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Die Auswirkungen des Malleus Maleficarum auf das Spätmittelalter

Title: Die Auswirkungen des Malleus Maleficarum auf das Spätmittelalter

Seminar Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Berwanger (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die folgende Seminararbeit wird sich mit den Auswirkungen des Hexenhammers von Heinrich Kramer auf das Spätmittelalter beschäftigen. Um zu einer berechtigten Beurteilung des Werkes zu gelangen, werden die spezifischen Eigenschaften des Malles gegenüber früheren Werken gegen Ketzerei analysiert. Warum gelangte der Malleus zu so großer Bedeutung im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit, obwohl bereits früher ähnliche Schriften erschienen waren?
Zu Beginn der Arbeit soll auf das Verfasserproblem des Hexenhammers eingegangen werden, um danach mit der Frage anzuschließen, warum ausgerechnet Frauen im Malleus als besonders anfällig für den Einfluss des Teufels dargestellt werden, was schon durch den Titel „Malleus Maleficarum deutlich wird. Nach der Darstellung und Analyse des Frauenbildes im Malleus, werden weitere Spezifika des Malleus betrachtet. Es soll erklärt werden, wie sich der frühere Ketzerprozess, der bis zur Erscheinung des Malleus in Hinsicht auf die Bekämpfung von Häresien durch die Kirche existierte, zum Hexenprozess entwickelt hat, in dem weniger das häretische Moment als vielmehr die praktische Zauberei im Vordergrund der Erklärung steht. Zum Schluss wird im Rahmen der Eigenheiten des Malleus auf den Einfluss bzw. die Einflussnahme der weltlichen Gerichtsbarkeit auf den Hexenprozess eingegangen, um auch Traditionen und Veränderungen innerhalb des Kirchenrechts zu beleuchten.
Bis zu dieser Stelle der Arbeit wird der eigentliche Inhalt des Malleus und dessen Kapiteleinteilung bewusst nicht näher in Augenschein genommen, da stärkere Akzente zu Beginn auf die Besonderheiten dieses Werkes gelegt werden sollen. Der Inhalt wird kurz umrissen, wenn auf den „Nürnberger Hexenhammer“ von Heinrich Kramer eingegangen wird, da dieser sich eng anlehnt an den Hexenhammer von 1487, der in dieser Arbeit analysiert wird. Auf den Nürnberger Hexenhammer wird Bezug genommen, da er sich als gute Möglichkeit darstellt, zu zeigen, wie der Hexenhammer von 1487 schon zu Lebzeiten des Inquisitors auf Widerstand gestoßen ist und wie überzeugt Heinrich Kramer von seinen Vorstellungen war, dass er gar ein zweites ähnliches Werk schrieb, mit dem Versuch, auch die stärksten Zweifler von seiner Sicht der Dinge zu überzeugen.
Nach dieser Erläuterung soll zum Schluss der Arbeit der Einfluss des Buchdrucks auf die Rezeption des Malleus dargestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Verfasserproblem

3. Spezifische Eigenheiten des Malleus Maleficarum

3.1 Frauenfeindlichkeit im Malleus

3.2 Das Malefizium

3.3 Weltliche Gerichtsbarkeit

4. Erste Zweifel am Malleus: Der Hexenhammer von Nürnberg

5. Die Bedeutung des Buchdrucks für die Rezeption des Malleus

6. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des "Malleus Maleficarum" von Heinrich Kramer auf das Spätmittelalter, indem sie die spezifischen Merkmale des Werkes analysiert und dessen Rolle bei der Entwicklung vom Ketzer- zum Hexenprozess beleuchtet.

  • Analyse des Verfasserproblems und der Rolle Jakob Sprengers.
  • Untersuchung der expliziten Frauenfeindlichkeit als zentrales Element des Werkes.
  • Darstellung der Verschiebung des Fokus von Häresie hin zur praktischen Zauberei (Malefizium).
  • Einflussnahme auf die weltliche Gerichtsbarkeit zur Förderung von Hexenverfolgungen.
  • Die Bedeutung des Buchdrucks für die europaweite Rezeption und Autorität des "Malleus".

