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Schwangerschaftsabbruch im moralischen Diskurs

Title: Schwangerschaftsabbruch im moralischen Diskurs

Term Paper , 2006 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Julia Kühn (Author)

Ethics
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In meiner Studienarbeit möchte ich mich mit der ethischen Vertretbarkeit von Schwangerschaftsabbruch beschäftigen. In nahezu allen Kulturen besteht ein großer Dissens bezüglich der Beurteilung der Abtreibung, der sich zumeist um die Frage dreht, ob bzw. ab wann der Embryo ein eigenes Leben besitzt, und wie sich dies auf die Entscheidungsfreiheit der Schwangeren auswirkt.
Zu überlegen ist, was eigentlich zu einem Schwangerschaftsabbruch führt?
Nach Göbel gibt es kaum Arbeiten, die sich mit den Ursachen von ungewollten Schwangerschaften beschäftigen, sondern vor allem Arbeiten, die sich mit der Persönlichkeit der abbruchwilligen Frau und den aus einem Abbruch zu erwartenden Folgen befassen.
Wimmer-Puchinger ist der Meinung, dass es hauptsächlich Unkenntnis und Unerfahrenheit über die eigene Fruchtbarkeit ist, die man für das häufige Nichtanwenden von adäquaten Verhütungsmethoden anführen muss. Damit sagt er aus, dass durch mehr Aufklärung die Frequenz unerwünschter Schwangerschaften und somit auch die Abbruchfreudigkeit gesenkt werden soll.
Mich beschäftigt die Frage, ob wir Menschen überhaupt dazu berechtigt sind zu entscheiden ob ein Leben lebenswert ist oder nicht.
Um diese Problematik aus ethischer Sicht darstellen zu können, werde ich versuchen von drei verschiedenen Denkmodellen ausgehend, über dieses Thema zu diskutieren.
Ich werde Gedankenansätze von Peter Singer und Argumente von Mill und Thomson aufgreifen. Im Gegensatz dazu stelle ich das christliche Modell. Zu Beginn meiner Studienarbeit möchte ich medizinische Grundlagen und angewandte Methoden aufführen, danach komme ich zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, sowie zur Frage nach dem Beginn des menschlichen Lebens. Außerdem werde ich auf die konservative Position von Peter Singer und auf die Folgen beschränkter Gesetze eingehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Medizinische Fakten

2.1. Definition Schwangerschaftsabbruch

2.2. Methoden der Abtreibung

2.2.1. Absaugmethode

2.2.2. Ausschabung

2.2.3. Mifepriston (Handelsname Mifegyne)

2.2.4. Spätabtreibung durch die Prostaglandin- Hormon-Methode

2.2.5. Instillation/Salzlösung/Salzverätzung

2.2.6. Teilgeburtsabtreibung

2.2.7. Nidationshemmung

3. Rechtliche Rahmenbedingungen

3.1. Im Grundgesetz

3.2. Im Strafgesetz

4. Der Beginn des menschlichen Lebens

5. Einordnung des Problems nach Peter Singer

5.1. Die konservative Position

5.2. Die Folgen restriktiver Gesetze

6. Eine ethische Analyse aus verschiedenen Blickwinkeln

6.1. Gedankenansätze von Peter Singer

6.2 . Argumente von John Stuart Mill und Judith Jarvis Thomson

6.3. Christliche Gedankenansätze

7. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit von Schwangerschaftsabbrüchen, indem sie verschiedene philosophische und religiöse Denkmodelle gegenüberstellt und hinterfragt, ob dem Menschen das Recht zusteht, über den Lebenswert ungeborenen Lebens zu bestimmen.

  • Medizinische Grundlagen und gängige Methoden des Schwangerschaftsabbruchs
  • Rechtliche Rahmenbedingungen im deutschen Grundgesetz und Strafgesetzbuch
  • Philosophische Betrachtung des Beginns menschlichen Lebens
  • Utilitaristische Ethik nach Peter Singer
  • Argumentationsmuster von Mill, Thomson und christliche Positionen

Auszug aus dem Buch

6.1. Gedankenansätze von Peter Singer

Der australische Philosoph Peter Singer vertritt eine utilitaristische Ethik, in seinem Fall auch als Bioethik bezeichnet. Der Utilitarismus ist eine philosophische Lehre, bei welcher die Frage nach dem Nutzen im Mittelpunkt steht. So werden Handlungen und Motivationen alleine nach ihrer Zweckdienlichkeit bewertet. “Was nützlich ist, ist auch moralisch gut.” (vgl. Jonas Hans, 1993, S.38) Die sogenannten Kosten-Nutzen- Rechnungen stehen im Mittelpunkt aller Bewertungen, selbstverständlich auch der ethischen. Das Prinzip der ethischen Unantastbarkeit hält Singer für ein längst überholtes, altes Religionsrelikt, das seit langem abgeschafft gehört.

