"If worst case scenarios come true, depletion of the ozone layer and global warming will destroy human civilization, perhaps human life, as we know it, within a century, unless rapid global action is taken."
Kaum ein Thema kann für uns wichtiger sein als die Auseinandersetzung mit der globalen Bedrohung des Planeten Erde durch die fortschreitende Umweltzerstörung. Auch und gerade die internationale Politik muss sich mit dem Schutz der Umwelt befassen und geeignete Lösungsstrategien erarbeiten. Die Schwierigkeit ist oftmals die Unsichtbarkeit der Zerstörung, die lange Zeit bis sie bemerkbar wird, was dann zu einer Verdrängung des Problems führt.
Angeregt zur Beschäftigung mit dem Thema wurde ich durch die großangelegte Umweltkonferenz in Rio de Janeiro im Juni dieses Jahres (United Nations Conference on Environment and Development, UNCED), die deshalb auch im Mittelpunkt dieser Arbeit steht. Während der Ausarbeitung gelangte immer mehr der Nord-Süd-Konflikt in den Mittelpunkt meines Interesses, der nicht zu übersehende Auswirkungen auf das Zustandekommen bzw. Nichtzustandekommen von Abkommen hat.
Das komplexe Thema ist im engen Rahmen einer Hausarbeit nicht erschöpfend zu behandeln. Dabei erwies sich die Literatursuche als schwieriger als zuerst angenommen, da viele Bücher nicht mehr aktuell sind, sich zu sehr auf nationales Umweltrecht beschränken oder sich zu speziell-naturwissenschaftlich mit der Problematik auseinandersetzen. Aus diesem Grund stützt sich die vorliegende Arbeit im Wesentlichen auf Zeitschriftenartikel.
Nach dieser Einleitung will ich im zweiten Kapitel einen kurzen Überblick über die internationalen Umweltabkommen in der zweiten H„lfte dieses Jahrhunderts geben. Dies soll kein historisch-faktischer šberblick sein, sondern lediglich die Einordnung der UNCED in den historischen Kontext erleichtern.
Die UNCED ist Thema des dritten Kapitels. Nach einer Darstellung der Vorgängerkonferenz 1972 in Stockholm und der Ausgangslage zu Beginn der Konferenz werden die fünf verabschiedeten Dokumente dargestellt und bewertet.
Das vierte Kapitel beleuchtet am Beispiel der Erarbeitung der "Konvention zum Schutz des Weltklimas" näher den bei der UNCED deutlich gewordenen Nord-Süd-Konflikt.
Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse nocheinmal zusammengefasst und eine Prognose für die weitere Entwicklung auf dem Gebiet des internationalen Umweltschutzes formuliert.
Gliederung
1. Einleitung
2. Internationale Umweltabkommen vor der UNCED
3. Die UNCED in Rio de Janeiro
3.1. Die Stockholmer Umweltkonferenz 1972
3.2. Ausgangslage und Verlauf der UNCED
3.3. Die Ergebnispapiere der UNCED
3.3.1. Die "Erklärung von Rio"
3.3.2. Die "Agenda 21"
3.3.3. Die "Grundsatzerklärung zum Waldschutz"
3.3.4. Die "Rahmenkonvention zum Schutz des Klimas"
3.3.5. Die "Konvention zum Erhalt der biologischen Vielfalt"
3.4. Versuch einer ersten Bewertung
4. Aktuelle Probleme bei internationalen Umweltabkommen am Beispiel der Klimakonvention
4.1. Ausgangslage
4.2. Die Positionen der Industrienationen
4.3. Die Positionen der Entwicklungsländer
4.4. Lösungsansätze für diesen Konflikt
5. Zusammenfassung und Prognose
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Etablierung internationaler Umweltabkommen im Rahmen der Vereinten Nationen, wobei sie den Fokus auf den Nord-Süd-Konflikt legt, der das Zustandekommen von Vereinbarungen maßgeblich beeinflusst. Am Beispiel der UNCED in Rio de Janeiro wird analysiert, inwieweit unterschiedliche Interessenlagen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern die Umsetzung globaler Umweltschutzmaßnahmen erschweren.
- Historische Einordnung internationaler Umweltpolitik
- Analyse der UNCED-Konferenzergebnisse
- Untersuchung von Interessensgegensätzen (Nord-Süd-Konflikt)
- Diskussion von Lösungsansätzen für die Klimakonvention
Auszug aus dem Buch
4.4. Lösungsansätze für diesen Konflikt
Für eine erfolgversprechende Vereinbarung, die sich nicht auf bloße Absichtserklärungen beschränkt, wären einige Voraussetzungen zu schaffen. Die Industrienationen müßten als Beispiel vorangehen, weil sie die größten Verschmutzer sind und um das Mißtrauen der Entwicklungsländer an der Ernsthaftigkeit der Bemühungen auszuräumen. Sie müßten ebenfalls die Entwicklungsländer mit Geld und Technologie unterstützen. Die Entwicklungsländer müßten im Gegenzug die Abholzung der Wälder stoppen und ihre Energieausnutzung effizienter gestalten. Schließlich müßte genug Geld zur laufenden Finanzierung des Projektes zusammenkommen.
Problematisch dabei ist die Haltung der Vereinigten Staaten, die damit nicht zuletzt die Entwicklungsländer verunsichert und an der Ernsthaftigkeit der Bemühungen der Industrienationen zweifeln läßt. Ohne die Mithilfe der Entwicklungsländer ist allerdings jedes Bemühen bereits von vornherein zum Scheitern verurteilt, da sie in der Zukunft bei gleichbleibender Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung das größte Verschmutzungspotential darstellen.
Es sind zwei Alternativen denkbar, wie es zu einer praktikablen Vereinbarung kommen kann. Entweder versuchen die willigen Staaten, wie z.B. die EG, und die unwilligen Staaten, wie z.B. die Vereinigten Staaten, in gemeinsamen Verhandlungen einen Kompromiß zu finden, oder aber es bildet sich zwischen den willigen Staaten des Nordens und des Südens eine Allianz, notfalls auch ohne die Vereinigten Staaten, die sich in einem Vertragswerk zu Regelungen verpflichtet. Zu dieser Allianz würden dann nach und nach die anderen Staaten hinzustoßen, wenn sie sehen, daß es in der Praxis zu machen ist ("winning coalition").
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die globale Umweltbedrohung und Begründung des Fokus auf die UNCED sowie den Nord-Süd-Konflikt.
2. Internationale Umweltabkommen vor der UNCED: Überblick über die historische Entwicklung der internationalen Umweltpolitik in drei Phasen von 1950 bis 1992.
3. Die UNCED in Rio de Janeiro: Darstellung der Konferenz von 1992, ihrer Vorläuferin in Stockholm 1972 sowie eine Bewertung der fünf verabschiedeten Ergebnispapiere.
4. Aktuelle Probleme bei internationalen Umweltabkommen am Beispiel der Klimakonvention: Analyse der konkreten Konfliktlinien am Beispiel des Klimaschutzes und der unterschiedlichen Interessen von Industrie- und Entwicklungsländern.
5. Zusammenfassung und Prognose: Synthese der Ergebnisse mit einem Ausblick auf die Notwendigkeit einer globalen Kooperation über nationalstaatliche Egoismen hinweg.
Schlüsselwörter
Internationale Umweltpolitik, UNCED, Rio de Janeiro, Nord-Süd-Konflikt, Klimakonvention, Vereinte Nationen, Umweltschutz, Agenda 21, Nachhaltige Entwicklung, Entwicklungsländer, Industrienationen, Treibhauseffekt, Umweltvölkerrecht, Globale Kooperation, Ressourcennutzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Schwierigkeiten bei der Entstehung internationaler Umweltabkommen unter besonderer Berücksichtigung der politischen Spannungsfelder zwischen Industrie- und Entwicklungsländern während der UNCED 1992.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die zentralen Themen sind internationale Umweltabkommen, der Nord-Süd-Konflikt in der Umweltpolitik sowie die speziellen Herausforderungen der Klimakonvention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Interessenkonflikte offenzulegen, die den Erfolg internationaler Umweltkonferenzen behindern, und aufzuzeigen, wie globale Kooperation trotz nationaler Egoismen gelingen könnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Hausarbeit, die auf einer Literaturanalyse von Zeitschriftenartikeln und Fachberichten basiert, um die Entwicklungen rund um die UNCED einzuordnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Einordnung vor 1992, die Details der Konferenz in Rio (UNCED) inklusive ihrer Dokumente sowie eine tiefergehende Analyse der Problematik am Beispiel der Klimaschutzverhandlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie UNCED, Nord-Süd-Konflikt, Umweltabkommen und Klimaschutz charakterisiert.
Warum spielt die Haltung der USA eine so wichtige Rolle?
Die Arbeit identifiziert die USA als den weltweit größten Emittenten, deren Weigerung, verbindliche Ziele in der Klimakonvention zu akzeptieren, andere Staaten verunsichert und die Glaubwürdigkeit internationaler Bemühungen gefährdet.
Welche Rolle spielen die "Entwicklungsländer" im Kontext der Konferenz?
Sie fordern finanzielle und technologische Unterstützung durch Industrienationen, da sie Armutsbekämpfung oft als dringlicher empfinden als Umweltschutzvorgaben, die ihre wirtschaftliche Entwicklung einschränken könnten.
- Quote paper
- Andreas Streim (Author), 1992, Internationale Umweltabkommen im Rahmen der Vereinten Nationen - Schwierigkeiten bei der Entstehung internationaler Umweltabkommen am Beispiel der UNCED in Rio de Janeiro 1992, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7787