"Vollends Individualpsychologie ist eine künstlerische Leistung". Schnitzler und Adler in Abgrenzung zu Freud


Hausarbeit, 1996

58 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

I. Methodische Vorüberlegungen

II. Schnitzler und Freud
1. Doppelgänger
1.1 Das sexuelle Moment
1.2 Infantile Determinanten
1.3 Traumdeutung, „Herrschaft des Unbewußten“ und ihre literarische Realisierung
2. Einzelgänger
2.1 Der Primat des Mittelbewusstseins
2.2 Individualität vor Systematik

III. Schnitzler und Adler
1. Adler in Abgrenzung zu Freud
1.1 Individualpsychologie versus Triebpsychologie
1.2 „Wissenschaftliches System“ versus „künstlerische Leistung“
2. Anatol oder die Hypostasierung des nervösen Charakters
2.1 Der Trieb nach Macht
2.1.1 Aristokratie des Gefühls
2.1.2 Die Macht der Erkenntnis: Dialektik von Illusion und Desillusion
2.1.3 Die Statik der Krisis
2.2 „Kernlosigkeit“
2.3 Flucht in die Gegenwartslosigkeit
3. Fräulein Else oder die Hypostasierung des Willens zur Macht
3.1 Machtstreben und Sinnlichkeit
3.1.1 „Prädestinationsgefühl“
3.2 Abwehr und Frustration
3.3 Neurose und Krisis
3.3.1 Narzissmus und Misanthropie
3.3.2 Exhibitionismus und Sensationslust
3.3.3 Entgrenzung und Identitätsverlust
3.3.4. Flucht in den Tod
4. Flucht in die Finsternis oder die Hypostasierung des Willens zur Ohnmacht
4.1 Isolation und Spaltung des Bewusstseins
4.2 Dissoziation und Dämonisierung der Wirklichkeit
4.3 „Flucht aus Verantwortung“ als „Flucht in die Krankheit“

IV. Ausblick: Schnitzler und Nietzsche
1. Denken und System
2. System und Sprache

Bibliographie

Quellen

Forschungsliteratur

I. Methodische Vorüberlegungen

„Des Kritikers erste Frage müßte sein: Was hast du mir zu sagen, Werk -? Aber das kümmert ihn im allgemeinen wenig. Seine erste Regung ist vielmehr: Nun, Werk, gib acht, was ich dir zu sagen habe!“[1].

Was Schnitzler hier über den Kritiker bemerkt, gilt bisweilen wohl auch für den Wissenschaftler. Zumal eine so eng dimensionierte Deutung wie die psychoanalytische läuft Gefahr, gleichsam a priori aus dem hermeneutischen Zirkel auszubrechen, indem sie den interpretatorischen Gegenstand nach dem jeweiligen Methodeninteresse funktionalisiert.

Wolfgang Nehring warnt im Rahmen seiner Untersuchung ‚Schnitzler, Freud’s Alter Ego?’ vor einer derart einseitigen Fixierung:

“A psychoanalyst knows about specific functions and principles of the human soul and has a tendency to rediscover these principles in a work of art. The poet, however, may have left a situation ambigious, oscillating between different possibilities and explanations.”[2].

Wenn hier der Versuch unternommen werden soll, partielle Analogien im Werk von Adler und Schnitzler zu beleuchten, so unter ebendieser Prämisse: der Ambivalenz Schnitzlerscher Texte im allgemeinen - und ihrer variablen Behandlung des psychologischen Moments im besonderen. Dass Freud nicht als ausschließlicher Quellenlieferant gelten kann, hat die umfangreiche Forschung zum Verhältnis der vermeintlichen „Doppelgänger“ erwiesen[3]. Vom Apostaten Alfred Adler kann dies freilich noch weniger behauptet werden, und das Ziel vorliegender Untersuchung ist so auch keine „Einflußforschung im engeren Sinne“,[4] sondern die Prüfung integrativer Deutungskonzepte auf der Grundlage einer Affinität, nicht etwa eines Doppelgängertums. Ausgangspunkt sollen dabei die freudbezogenen Interpretationen sein mit dem Ziel, den Ansatz Adlers genau dort einzubeziehen zu können, wo Schnitzlers Texte der Triebpsychologie keinen Zugang bieten.

II. Schnitzler und Freud

1. Doppelgänger

„Jahrhunderte vor dem Aufkommen der Psychoanalyse [...] gab es neben der herkömmlichen Psychologie eine andere, worin fundamentale Ergebnisse der Psychoanalyse vorweggenommen sind: die Psychologie der Dichter.“[5].

