Software zur Messdatenanalyse


Diplomarbeit, 2007
84 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Executive Summary

1. Einleitung
1. 1 Allgemeine Beschreibung der Funktionalität

2. DIADEM
2.1 Übersicht über DIAdem 10.0
2.2 Arbeiten mit Dialogen
2.3 DIAdem-Modul „View“
2.3.1 Anzeige der Analyse-Ergebnisse
2.3.2 Kontextfunktionen
2.4 Installation und Konfiguration des Messdatenanalysetools
2.5 Bewertung von DIAdem

3. Beschreibung des Messdaten-Analysetools MEDALYST
3.1 Anfangsbedingung
3.2 Ausreißer
3.3 Bereichsprüfung
3.4 Endbedingung
3.5 Fehlende Messdaten(NOVALUE) – Bereich
3.6 Fehlende Messdaten(NOVALUE) – Gesamt
3.7 Kanalabhängigkeit(Übersprechen)
3.8 Kanallänge
3.9 Monotonie
3.10 Steigung

4. MEDALYST-Bedienungsanleitung
4.1 Überblick
4.2 Erste Schritte
4.3 Die MEDALYST-Bedienung
4.3.1 Überblick über die GUI
4.3.2 Ablaufdiagramm
4.4 MEDALYST-Funktionsreferenz
4.4.1 Registerkarten
4.4.2 Buttons
4.4.3 Weitere Bedienungshilfen
4.4.4 Probleme

5 Fazit
5.1 Vorteile
5.2 Know-How-Gewinn
5.3 Vorschläge für die Weiterentwicklung des Produkts

Abbildungsverzeichnis

Danksagung

Anhang A: Quellcode zu Kanalabhängigkeit(Übersprechen)

Anhang B: Quellcode zu „On Error Resume Next“

0. Executive Summary

Von Prüfständen erzeugte Messdaten können Fehler enthalten, die eine spätere Auswertung erschweren oder sogar ganz verhindern.

Mit der vorliegenden Diplomarbeit wurde durch die Benutzung von DIAdem von National Instruments ein Messdatenanalysetool entwickelt, mit dem Fehler in den Messdaten festgestellt und automatisch oder manuell korrigiert werden können.

Als Ergebnis ist das Me ss da tenana lys e t ool MEDALYST entstanden, um Messdaten fehlerfrei für eine spätere Auswertung zu archivieren.

1. Einleitung

1. 1 Allgemeine Beschreibung der Funktionalität

Problemformulierung:

Von Prüfständen erzeugte Messdaten werden ausgewertet und visualisiert. Dabei kann es vorkommen, dass sich Fehler einschleichen und die Messdaten nicht mehr auswertbar sind. Dies kann mehrere Gründe haben:

- defekte Messtechnik(z.B. Wackelkontakt)
- Fehler bei der Messdatenaufzeichnung(z.B. Softwarefehler)
- Fehler bei der Definition der Messdatenerfassung(z.B. Benutzereingabefehler)

Durch diese Fehler werden Berechnungen erschwert, im schlimmsten Fall ist diese sogar unmöglich. Da es aus Kosten- bzw. Zeitgründen nicht immer möglich ist, eine Prüfung auf dem Prüfstand zu wiederholen, muss eine Lösung gefunden werden, mit der man diese Fehler auch später ausmerzen kann.

Aufgabenstellung der Diplomarbeit:

Die Messdaten sollen nach der Prüfung zunächst unterschiedlichen Analysefunktionen unterworfen und anschließend falls möglich automatisch bzw. manuell korrigiert. Die korrigierten Messdaten sind dann abzuspeichern, um eine Auswertung mit der vorhandenen Auswertesoftware ohne Hindernisse zu ermöglichen

Ziel der Anwendung:

Das Messdatenanalysetool soll das spätere aufwendige Lokalisieren von Fehlern aufgrund fehlerhafter Messdaten verhindern und somit zeitliche Ersparnisse für den User mitbringen. Mit der Messdatenkorrektur können aufwendige und kostenintensive Messwiederholungen verhindert werden, was zu einer Steigerung der Produktivität beim Testen führt.