Auszug aus dem Buch

3.1 Frauenfeindlichkeit im Malleus

Das erste Spezifikum des Malleus scheint gleichzeitig auch das zu sein, was dafür sorgte, dass der Malleus den Menschen bis heute in Erinnerung blieb: die explizite Frauenfeindlichkeit, die sich durch das gesamte Werk zieht und die prägend für Kramers Leben wurde (später wird in diesem Kapitel in diesem Zusammenhang noch auf das „Begleitbuch“ seiner Tätigkeit für den Nürnberger Rat eingegangen). Doch warum wird das Hexenwesen vom Malleus fast ausschließlich auf das weibliche Geschlecht zugespitzt? Oder um die Frage im Wortlaut des Malleus zu stellen: „Cur in sexu tam fragili mulierum maior multitudo maleficarum reperitur quam inter viros.“ Laut Behringer muss man ein besonderes Anliegen Kramers darin erkennen, dass er auffällig die Anfälligkeit von Frauen für den Teufel hervorhebt. Schon durch den Titel des Buches wird dies deutlich: Malleus Maleficarum. Ohne darüber viel nachdenken zu müssen, weiß der Leser, dass das Buch eindeutig gegen Frauen gerichtet ist, weil von maleficarum und nicht von maleficorum die Rede ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Auswirkungen des Hexenhammers auf das Spätmittelalter und Darlegung der zentralen Forschungsfragen.

2. Das Verfasserproblem: Diskussion um die tatsächliche Autorenschaft Heinrich Kramers und die zweifelhafte Rolle Jakob Sprengers bei der Entstehung des Werkes.

3. Spezifische Eigenheiten des Malleus Maleficarum: Analyse der grundlegenden Merkmale wie der Frauenfeindlichkeit, der Fokussierung auf das Malefizium und des Einflusses auf die weltliche Jurisdiktion.

4. Erste Zweifel am Malleus: Der Hexenhammer von Nürnberg: Untersuchung der Widerstände gegen Kramers Thesen am Beispiel der Nürnberger Juristen und eines weiteren von Kramer verfassten Werkes.

5. Die Bedeutung des Buchdrucks für die Rezeption des Malleus: Erläuterung, wie die Erfindung des Buchdrucks zur massiven Verbreitung und Autoritätssteigerung des Malleus beitrug.

6. Schlusswort: Fazit über die Rolle des Malleus als schauerliches Handbuch der Hexenverfolgung, das durch Falsifizierungen und erzwungene Geständnisse die Verfolgungen maßgeblich befeuerte.

Schlüsselwörter

Malleus Maleficarum, Heinrich Kramer, Jakob Sprenger, Hexenhammer, Frauenfeindlichkeit, Hexenprozess, Malefizium, Ketzerverfolgung, Inquisition, Buchdruck, Spätmittelalter, Hexenverfolgung, Dämonologie, Jurisdiktion, Häresie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die inhaltlichen Besonderheiten des "Malleus Maleficarum" und dessen massive Auswirkungen auf die spätmittelalterliche Gesellschaft und Justiz.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Autorenschaft, der misogynen Darstellung von Frauen, der juristischen Transformation des Ketzerprozesses zum Hexenprozess und der Rolle des Buchdrucks.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu verstehen, warum der Malleus trotz seiner theoretischen Wurzeln eine solch verheerende praktische Bedeutung für Hexenverfolgungen erlangte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumenten und vergleichenden Untersuchungen von Quellentexten basiert.

Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich mit der spezifischen Analyse des Frauenbildes, der Definition der fünf Malefizien und der Einflussnahme auf die weltliche Gerichtsbarkeit.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Begriffe sind Hexenverfolgung, Malleus Maleficarum, Heinrich Kramer, Frauenfeindlichkeit und der Wandel zum Hexenprozess.

Warum spielt das "Verfasserproblem" eine so große Rolle?

Es verdeutlicht den manipulativen Charakter Kramers, der den Namen des angesehenen Sprengers nutzte, um seinem umstrittenen Werk Autorität zu verleihen.

Inwiefern beeinflusste die weltliche Gerichtsbarkeit das Ausmaß der Verfolgungen?

Kramer rückte das Malefizium in den Fokus, um den Prozess aus dem kirchlichen Bereich (der oft Gnade vorsah) in den weltlichen Bereich zu überführen, wo die Todesstrafe drohte.

Welche Rolle spielte der Nürnberger Hexenhammer für die Argumentation des Autors?

Dieser dient als Fallbeispiel, um zu zeigen, dass Kramers Thesen keineswegs unumstritten waren und bei gelehrten Juristen der Zeit oft auf Skepsis stießen.

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Details

Title
Die Auswirkungen des Malleus Maleficarum auf das Spätmittelalter
College
University of Cologne  (Historisches Seminar)
Course
Seminar
Grade
1,0
Author
Christian Berwanger (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V77805
ISBN (eBook)
9783638828659
ISBN (Book)
9783638831857
Language
German
Tags
Auswirkungen Malleus Maleficarum Spätmittelalter Heinrich Kramer Heinrich Institoris Jakob Sprenger Hexe Hexen Hexenprozesse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Berwanger (Author), 2005, Die Auswirkungen des Malleus Maleficarum auf das Spätmittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77805
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