"Die Entstehung von Institutionen in Käufer-Verkäufer-Beziehungen:
die evolutionistische gegenüber der konstruktivistischen Perspektive"
1 Themenabgrenzung und Aufbau der Arbeit
Kaum ein anderes Gebiet enthält Kontributionen aus so vielen unterschiedlichen Wissenschaftsfeldern wie die Institutionenanalyse.
Bei eingehender Beschäftigung mit der Thematik stößt man nicht nur auf rein ökonomische Beiträge, sondern auch auf solche aus den Gebieten der Soziologie, der Rechtswissenschaften und der Historik. Daher ist es nicht sinnvoll, sich bei Arbeiten zur Analyse der Institutionen ausschließlich auf eines der genannten Wissenschaftsfelder zu konzentrieren. Die Thematik ist fachübergreifend, und die einzelnen Beiträge – auch wenn sie aus verschiedenen Richtungen kommen mögen- sind oft interdependent.(1)
Auch die vorliegende Arbeit greift aus diesem Grund nicht nur auf vorhandene Abhandlungen aus der Ökonomie zurück, sondern beinhaltet in gleichem Maße Referenzen zu den Nachbarwissenschaften, insbesondere der Soziologie und Philosophie.
Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf der Analyse der Bildung, beziehungsweise Entstehung von Institutionen. Weiterhin wird versucht die Rolle von Institutionen speziell in Käufer-Verkäufer-Beziehungen hervorzuheben.
Dazu ist es zunächst nötig, den Begriff "Institution" zu definieren und abzugrenzen. Dies wird in Abschnitt 2.1 geschehen. Anschließend folgt eine Untersuchung der Bedeutung von Institutionen für Käufer-Verkäufer-Beziehungen; hierzu wird die Transaktionskostentheorie(2) herangezogen.
[...]
________
(1) Vgl. bspw. Kubon-Gilke, G. (1997), S. 24; Vanberg, V. (1983), S. 50-52 zum Verhältnis von Ökonomie und Soziologie.
(2) Zur Definition des Begriffes "Transaktionskostentheorie" siehe Kapitel 2, Abschnitt 2.2.
Inhaltsverzeichnis
1 Themenabgrenzung und Aufbau der Arbeit
2 Der Begriff "Institution": Definition und Bedeutung für Käufer-Verkäufer-Beziehungen
2.1 Der Begriff "Institution": Versuch einer allgemeinen Definition und Abgrenzung vom Begriff "Organisation"
2.2 Die Bedeutung von Institutionen für Käufer-Verkäufer-Beziehungen: Eine transaktionskostentheoretische Sichtweise
3 Die Entstehung von Institutionen: Eine Analyse aus individualistischer Perspektive
3.1 Die evolutionistische Perspektive: Inhalt und Kritik
3.2 Die konstruktivistische Perspektive: Inhalt und Kritik
3.3 Integration des evolutionistischen und des konstruktivistischen Ansatzes
3.4 Ein alternativer Ansatz: Die Public-Choice-Theorie nach Buchanan
4 Beurteilung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Entstehung von Institutionen und deren Rolle in Käufer-Verkäufer-Beziehungen. Das Ziel ist es, verschiedene individualistische Erklärungsansätze für die Bildung von Institutionen darzustellen, kritisch zu hinterfragen und mittels der Transaktionskostentheorie in einen konkreten wirtschaftlichen Kontext zu setzen.
- Grundlagen und Abgrenzung des Begriffs "Institution"
- Analyse der Käufer-Verkäufer-Beziehungen durch die Transaktionskostentheorie
- Vergleichende Untersuchung evolutionistischer und konstruktivistischer Ansätze
- Diskussion über Integrationsmöglichkeiten beider Denkschulen
- Public-Choice-Theorie als alternativer Erklärungsansatz
Auszug aus dem Buch
3.1 Die evolutionistische Perspektive: Inhalt und Kritik
Der evolutionistische Erklärungsansatz zur Entstehung von Institutionen geht auf die schottische Moralphilosophie des 18. Jahrhunderts mit den Hauptvertretern Mandeville, Hume, Ferguson und Smith zurück.
Die Sichtweise der schottischen Philosophen wurde primär als Gegenkonzeption zu den mehr vertragstheoretisch geprägten Arbeiten von Hobbes, Locke und Rousseau entwickelt. Kennzeichnend für die schottische Moralphilosophie war die Hypothese, dass Institutionen nicht als Ergebnis menschlicher Interessen rational entworfen wurden, sondern vielmehr das unintendierte Resultat individueller Handlungen sind, sozusagen eine Art "Abfallprodukt" individueller Interessen. Es wurde auf eine spontane Ordnung abgezielt, d.h. die allmähliche und unbewusste Herausbildung sozialer Strukturen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Themenabgrenzung und Aufbau der Arbeit: Einleitung in die Thematik der Institutionenanalyse unter Einbeziehung verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen und Skizzierung des weiteren Vorgehens.
2 Der Begriff "Institution": Definition und Bedeutung für Käufer-Verkäufer-Beziehungen: Definition von Institutionen sowie Untersuchung ihrer Rolle und Bedeutung in Geschäftsbeziehungen unter Anwendung der Transaktionskostentheorie.
3 Die Entstehung von Institutionen: Eine Analyse aus individualistischer Perspektive: Detaillierte Betrachtung und kritische Diskussion der evolutionistischen und konstruktivistischen Erklärungsansätze sowie deren Integration und alternative Theorien.
4 Beurteilung und Ausblick: Fazit zur Vereinbarkeit konkurrierender Ansätze und ein Ausblick auf den Trend zu modelltheoretischen Analysemethoden in der Institutionenanalyse.
Schlüsselwörter
Institutionen, Institutionenökonomie, Käufer-Verkäufer-Beziehung, Transaktionskostentheorie, Evolutionismus, Konstruktivismus, Spontane Ordnung, Public-Choice-Theorie, Rationalität, Opportunismus, Vertragsökonomie, Institutionenbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Entstehung von Institutionen und beleuchtet deren spezielle Funktion bei der Sicherung von Käufer-Verkäufer-Beziehungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Institutionen, der Anwendung der Transaktionskostentheorie sowie dem Vergleich von evolutionistischen und konstruktivistischen Erklärungsansätzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, die Entstehung von Institutionen durch individualistische Ansätze zu erklären und aufzuzeigen, wie diese Institutionen das opportunistische Verhalten in Markttransaktionen reduzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die verschiedene ökonomische, soziologische und philosophische Literaturquellen vergleicht und integriert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die begriffliche Klärung von Institutionen, die transaktionskostentheoretische Sichtweise auf Handelsbeziehungen sowie die differenzierte Analyse von Bildungsprozessen von Institutionen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Institutionen, Transaktionskosten, Evolutionismus, Konstruktivismus und die Public-Choice-Theorie.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Institutionen und Organisationen?
Der Autor stützt sich auf North und Khalil, um Institutionen als das regelnde Rahmenwerk zu definieren, während Organisationen als Akteure (Spieler) innerhalb dieses Regelwerks fungieren.
Warum wird die Public-Choice-Theorie als "alternativer Ansatz" eingeordnet?
Sie wird als solcher bezeichnet, da sie eine Brücke schlägt und sowohl evolutionistische als auch kontrakttheoretische Elemente vereint, um effizientere Institutionen zu bewerten.
- Quote paper
- Harald Ebner (Author), 2001, Die Entstehung von Institutionen in Käufer-Verkäufer-Beziehungen: Die evolutionistische gegenüber der konstruktivistischen Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7793