Zur Frage möglicher destabilisierender Auswirkungen der Aktivitäten von Hedge Fonds auf das Finanzsystem


Bachelorarbeit, 2007

57 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG
1.1. Situationsanalyse: Risikowahrnehmung der Hedge Fonds
1.2. Problemstellung und Aufbau der Arbeit

2. GRUNDLAGEN VON HEDGE FONDS
2.1. Ursprung
2.2. Definition
2.3. Derzeitige Finanzmarktsituation in Deutschland bezogen auf 5 Hedge Fonds
2.4. Systematisierung der Hedge Fonds nach Anlagestrategien
2.4.1. Allgemein
2.4.2. Relative value (marktneutrale Strategien)
2.4.3. Event driven (ereignisorientierte Strategien)
2.4.4. Opportunistic (opportunistische Strategien)
2.4.5. Exkurs: Dach-Hedgefonds (Fund of Hedge Funds)

3. DAS GLOBALE FINANZSYSTEM
3.1. Definition
3.2. Destabilisierung des Finanzsystems

4. EXKURS: ROLLE VON HEDGE FONDS IN FRÜHEREN KRISEN
4.1. EWS-Krise (1992)
4.2. Asien Krise (1997)
4.3. Russlandkrise (1998)
4.4. Terrorkrise (2001)

5. POTENTIELLE DESTABILISIERENDE AUSWIRKUNGEN DER AKTIVITÄTEN VON HEDGE FONDS AUF DAS FINANZSYSTEM
5.1. Beispiele bisheriger potentieller Gefahren für das Finanzsystem
5.1.1. Fall Long-Term Capital Management (1998)
5.1.2. Fall Amaranth (2006)
5.1.3. Fall TCI/ Deutsche Börse (2006)
5.2. Aktuelle potentielle Gefahren für das Finanzsystem
5.2.1. Gefahren aufgrund Einsatzes des Leverage
5.2.2. Gefahren aufgrund Handels mit Derivaten
5.2.3. Gefahren aufgrund „Herdenverhaltens“ (gleichgerichtetes Anlageverhalten)
5.2.4. Gefahren aufgrund von Liquiditätsabzügen der Marktteilnehmer im Insolvenzfalle von Hedge Fonds
5.2.5. Versteckte Haftungsrisiken im Insolvenzfalle von Hedge Fonds
5.2.5.1. Situation in den Vereinigten Staaten
5.2.5.2. Situation in Deutschland
5.2.6. Gefahren aufgrund Verflechtungen mit anderen Marktteilnehmern
5.2.6.1. Gefahren aufgrund der Verflechtung mit dem Bankensektor
5.2.6.2. Gefahren aufgrund Verflechtungen mit Pensionseinrichtungen (Pensionskassen und Pensionsfonds)
5.2.6.3. Gefahren aufgrund Verflechtungen mit Unternehmen
5.2.7. Gefahren aufgrund mangelnder Transparenz der Hedge Fonds-Branche
5.2.8. Gefahren aufgrund Anlage in Offshore Gebiete
5.2.9. Gefahren aufgrund unerlaubten Handelns des Fondmanagers
5.2.9.1. Marktmanipulationen und Insiderhandel
5.2.9.2. Sonstige unerlaubte Handlungen des Fondmanagers
5.2.10. Gefahren aufgrund Fehlinvestitionen des Hedge Fond-Managers
5.2.11. Gefahren aufgrund schlechter Performance eines Hedge Fonds
5.2.12. Hedge Fonds als Verursacher bestimmter Politikreaktionen
5.2.13. Gefahren ausgehend von Dach-Hedgefonds
5.3. Stabilisierende Effekte für das Finanzsystem

6. FAZIT UND AUSBLICK

Abbildungsverzeichnis

Abb.1: Entwicklung des Hedge Fonds-Marktes von 1988 bis 2005

Quelle: Eling, M.: Der Markt für Hedge Fonds in Deutschland; 05/06, S. 3.

Abb. 2: Alternative Investments

Quelle: eigene Darstellung.

Abb. 3: Hedge Fund-Stile

Quelle: Hafner, R./ Brunner, B.: Hedge Funds; 2004, S. 3.