Diese waren, so Freud selbst, „jederzeit [...] Vorläufer der Wissenschaft und so auch der wissenschaftlichen Psychologie“.[6]

Grundlegende Überlegungen zu einer möglichen Antizipation Freuds durch Schnitzler finden sich in Frederick Behariells Untersuchung ‚Schnitzler: Freud’s Doppelgänger’ aus dem Jahre 1967.[7] Wenn Behariell zu dem Ergebnis kommt, „daß Schnitzlers Schriften schon vor 1894[8] alle die Überzeugungen und Erkenntnisse aufweisen, die in seinen späteren Werken als offensichtlich von Freud beeinflußt betrachtet worden sind“,[9] so bewegt er sich in einer bereits von Schnitzlers Zeitgenossen etablierten Deutungstradition.[10] Die von Behariell genannten Kongruenzen sollen im folgenden paradigmatisch beleuchtet werden. Es sind dies:

„die verborgenen Tiefen der Persönlichkeit, die verschiedenen Ebenen des Bewußtseins, die Herrschaft des Unbewußten über das Bewußte, Zweifel an der Willensfreiheit, das Wissen um die Bedeutung der Träume, der ungeheure Einfluß der Kindheitserlebnisse auf die Entwicklung und die psychologische Bedeutung sexueller Eindrücke.“[11]

1.1 Das sexuelle Moment

Schnitzlers Erzählung „Der Empfindsame“ (1895) wertet Behariell - und hier hat sich die ganze spätere Forschung angeschlossen - als Beleg für die „sexuelle Ätiologie der Neurose.“[12]. Im Zentrum dieser Erzählung steht nicht der „Empfindsame“, sondern seine Geliebte: eine junge Sängerin, deren Karriere durch plötzlichen Stimmverlust bedroht scheint, bis der vierundzwanzigste Arzt, den sie aufsucht, ihr schließlich den Rat erteilt, sich einen Liebhaber zu nehmen. Zwar wird sie durch die Befolgung dieses Rates geheilt, doch der empfindsame Geliebte flüchtet sich nach der Eröffnung des Sachverhalts in den Selbstmord.

Die „funktionelle Aphonie“,[13] die hier literarisiert wird, präsentiert sich dabei in der Tat als Symptom eines defizitären Sexuallebens und verweist auf Freuds Abhandlung „Die ‚kulturelle’ Sexualmoral und die moderne Nervosität.“[14]

Das Phänomen einer sich beständig steigernden Sensibilität und Suggestibilität bei gleichzeitiger emotionaler Leere ist bei Freud nur die Diagnose, nicht zugleich die Anamnese der modernen Nervosität. Zweifellos:

„Das Leben in den großen Städten ist immer raffinierter und unruhiger geworden. Die erschlafften Nerven suchen ihre Erholung in gesteigerten Reizen, in stark gewürzten Genüssen, um dadurch noch mehr zu ermüden.“[15].

Es gilt aber, so Freud, nach den Gründen dieser dekadenten Lebensform selbst zu suchen: nach dem eigentlichen „ätiologisch wirksamen Momente“,[16] und diese Suche führt ihn zu folgendem Ergebnis:

„Sieht man von den unbestimmten Arten, ‚nervös’ zu sein, ab und faßt die eigentlichen Formen des nervösen Krankseins ins Auge, so reduziert sich der schädigende Einfluß der Kultur im wesentlichen auf die schädliche Unterdrückung des Sexuallebens der Kulturvölker [...] durch die bei ihnen „herrschende ‚kulturelle’ Sexualmoral““[17].

Diese basiere im Wesentlichen auf der unausgesprochen idealisierten „Sublimierung“ als der Vertauschung des Triebziels „gegen ein anderes, nicht mehr sexuelles, aber psychisch [...] verwandtes“.[18] Auf diese Weise stelle der Sexualtrieb „der Kulturarbeit außerordentlich große Kraftmengen zur Verfügung, und dies infolge der bei ihm besonders ausgeprägten Eigentümlichkeit, sein Ziel verschieben zu können, ohne wesentlich an Identität abzunehmen“,[19] so dass die Erhöhung des Lustgewinns auch „aus den Quellen psychischer und intellektueller Arbeit“ gewonnen werden kann, etwa aus der „Freude des Künstlers am Schaffen, an der Verkörperung seiner Phantasiegebilde.“[20]

Diese „Libidoverschiebungen“[21] zugunsten ästhetischer Verfeinerung beschreibt Peter Altenberg in einem Brief an Schnitzler aus dem Jahre 1895 - dem Jahr der Veröffentlichung von „Der Empfindsame“ - wie folgt:

„Glauben Sie mir, Dr. Arthur, wir Armen sind wie gewisse Kranke. Gewisse Organe verfeinern sich, erhöhen ihre Leistungsfähigkeiten, um den Ausfall anderer zu decken. So ist es auch mit der Potenz in jeder Form. Ökonomische Kräfte, sexuelle Kräfte, werden durch erhöhte ausgeglichen. Das Gehirn übernimmt gleichsam ihre Aufgaben, macht sich die Verkümmerung zu nutze.“[22]

