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Dyskalkulie. Diagnose und Förderung im Grundschulalter

Title: Dyskalkulie. Diagnose und Förderung im Grundschulalter

Diploma Thesis , 2007 , 99 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl.-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (FH) Kirsten Ostholthoff (Author)

Social Work
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Um eine Vorstellung über die Häufigkeit von Dyskalkulie bei Kindern zu bekommen, sollen folgende epidemiologische Daten hierzu Hinweise geben. Sie verdeutlichen, dass es sich bei der Rechenschwäche nicht um ein marginales Problem handelt. Diese Angaben beruhen auf aktuellen Untersuchungsergebnissen aus der Literatur. Es kann lediglich von Schätzwerten ausgegangen werden, da nicht jedes Kind untersucht und entsprechend erfasst wird. Zudem variieren die Angaben der jeweiligen Verfasser, da eine einheitliche Begriffsdefinition fehlt.
Lorenz stellt heraus, „dass international je nach Untersuchungen (und damit engerer oder weiterer Definition) 3 bis 7 Prozent der Grundschüler als extrem rechenschwach klassifiziert werden. Mit einer förderungsbedürftigen Rechenstörung sind sogar 15 Prozent der Schüler anzusehen“ .
Wehrmann bezieht sich bei seinen Ausführungen zur Prävalenz auf drei Studien, die „von einer partiellen Teilleistungsstörung in Mathematik“ ausgehen. Demnach weist durchschnittlich jedes 15. bis 23. Kind Schwierigkeiten beim Rechnen auf. Dies bedeutet, dass durchschnittlich mindestens ein Kind innerhalb einer Grundschulklasse von einer Rechenschwäche betroffen ist.
Aus der Literatur geht hervor, dass sich unter den Kindern mit einer Rechenschwäche mehr Mädchen als Jungen befinden. Laut Born/Oehler kommen auf drei betroffene Mädchen zwei betroffene Jungen. 17 bis 60 % der betroffenen Kinder leiden zusätzlich an Legasthenie . „Die Höhe des relativen Anteils von Kindern mit kombinierten umschriebenen Lernstörungen (Rechnen und Lesen/Schreiben) wird mit ein Fünftel bis zwei Drittel angegeben“ .
Betrachtet man die Genese des Phänomens der Dyskalkulie, so zeigt sich, dass dieses bereits vor 90 Jahren in das Blickfeld der Wissenschaft geraten ist.

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Inhaltsverzeichnis

1 Phänomenologie und Definitionen

1.1 Die charakteristischen Symptome der Dyskalkulie

1.1.1 Erste Anzeichen und primäre Symptome

1.1.2 Beobachtbare Phänomene bei mathematischen Aufgaben

1.1.3 Sekundärsymptome

1.1.4 Komorbidität

1.2 Definitionen Dyskalkulie

1.2.1 Diskrepanzdefinition der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

1.2.2 Sozialwissenschaftliche Definition systemisch betrachtet

1.2.3 Entwicklungspsychologisch orientierte Definition

1.2.4 Kompetenzorientierter Definitionsversuch

1.3 Akalkulie

1.3.1 Symptome der Akalkulie

2 Ätiologie, Erklärungsversuche

2.1 Kongenitale Ursachen

2.2 Neuropsychologische Ursachen

2.3 Neurotisch-psychogene Ursachen

2.4 Schulische Ursachen

2.5 Familiäre Bedingungen

2.6 Ungenügende Passung

3 Diagnostik

3.1 Klassifikation

3.2 Diagnostischer Prozess

3.2.1 Prozessverlauf

3.3 Förderdiagnostik

4 Entwicklung des mathematischen Denkens

4.1 Was ist eigentlich Rechnen?

4.1.1 Zahlenverständnis

4.1.2 Der Zahlbegriff

4.2 Entwicklung im Vorschulalter

4.3 Triple- Code- Modell

5 Früherkennung und Prävention

5.1 Frühförderung

5.2 Prävention als sozial-medizinisches Angebot

6 Schulische Förderung

6.1 Gestaltung des Mathematikunterrichts

6.2 Stützunterricht

6.3 Integration von Schulsozialarbeit

7 Außerschulische Förderung

7.1 Offene Hilfen

7.2 Paramedizinische Therapie

7.3 Spezielle Therapie

7.3.1 Staatliche Finanzierung

7.3.2 Dyskalkulietherapie

8 Beratung und Begleitung von Angehörigen

8.1 Fachliche Beratung (Consulting)

8.2 Begleitende Beratung (Counseling)

9 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen Dyskalkulie im Grundschulalter, mit dem primären Ziel, die diagnostischen Prozesse sowie effektive Förder- und Präventionsmöglichkeiten für betroffene Kinder aufzuzeigen. Dabei wird kritisch hinterfragt, wie eine adäquate Unterstützung sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Kontext realisiert werden kann, um Lernstörungen frühzeitig zu begegnen.

  • Phänomenologie und Definition von Dyskalkulie
  • Ätiologische Erklärungsmodelle und diagnostische Verfahren
  • Entwicklung des mathematischen Denkens (Grundlagen)
  • Schulische und außerschulische Förderkonzepte
  • Netzwerkarbeit und Beratung von Angehörigen

Auszug aus dem Buch

3.2.1.1 Erste Ebene - Anamnese

Die erste Ebene stellt die Grundlage für den weiteren Prozess der Diagnostik dar. Auf dieser Ebene erfolgt die Anamnese, die es erst möglich macht, die psychometrischen Befunde aus der Basisdiagnostik (zweite Ebene) einzustufen. Die Wichtigkeit dieser Ebene lässt sich durch ein kurzes Beispiel verdeutlichen:

Nach erfolgter Diagnostik wurde bei einem Kind eine Rechenstörung festgestellt. Bedingt durch die fehlende Anamnese blieb verborgen, dass das Kind ursächlich an einer Hörschwäche litt. Infolgedessen konnte das Kind dem Unterricht nicht folgen, mathematische Sachzusammenhänge wurden 'einfach nicht gehört'.