Abb. 4: Ein Überblick zum Finanzsystem in Deutschland

Quelle: Gischer, H./ Herz, B./ Menkhoff, L.: Geld, Kredit und Banken; 2004, S. 37.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1. Situationsanalyse: Risikowahrnehmung der Hedge Fonds

Die Anzahl der Hedge Fonds weltweit hat sich im Laufe der letzten fünf Jahre auf mehr als 9400 verdoppelt. Laut Einschätzung von Experten verdreifachte sich das von ihnen verwaltete Vermögen annähernd auf rund 2.000 Mrd. US-$.1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Entwicklung des Hedge Fonds-Marktes von 1988 bis 2005

(Quelle: Eling, M.: Der Markt für Hedge Fonds in Deutschland, 05/06, S. 3)

„Wenn etwas so schnell wächst, erfordert es Aufmerksamkeit.“

Henry Paulsen, US-Finanzminister 2

Seit der Einführung des Investmentmodernisierungsgesetzes im Jahre 2004 besteht auch am deutschen Kapitalmarkt ein stärkeres Interessen an Hedge Fonds. Viele Finanz- experten sehen hierin eine Abkehr von den traditionellen Investment-Anlagen,3 da sich mit diesen oft nur geringe Renditen erzielen lassen und da sie bei weitem nicht über so günstige Kovarianzeigenschaften wie Hedge Fonds verfügen. Aus diesen Gründen prognostizieren sie auch eine zunehmende Rolle der Hedge Fonds-Strategien am Kapitalmarkt. Andere Experten sehen jedoch in dieser Entwicklung einen möglichen Beginn einer Blasenentwicklung mit gefährlichen Folgen für die Stabilität des Finanzsystems voraus.4 Weiter stellen für viele Investoren Hedge Fonds immer noch eine „Black box“ dar, deren Auswirkungen und Strategien nur schwer nachvollziehbar sind. Unbestritten ist, dass Hedge Fonds Einfluss auf die Finanzmärkte nehmen. In welchen Ausmaßen dies geschieht ist derzeit noch unklar. Möglicherweise könnten sie ein systemisches Risiko tragen oder das Potential haben, die Finanzmärkte zu sprengen.5

„ Eine kleine Nadel genügt, um einen riesigen, prall gefüllten Ballon platzen zu las- sen.“

Hans Albert, Fondmanager6

1.2. Problemstellung und Aufbau der Arbeit

Gegenstand dieser Bachelorarbeit ist eine Analyse des „Mythos“ Hedge Fonds, wobei gezielt auf die Frage möglicher destabilisierender Auswirkungen der Aktivitäten von Hedge Fonds auf das globale Finanzsystem eingegangen werden soll.

Diese Arbeit ist in fünf thematische Teilbereiche gegliedert. Im ersten Teil (Kapitel zwei) wird ein allgemeiner Überblick über Hedge Fonds, deren Herkunft, die derzeitige Finanzmarktsituation und über die üblicherweise verfolgten Strategien gegeben. In Kapitel drei wird der Versuch einer Definition des Finanzsystem und des Zustands destabilisierter Finanzsysteme vorgenommen. Schließlich erfolgt ein kurzer Exkurs: Kapitel vier dieser Arbeit schildert die Rolle von Hedge Fonds in früheren Krisen. Im fünften Kapitel, dem Schwerpunkt dieser Arbeit, werden sowohl bisherige als auch aktuelle potentielle destabilisierende Auswirkungen sowie eventuelle stabilisierende Auswirkungen auf das Finanzsystem der Aktivitäten der Hedge Fonds dargestellt. Meine Arbeit endet mit einem Fazit und einem Ausblick. Das letzte Kapitel schildert, was sich zukünftig bezüglich dieser aktuellen Problematik ändern wird bzw. ändern sollte.

2. Grundlagen von Hedge Fonds

2.1. Ursprung

Alfred Winslow Jones, Investmentmanager der Wallstreet, legte am 1. Januar 1949 den ersten Hedge Fond auf. Jones ging Short Positionen (Leerverkäufe7 ) ein und setzte Fremdkapital (Leverage8 ) zur Verstärkung seiner Investitionsstrategien ein. Weiter setzte er personenbezogene Preis-Anreizsysteme im Fondmanagement ein. Er beabsichtigte damit, Marktschwankungen abzusichern (zu „hedgen“).9

2.2. Definition

„Hedge funds are private investment pools designed to zig when the markets zags.“

Ianthe Jeanne Dugan, Staff writer for The Wall Street Journal

Der Begriff „Hedge Fond“ ist irreführend, da das Wort „hedge“ übersetzt aus dem englischen ins deutsche „absichern“ bedeutet. Umgangssprachlich ist mit „Hedging“ meist die Absicherung durch Termingeschäfte gemeint.10 Dies kann den Anschein erwecken, dass es sich bei einem Hedge Fond um eine risikolose Anlage handelt. Das Gegenteil ist jedoch der Fall.