Ebendiese Sublimierungspraxis kann indes - nach Freud - zu neurotischer Überreizung führen, ist folglich potentiell pathologischen Charakters:

„Ein gewisses Maß direkter sexueller Befriedigung scheint für die allermeisten Organisationen unerläßlich, und die Versagung dieses individuell variablen Maßes straft sich durch Erscheinungen, die wir infolge ihrer Funktionsschädlichkeit [...] zum Kranksein rechnen müssen.“[23]

In Schnitzlers ‚Aphorismen und Betrachtungen’ findet sich Vergleichbares:

„Dreifach vermagst du gegen dich selbst zu sündigen: gegen deine Natur, gegen deine Seele, gegen deinen Geist. Niemals bleibt die Strafe aus. Und am unerbittlichsten rächt sich die Natur.“[24]

1.2 Infantile Determinanten

Der in bezug auf die kulturelle Sexualmoral bekundete phylogenetische Determinismus hat sein ontogenetisches Äquivalent in Freuds Explikation neurotischer Verfasstheiten über die frühkindliche Libidoorganisation. Voraussetzung beider Paradigmen ist das entwicklungspsychologische Theorem, jeder aktuelle Zustand habe sein Pendant in der Vergangenheit und lasse sich aus diesem herleiten, so dass, wie der Umkehrschluss lauten muss,

„im Seelenleben nichts, was einmal gebildet wurde, untergehen kann, [...] alles irgendwie erhalten bleibt, und unter geeigneten Umständen, zum Beispiel durch eine so weit reichende Regression wieder zum Vorschein gebracht werden kann.“[25]

Freud nimmt also in der Tat einen „ungeheure[n] Einfluß der Kindheitserlebnisse auf die Entwicklung“[26] an. Ob dies aber in gleichem Maße für Schnitzler gelten kann, bleibt zu hinterfragen. Behariell beruft sich hier auf die frühe Erzählung „Der Sohn“ (1892) und verweist auf folgende Belegstelle:

„Bleiben uns selbst von den ersten Stunden unseres Daseins verwischte Erinnerungen zurück, die wir nicht mehr deuten können und die doch nicht spurlos verschwinden [...]? Und wenn der erste Blick der Mutter uns mit unendlicher Liebe umfängt, schimmert es nicht in den blauen Kinderaugen süß und unvergeßlich wieder? — — Wenn aber dieser erste Blick ein Blick der Verzweiflung und des Hasses ist, glüht er nicht mit zerstörender Macht in jene Kinderseele hinein, die ja tausenderlei Eindrücke aufnimmt, lange bevor sie dieselben zu enträtseln vermag?“.[27]

Die Analogie ist unübersehbar, allerdings versäumt Behariell zu erwähnen, dass Freud den „ungeheure[n] Einfluß der Kindheitserlebnisse“ fast ausschließlich an die infantile Sexualität koppelt[28] - eine Methode, der Schnitzler seinerseits mit äußerster Skepsis begegnet. Bei Schnitzler nämlich sind genetische Dispositionen, sofern sie überhaupt ins Blickfeld rücken, stets an ein individuelles Schicksal gekoppelt; gesetzmäßige Gültigkeit im Sinne Freuds aber kommt ihnen nicht zu.

1.3 Traumdeutung, „Herrschaft des Unbewußten“ und ihre literarische Realisierung

Von allgemeinerer Relevanz scheint in den Augen Schnitzlers die „Traumdeutung“ (1900) zu sein. Behariell sieht in der erst postum veröffentlichten Erzählung „Frühlingsnacht im Seziersaal“ (1880) eine Antizipation der Freudschen These, dass verdrängte Wünsche im Traum ihre Erfüllung fänden, und die in diesem Zusammenhang einschlägige Forschung von Urban (1974) über Nehring (1977) zu Thomé (1984) und Perlmann (1988) ist ihm hierin gefolgt[29]. Dasselbe gilt für das Drama „Der Schleier der Béatrice“ (1899) mit der vielzitierten Passage

"Doch Träume sind Begierden ohne Mut,

Sind freche Wünsche, die das Licht des Tags

Zurückjagt in die Winkel unsrer Seele,

Daraus sie erst bei Nacht zu kriechen wagen.“[30]

In den „Aphorismen und Betrachtungen“ heißt es analog über das Unbewußte:

„Manche seelischen Erlebnisse gehen beinahe durchaus im Unterbewußtsein vor sich; zeitweise nur, gleich Tauchern, steigen sie zur Oberfläche herauf, sehen sich verwundert rings im Lichte des Bewußtseins um, tauchen wieder hinab und verschwinden für immer.“[31]

Interessant ist, dass Schnitzler in beiden Fällen eine Zwischeninstanz einschiebt - das „Licht des Tags“ b.z.w. das „Licht[e] des Bewußtseins“ -, die als Agens der Verdrängung zu fungieren scheint: Was nicht ins Bewusstsein gelangt, kann auch nicht ins Unterbewusste verdrängt werden.

