Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit das Internet die Partizipationsmöglichkeiten der Bürger ausweitet und so den öffentlichen Diskurs stärken kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kriterien des Öffentlichkeitsbegriffs
2.1 Wortgeschichte
2.2 Bedeutungsebenen
2.3 Öffentlichkeit als normatives Modell
3 Öffentlichkeit und Massenmedien
3.1 Medien und Demokratie
3.2 Probleme massenmedialer Öffentlichkeit
4 Öffentlichkeit und Internet
4.1 Möglichkeiten
4.2 Elektronische Demokratie
4.3 Grenzen
5 Fazit
6 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht, inwieweit das Internet die Partizipationsmöglichkeiten der Bürger erweitern und den öffentlichen Diskurs stärken kann, indem sie reale Kommunikationsbedingungen im Netz kritisch mit den normativen Idealen der Öffentlichkeit vergleicht.
- Historische Herleitung und Definition des Begriffs Öffentlichkeit
- Analyse der Rolle von Massenmedien und deren Strukturdefizite
- Potenziale des Internets für Information, Diskussion und Partizipation
- Konzepte der elektronischen Demokratie (Electronic Democratization, Teledemocracy, Cyberdemocracy)
- Kritische Reflexion über die "digitale Spaltung" (Digital Divide) und die Grenzen der Netz-Öffentlichkeit
Auszug aus dem Buch
4.1 Möglichkeiten
Das Internet bietet ein enormes Potential für die Verbreitung alternativer Informationen. Kann es als interaktives Medium die oben genannten Defizite der klassischen Medien ausgleichen?
Die Innovation des Internets besteht darin, dass es als Multimedium alle bisher bekannten Kommunikationsformate vereinigt: von der mündlichen Konversation bis zur Satellitenkommunikation in theoretisch jeden Winkel der Erde (Leggewie 1998:16). Dadurch verändern sich die herkömmlichen 'top-down' bzw. 'one-to-many' - Strukturen. Das hierarchische Kommunikationssystem scheint sich zu öffnen. Typische Netzangebote sind zum Beispiel E-Mail, Newsletter, Diskussionsforen, sowie Chats und das WorldWideWeb (WWW), oft als Inbegriff des Internet verstanden.
Das WWW ist jener Bereich, dem das Internet - zunächst nur für wissenschaftliche Zwecke genutzt - seinen hohen Bekanntheitsgrad zu verdanken hat. Der WWW-Standard wurde 1989 am CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucleaire) in Genf entwickelt (Bieber 1999: 232) und zeichnet sich durch eine benutzerfreundliche graphische Bedienungsoberfläche aus. Über Querverweise, sogenannten Hyperlinks, kann man Informationen jeglicher Art wie zum Beispiel Texte, Bilder oder Audiosequenzen, die auf verschiedenen Rechnern abgelegt sind, miteinander verknüpfen. Dem Nutzer bietet sich somit die Möglichkeit. sich per Mausklick von Webseite zu Webseite zu bewegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert die Forschungsfrage, ob das Internet die Partizipation der Bürger stärken kann, sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Kriterien des Öffentlichkeitsbegriffs: Dieses Kapitel definiert den Begriff Öffentlichkeit historisch sowie semantisch und erarbeitet normative Kriterien, unter anderem basierend auf dem Modell von Jürgen Habermas.
3 Öffentlichkeit und Massenmedien: Hier wird das Verhältnis von Medien und Demokratie beleuchtet und die strukturellen Probleme der massenmedialen Öffentlichkeit, wie Gatekeeping und einseitige Kommunikation, aufgezeigt.
4 Öffentlichkeit und Internet: Dieses Kapitel analysiert die technischen Möglichkeiten des Internets zur Bürgerbeteiligung, stellt Modelle der elektronischen Demokratie vor und reflektiert deren Grenzen.
5 Fazit: Das Fazit zieht ein ernüchterndes Resümee: Trotz neuer Möglichkeiten führt das Internet aufgrund des Digital Divide und kommerzieller Dominanz nicht zu einer umfassenden Annäherung an die normativen Ideale.
6 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Öffentlichkeit, Internet, Partizipation, elektronische Demokratie, Massenmedien, digitaler Graben, Digital Divide, Diskurs, Kommunikationstechnologie, politische Teilhabe, Agora, Gegenöffentlichkeit, Transparenz, Vernetzung, Medienkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Potenzial des Internets, den öffentlichen Diskurs zu erweitern und politische Partizipation durch neue Kommunikationstechnologien zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die normative Definition von Öffentlichkeit, die Strukturprobleme klassischer Massenmedien sowie die Möglichkeiten und Grenzen politischer Beteiligung im Internet.
Welche Forschungsfrage steht im Mittelpunkt?
Es wird gefragt, inwieweit das Internet die Partizipationsmöglichkeiten der Bürger tatsächlich ausweiten kann und ob dies zu einer Stärkung des öffentlichen Diskurses führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Die Autorin/der Autor nutzt eine theoretische Analyse, bei der existierende Konzepte der Öffentlichkeit (insbesondere von Jürgen Habermas) als Bewertungsmaßstab für die empirischen Gegebenheiten des Internets dienen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Massenmedien, die Darstellung technischer Internet-Möglichkeiten und einen kritischen Vergleich mit Demokratie-Modellen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Kernbegriff "Öffentlichkeit" sind "Partizipation", "Digital Divide" (digitale Spaltung) und "elektronische Demokratie" entscheidend für das Verständnis der Argumentation.
Was ist das zentrale Ergebnis der Analyse zur digitalen Spaltung?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der "Digital Divide" kein rein technisches Problem ist, sondern ein gesellschaftliches, da Bildungs- und soziale Schichten über die Teilnahmemöglichkeit entscheiden.
Warum wird das Internet im Fazit nur als "Voröffentlichkeit" bezeichnet?
Weil der direkte Einfluss auf die breite öffentliche Diskussion begrenzt bleibt und das Internet primär als Impulsgeber dient, um Themen an die traditionellen Medien zu vermitteln.
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- Anne Arend (Author), 2002, Mehr Öffentlichkeit dank Internet? - Chancen und Grenzen elektronischer Partizipation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77730