Die Bezeichnung Hedge Fond umfasst eine sehr heterogene Gruppe von Anlagevehikeln. Eine allgemein gültige Definition des Begriffs Hedge Fond gibt es nicht, jedoch eine Reihe von allgemein akzeptierten Merkmalen. Ohne Vorgabe von Benchmarks11 streben Hedge Fonds nach einer absoluten Renditeentwicklung.12

Generell weisen sie eine geringe Korrelation gegenüber traditionellen Anlagen auf.13

Sie gehören zur Anlagegruppe der alternativen Investments.14

Abb. 2: Alternative Investments

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: eigene Darstellung)

Wegen ihrer beliebigen Wahl eines geeigneten Standorts und einer geeigneten Rechtsform unterliegen Hedge Fonds nur wenigen von Regulierungs-, Aufsichts- oder Steuerbehörden auferlegten Restriktionen. Meistens sind Hedge Fonds in Offshore- Jurisdiktionen (vgl. dazu 5.2.8.) domiziliert.15 Aus diesem Grunde verfügen sie bei ihren einsetzbaren Finanzanlagen über ein Maximum an Freiheit und Flexibilität.16 Hedge Fonds nutzten sämtliche Anlageinstrumente, z.B. Aktien, Rentenwerte, derivative und auch internationale Instrumente. Weiter spekulieren sie auf Rohstoffe, Wetterentwicklung oder setzen auf den Trend hin zu alternativen Energien.17 Im Gegensatz zu traditionellen Aktienfonds können Hedge Fonds auch von fallenden Kursen profitieren.18 Oft wird die Hedgefonds-Welt als „Königsklasse der Investments“ bezeichnet. Unter Verwendung verschiedener Strategien (vgl. dazu Tab. 1: Systematisierung der Hedge Fonds-Strategien) versuchen Hedge Fonds, Fehl- bewertungen einzelner Wertpapiere oder ganzer Märkte zu erkennen und diese renditefördernd auszunutzen.19

2.3. Derzeitige Finanzmarktsituation in Deutschland bezogen auf Hedge Fonds

Mit der Zulassung von Hedge Fonds in Deutschland (vgl. dazu Anlage 2: Die Regulierung von Hedge Fonds) hat der Gesetzgeber dem geänderten Anlageverhalten von privaten als auch institutionellen Investoren und den Veränderungen auf den globalen Finanzmärkten Rechnung getragen. Zugleich wurde der Finanzplatz Deutschland im europäischen Vergleich gestärkt und die dringend erforderliche rechtliche Harmonisierung vorangetrieben.20 Das deutsche Finanzsystem hat sich somit im Zuge der Internationalisierung in Bezug auf Hedge Fonds den im Ausland üblichen Strukturen angenähert. Inwieweit sich diese strukturellen Änderungen auf das Finanzsystem auswirken oder auswirken können, bleibt zunächst abzuwarten.

2.4. Systematisierung der Hedge Fonds nach Anlagestrategien

2.4.1. Allgemein

„Markets are constantly in a state of uncertainty and flux and money is to make by discounting the obvious and betting on the unexpected.”

George Soros, Fondmanager an der Wallstreet21

Ein wichtiges Kriterium für die Systematisierung von traditionellen Investments ist ihre Anlageklasse. Traditionelle Investments werden hierbei durch Transaktionen oder Vorgänge wie Kauf, Halten und Verkauf charakterisiert; Hedge Fonds dagegen hauptsächlich durch Leerkäufe von Aktien, Anleihen und Cash. Hedge Fonds verwenden so viele Variationen an Finanzinstrumenten, dass man sie unmöglich mit nur wenigen Kriterien klassifizieren kann.22 Sowohl Hedge Fonds-Datenbanken (wie z.B. HFR23, TUNA24, CSFB/ Tremont25 ), als auch diverse Aufsichtsgremien versuchen ein eigenes Schema zur Klassifizierung zu entwickeln.26 In Anlehnung an CSFB/ Tremont und z.B. Signer (2003)27 werden vorliegend die Investmentstile in drei Hauptgruppen untergliedert und kurz dargestellt. Häufig wird in diesem Zusammenhang Managed future28 als vierte Gruppe aufgeführt. Sie wird hier jedoch nicht weiter erläutert, da sie im gesamten Hedge Fonds-Universum nur ein Gewicht von ca. 3 % einnimmt.29

Abb. 3: Hedge Fund-Stile

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Hafner R./ Brunner B.: Hedge Funds; 2004, S. 3)

Das geringste Marktexposure (Marktrisiko) haben marktneutrale; das höchste opportunistische Strategien.30 Eine detaillierte Beschreibung der in Abb. 3 aufgeführten Hedge Fonds-Stile befindet sich im Anhang (vgl. dazu Tab. 1).