Technischer Ansatz:

Nach den Möglichkeiten von DIAdem von National Instruments wird MEDALYST an die Berechnungen und Analyseverfahren des bestehenden Formats angelehnt und um weitere Funktionen ergänzt. Die weiteren Funktionen werden mit VB in DIAdem geschrieben.

Diese Applikation soll eine einfache Benutzerführung bei zugleich konsistenten Daten gewährleisten.

Funktionalität von MEDALYST:

Bevor die Messdaten berechnet und ausgewertet werden, sollen sie zuerst analysiert werden. Das Ziel dabei ist, fehlerhafte Daten sofort zu korrigieren und somit nachfolgende und langwierige Suchprozesse zu erübrigen. Diese Plausibilitätsprüfung soll der Anwender an einer Benutzeroberfläche durchführen können. Diese ist in Abb. 1.1 zu sehen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1.1: Messdatenanalysetool mit aktiviertem Reiter „Analyseparameter“

Eine Übersicht der zu implementierenden MEDALYST-Funktionen wird hier aufgelistet:

- Messdaten eines Versuches werden eingeladen
- In einer Matrix werden den ausgewählten Kanälen die entsprechenden Analysefunktionen zugewiesen.
- Ausgewählte Kanäle können in der „Datensichtung“ grafisch visualisiert werden, um den kompletten Kurvenverlauf zu erhalten.
- Der Benutzer kann sich im Fehlerfall für eine von zwei Korrekturvarianten entscheiden:
- Automatische Korrektur
- Manuelle Korrektur
- Nach dem kompletten Ablauf der Analyse/Korrektur kann sich der Benutzer die Log-Datei anschauen.
- In der „Konfiguration“ kann der Benutzer die Software auf seine Bedürfnisse anpassen
- Eine genauere Beschreibung von Kanälen bzw. Kanaleigenschaften bekommt der Anwender in der „Kanalinfo“.
- Im Reiter „Korrekturparameter“ können die nötigen Einstellungen für die Korrektur getätigt werden.
- Unterschiedliche Ampeln repräsentieren verschiedene (Teil-)Ergebnisse und diese Ergebnisse werden durch drei Ampelfarben beschrieben:
- Grün
- Gelb
- Rot
- Die Messdaten werden nicht manipuliert, sondern korrigiert!
- Die Möglichkeit zum Abspeichern der korrigierten Messdaten ist ebenfalls gegeben, um die Messdaten für die weitere Auswertung bereit zu stellen.

MEDALYST Analysetechniken:

Die Messdaten sollen nach der Prüfung den hier aufgeführten Analysefunktionen unterworfen werden:

- Monotonie: Ist ein ausgewählter Kanal monoton steigend?
- Kanallänge: Entspricht die Länge eines ausgewählten Kanals den Vorgaben? Es können z.B. 2 unterschiedlich lange Kanäle für jede Messung vorhanden sein. Vorgabe: Ist ein Kanal genau so lang wie ein bestimmter Kanal
- Steigung: Befindet sich die Steigung in einem vorgegebenen(physikalisch realistischem) Bereich
- Kanalabhängigkeit(z.B. Übersprechen): Bei steigender Drehzahl kann das Moment nicht gleichzeitig sinken
- Ausreißer: Sind Ausreißer oder sogar fehlende Messdaten vorhanden?
- Anfangsbedingung: Festlegen eines Bereichs am Anfang, in dem die Messwerte eine bestimmte Bedingung erfüllen müssen.
- Endbedingung: Festlegen eines Bereichs am Ende, in dem die Messwerte eine bestimmte Bedingung erfüllen müssen.
- NOVALUE – Gesamt: Die Gesamtanzahl der NOVALUES in einem bestimmten Kanal darf nicht überschritten werden.
- NOVALUE – Bereich: Wie viele NOVALUES dürfen maximal hintereinander folgen und welche Anzahl von korrekten Messdaten müssen vor und nach dem NOVALUE-Bereich vorhanden sein.
- Bereichsprüfung: Die Messwerte müssen im kompletten Kurvenverlauf eine bestimmte Bedingung erfüllen
- Die Analysen der einzelnen Kanäle sollen durch AND oder OR verknüpft werden können.