Hieraus wird ersichtlich, dass psychometrische Testverfahren allein nicht hinreichend sind, um die „umfangreichen komorbid, aber auch ursächlich auftretenden Funktionsstörungen bei der Dyskalkulie“86 ergründen zu können. Nach Jacobs/Petermann ist „Auch der Ausschluss peripherer oder ursächlicher Störungen (etwa Weit- bzw. Kurzsichtigkeit, Schwerhörigkeit oder psychische Störungen) über körperlich/ärztliche Untersuchungen […] dringend erforderlich“87.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Phänomenologie und Definitionen: Dieses Kapitel erläutert die Symptomatik und verschiedene Definitionsansätze der Dyskalkulie sowie deren Abgrenzung zur Akalkulie.

2 Ätiologie, Erklärungsversuche: Hier werden unterschiedliche Ursachenmodelle, von kongenitalen bis zu schulischen Bedingungen, diskutiert, die zur Entstehung einer Rechenschwäche beitragen können.

3 Diagnostik: Dieser Abschnitt beschreibt den diagnostischen Prozess, inklusive Klassifikation und der Unterscheidung zwischen psychologischer Diagnostik und Förderdiagnostik.

4 Entwicklung des mathematischen Denkens: Es werden neurobiologische und entwicklungstheoretische Grundlagen dargestellt, die notwendig sind, um mathematische Kompetenzen zu verstehen.

5 Früherkennung und Prävention: Dieses Kapitel thematisiert die Wichtigkeit frühzeitiger Maßnahmen, um Lernstörungen zu verhindern oder deren Chronifizierung entgegenzuwirken.

6 Schulische Förderung: Hier werden pädagogische Ansätze zur Unterstützung rechenschwacher Kinder innerhalb des Schulsystems sowie die Integration von Schulsozialarbeit behandelt.

7 Außerschulische Förderung: Es werden therapeutische Angebote, staatliche Finanzierungsmöglichkeiten und spezielle Lerntherapien für betroffene Kinder aufgezeigt.

8 Beratung und Begleitung von Angehörigen: Dieses Kapitel fokussiert auf die Bedeutung der Beratung für Eltern als Co-Therapeuten, um eine ganzheitliche Förderung zu gewährleisten.

9 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über die Komplexität der Dyskalkulie und dem Appell für eine verbesserte Vernetzung aller Beteiligten.

Schlüsselwörter

Dyskalkulie, Rechenschwäche, Rechenstörung, Diagnostik, Förderdiagnostik, Prävention, Frühförderung, Lerntherapie, Schulerfolg, Mathematikunterricht, Eingliederungshilfe, Elternberatung, Neuropsychologie, Lernstörungen, Grundschule.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Diagnose und der Förderung von Kindern mit Rechenschwäche im Grundschulalter, wobei ein ganzheitlicher Ansatz unter Einbeziehung von Schule, Elternhaus und Therapie verfolgt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Symptomatik, den Ursachen (Ätiologie), verschiedenen Diagnoseverfahren, der neurobiologischen Entwicklung mathematischer Fähigkeiten sowie schulischen und außerschulischen Interventionsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Lesern (insbesondere Pädagogen und Therapeuten) eine fundierte Grundlage zur Erkennung von Rechenschwächen zu geben und aufzuzeigen, wie durch eine individuelle Förderung und Netzwerkbildung eine adäquate Unterstützung gelingen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer theoretischen Auseinandersetzung mit bestehenden diagnostischen Verfahren und Modellen der Lerntherapie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in acht Kapitel, die von der phänomenologischen Beschreibung über diagnostische Prozesse bis hin zu konkreten schulischen und außerschulischen Fördermöglichkeiten sowie der Elternberatung reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Dyskalkulie, Lerntherapie, Förderdiagnostik, Prävention, Eingliederungshilfe und ganzheitliche Unterstützung.

Warum ist die Anamnese im Diagnoseprozess so wichtig?

Wie ein Beispiel in der Arbeit verdeutlicht, kann eine mangelhafte Anamnese dazu führen, dass ursächliche externe Faktoren wie eine Hörschwäche unentdeckt bleiben und rein psychometrische Testergebnisse falsch interpretiert werden.

Wie unterscheidet sich die Förderdiagnostik von der psychologischen Diagnostik?

Während die psychologische Diagnostik primär der Identifikation eines Krankheitsbildes nach ICD-10 dient, zielt die Förderdiagnostik darauf ab, die Lernausgangslage des Kindes festzustellen, um zeitnah an dessen subjektiven Rechenwegen anzusetzen.

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Details

Title
Dyskalkulie. Diagnose und Förderung im Grundschulalter
College
University of Applied Sciences Münster
Grade
1,0
Author
Dipl.-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (FH) Kirsten Ostholthoff (Author)
Publication Year
2007
Pages
99
Catalog Number
V77845
ISBN (eBook)
9783638830478
ISBN (Book)
9783656636014
Language
German
Tags
Dyskalkulie Diagnose Förderung Grundschulalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (FH) Kirsten Ostholthoff (Author), 2007, Dyskalkulie. Diagnose und Förderung im Grundschulalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77845
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