So fallen Nützlichkeit und Sittlichkeit bei den Utilitaristinnen zusammen und verschmelzen miteinander. Singer hat den Begriff der Nützlichkeit bzw. Schädlichkeit mit dem des Glücks ausgetauscht. So wird bei ihm eine Handlung nicht nach dem erbrachtem Nutzen bewertet, sondern nach dem Quantum Glück was hervorgeht.

„Handle immer so, dass das größtmögliche Maß an Nutzen, Glück entsteht!“

Das Grundkonzept besteht darin, dass Schmerzen und Leiden schlecht und Lust und Glück gut sind und das es in der Moral darum geht, dass eine zu verringern, dass andere zu vermehren. Die Moral baut hier also nicht auf dem Begriff der Pflicht oder der Rechts auf, sondern sie ist definiert durch das Ziel moralischen Handelns.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Verfasserin führt in die Thematik der ethischen Vertretbarkeit von Schwangerschaftsabbrüchen ein und skizziert die methodische Vorgehensweise durch den Vergleich verschiedener Denkmodelle.

2. Medizinische Fakten: Dieses Kapitel erläutert medizinische Definitionen und verschiedene Verfahren zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen.

3. Rechtliche Rahmenbedingungen: Es wird die Situation in Deutschland anhand des Grundgesetzes und des Strafgesetzbuches (insbesondere § 218 StGB) analysiert.

4. Der Beginn des menschlichen Lebens: Dieses Kapitel diskutiert philosophische und rechtliche Ansätze zur Bestimmung des Zeitpunkts, ab dem menschliches Leben schutzwürdig ist.

5. Einordnung des Problems nach Peter Singer: Die Arbeit beleuchtet die Schwierigkeiten der Abtreibungsdebatte durch die Analyse der konservativen Position und die Folgen restriktiver Gesetze.

6. Eine ethische Analyse aus verschiedenen Blickwinkeln: Eine detaillierte ethische Untersuchung erfolgt durch den Vergleich utilitaristischer Ansätze nach Singer, der Argumentation von Mill und Thomson sowie christlicher Positionen.

7. Schlussbemerkungen: Die Verfasserin zieht ein Fazit, in dem sie die Komplexität des Themas betont und darauf hinweist, dass es keine universelle Antwort auf die moralische Frage des Abbruchs gibt.

Schlüsselwörter

Medizinethik, Schwangerschaftsabbruch, Abtreibung, Utilitarismus, Peter Singer, Lebensrecht, Fötus, Embryo, Beratungsregelung, Schwangerschaftskonflikt, Ethik, Christliche Ethik, Lebenswert, Selbstbestimmung, Menschenwürde

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die moralischen und ethischen Herausforderungen, die mit der Frage des Schwangerschaftsabbruchs verbunden sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die medizinischen Methoden, die rechtliche Lage in Deutschland und eine philosophische Analyse aus utilitaristischer und christlicher Sicht.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Verfasserin untersucht, ob Menschen berechtigt sind, über die Lebenswertigkeit ungeborenen Lebens zu entscheiden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine ethische Analyse, die verschiedene Denkmodelle und philosophische Positionen miteinander vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in medizinische Fakten, rechtliche Rahmenbedingungen, den Beginn des menschlichen Lebens sowie eine ethische Analyse verschiedener philosophischer Positionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medizinethik, Schwangerschaftsabbruch, utilitaristische Ethik, Lebensrecht und Menschenwürde charakterisiert.

Wie bewertet Peter Singer den Embryo?

Singer unterscheidet zwischen biologischer Zugehörigkeit zur Spezies Mensch und dem Status einer "Person", wobei er dem Fötus kein unverfügbares Lebensrecht zuschreibt.

Welche Analogie verwendet Judith Jarvis Thomson?

Thomson nutzt das Gedankenexperiment des angeschlossenen Geigers, um zu argumentieren, dass das Recht auf körperliche Selbstbestimmung der Frau schwerer wiegen kann als das Lebensrecht des Fötus.

Welche Position vertritt die christliche Ethik zur Abtreibung?

Aus christlicher Sicht gilt der Mensch vom Zeitpunkt der Empfängnis an als von Gott geplantes Wesen und als Person, die unter dem besonderen Schutz der Würde steht.

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Details

Title
Schwangerschaftsabbruch im moralischen Diskurs
College
Dresden Technical University
Grade
1,7
Author
Julia Kühn (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V77997
ISBN (eBook)
9783638835251
Language
German
Tags
Schwangerschaftsabbruch Diskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Kühn (Author), 2006, Schwangerschaftsabbruch im moralischen Diskurs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77997
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