Wenn sich das Unbewusste aus zwei Komponenten zusammensetzt: „dem, was niemals bewußt war - die psychischen Repräsentanten des Es [...] - und dem, was zuvor bewußt war, aber in der Folge verdrängt wurde“,[32] so würde Schnitzler den Schwerpunkt wohl auf das ehemals bewusste Unbewusste legen, während Freud dem Unbewussten an sich das Wort reden würde, das sich jedem reflexiven Zugriff entzieht:

„Freuds Seelenprovinz des Ich ist beherrscht von Triebkräften, die als psychische Erregungsgrößen nach ihrer unmittelbaren Abfuhr drängen, d. h. sie arbeiten nach dem Prinzip von Reiz und Reaktion ohne Zwischenschaltung einer Denktätigkeit. Die Erregung wird von der Person als unmittelbarer gegenwärtiger Zustand erfahren, der seinen Spannungsausgleich durch die spontane Abfuhr der Erregungsqualitäten sucht.“[33]

Der Totalität des Unbewußten korrespondiert hier der Determinismus der Triebpsychologie: die genetische Unbedingtheit des analytischen Modells. Inwiefern sich Schnitzlers bewusst synthetisch angelegter Begriff des Mittelbewusstseins hiervon distanziert, wird noch zu zeigen sein.

Immerhin erscheint es fragwürdig, Schnitzlers Methode der erlebten Rede und des inneren Monologs eine „technisch-künstlerische Verkörperung des Bewußtseinszustandes seiner eingekapselten Figuren“ zu nennen und sie im selben Atemzug als „das literarische Äquivalent der therapeutischen Methode der Freudschen Psychoanalyse“ zu klassifizieren.[34] Freilich, auch Freud gründet seine Therapie - zumindest nach der Überwindung der hypnotischen Anfangsphase - auf den „Bewußtseinszustand[es] des Patienten“; die Analyse des Bewusstseinsmaterials, wie es im therapeutischen Gespräch gewonnen wird, soll das „Licht des Tages“ aber gerade ausblenden. In inneren Monologen wie ‚Leutnant Gustl’ und ‚Fräulein Else’ ist „das Bewußtsein selbst zur Erzählstimme geworden“,[35] in der Psychoanalyse Freuds dagegen soll das Unbewusste als solches zu Wort kommen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Reihung „von Stimmungen, Bildern, Gedankenassoziationen“,[36] wie sie der innere Monolog praktiziert, nicht auch Blicke hinter die Bewusstseinskulissen werfen kann - zumal im Falle Gustls. Hierfür ist jedoch eine bewusste Komposition erforderlich, die mit dem „scheinbare[n] Chaos“ freier Assoziation nichts gemein hat[37].

Die „Ideenassoziationen“ des stream of consciousness,[38] von denen Schnitzler in den „Aphorismen und Betrachtungen“ handelt, sind mit der „assoziativen Hermeneutik“ Freuds[39] also nur bedingt vergleichbar - nicht zuletzt deshalb, weil die therapeutisch-kathartische Wirkung, wie sie dem psychoanalytischen Diskurs idealiter eignen soll, bei Schnitzler nicht einmal intendiert wird. Zwar ist, wie Wolfgang Nehring es formuliert, die literarische Umsetzung der freien Assoziation „applied to depict in the most direct way the character with all its strenghts and weaknesses, with all its spontaneous drives and its dependencies on social conditions“,[40] doch gelangt allenfalls der Leser zu einer solchen Einsicht; dem als Erzählinstanz fungierenden Bewusstsein selbst bleibt sie verschlossen.

2. Einzelgänger

2.1 Der Primat des Mittelbewusstseins

Während Leutnant Gustl, einem „zwanghaften psychischen Automatismus“ folgend, vom Strom seines Bewusstseins nahezu unbeteiligt mitgerissen wird, erweist sich an Else, einem hochgradig reflexiven, geistig übersensibilisierten Typus, daß „die Flucht aus der Realität für Schnitzler ein bewußtseinsfähiger Vorgang“[41] ist.

„Warum so nah, du Schuft? Ich will deinen Atem nicht auf meinen Wangen. Warum lasse ich ihn nicht einfach stehen? Bannt mich sein Blick? [...]. Ich möchte ihm Schuft sagen, aber ich kann nicht. Oder will ich nicht?“[42].

Der geheimnisvolle Bann, der Else hier fesselt, geht in Wahrheit von ihr selbst aus: Es sind ihre eigenen „Begierden ohne Mut“ (a.a.O.), die in der Begegnung mit Dorsday ihre Wirkung erproben - und was das Bemerkenswerte ist: Else selbst ahnt dies: „Aber ich kann nicht. Oder will ich nicht?“, fragt sie sich. Zwar wird diese Ahnung noch im selben Moment unterdrückt und durch einen betont abweisenden Blick kompensiert, doch wird deutlich, dass hier, auf der Ebene des Mittelbewusstseins, die Abwehr mehr ist als ein unbewusster Reflex: Verdrängung offenbart sich hier als ein zumindest potentiell bewusstseinsimmanenter Mechanismus.

Claudia Roosen erläutert die Komplexität des Mittelbewußtseins folgendermaßen:

„Nach Schnitzlers Darstellung verdient das Mittelbewußtsein besondere Aufmerksamkeit, weil es Elemente des Über-Ichs und des Es vereint und als Verdrängungsinstanz häufiger frequentiert wird als das Unterbewußtsein. Zu betonen sei dabei das Fließen der drei Instanzen, was die Statik der Begriffe in der Psychoanalyse unterschlage.“[43]

So manifestiert sich das Mittelbewußtsein als der „Ort der künstlerischen Arbeit“[44] - eine Prävalenz vor dem Unbewussten, die unter anderem aus Schnitzlers Skepsis gegenüber vorschnellem Schematismus resultiert, wie bei Roosen angedeutet. In den „Aphorismen und Betrachtungen“ schreibt Schnitzler:

„Hüte dich davor, dich mit Leuten in Diskussionen einzulassen, die allzu rasch mit Gegengründen aus dem Bereich des Metaphysischen und des Unbewußten bei der Hand sind. Es sind Feiglinge des Gedankens, die [...] sich in die Büsche der Unverantwortlichkeit zu schlagen vorziehen.“[45].

2.2 Individualität vor Systematik

Schnitzler, so viel kann für gewiss gelten, „was very suspicious of thinking in established systems.“[46] So schienen „nicht nur seiner Intuition [...], sondern auch seinem naturwissenschaftlichen Verstand [...] die Grenzen des freudianischen Denksystems zu eng gezogen“[47] zu sein. Dies gilt, wie bereits erwähnt, insbesondere für die „genetische Argumentationsweise“ Freuds[48]: für seine Herleitung der Psychologie des Erwachsenen aus „dem primärem Narzißmus des Säuglings“.[49]

Werden nun die Entwicklungsstufen der infantilen Sexualität aus der Ätiologie ausgeklammert,

„so verschiebt sich diese ganze auf die Betrachtung des Verhältnisses der Erwachsenen zu seiner Lebenswelt. Von der „Logik der Sache“ her wird Schnitzler durch seine Skepsis gegen Heredität und infantile Sexualität zwangsläufig in die Nähe der Revisionen der Psychoanalyse geführt, wie sie Alfred Adler und C. G. Jung vorgeschlagen haben [...], [welche] die Neurose nahezu allein mit dem Versagen des Erwachsenen vor seinen realen Lebensaufgaben“ begründen.[50]

Dabei wenden die Freud-Schüler den Blick vom Absolutheitsanspruch des Systems auf die Relativität des jeweiligen Bezugs-Systems, vom allgemeinen Trieb auf das partikulare Individuum. Auch Schnitzler „concentrates his interest on individuals“[51] - häufig unter besonderer Berücksichtigung des sozialen Moments, wie auch die Individualpsychologie die „realen Lebensaufgaben“ aus ihrer gesellschaftlichen Dimension heraus begreift. Freud hingegen

“generalizes his observations into general laws. He does not seek the explanation of an individual’s problem, he wants rather to understand the nature of neurosis [...] as such. He reflects little on the specific social and cultural conditions under which a phenomenon develops.”[52]

Nehring kontrastiert hier allzu schematisch und übergeht, dass sich Freud, wie dargestellt wurde, in seiner Spätphase mit kulturphilosophischen Fragen eingehend auseinandergesetzt hat. Innerhalb dieser etwas undifferenzierten Gegenüberstellung ist aber richtig, dass für Schnitzler das integrativ-gesellschaftliche Moment von ungleich größerer Bedeutung ist: Liest man seine Dramen - etwa ‚Leutnant Gustl’ – „as pure psychological studies without regard for their social conditions, they lose all stringency. Schnitzler is the diagnosing physician feeling the pulse of society.”[53]

Für seine Freud-Rezeption hat dies zur Folge, daß postulierte Prinzipien wie die genetische Bedingtheit von Schnitzler stets am Einzelfall überprüft werden, um so - möglicherweise – tatsächlich zur Gültigkeit zu gelangen:

„Gerade dadurch, daß die Psychoanlyse ihre Theorien, zum Beispiel Oedipuskomplex, verallgemeinert, verringert sie deren Bedeutung [...]. Nur als Degenerationserscheinung hat der Oedipuskomplex eine psychologische Bedeutung“,[54]

wie Schnitzler seinen Vorbehalt formuliert. Sind die Doppelgänger am Ende also doch Einzelgänger?