2. DIADEM

In den nachfolgenden Unterkapiteln wird zuerst das Programm „DIAdem“ mit seinen unterschiedlichen Arbeitsbereichen und den internen Berechnungsfunktionen vorgestellt. Danach wird auf das Arbeiten mit Dialogen und auf das Konzept der Menüstruktur eingegangen. Im Kapitel 2.3 wird das DIAdem-Modul „View“ beschrieben, welches ein sehr hilfreiches Tool sowohl zur grafischen als auch zur tabellarischen Betrachtung der Messdaten darstellt und die Kontextfunktionen werden detailliert erläutert. Danach wird erklärt, wie „MEDALYST“ installiert und konfiguriert wird, um Probleme beim Starten zu vermeiden. Abschließend gibt das Kapitel 2.5 Auskunft über die Bewertung von DIAdem.

2.1 Übersicht über DIAdem 10.0

Zunächst ein paar Worte zu DIAdem 10.0: Diese Software ist von National Instruments entwickelt worden. Mit DIAdem kann man Messdaten berechnen, erfassen und visualisieren. Es ist auch ein Dialogeditor und ein Visual Basic-Editor in dem Programm integriert. Hier ist das Hauptmenü von DIAdem zu sehen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1 a): Entwicklerumgebung von DIAdem 10.0

Mit den grundlegendsten Funktionen von DIAdem lassen sich Messdaten-Dateien (*.dat) einladen oder zum Beispiel ASC-Dateien in *.dat-Dateien konvertieren. Dieser Bereich von DIAdem ist das „ Datenportal “ (1.). Im Datenportal hat man Zugriff auf alle Laufwerke des Rechners inklusive aller Netzlaufwerke. Wenn man Daten eingeladen hat, werden diese im Bereich „Interne Daten“ (2.) angezeigt. Dort können auch mehrere Daten-Files abgelegt werden. Sie werden dann in verschiedene Kanalgruppen eingeteilt. Jede Gruppe besteht aus einer beliebigen Anzahl an Kanälen, welche Messwerte darstellen oder Informationen über die jeweiligen Messdaten(z.B. Prüfstand/Prüfverfahren) enthalten. Die Möglichkeit zum Modifizieren der Kanalnamen oder Kopieren der Kanäle besteht natürlich auch.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1 b): View

Der nächste Bereich in DIAdem ist die Sparte „ View “ (3.). Hier kann man sich vor allem 2D oder 3D Diagramme anzeigen lassen. Aber auch Tabellen mit den Kanalwerten betrachten. Dieser Bereich von DIAdem ist vor allem für spätere Debugzwecke sehr sinnvoll, da man hier überprüfen kann, ob die Visual Basic – Scripte die Daten wie gewünscht verändert haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1 c): Analysis

Ein weiterer Bereich von DIAdem ist „ Analysis “ (4.). In diesem Bereich können mit Hilfe des DIAdem eigenen Taschenrechners Werte wie Summe, Minima, Maxima oder Durchschnittswert von Kanälen errechnet und angezeigt oder komplexe Berechnungsformeln auf komplette Kanäle angewandt werden.

Der 5. wichtige Bereich ist der „ Report “ (5.). Hier werden Vorlagen für Berichte angelegt. In diese Vorlagen werden dann die aus der View bekanten Diagramme und Tabellen eingebunden. Zusätzlich können noch Variablen eingebunden werden, die Änderungen in Echtzeit zulassen.

Der letzte Bereich von DIAdem ist der „ Scripteditor “ (6.). Im Scripteditor werden VBS – Scripte (Visual Basic) angelegt, die später vom Programm abgearbeitet werden. Um eine Umgebung zu schaffen, von der aus man diese Scripte und die DIAdem-eigenen Funktionen aufrufen und nutzen kann, wurde zusätzlich zum Scripteditor noch ein Dialogeditor in DIAdem integriert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1 d): Dialogeditor

Man kann Frames (7.) erstellen und mit Textfeldern, Buttons, usw. versehen. So kann eine Oberfläche mit Ober- und Untermenüstruktur erstellt werden, in der der Benutzer (Kunde) dann seine Messdaten einladen und analysieren / korrigieren kann.