2.4.2. Relative value (marktneutrale Strategien)

Diese Hedge Fonds-Typen versuchen die Risiken sinkender und steigender Kurse gegeneinander auszugleichen. Ziel ist es, bei allen Marktentwicklungen eine positive Rendite zu erzielen.31 Alle marktneutralen Strategien weisen hierbei drei grundlegende Gemeinsamkeiten auf.

Erstens die Ausnutzung des Leverages32, wobei ein hohes Leverage vor allem bei der Convertible arbitrage und Fixed income arbitrage33 anzutreffen ist.34 Zweitens versuchen sämtliche marktneutrale Strategien sich subjektive Fehlbewertungen zwischen ähnlichen Finanzinstrumenten zu nutze zu machen. Drittens sind alle bemüht, durch entgegengesetzte Positionen kein systematisches Risiko35 hinsichtlich bestimmter Märkte, Branchen, Länder oder Währungen einzugehen.36

2.4.3. Event driven (ereignisorientierte Strategien)

Diese Hedge Fond-Typen investieren überwiegend in solche Wertpapiere, bei denen nach Meinung des Marktes zukünftig bestimmte Ereignisse (events) wie z.B. Unternehmensfusionen, Insolvenzen oder Restrukturierungen anstehen.37 In der Regel zeichnen sich diese Fonds oft durch eine geringe Transparenz und häufige Illiquidität aus.38 Der Einsatz von Fremdkapital ist bei ereignisorientierten Strategien weniger verbreitet als bei marktneutralen. Ereignisgetriebene verhalten sich im Gegensatz zu marktneutralen Strategien nicht unabhängig von der Marktentwicklung. Sowohl das Eintreten, als auch die Häufigkeit der Ereignisse, auf die spekuliert wird, sind vielmehr eng auf die allgemeine Wirtschaftslage ausgerichtet, welche sich sodann wiederum in der Entwicklung der Aktienmärkte widerspiegelt. Bspw. werden in Boomphasen zahlreiche Unternehmensübernahmen erfolgreich durchgeführt; in Rezessionsphasen hingegen finden sich in der Regel mehr Not leidende Unternehmen. Daher muss bei ereignisgetriebenen Hedge Fonds ein enger Zusammenhang zwischen der Wirtschafts- lage und der Anzahl, sowie dem Erfolg der Investitionsmöglichkeiten vorliegen.39

2.4.4. Opportunistic (opportunistische Strategien)

„Ich spiele das Spiel nicht nach einer festen Abfolge von Regeln. Ich suche nach Änderungen der Regeln.“

George Soros, Fondmanager an der Wallstreet40

Diese Strategien basieren auf der Annahme, Marktentwicklungen besser als andere Marktteilnehmer prognostizieren zu können. Ziel ist es hierbei, diese bessere Prognosefähigkeit gewinnbringend einzusetzen.41 Hierzu gehen opportunistisch ausgerichtete Hedge Fonds gezielt ein bestimmtes Ausmaß an systematischen Risiken ein, wobei das Spekulationsmotiv im Vordergrund bleibt. Innerhalb der opportunistisch ausgerichteten Hedge Fonds-Strategien gibt es nur wenige Gemeinsamkeiten. So ist bspw. der Einsatz von Fremdkapital innerhalb dieser Strategiegruppe sehr unterschiedlich,42 häufig dagegen wird von Derivaten43 Gebrauch gemacht.44

Aufgrund der Größe des zu verwaltenden Vermögens dieser Fonds sowie ihrem Einsatz von Fremdkapital werden vor allem global macro-orientierte Fonds in Krisensituationen stark beobachtet und kritisiert. Hierbei kann die Vermutung aufkommen, dass diese Fonds dazu fähig sind, die Kapitalmärkte maßgeblich zu beeinflussen. Eine Studie des IWF hat jedoch ergeben, dass durch den Fondshandel eine Manipulation der Finanzmärkte bislang nicht nachweisbar ist.45

2.4.5. Exkurs: Dach-Hedgefonds (Fund of Hedge Funds )

Der Dach-Hedgefond-Manager konstruiert ein Portfolio 46 von Investments aus unterschiedlichen Hedge Fonds. Die Investoren zeichnen die Anteile des Dach- Hedgefonds und nicht die der Subfonds.47 Ziele eines Dach-Hedgefonds sind die Sicherung des Anlagevermögens, die Reduzierung des Risikos einer Einzel-Hedgefond- Anlage48 sowie die Realisierung einer gering schwankenden, möglichst beständigen Wertentwicklung. Den Dach-Hedgefond-Managern geht es weniger darum, besonders hohe Renditen zu erzielen.49 Ein wesentlicher Nachteil ist die zusätzliche Gebühren- ebene. Für ein Investment in Dach-Fonds muss i.d.R. eine doppelte Managementgebühr bezahlt werden.50