Bei Tarnowski-Seidel heißt es summarisch:

„Versucht man Schnitzlers Verhältnis zur Psychoanalyse in knappen Worten zu fassen, so muß man zu dem Schluß kommen, daß trotz intensiver und kontinuierlicher Auseinandersetzung, die innerhalb des Jungen Wien ihresgleichen nicht kennt, der Einfluß der Psychoanalyse gering ist.“[55]

Mit Bezug auf den legendären Doppelgänger-Brief könnte man dann zu folgendem Ergebnis kommen: „If Sigmund Freud praises Schnitzler in his analytical letter his skepticism, this very scepticism includes Schnitzler’s reservations toward psychoanalysis.“[56]

III. Schnitzler und Adler

1. Adler in Abgrenzung zu Freud

Adlers Wendung von der Trieb- zur Individualpsychologie vollzieht sich innerhalb eines bis heute bedeutsamen Paradigmenwechsels.

War noch für Freud erklärtes Ziel, „eine naturwissenschaftliche Psychologie“ zu liefern, „psychische Vorgänge [...] als quantitativ bestimmte Zustände aufzeigbarer materieller Teile“ darzustellen[57], so stellt Adler den apodiktischen Objektivitätsanspruch, die Unbedingtheit vermeintlich empiristischer Befunde zunehmend in Frage.

Nicht um das statische Sein oder Gewordensein einer Neurose ist es ihm zu tun, sondern um die Dynamik ihres Werdens: An die Stelle der genetischen rückt die finale Ätiologie, die im teleologischen Charakter der Neurose ihre eigentliche Ursache sieht: ihren Selbstzweck. Da dieser als der Fluchtpunkt jeder psychopathologischen Entwicklung angesehen wird, verlagert sich der Primat vom ‚Woher’ auf das ‚Wohin’,[58] von der Macht des Triebs auf den Trieb zur Macht.

1.1 Individualpsychologie versus Triebpsychologie

In Adlers Hauptschrift „Über den nervösen Charakter“ werden infantile Daten nicht mehr als Konstituens gewertet, sondern als Verweis auf selbstgeschaffene Finalität:

„Wo immer man mit der Analyse psychogener Krankheitszustände ansetzt, drängt sich nach kürzester Beobachtung ein und dieselbe Erscheinung vor: daß das ganze Bild der Neurose ebenso wie alle ihre Symptome von einem fingierten Endzweck aus beeinflußt, ja entworfen sind. Dieser Endzweck hat also eine bildende, richtungsgebende, arrangierende Kraft. Er läßt sich aus der Richtung und dem ‚Sinn’ der krankhaften Erscheinungen verstehen.“[59]

Der Nervöse “, so heißt es prägnant, „ steht [...] unter der hypnotischen Wirkung eines fiktiven Lebensplans “ (ebd., S. 74). Diesem kommt bei all seiner Irrationalität eine desto unbedingtere Macht zu; gleichsam instinktiv wird jede Handlung auf den „fingierten Endzweck“ hin ausgerichtet. Hier überwindet Adler den von Darwin etablierten und durch Freud erweiterten Primat der Selbst- und Arterhaltung mit einer betont pragmatischen Argumentation:

„Wir können jeden Augenblick wahrnehmen, daß wir Handlungen begehen, die sowohl das Prinzip der Selbsterhaltung als der Erhaltung der Gattung verletzen, ja daß uns eine gewisse Willkür gestattet, ebenso wie bezüglich der Lust, auch bezüglich der Selbsterhaltung unsere Wertung nach oben oder nach unten zu verschieben, daß wir oft auf Selbsterhaltung ganz oder teilweise verzichten und bis zum Todeswunsch gelangen“ (ebd. S. 76) -

sofern der Individualtrieb nach Macht in Form der Hypostasierung eines nur fiktiv Vorhandenen ins Spiel kommt.

In bezug auf den therapeutischen Ansatz macht dies eine grundlegende Neuorientierung erforderlich:

„Die neurotischen Bereitschaften der Affektsteigerungen, die Züge der übertriebenen Aggression, der Überempfindlichkeit und der geradlinigen kompensierenden Charaktereigenschaften bedürfen einer Erlösung aus ihrer irrtümlichen Überspannung, nicht einer Rechtfertigung durch Hinweis auf ‚angeborene Triebkomponenten’.“ (ebd., S. 215)

[...]