DIAdem bietet sehr viele vorgefertigte Funktionen, um mit den Kanälen (Messdaten) zu rechnen. Beispiele für solche Funktionen sind etwa Maxima-, Minimaberechnung oder Flächenberechnungen für x- und y-Kanäle.

Ein Beispiel der Leistungsfähigkeit von DIAdem-eigenen Funktionen, wie z.B. die Kanalmittelung zeigt die Abb 2.1 b) und 2.1.c):

In der Abb. 2.1 c) wird im Bereich „Analysis“ die Kanalmittelungsfunktion ausgewählt. Dafür errechnet DIAdem an bestimmten x-Stellen den Mittelwert der beiden ausgewählten Kurven und erzeugt dabei einen neuen Kanal.

In der Abb. 2.1 b) wurden die Kennwerte für die schwarze und blaue Kurve aus Messkanälen geholt und in einem Graph dargestellt. Die rote Kurve zeigt den gemittelten Kanal der schwarzen und blauen Kurve.

Neben diesem Beispiel gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, die einem DIAdem bietet Kurven zu bearbeiten oder wichtige Informationen sichtbar zu machen. Ein weiteres Beispiel ist das Glätten. DIAdem berechnet den arithmetischen Mittelwert aus dem Kanalwert und seinen Nachbarwerten. Neben diesen zwei Beispielen stellt DIAdem weitere Funktionen auf den Gebieten Basismathematik, Kanalfunktionen, Kurvenberechnung, Signalanalyse, Statistik, 3D-Basisfunktionen, 3D-Arithmetik, Flächen und Crash-Analyse. Hier eine Übersicht der unterschiedlichen Funktionen:

- Basismathematik: Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren, Dividieren, Skalieren, Offset-Korrektur, Kehrwert berechnen, Normieren, Relativieren, Differenzen berechnen, Summieren, Differenzieren, Integrieren, Effektivwert berechnen
- Kanalfunktionen: Numerischen Kanal generieren, Zeitkanal generieren, Numerische Kanäle <--> Waveform-Kanäle, Kanäle mitteln, Kanalwerte sortieren, Peaks suchen, NOVALUES bearbeiten
- Kurvenberechnung: Glätten, Regression berechnen, Approximieren, Nicht-parametrische Splines, Parametrische Splines, Akima-Subsplines, Linear abbilden, Kreisapproximation berechnen, Hüllkurven berechnen
- Signalanalyse: FFT(ein Zeitsignal), Inverse FFT, FFT(zwei Zeitsignale), Digitale Filter, Autokorrelation, Kreuzkorrelation, Frequenzbewertete Beschleunigung, Ordnungsanalyse(Zeitbereich), Ordnungsanalyse(Frequenzbereich)
- Statistik: Deskriptive Statistik, Histogramm-Klassierung, Einzelklassierung, Reduzierende Klassierung, Verbundklassierung, Rainflow-Klassierung
- 3D-Basisfunktion: Teilmatrix bilden, Matrix anfügen, Tripel <--> Matrix, Matrix transponieren, Matrix sortieren
- 3D-Arithmetik: Matrix-Matrix-Operationen, Matrix-Vektor-Operationen, Matrix-Skalar-Operationen, Normieren, Relativieren, Summieren, Integrieren, Extremwerte berechnen
- Flächen: Interpolieren, Approximieren, Höhenlinien berechnen, Hüllkurven berechnen
- Crash-Analyse: Crash-Resultierende, Crash-Filterung, HIC(Head-Injury-Criterion), HPC(Head-Performance-Criterion), x ms(x-Millisekunden), x-g(x-g Beschleunigung), NIC(Neck-Injury-Criterion), NIC Rear Impact, NIJ(Neck-Injury-Criterion), VC(Viscous Criteria), TTI(Thorax-Trauma-Index), FFC(Femur Force Criterion), TI(Tibia-Index), Pulse Limit Berechnung, Acomp(Average Acceleration During Compression Phase), MinMax-Berechnung, ASI(Acceleration Severity Index), THIV(Theoretical Head Impact Velocity), PHD(Post Impact Head Deceleration), OIV(Occupant Impact Velocity), ORA(Occupant Ridedown Acceleration), Weitere Crash-Funktionen

Die Funktionen, die DIAdem dem Benutzer zur Verfügung stellt, sind also sehr vielseitig und auch sehr schnell in der Ausführung.