3. Das globale Finanzsystem

3.1. Definition

Ein Finanzsystem kann durch die Gesamtheit aller Institutionen und Verhaltens- normen51 aber auch als komplexes Geflecht von Institutionen, Märkten und Verträgen52 charakterisiert werden. Die Verhaltensnormen sind hierbei darauf gerichtet, eine ausreichende Versorgung der Wirtschaftseinheiten mit einem allgemeinen Zahlungs- mittel herbeizuführen und eine effiziente Koordination von Kapitalgebern und -nehmern zu bewirken.53 Die Allokation finanzieller Ressourcen ist die zentrale ökonomische Funktion des Finanzsystems. Zur Erfüllung dieser Funktion ist sowohl ein Zahlungs- system als auch ein Mechanismus erforderlich, der eine Abstimmung der Kapital- kreisläufe von Haushalten und Unternehmen erlaubt. Ein solcher Mechanismus ist bspw. der Kapitalmarkt.54

Wesentliches Charakteristikum der weltweiten Finanzsysteme ist mittlerweile das verstärkte Auftreten von Banken-, Währungs- und Finanzkrisen geworden. Seit Ende der 70-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts unterliegt unser globales Finanzsystem einem bislang unvergleichlichen drastischen Strukturwandel und vieler Turbulenzen auf den weltweiten Finanzmärkten.55

Abb. 4: Ein Überblick zum Finanzsystem in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Gischer, H./ Herz, B./ Menkhoff, L.: Geld, Kredit und Banken; 2004, S. 37)

3.2. Destabilisierung des Finanzsystems

Für den Begriff Finanzstabilität gibt es keine einfache oder allgemein akzeptierte Definition. Dennoch herrscht offensichtlich ein allgemeiner Konsens darüber, dass mit Finanzstabilität das reibungslose Funktionieren der Schlüsselelemente des Finanzsystems bezeichnet wird.

Die politischen Entscheidungsträger sind stets an der Erhaltung des Zustands „Finanzstabilität“ interessiert. In diesem Zustand können nämlich die wichtigsten Intermediäre, Infrastrukturen und Märkte Störungen ohne weiteres standhalten. Mögliche Störungen können makroökonomische, branchenspezifische, binnen- wirtschaftliche, außenwirtschaftliche oder finanzmarktbezogene Ursachen haben und kumulative Folgewirkungen nach sich ziehen, die wiederum die Bereitstellung von Ersparnissen für Anlagemöglichkeiten beeinträchtigen können. Hierdurch kann sodann die Kernfunktion des Finanzsystems gefährdet und die Wirtschaftstätigkeit als solche gestört werden.56

4. Exkurs: Rolle von Hedge Fonds in früheren Krisen

4.1. EWS-Krise (1992)

Immer wieder kommt es vor, dass Hedge Fonds mit volkswirtschaftlichen Krisen sowie dem starken Kursverfall von Einzeltiteln an den weltweiten Börsen in Zusammenhang gebracht werden. So wurde bspw. die Hauptverantwortlichkeit für die EWS-Krise Hedge Fonds zugewiesen, da sie Marktverwerfungen mit starken Preissprüngen und hoher Volatilität ausgelöst hätten.57 Die bekanntesten Strategien, auch als Macro- strategien bezeichnet, sollen mittels umfangreicher globaler bzw. nationaler Devisen- spekulationen58 hierbei zum Ausscheiden Großbritanniens aus dem EWS geführt haben. Spätestens seit der Jahrtausendwende sind diese Fond-Typen aufgrund ihrer hohen Kreditaufnahme und des damit verbundenen Risikos jedoch stark zurückgegangen59 und werden daher zur Zeit nicht mehr als Gefahr für das globale Finanzsystem angesehen.60

4.2. Asien Krise (1997)

Wie bei der EWS-Krise wurde das Anlageverhalten von Hedge Fonds auch für diesen Krisenfall verantwortlich gemacht.61 Während dieser Schuldenkrise der asiatischen Wachstumsmärkte stiegen die Kurse aller Hedge Fonds-Strategien an. Die großen Börsenmärkte hingegen waren hiervon weniger betroffen und die gute Hedge Fonds- Entwicklung während dieser Krise zeigt, dass sie in schwierigen Märkten nur gering vertreten waren oder wussten, mit der Marktentwicklung richtig umzugehen.62

4.3. Russlandkrise (1998)

Im August 1998 kündigte die russische Regierung aufgrund einer schweren Wirtschafts- und Währungskrise an, Zinszahlungen auf Staatsanleihen für drei Monate auszusetzen. Aufgrund der Annahme, „schlechte Schuldner“ könnten diesem Beispiel folgen, kam es zu einer generellen Vertrauenskrise. Daraufhin reagierten die Anleger mit dem Verkauf von Papieren niedrigerer Qualität (obwohl diese rechnerisch unterbewertet waren) und mit dem Kauf von Papieren besserer Qualität (obwohl diese rechnerisch überbewertet waren). Schließlich liefen die Preisdifferenzen auseinander anstatt zusammen. Obwohl sich diese Situation bald normalisierte litten dennoch einige Einzel-Hedgefonds sowie Dach-Hedgefonds darunter. Es wird angenommen dass dieser Umstand auch die Ursache für den Zusammenbruch des Hedge Fonds LTCM (vgl. dazu 5.1.1.) gewesen ist.63

4.4. Terrorkrise (2001)

Viele Finanzexperten waren der Auffassung, dass Hedge Fonds auch an der Finanz- marktkrise in Folge der Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001 mit- beteiligt gewesen seien. Jedoch ergab sich eine Untersuchung der Börsenaufsicht (FSA) vom Juli 2002, dass es in dem fraglichen Zeitraum zu „keinem Anstieg der Short Selling Volumina in Aktien durch Hedge Fonds“64 gekommen war. Weiter erklärte Stanley Fink65 später, dass die gesamte Hedge Fond-Industrie seit den Vorfällen vom 11. September in der Netto-Betrachtung Aktien gekauft und nicht verkauft habe. Die beobachteten Wertverluste an den Börsen waren vielmehr durch verängstigte Anleger verursacht worden.66

5.Potentielle destabilisierende Auswirkungen der Aktivitäten von Hedge Fonds auf das Finanzsystem

5.1. Beispiele bisheriger potentieller Gefahren für das Finanzsystem

5.1.1. Fall Long-Term Capital Management (1998)

Der Hedge Fond LTCM wurde im Februar 1994 u.a. von den Nobelpreisträgern für Ökonomie Myron Scholes und Robert Merton in Greenwich/ Connecticut gegründet.67 Die Performance von LTCM war spektakulär. (Performance p.a. 1994: 19,9 %)

LTCM hatte hierbei die Konvergenz-Strategie der gleichzeitigen Einnahme einer Long68 und Short69 Position am Markt eingesetzt. Diese macht relativ immun gegen das Marktrisiko der generellen Wertschwankungen des Aktienmarktes. LTCM war mit dieser Konvergenz-Strategie auf drei verschiedene Arten engagiert: Merger arbitrageStrategie, Relative value-Strategie und Fixed income arbitrage.70

Die Renditen dieser drei Strategien sind gewöhnlich weitgehend unkorreliert. Jedoch waren alle drei Strategien einer gemeinsamen Quelle des Risikos ausgesetzt, nämlich „dem Risiko einer wachsenden Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten über die Stabilität des gesamten Finanzsystems und die Funktionsweise der Märkte.“71

Weiter war der Hedge Fond mit Eigenkapital von 4 Mrd. US-$ ausgestattet, drehte aber ein 100 Mrd. US-$ Rad.72 Im Jahre 1998 geriet der LTCM-Hedge Fond im Zuge der russischen Finanzkrise (vgl. dazu 4.3.) jedoch in Schieflage.73 Der Grund dafür lag in Folgendem: Das Fondmanagement hatte durch den gleichzeitigen Kauf von Anleihen schlechter Bonität und Leerverkauf von Anleihen guter Bonität auf eine Verringerung der Renditeunterschiede zwischen diesen Wertpapiergruppen gesetzt. Im Zuge der o.g. Krise kam es jedoch entgegen den Erwartungen zu einer starken Ausweitung und nicht zu einer Verringerung der Renditeunterschiede.

[...]


1 Vgl. Bohsem, G./ Schieritz, M.: G7 nehmen Hedge Fonds ins Visier; FTD, 12.02.2007, S. 11

2 Bohsem, G./ Schieritz, M.: G7 nehmen Hedge Fonds ins Visier; FTD, 12.02.2007, S. 11

3 Traditionelle Investment-Anlagen sind z.B. Investments in Renten oder Aktien. (vgl. Lähn, M.: Hedge Fonds, Banken und Finanzkrisen; 2004, S. 258)

4 Vgl. Peetz, D.: Hedge Fonds und Finanzmarktinstabilität; 2007, S. 14, 15

5 Vgl. OECD: Financial Markt Trends No. 73; 1999, S. 27

6 Hirzel, J.: „Wie ein Schneeballsystem“; Focus, 08/07, S. 126

7 Als Leerverkauf (diese Transaktion wird auch „short gehen“ genannt) bezeichnet man den Verkauf eines Wertpapiers ohne eine entsprechende physische Deckung in Hausse-Phase und Rückkauf bzw. Rückgabe des Wertpapiers gleicher Art und Güte in Baisse-Phase. (vgl. Pichl, A.: Hedge Fonds; 2001, S. 93)

8 Leverage ist Fremdkapital, das verschiedene Erscheinungsformen hat, bspw. Wertpapierleihe, Leerverkäufe und Finanzinstrumente wie Optionen und Futures. (vgl. Pichl, A.: Hedge Fonds; 2001, S. 93)

9 Vgl. Rutkis, A.: Hedge-Fonds als Alternative Investments; 2002, S. 11

10 Vgl. Gilroy, B. u.a.: Hedge-Fonds; WISU, 03/05, S. 316

11 Benchmark = Vergleichsmaßstab (z.B. Fondmanager werden oft an einem Vergleichsindex, z.B. DAX gemessen) (vgl. Schumm T./ Lang R.: Praxisratgeber Hedge Funds; 2004, S. 253)

12 Vgl. Kleefisch, A.: Hedge-Fonds; WISU, 06/05, S. 767

13 Vgl. Dichtl, H. u.a.: Handbuch Hedge Funds; 2005, S. 224

14 Vgl. Eling, M.: Hedgefonds-Strategien und ihre Performance; 2006, S. 11, 12

15 Vgl. Fano-Leszezynski, U.: Hedgefonds für Einsteiger; 2005, S. 11

16 Vgl. Kleefisch, A.: Hedge-Fonds; WISU, 06/05, S. 767

17 Vgl. Maisch, M.: Schwarze Löcher im Portfolio; HB, 12.03.2007, S. 26

18 Vgl. Reentz, H.: Balance fürs Depot; 23.07.2006, S. 1

19 Vgl. Jaeger, L.: Renditequellen für Hedge Fonds; Absolut/ report, 06/03, S. 24

20 Vgl. Sievers, M.: Besser investieren mit Hedge Fonds; 2006, S. 24

21 Vgl. dazu Fall Soros (Anlage 1).

22 Vgl. Fano-Leszezynski, U.: Hedgefonds für Einsteiger; 2005, S. 92

23 Hedge Fund Research: http://www.hedgefundresearch.com

24 TUNA: http://www.hedgefund.net

25 Credit Suisse First Boston/ Tremont: http://www.hedgeindex.com

26 Vgl. Fano-Leszezynski, U.: Hedgefonds für Einsteiger; 2005, S. 92

27 Signer (2003) = Datenbank von Andreas Signer (Leiter bei Morgan Stanley) aus dem Jahre 2003.

28 Managed Future ist eine vielfach globale, systematische Handelstrategie vor allem unter Nutzung von Terminkontrakten mit Short- und Long-Positionen und großem Leverage. (vgl. Cottier, P.: Hedge Funds and Managed Futures; 1997, S. 12)

29 Vgl. Friedrich, M./ Bahr, D.: Hedge Funds; 2003, S. 111

30 Vgl. Bessler, W. u.a.: Die „Königdisziplin“ der Kapitalanlage; 2005, S. 11

31 Vgl. Bahn, C.: Fluch oder Segen ?; 2006, S. 6

32 Vgl. Eling, M.: Hedgefonds-Strategien und ihre Performance; 2006, S. 37

33 Vgl. dazu Tab. 1: Hedge Fonds-Strategien.

34 Vgl. Berger, H./ Steck, K.: Regulierung von Hedge Fonds; 2005, S. 4, 5

35 Systematisches Risiko = Marktrisiko, das nicht wegdiversifizierbar ist. (vgl. Bretzler M./ Rudolph D.: Hedge Fonds & Alternative Investments; 2004, S. 87)

36 Vgl. Eling, M.: Hedgefonds-Strategien und ihre Performance; 2006, S. 37; vgl. Crerend, W.: Fundamentals of Hedge Fund Investing; 1998, S. 3

37 Vgl. Narat, I.: Schwellenländer bringen Rendite; HB, 02.01.2007, S. 22

38 Vgl. Rutkies, A.: Hedge Fonds als Alternative Investments; 2002, S. 31

39 Vgl. Crerend, W.: Fundamentals of Hedge Fund Investing; 1998, S. 101-103; vgl. Eling, M.: Hedgefonds-Strategien und ihre Performance; 2006, S. 45