[1] Weiss, Robert O. (Hrsg.): Arthur Schnitzler. Ohne Maske: Aphorismen und Notate. Leipzig: Kiepenheuer, 1985. S. 203.

[2] Nehring, Wolfgang: Schnitzler, Freud’s Alter Ego? In: Modern Austrian Literature (10) 1977. S. 190.

[3] Vgl. der berühmte Doppelgängerbrief vom 14. Mai 1922. In: Freud, Sigmund: Briefe an Arthur Schnitzler. Hrsg. von Heinrich Schnitzler. In: Neue Rundschau, 66 (1955). S. 96-97.

[4] Thomé, Horst: Kernlosigkeit und Pose. Zur Rekonstruktion von Schnitzlers Psychologie. In: Fin de Siècle. Zu Naturwissenschaft und Literatur der Jahrhundertwende im deutsch-skandinavischen Kontext. München: Fink, 1984. Anm., S. 84 f.

[5] Beutin, Wolfgang: Literatur und Psychoanalyse. Ansätze zu einer psychoanalytischen Textinterpretation. München, 1972. S. 23.

[6] Freud, Sigmund: Gesammelte Werke. Hrsg. von Anna Freud u.a. Frankfurt: Fischer, 1967. Band VII, S. 70.

[7] Behariell, Frederick: Schnitzler: Freud’s Doppelgänger. In: Literatur und Kritik (2) 1967. S. 546-555.

[8] - dem „terminus ante quem“, vor dem nach Behariell keine Freud-Rezeption stattgefunden haben kann -

[9] ebd., S. 548.

[10] Vgl. Reik, Theodor: Arthur Schnitzler als Psycholog. Minden, 1913.

[11] Behariell; Frederick: Schnitzler: Freud’s Doppelgänger (a.a.O.), S. 548.

[12] Ebd., S. 552.

[13] Vgl. Schnitzlers Dissertation „Über funktionelle Aphonie und deren Behandlung durch Hypnose und Suggestion“. In: Lindken, Hans-Ulrich: Arthur Schnitzler, Aspekte und Akzente: Materialien zu Leben und Werk. Frankfurt a. M.; Bern; New York; Paris: Lang, 1987. S. 54 ff.

[14] In: Freud, Sigmund: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Auswahl und Nachwort von Alexander Mitscherlich. Frankfurt: Fischer, 1961. S. 120-139.

[15] Erb, Wilhelm: „Über die wachsende Nervosität unserer Zeit“ (1893). Zit. nach: Freud, Sigmund: Die ‚kulturelle’ Sexualmoral und die moderne Nervosität (a.a.O.), S. 122.

[16] Ebd. S. 123.

[17] Ebd.

[18] Ebd., S.125.

[19] Ebd.

[20] Freud, Sigmund: Das Unbehagen in der Kultur. Frankfurt: Fischer, 1953. S. 109 f.

[21] Ebd.

[22] Zit. nach: Schneider, Klaus: Arthur Schnitzler und die Psychologie seiner Zeit. Diss. Washington, 1968. S. 87 f.

[23] Ebd., S. 126.

[24] Weiss, Robert O. (Hrsg.): Arthur Schnitzler. Ohne Maske (a.a.O.): S. 87.

[25] Freud, Sigmund: Das Unbehagen in der Kultur (a.a.O.), S. 96.

[26] Behariell; Frederick: Schnitzler: Freud’s Doppelgänger (a.a.O.), S. 548.

[27] Schnitzler, Arthur: Das erzählerische Werk. Band 1. Frankfurt: Fischer, 1989.

[28] Die jüngere Forschung ist hier differenzierter. Stellvertretend sei verwiesen auf Claudia Roosen: „Helden der Krise“ in den Erzählungen Arthur Schnitzlers. Frankfurt a.M.; Berlin; Bern; New York; Paris; Wien: Lang, 1994. S.39.

[29] Vgl. Urban, Bernd: Arthur Schnitzler und Sigmund Freud: Aus den Anfängen des „Doppelgängers“. Zur Differenzierung dichterischer Intuition und Umgebung der frühen Hysterieforschung. In: Germanisch-romanische Monatsschrift (24) 1974; Nehring, Wolfgang: Schnitzler, Freud's Alter Ego? (a.a.O.); Thomé, Horst: Kernlosigkeit und Pose (a.a.O.); Perlmann, Michaela: Der Traum in der literarischen Moderne. Untersuchungen zum Werk Arthur Schnitzlers. München: Fink, 1988.

[30] Schnitzler, Arthur: Werke. Frankfurt: Fischer, 1962. Band I. S. 576.

[31] Weiss, Robert O. (Hrsg.): Arthur Schnitzler. Ohne Maske (a.a.O.): S. 37.