2.2 Arbeiten mit Dialogen

Dialoge bilden die Schnittstelle zum Benutzer. Der Anwender arbeitet somit nicht mit der Entwicklerumgebung von DIAdem, er sieht eine Menüstruktur, mit der er alle für ihn relevanten Anwendungen ansteuern kann. Dies ist auch deswegen notwendig, weil der Kunde den Quellcode der Scripte nicht sehen sollte. Der Benutzer tut sich einfacher, wenn er nicht die komplette Entwicklerumgebung zu sehen bekommt, sondern nur die Oberfläche mit den für ihn relevanten Aktionen. Diese Dialoge werden im Dialogeditor von DIAdem erst einmal erstellt und dann später aus Scripten heraus oder aus Dialogen selbst geöffnet.

In den Dialogen hat man hierfür zum Beispiel die Möglichkeit einen Button mit der Ereignisprozedur zu versehen, die dann wiederum einen Befehl zum Anzeigen von Diagrammen, Tabellen, anderen Dialogen, usw. enthält. In diesem Projekt verwenden wir Menüvariablen(Abb. 2.2 b)). Das heißt, wenn in einem Dialog ein Button angeklickt wird, wird für jeden Button ein bestimmter Zahlencode vergeben. Im Anschluss wird ein Script gestartet, welcher diesen Code auswertet und dann die entsprechenden Funktionen, Scripte oder Dialoge aufruft(Abbildung 2.2 a)).

Durch diese Art der Menüsteuerung ist es später um ein Vielfaches leichter die Funktionen von Menüs zu überblicken. Alle Ereignisse, die durch Klicken auf Buttons ausgelöst werden, sind somit in einem Script integriert. Also alles auf einen Blick.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.2 a): Menüstruktur VB-Skript

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.2 b): Menüstruktur 1. Button-EventClick()

2.3 DIAdem-Modul „View“

2.3.1 Anzeige der Analyse-Ergebnisse

Jede Analysefunktion wird mit einem Ausschnitt aus dem DIAdem-Modul „View“(Abb. 9) abgeschlossen. Hierbei sind folgende Informationen enthalten:

- (1.): Text
- (2.): Tabellenwerte vom Original- und Korrekturverlauf
- (3.): Gesamter Kurvenverlauf des Original- und Korrekturverlaufs
- (4.): Dynamischer Zoom vom Kurvenverlauf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.3.1: Bsp. DIAdem Modul „View“(=Datensichtung)

Zur Umsetzung der Darstellung der Kanäle als Kurven oder Tabellen mit Texten hat sich das Modul DIAdem-View als sehr nützlich erwiesen.

Auf den Aktionsleisten von DIAdem-View findet man eine Vielzahl vordefinierter Layouts, die man zur Darstellung der Daten verwenden kann. In meiner Diplomarbeit gibt es vier Bereiche, denen unterschiedliche Anzeigetypen zugewiesen sind. Zum einen nimmt ein Text(1.), der Auskunft darüber gibt, wie man die Datensichtung wieder beendet, sehr wenig Platz in Anspruch. Im Bereich (2.), der die gesamte linke Hälfte einnimmt, ist die Tabellendarstellung zu sehen. Hier werden die Kanäle tabellarisch Zeile für Zeile angezeigt. Die rechte Hälfte ist den Graphen zugeteilt und gibt dem Benutzer einen Gesamtüberblick(3.) bzw. Teilabschnitt(4.) über den Kurvenverlauf.

2.3.2 Kontextfunktionen

a) Eigenschaften im Anzeigetyp „Grafik“:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.3.2 a): Bsp. DIAdem Modul „View“(=Datensichtung) mit Kontextmenü

Cursor:

In den beiden 2D-Achsensystemen werden die Daten als Kurve dargestellt. Man kann durch „Cursor“ im Kontextmenü des dazugehörenden Graphen verschiedene Cursorarten auswählen. Als Default-Cursor ist der Bandcursor aktiviert. Band- oder Rahmencursor werden zur Markierung von Bereichen verwendet. Der Unterschied ist, dass der Bandcursor nur zwei vertikale Linien zur Bereichseingrenzung bereitstellt, während der Rahmencursor auch zwei horizontale Linien zur Verfügung stellt, um den y-Abschnitt besser zu zoomen. Der Fadenkreuzcursor ist eine vertikale und horizontale Konstellation, die beim Verschieben immer nur einen bestimmten Punkt von der Kurve rauspickt(kein Bereich)

Welcher Punkt von der Kurve angezeigt wird, hängt von der weiteren Einstellung im Cursor ab. Es gibt folgende Möglichkeiten:

- Kurve: Cursor wird entlang der Kurve positioniert
- Maxima: Cursor wird auf lokale Maxima positioniert
- Minima: Cursor wird auf lokale Minima positioniert
- Frei: Cursor bewegt sich beliebig

Zoom im Cursorbereich:

Im Kontextmenü „Zoom im Cursorbereich“ kann man festlegen, ob man den vom Cursor eingeschlossenen Bereich statisch oder dynamisch zoomt. In unserem Fall ist die untere Grafik(4.) der dynamische Zoom von der oberen Grafik(3.). Die Position des Cursors wird in der oberen Grafik(3.) vom Benutzer bestimmt und in der unteren(4.) interaktiv aktualisiert.

Koordinaten anzeigen:

DIAdem-View bietet dem User die Möglichkeit, die x- und y-Werte des Cursors im Koordinatenfenster anzuzeigen. Dazu muss man im Kontextmenü „Koordinaten anzeigen“ aktivieren.

Eigenschaftsauswahl:

DIAdem zeigt neben jedem 2D-Achsensystem eine Legende an. In der „ Eigenschaftsauswahl“ im Kontextmenü einer Legende kann man die anzuzeigenden Eigenschaften bestimmen. Die Größe des Legendenbereichs lässt sich dadurch verändern, indem der linke Rand mit gedrückter Maustaste bewegt wird. Es können Leitkurven gesetzt werden, um zu bestimmen, auf welcher Kurve sich der Kurvencursor bewegt. Eine Leitkurve wird bestimmt, indem in der Legende das farbige Kästchen der gewünschten Kurve angeklickt wird.

Systeme:

Durch die Funktion „ Systeme“ im Kontextmenü können mehrere Kurven in einem oder mehreren Achsensystemen mit absoluten oder prozentualen Werten dargestellt werden.

Darstellung:

Mit der „Darstellung“ im Kontextmenü wird bestimmt, welche Daten DIAdem als Kurve darstellt und wie DIAdem diese Daten darstellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.3.2 b): Kontextfunktion „Darstellung“

Flags:

Mit „Flags“ im Kontextmenü werden einzelne Punkte oder Bereiche markiert. Die markierten Bereiche können über die entsprechenden Symbole in der Befehlsleiste gelöscht oder interpoliert werden. Im Menü „Einstellungen»Optionen»Flag-Parameter“ wird festgelegt, welche Aktion DIAdem ausführt, wenn Symbole angeklickt werden.

b) Eigenschaften im Anzeigetyp „Tabelle“:

Eigenschaftsauswahl:

Über „Eigenschaftsauswahl“ im Kontextmenü wird bestimmt, welche Eigenschaften DIAdem in der Kanalüberschrift darstellt.

Darstellung:

„Darstellung“ im Kontextmenü bestimmt, welche Daten DIAdem als Tabelle darstellt und wie DIAdem diese Daten darstellt.

Tabelleneinstellungen:

„Tabelleneinstellungen“ erlauben das Verändern des Aussehens der Spalteneinträge.

Blockoperationen:

Die Verwendung von Blockoperationen im Kontextmenü ermöglicht in einer Kanaltabelle Blockoperationen durchzuführen, beispielsweise um Datenblöcke zu kopieren oder einzufügen.

Block markieren:

Über „Block markieren“ im Kontextmenü wird ein Block einer Kanaltabelle markiert.

Gehe zu:

Jede Tabellenspalte kann auch einzeln bearbeitet werden. Über „Gehe zu“ im Kontextmenü wird der Cursor an einer bestimmten Stelle der Kanaltabelle positioniert.

Gehe zu»Zeile:

Mit „Gehe zu»Zeile“ im Kontextmenü positioniert man den Cursor in einer bestimmten Zeile der aktuellen Tabellenspalte.

Gehe zu»Cursorposition:

Die Verwendung von „Gehe zu»Cursorposition“ im Kontextmenü positioniert den Cursor auf die Tabellenspalte, die der Cursorposition des aktuellen Kurven-Cursors, Maxima-Cursors oder Minima-Cursors entspricht.

2.4 Installation und Konfiguration des Messdatenanalysetools

Installation:

Auf der mitgelieferten CD sind folgende Programme vorhanden:

- 30-tägige Testversion von „DIAdem 10.0“
- Messdatenanalysetool „MEDALYST“
- Diplomarbeit in PDF-Format

Installation von DIADEM:

Zuerst muss die Installation von DIAdem durch Doppelklick auf Setup.exe im Verzeichnis „D:\German\DIAdem“ angestoßen werden(D: steht in diesem Fall für das CD-ROM-Laufwerk). Folgen Sie den Anweisungen am Bildschirm. DIAdem wird in das Verzeichnis „C:\Programme\National Instruments\DIAdem 10.0„ installiert.

Installation von MEDALYST:

Nach der Installation von DIAdem ist das Verzeichnis „D:\MEDALYST“ mit seinen Unterverzeichnissen von der CD auf das Laufwerk C: zu übertragen nach: "C:\MEDALYST"

Starten der Anwendung:

Durch Doppelklick auf die Datei „DIAdem Analyse.lnk“ im Verzeichnis „C:\MEDALYST\Analyse\DIADEM_V10“ wird DIAdem mit den notwendigen Parametern für das Messdatenanalysetool gestartet.

Hinweis: Falls das Standardinstallationsverzeichnis nicht „C:\Programme\...“ ist, müssen ggf. die Eigenschaften der Datei „DIAdem Analyse.lnk“ angepasst werden.

2.5 Bewertung von DIAdem

Von Vorteil ist das in DIAdem integrierte Modul „VIEW“. Dieses Modul nimmt dem Programmierer viel Arbeit ab, weil es viele Funktionen bereitstellt. Das Parametrieren der Anzeigen wie z.B. die Kurvenfarbe lässt sich leicht im Code selbst oder per Makro definieren.

Der nächste Vorteil ist die Funktion „Aufzeichnungsmodus aktivieren“. Im Bereich „Skript“ kann durch den Klick auf diesen Button ein Makro gestartet werden, der jede Handlung des Programmierers aufzeichnet und in Code umwandelt. Zum Schluss lässt sich der Code noch falls nötig auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Der Nachteil des Editors ist der schlechte Debugger und Interpreter. Einerseits ist es von Vorteil, Variablen nicht deklarieren zu müssen. Andererseits ist es sehr zeitraubend, wenn ein Fehler in einem Script nicht gefunden werden kann, weil eine Variable falsch geschrieben wurde. DIAdem sieht dies aber nicht als Fehler an und rechnet dann mit der nicht deklarierten Variable ohne Fehlermeldung weiter. Dies erschwert die Entdeckung des Fehlers, da man im eigenen Code schlecht Tippfehler findet.