40 Vgl. dazu Fall Soros (Anlage 1).

41 Vgl. Bessler, W. u.a.: Die „Königdisziplin“ der Kapitalanlage; 2005, S. 14

42 Vgl. Eling, M.: Hedgefonds-Strategien und ihre Performance; 2006, S. 50, 51

43 Derivate sind im Sinne des Gesetzes über den Wertpapierhandel an einer in- und ausländischen Börse gehandelten Rechte an Waren, Wertpapieren oder Devisen. Typische Derivate sind z.B. Optionen, Swaps und Futures. Abgeleitet sind die Rechte aus derartigen Kontrakten aus anderen Finanzinstrumenten (Underlinings). (vgl. Schneck, O.: Lexikon der Betriebswirtschaft; 2003, S. 227)

44 Vgl. Weder-Di Mauro, B.: Welche Auswirkungen haben Hedge Fonds auf Finanzmärkten; 2005, S. 4

45 Vgl. Rutkies, A.: Hedge Fonds als Alternative Investments; 2002, S. 34

46 Fund of Funds = Angelsächsische Bezeichnung für Dachfonds. (vgl. Sievers, M.: Besser investieren mit Hedge Fonds; 2006, S. 147)

47 Subfond = Teil- oder Unterfond eines Dachfond.

48 Eine Einzel-Hedgefond-Anlage wird meist nur von einer Person oder Firma gemanagt und verfolgt somit auch nur eine Hedge Fond-Strategie. (vgl. Schumm T./ Lang R.: Praxisratgeber Hedge Funds; 2004, S. 256)

49 Vgl. Bretzler, M./ Rudolph, D.: Hedge Fonds & Alternative Investments; 2004, S. 44

50 Vgl. Rutkies, A.: Hedge Fonds als Alternative Investments; 2002, S. 39

51 Vgl. Größl-Geschwendtner, I.: Bankenkrise und Finanzsystem; 1992, S. 1

52 Vgl. Lähn, M.: Hedge Fonds, Banken und Finanzkrisen; 2004, S. 15

53 Vgl. Größl-Geschwendtner, I.: Bankenkrise und Finanzsystem; 1992, S. 1

54 Vgl. Lahmann, K.: Insiderhandel; 1994, S. 63

55 Vgl. Lähn, M.: Hedge Fonds, Banken und Finanzkrisen; 2004, S. 15-17

56 Vgl. Randzio-Plath, C.: Zur Globalisierung der Finanzmärkte; 2001, S. 42, 43

57 Vgl. Kaiser, D.: Hedgefonds; 2004, S. 84, 85

58 Vgl. dazu Fall Soros (Anlage 1).

59 Vgl. Bahn, C.: Fluch oder Segen ?; 2006, S. 5

60 Vgl. Bahn, C.: Fluch oder Segen ?; 2006, S. 15

61 Vgl. Kaiser, D.: Hedgefonds; 2004, S. 84, 85

62 Vgl. Hornberg, K.: Hedgefonds; 2006, S. 75

63 Vgl. Hornberg, K.: Hedgefonds; 2006, S. 74

64 Kaiser, D.: Hedgefonds; 2004, S. 84

65 Stanley Fink ist Chief Executive der Man Group (börsennotierte Hedge Fonds-Gesellschaft).

66 Vgl. Kaiser, D.: Hedgefonds; 2004, S. 84

67 Vgl. Kumpmann, I.: Die Welt der Hedge-Fonds; WISU, 12/05, S. 316

68 Eine Long Position ist die aus einem Kauf resultierende Position, die von Kursanstiegen profitiert. (vgl. Bretzler, M./ Rudolph, D.: Hedge Fonds & Alternative Investments; 2004, S. 86)

69 Vgl. dazu Kapitel l.2.1.

70 Ausführliche Beschreibung der Strategien vgl. dazu Tab. 1 (Anhang).

71 Bretzler, M./ Rudolph, D.: Hedge Fonds & Alternative Investments; 2004, S. 94

72 Vgl. o.V.: Rating für Hedge-Fonds; FAZ, 12.02.2007, S. 11

73 Vgl. Kumpmann, I.: Die Welt der Hedge-Fonds; WISU, 12/05, S. 316

Ende der Leseprobe aus 57 Seiten

Details

Titel
Zur Frage möglicher destabilisierender Auswirkungen der Aktivitäten von Hedge Fonds auf das Finanzsystem
Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
57
Katalognummer
V77741
ISBN (eBook)
9783638805193
ISBN (Buch)
9783638807654
Dateigröße
1600 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frage, Auswirkungen, Aktivitäten, Hedge, Fonds, Finanzsystem
Arbeit zitieren
B.A. BWL- Corporate Finance Nicole Dickgiesser (Autor), 2007, Zur Frage möglicher destabilisierender Auswirkungen der Aktivitäten von Hedge Fonds auf das Finanzsystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77741

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