[32] Devereux, Georges: Normal und anormal. Aufsätze zur allgemeinen Ethnopsychiatrie. Übersetzt von Nils Thomas Lindquist. Frankfurt: Suhrkamp, 1974. S.11.

[33] Bender, Petra: Raum und Zeit. Kategorien des Seins und des Bewusstseins. Untersuchungen an ausgewählten Dramen Arthur Schnitzlers. München, 1978 (Diss.), S. 87.

[34] Swales, Martin: Arthur Schnitzler. In: Handbuch der deutschen Erzählung. Hrsg. von Karl Konrad Polheim. Düsseldorf: Bagel, 1981. S. 425.

[35] Ebd, S. 430.

[36] Ebd.

[37] Vgl. Tarnowski-Seidel, Heide: Arthur Schnitzler: Flucht in die Finsternis. Eine produktionsästhetische Untersuchung. München: Fink, 1983, S. 238.

[38] Weiss, Robert O. (Hrsg.): Arthur Schnitzler. Ohne Maske (a.a.O.), S. 125.

[39] Glaser, Horst: Sigmund Freuds 20. Jahrhundert. Seelenbilder einer Epoche. Frankfurt a. M., 1979. S. 10.

[40] Nehring, Wolfgang: Schnitzler, Freud’s Alter Ego? In: Modern Austrian Literature (10) 1977. S. 187

[41] Thomé, Horst: Kernlosigkeit und Pose (a.a.O.), S. 78.

[42] Schnitzler, Arthur: Fräulein Else. Frankfurt a. M: Fischer, 1987. S. 88.

[43] Roosen, Claudia: „Helden der Krise“ in den Erzählungen Arthur Schnitzlers. Frankfurt a.M.; Berlin; Bern; New York; Paris; Wien: Lang, 1994. S. 38.

[44] Rella, Franco: Freud und Schnitzler. In: Scheible, Hartmut: Arthur Schnitzler, Aspekte und Akzente: Materialien zu Leben und Werk. Frankfurt am Main; Bern; New York; Paris: Lang, 1987. S.205.

[45] Weiss, Robert O. (Hrsg.): Arthur Schnitzler. Ohne Maske (a.a.O.): S. 26.

[46] Nehring, Wolfgang: Schnitzler, Freud’s Alter Ego? (a.a.O.). S. 189.

[47] Ebd., S. 39.

[48] Thomé, Horst: Kernlosigkeit und Pose (a.a.O.), S. 67.

[49] Ebd.

[50] Ebd., S. 70.

[51] Nehring, Wolfgang: Schnitzler, Freud’s Alter Ego? (a.a.O.), S. 187.

[52] Ebd., S. 186.

[53] Ebd., S. 187.

[54] Schnitzler, Arthur / Brahm, Otto: Über Psychoanalyse. Hg. von Reinhard Urbach. Frankfurt a.M., 1976. S. 78.

[55] Tarnowski-Seidel, Heide: Arthur Schnitzler: Flucht in die Finsternis. Eine produktionsästhetische Untersuchung. (a.a.O.), S. 257.

[56] Nehring, Wolfgang: Schnitzler, Freud’s Alter Ego? (a.a.O), S.188.

[57] Freud, Sigmund: Werke. Frankfurt, 1963. Band I: Aus den Anfängen der Psychoanalyse, S. 305.

[58] Vgl. Farese, Giuseppe: Untergang des Ich und Bewusstsein des Endes bei Arthur Schnitzler. In: Ders. (Hrsg.): Akten des Internationalen Symposiums ‚Arthur Schnitzler und seine Zeit’. Bern; Frankfurt; New York: Lang, 1985, S. 73: „Zusammenhang von psychischer Krankheit und sozialer Umwelt“. „Solchen Zusammenhängen steht die moderne Medizin nicht ganz fern“: „Ähnlich gebraucht die moderne Medizin diagnostische Begriffe; sie gebraucht sie eher dynamisch als statisch“.

[59] Adler, Alfred: Über den nervösen Charakter. Grundzüge einer vergleichenden Individual-Psychologie und Psychotherapie. Frankfurt a. M., 1972. S. 29.

Ende der Leseprobe aus 58 Seiten

Details

Titel
"Vollends Individualpsychologie ist eine künstlerische Leistung". Schnitzler und Adler in Abgrenzung zu Freud
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Germanistisches Seminar Heidelberg)
Note
1,0
Autor
Jahr
1996
Seiten
58
Katalognummer
V77876
ISBN (eBook)
9783638833509
ISBN (Buch)
9783638833516
Dateigröße
685 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vollends, Individualpsychologie, Leistung, Schnitzler, Adler, Abgrenzung, Freud
Arbeit zitieren
Sandra Kluwe (Autor), 1996, "Vollends Individualpsychologie ist eine künstlerische Leistung". Schnitzler und Adler in Abgrenzung zu Freud, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77876

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