Ein weiterer Minuspunkt ist der Debugger in DIAdem. Er funktioniert zwar ganz ordentlich solange man nur die einzelnen Scripte aus dem Scripteditor startet. Aber sobald man einige Dialoge erstellt hat und Scriptfunktionen aus den Dialog heraus aufruft, werden Debugmittel wie Breakpoints einfach ignoriert. Man kann also in einem Dialog (das eigentliche Programm, das später beim Kunden läuft) nicht schrittweise durch den Code gehen, um Fehler zu lokalisieren. In solchen Fällen muss man auf alte Methoden wie Debugprints auf Messageboxen zurückgreifen, was sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.

3. Beschreibung des Messdaten-Analysetools MEDALYST

In den nachfolgenden Unterkapiteln wird jede Analysefunktion detailliert beschrieben. Dabei wird zunächst auf den Algorithmus zum Analysieren eingegangen und anschließend erläutert, welche Eingaben der Benutzer in der GUI des Programms tätigen muss, um eine korrekte Analyse durchzuführen. Hinzu wird das Korrekturverfahren Schritt für Schritt erklärt und zuletzt wird auf die notwendigen Korrektureingaben eingegangen.

Dabei ist zu erwähnen, dass der Tabellenausschnitt stets auf den relevanten Bereich zeigt, d.h. wo die Korrektur vollzogen wird. Dies gilt genauso für den dynamischen Zoom vom Kurvenverlauf.

In den Abbildungen 3.1 bis 3.9 handelt es sich bei der grünen Kurve immer um die Originalkurve und die rote Kurve ist die Ergebniskurve, die sich aus der Korrektur ergibt. Diese wird zum großen Teil von der grünen Kurve überdeckt!

Voraussetzung für die Anzeige:

Welche Kanäle nun in der Datensichtung angezeigt werden, hängt einerseits von der im Hauptmenü im Reiter „Analyseparameter“ ausgewählten Kanälen im DDM „Kanal“ gekoppelt mit der aktivierten Checkbox „DS“ ab und andererseits von der Konfigurationseinstellung. Auf diese Einstellung im Reiter „Konfiguration“ möchte ich im Kapitel „Einstellungen im Reiter Konfiguration“ eingehen. Zu jedem Kanal wird mindestens eine Tabellenspalte/Grafik angezeigt und maximal 4. Es ist davon abhängig, ob ein Kanal auch in den anderen Kanalgruppen „Geglaettet“, „Automatisch“ oder „Manuell“ vorhanden ist, in anderen Worten, ob dieser Kanal geglättet, automatisch korrigiert oder manuell korrigiert worden ist. Die Originalspalte wird in jedem Fall angezeigt.

Y-Achsen-Skalierung

Die y-Achsen-Skalierung wird wie folgt geregelt: Wenn nur ein Kanal zur Datensichtung ausgewählt wurde, wird dieser auf der y-Achse physikalisch angezeigt, d.h. der unterste Punkt ist 0, der oberste hat den maximalen Wert! Es handelt sich hierbei um das „1 System [physikalisch]“, die werden also absolut bzw. physikalisch angezeigt.

Ganz anders ist es bei zwei oder mehr zur Datensichtung bestimmten Kanälen. Hier wird die Skalierung der y-Achse auf Prozent gelegt, d.h. der unterste Wert hat 0%, der oberste 100%! Dies ist auch notwendig, weil sonst ein Kanal mit einem sehr kleinen Maximum in der Grafik in der Nähe der X-Achse angezeigt wird oder sogar auf der X-Achse liegen würde, weil der andere Kanal ein sehr hohes Maximum besitzt. Bei der prozentuellen Skalierung besitzt jeder Kanal als 100%-Marke sein eigenes Maximum. Dadurch ist eine problemlose Darstellung möglich!

[...]

Ende der Leseprobe aus 84 Seiten

Details

Titel
Software zur Messdatenanalyse
Hochschule
Fachhochschule Regensburg  (Informatik/Mathematik)
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
84
Katalognummer
V77855
ISBN (eBook)
9783638784535
Dateigröße
8053 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Analyse ohne Sekundärliteratur.
Schlagworte
Software, Messdatenanalyse
Arbeit zitieren
Thomas Bloch (Autor), 2007, Software zur Messdatenanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77855

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