (Author), 2007, Eine problemlose „Doppelmonarchie“? Staatsrechtlich-politische Probleme und dynastische Rangfragen bei der Kaisererhebung Wilhelms I. 1871, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77676
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint